Alle paar Jahre wird eine bestimmte Sportart oder eine Freizeitaktivität zum Trend. Zuletzt erlangte Yoga in beinahe allen Städten und Orten des Landes an großer Popularität. Begriffe wie Asanas, Yoga Nidra, Pranayama, Vinyasa oder Savasana ertönen von allen Seiten – und klingen für die, die noch nicht in die Yogalehre eingeweiht sind, häufig sehr rätselhaft.

Umfragen zufolge zählt Yoga mittlerweile zu den 5 beliebtesten Sportaktivitäten in Deutschland. Aus Yogi-Sicht klingt das sehr gerechtfertigt, schließlich ist Yoga ein fantastischer Weg, um die eigene Mitte wiederzufinden, Achtsamkeit zu erlangen und gleichzeitig Muskeln aufzubauen und Flexibilität zu gewinnen.

Auch der Online Yoga Kurs erfreut sich bei immer mehr Menschen großer Beliebtheit. Schließlich ist es wichtig, sich beim Yoga wohl zu fühlen - was man in den eigenen vier Wänden bekanntlich am besten tut. Außerdem lassen sich Yoga Online Kurse flexibel in den Alltag einbauen.

Doch welche Yoga Arten gibt es?

Für jemanden, der mit Yoga beginnen möchte, liegt die erste Herausforderung häufig schon darin, die richtige Yogaart zu finden. Deshalb möchten wir mit diesem Artikel einen kurzen Überblick über die verbreitetsten Yogastile geben. Wir erklären, was die einzelnen Arten des Yoga besonders macht und wo die jeweiligen Vorteile liegen.

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Hatha Yoga – das traditionelle Yoga

Hatha Yoga kann auch als das traditionelle Yoga bezeichnet werden. Es ist der Ursprung aller anderen heute bekannten Yogastile. Das Yoga, das jahrhundertelang in Indien unterrichtet wurde (und auch heute noch unterrichtet wird), bevor im Westen je irgendjemand davon gehört hatte, würden wir heute als Hatha Yoga bezeichnen.

Aus ihm wurden in den letzten 50-60 Jahren andere Formen von Yoga abgeleitet und entwickelt. Auch Angebote wie Kundalini Yoga, Kinderyoga oder Prenatal Yoga basieren auf dem klassischen Hatha Yoga.

Deshalb macht es Sinn, zunächst zu verstehen, was Hatha Yoga ist und ausmacht. Der Begriff Hatha stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so etwas wie „Kraft“. In der allumfassenden Yogaphilosophie ist mit Hatha Yoga körperbasiertes Yoga gemeint: Es wird mit verschiedenen Körperhaltungen gearbeitet, um körperliche, mentale oder spirituelle Ziele zu erreichen.

Was ist Hatha Yoga?
Hatha Yoga ist der traditionellste Yogastil | Quelle: Pexels

Hatha Yoga kann von jedem geübt werden, ganz egal, ob es sich um einen Anfänger, Fortgeschrittenen oder Experten handelt.

In einer Hatha Yoga Stunde werden verschiedene Körperhaltungen, Asanas genannt, praktiziert. Jede wird für bis zu drei Minuten gehalten. Dies bildet nicht nur physische Kraft, sondern auch mentale: Du hast genügend Zeit, um Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung in einer Pose zu schulen.

Eine Unterrichtseinheit ist in der Regel so aufgebaut, dass verschiedene Muskelgruppen sowie Bänder und Sehnen beansprucht werden. Du bringst somit deinen gesamten Körper in ein Gleichgewicht. Zu Beginn der Stunde werden einige Runden Sonnengrüße geübt, um den Körper aufzuwärmen und dich auf der Yogamatte ankommen zu lassen.

Außerdem sind auch Atemübungen (= Pranayama) und Meditationseinheiten Teil einer klassischen Hatha Yoga Stunde. Die letzte Haltung ist Savasana: Eine passive Haltung, bei der du still auf dem Rücken liegst und dein Körper Zeit hat, die vorangegangene Praxis zu verarbeiten.

Ashtanga Yoga – das herausfordernde Yoga

Auch Ashtanga Yoga ist eine sehr traditionelle Yogaform, die in Indien entstand und seit einigen Jahrzehnten auch im Westen stets populärer wurde.

Doch was genau steckt hinter Ashtanga Yoga?

Der Sanskrit Name Ashtanga bedeutet übersetzt „acht Glieder“: ashta bedeutet acht und anga Glieder oder Teile. Dieser Name kommt daher, dass der Yogastil auf acht Grundbestandteilen basiert.

Diese sind die folgenden:

  • Moralkodex
  • Selbststudium / Selbstreinigung
  • Körperhaltungen
  • Atemübungen
  • Kontrolle der Sinne
  • Konzentration
  • Meditation
  • Zustand der Einheit

Diese Teile bauen aufeinander auf und haben die Einheit aus Körper, Geist und Seele zum Ziel. Ashtanga Yoga arbeitet mit allen Sinnen und stärkt nicht nur deine Muskeln, sondern bringt auch deinen Geist in einen zentrierten, ruhigen Zustand.

Als Begründer von Ashtanga Yoga wird in der Regel Sri Patthabi Jois bezeichnet. Dieser lernte in Mysore, Indien beim Vater des modernen Yoga, Krishnamacharya, und hat es geschafft, diesen Yogastil gerade im Westen unheimlich bekannt und verbreitet zu machen.

Noch heute reisen viele Menschen regelmäßig nach Mysore, um in der Schule von Patthabi Jois zu üben. Da dieser vor einigen Jahren verstorben ist, wird die Schule heute von seinem Enkel Sharath Jois geleitet.

Und wie wird Ashtanga Yoga nun geübt?

Bei Ashtanga Yoga handelt es sich um einen sehr dynamischen Yogastil. Es werden verschiedene Sequenzen mit festgelegten Asanas geübt. Die meisten Schüler üben ihr Leben lang die erste Sequenz, da bereits diese herausfordernd genug ist.

Im klassischen Mysore Stil wird so geübt, dass der Schüler mit der Zeit die Serie auswendig kennt und in seinem eigenen Tempo übt. Der Yogalehrer geht von Schüler zu Schüler und gibt individuelle Hilfestellungen.

Was ist Ashtanga Yoga?
Im Ashtanga Yoga übst du eine festgelegte Serie an Asanas | Quelle: Pexels

Ashtanga Yoga bringt dich nicht nur ins Schwitzen, sondern kann auch dabei helfen, besser mit Stress umgehen zu können, dich selbst besser kennenzulernen und im Hier und Jetzt anzukommen.

Du sollst eine Harmonie von Körper, Geist und Seele erlangen, während du deine Muskeln stärkst und Bänder dehnst. Ein besonderer Fokus in der Praxis liegt auf deinem Atem, da dieser dir dabei hilft, auch die anspruchsvollsten Haltungen mit genügend Übung zu meistern.

Bei Superprof kannst du einen Ashtanga Yogalehrer in deiner Nähe, z.B. Yoga Leipzig oder Yoga Berlin finden, mit dem du zunächst in einer Privatstunde die Grundlagen dieser Yogaart lernen kannst.

Vinyasa Yoga – das fließende Yoga

Vinyasa Yoga ist eine recht moderne Yogaart, die ebenfalls dynamisch und sehr fließend ist. Der Name setzt sich zusammen aus „nyasa“, was „etwas platzieren“ bedeutet, und „vi“, was „auf eine besondere Weise“ bedeutet. Diese Wortbedeutung gibt uns eine erste Idee davon, was hinter Vinyasa Yoga steckt.

Dieser Yogasstil wird häufig auch als bewegte Meditation bezeichnet. Bewegung und Atem werden synchronisiert, um so den Geist zu beruhigen und in der Gegenwart anzukommen. Es ist dein Atem, der dich durch die Haltungen und die Übergänge zwischen einzelnen Positionen fließen lässt und dich führt.

Einzelne Asanas werden deutlich kürzer gehalten als zum Beispiel im Hatha Yoga, dafür werden sie durch fließende Übergänge miteinander kombiniert. Es ist eine tänzerische Yoga Art, bei der du schnell in einen Flow-Zustand gelangen und abschalten kannst.

Was ist Vinyasa Yoga?
Im Vinyasa Yoga werden einzelne Haltungen fließend miteinander verbunden | Quelle: Pexels

Vinyasa Yoga macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch viele Benefits mit sich. Regelmäßiges Üben kann deine Schlafqualität erhöhen, Rückenschmerzen verringern und dein Stressempfinden verbessern. Wie bei allen Arten von Yoga ist das Ziel, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Darüber hinaus entwickelst du Flexibilität, Balance und Muskelkraft und lernst, deinen Atem besser zu kontrollieren und für dich zu nutzen. Vinyasa Yoga hat also sowohl körperliche, als auch mentale und seelische Vorteile. Nach bereits einer Stunde kannst du dich ausgeglichener, zufriedener und wohler fühlen.

Oft gibt es unterschiedliche Stunden für unterschiedliche Level, so dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen können. Meistens wird Vinyasa Yoga in der Gruppe unterrichtet, aber viele Yogalehrer bieten auch private Stunden an. Bei Superprof kannst du zum Beispiel Vinyasa Yogalehrer in deiner Nähe finden. Eng mit dem Vinyasa Yoga verwandt ist übrigens das Power Yoga!

Bikram Yoga – das heiße Yoga

Auch Bikram Yoga zählt zu den verbreitetsten Yogastilen und ist insbesondere in den USA sehr beliebt. Dennoch wissen längst nicht alle, was sich hinter dem Namen Bikram Yoga eigentlich verbirgt.

Das Hauptmerkmal von Bikram Yoga ist, dass diese Yoga Art in einem bis zu 40 Grad Celsius heißen Raum mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit unterrichtet wird.

Warum?

Bikram Yoga wurde von dem aus Indien stammenden Bikram Choudhury begründet. Dieser hat Yoga in seiner Heimatstadt Kalkutta gelernt und möchte mit dem warmen, feuchten Raum die Bedingungen nachstellen, unter denen er Yoga gelernt hat.

Es heißt, dass die Temperatur und Luftfeuchtigkeit jedoch auch vielfältige Vorteile mit sich bringen: So soll das Herz-Kreislaufsystem trainiert werden, die Bänder und Sehnen sind elastischer und durch das starke Schwitzen findet eine Entgiftung statt.

Bikram Choudhury hat mit dem Yoga angefangen, nachdem er einen schweren Unfall hatte und ihm Yoga geholfen hat, schnell zu genesen und seinen Körper zu heilen. Gemeinsam mit seinem damaligen Yogalehrer Bishnu Ghosh hat er eine Sequenz aus 26 Übungen entwickelt, die er später als Bikram Yoga weitergegeben hat.

Was ist Bikram Yoga?
Bikram Yoga wird in einem warmen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit geübt | Quelle: Pexels

Diese Art des Yogas, die auch als Hot Yoga bekannt ist, soll den Körper herausfordern und damit heilen und gleichzeitig positive Effekte auf dein geistiges und spirituelles Wohlbefinden haben. Es führt zu erheblicher mentaler Stärke, wenn du es schaffst, unter den quälenden Raumbedingungen nicht aufzugeben und weiter zu üben.

Allerdings ist Bikram Yoga gegebenenfalls nicht für diejenigen geeignet, die besonders hitzeempfindlich sind – denn 90 Minuten unter genannten Bedingungen sind eine große Anstrengung. Allgemein sollte jeder, der Bikram Yoga praktiziert, vor und nach der Stunde ausreichend Wasser trinken.

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Yin Yoga - das ruhige Yoga

Eine etwas andere Yogaform ist das Yin Yoga. Im Yin Yoga werden die Lehren des Hatha Yoga sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vereint. Daraus entsteht eine Yogapraxis, die das komplementäre Gegenstück zum aktiven, dynamischen Yoga bildet. Positionen werden auf passive Weise geübt, also ohne Anspannung der Muskeln, und über mehrere Minuten gehalten.

Die TCM basiert auf dem Prinzip von Yin und Yang: Zwei gegensätzliche Kräfte oder Energien, die sich gegenseitig ergänzen. Vielleicht kennst du das berühmte Yin-Yang-Zeichen, dass dieses Prinzip widerspiegelt. Yang ist der weiße Teil des Kreises und steht für das Aktive, Aufstrebende, Kraftvolle, Helle und Warme. Yin, der schwarze Anteil, ist die passive Energie, die ruhige, nach unten strebende, dunkle und kalte.

Im Yin Yoga geht es darum, dich mit der Yin-Energie zu verbinden. Da bei den meisten anderen Yogastilen das Yang im Vordergrund steht, bildet Yin Yoga einen guten Ausgleich zu den aktiven Formen des Yoga. Es geht um das Loslassen, das bedingungslose Annehmen und das sich Hingeben. Es heißt, dass Yang versucht die Welt zu ändern, während Yin die Welt so akzeptiert, wie sie ist.

Was ist Yin Yoga?
Yin Yoga beruht auf dem Taoismus und der chineschen Lehre von Yin und Yang | Bildquelle: Pixabay

Übrigens ist dieser Yogastil auch auf körperlicher Ebene eine gute Ergänzung zu anderen Yogapraktiken: Denn die sonst sehr beanspruchten Muskeln bleiben im Yin Yoga soweit es geht inaktiv. Stattdessen zielen die Dehnungen auf die Gelenke, Sehnen und das Bindegewebe ab.

Die meisten Yin-Positionen finden daher in Bodennähe statt, beispielsweise im Sitzen oder Liegen. Typische Haltungen sind der liegende Schmetterling, die Kindesposition, die sitzende Vorbeuge, das Krokodil oder die Taube. Viele Yogalehrer geben den Haltungen im Yin angepasste Namen, um zu verdeutlichen, dass die aus dem Hatha Yoga abgeleiteten Übungen nun auf andere Weise geübt werden sollen.

Um es dir so bequem wie möglich zu machen, kannst du dich für deine Yin Yoga Einheit mit Decken, Kissen, Bolstern oder Blöcken ausstatten. Diese unterstützen dich in den Haltungen und helfen deinem Körper, eine passende Form einzunehmen. Da du dich außerdem kaum bewegst und viel auf dem Boden liegst, kann dir im Yin Yoga schnell kalt werden, so dass eine griffbereite Decke hilfreich ist.

Restorative Yoga - das regenerierende Yoga

Das Restorative Yoga ist dem Yin Yoga sehr ähnlich und wird gerne mit diesem verwechselt. Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied: Restorative Yoga zielt ursprünglich darauf ab, den Körper nach einer Verletzung, Krankheit oder sonstigen Einschränkung zu regenerieren. Im Yin Yoga wird davon ausgegangen, dass der Übende grundsätzlich gesund ist.

Erfahrungsgemäß werden im Restorative Yoga daher noch mehr Hilfsmittel, auch Props genannt, eingesetzt. Yin Yoga kann auch mal unbequem sein (ohne wehzutun), während der Körper im Restorative Yoga sehr sanft und schonend behandelt wird, damit er sich erholen kann.

Immerhin basiert der Name dieser Yogaart auf dem englischen Verb "to restore", was so viel bedeutet wie "wiederherstellen". Gesundheit, Wohlbefinden und Energie sind die Aspekte, die "wiederhergestellt" bzw. gefördert werden sollen.

Tatsächlich fühlen sich die Übenden nach einer Restorative Einheit erholter, ausgeglichener, ruhiger und fokussierter. Wie auch im Yin Yoga werden Übungen für mehrere Minuten - teils 10-20 Minuten - gehalten, so dass sich häufig ein meditativer Zustand einstellt. Der Körper entspannt, während der Geist erfrischt und anschließend deutlich klarer ist.

Ein weiterer Unterschied zwischen Yin und Restorative Yoga ist der Ursprung: Restorative Yoga ist noch deutlich näher am Hatha Yoga. Hier können durchaus auch mal Asanas gehalten werden, die aktiver sind und im Yin Yoga eher seltener geübt werden. Der Bezug zur TCM fehlt im Restorative Yoga, so dass das philosophische Fundament der beiden Yogastile sich unterscheidet.

Iyengar Yoga - das präzise Yoga

Der Name Iyengar Yoga leitet sich vom Begründer dieser Yoga Art ab: Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar, kurz B.K.S. Iyengar. Dieser ist einer der bekanntesten und einflussreichsten Yogalehrern der Welt. Über 75 Jahre hat er Yoga gelehrt und weitergegeben, bis er 2014 in Pune, Indien im Alter von 95 Jahren verstarb.

Iyengar Yoga ist nah an das Hatha Yoga angelehnt und baut auf die Weisheiten der Patanjali Yoga Sutras auf. Im Vordergrund steht eine äußerst präzise und genaue Ausrichtung in den einzelnen Asanas. Diese kategorisierte Iyengar strikt in stehende Haltungen, Vorwärtsstreckungen, Drehungen, Rückwärtsstreckungen und Umkehrhaltungen.

Was ist Iyengar Yoga?
Im Iyengar Yoga kommen diverse Hilfsmittel zum Einsatz | Bildquelle: Unsplash

In einer typischen Iyengar Yogastunde kommen vielfältige Hilfsmittel zum Einsatz: Vom klassischen Gurt über Yogablöcke bis hin zu einem Stuhl und der Wand. So soll sichergestellt werden, dass alle Übenden eine individuell an sie und ihren Körper angepasste Ausrichtung der Asana finden. Auf diese Weise kann es gelingen, auch schwierigere Asanas einzunehmen oder den Körper in einfacheren Haltungen bewusster wahrzunehmen und zu spüren.

Im Sinne Patanjalis verfolgte Iyengar mit seiner Unterrichtsweise das Ziel, den Geist zu beruhigen und mithilfe der körperlichen Praxis höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen. Asanas werden daher tendenziell länger gehalten als in fließenderen Yogastilen.

Iyengar hat diverse Übungsreihen und Sequenzen entwickelt, die an die Jahreszeiten, das Wetter, die Tageszeit, Krankheiten oder die individuellen Umstände des Schülers angepasst sind.

Kundalini Yoga - das Yoga der Energie

Im Zentrum des viel zitierten Kundalini Yoga steht die Energieführung und der Energiefluss. Die Kundalini-Energie wird häufig als schlafende Schlange dargestellt. Diese liegt eingerollt am unteren Ende der Wirbelsäule, im Wurzelchakra oder auch Muladhara Chakra. Ziel im Yoga ist es immer, diese Lebensenergie zu wecken, so dass sich die Schlange entlang der Wirbelsäule nach oben hin aufrichtet und auf diesem Weg die restlichen sechs Chakras öffnet. Durchbricht sie das Kronenchakra (Sahasrara Chakra) an der Scheitelkrone, ist der Übende erleuchtet.

Kundalini Yoga ist also ein möglicher Weg, um die Kundalini Energie zu wecken. Sie verwendet daher einige Methoden und Techniken und basiert auf vier wichtigen Grundsätzen:

  • Raja Yoga: Leben im Sinne der Yamas und Niyamas
  • Karma Yoga: Selbstloses Handeln und Dienen
  • Bhakti Yoga: Hingabe an Gott / das Göttliche
  • Jnana Yoga: Studium der Philosophie von Shiva und Shakti

Im Ursprung geht Kundalini Yoga auf die Tradition der Sikh zurückt, einer indischen Glaubensgemeinschaft, die an die Einheit der Schöpfung glaubt und ihre Weisheit für jedermann zugänglich machen möchte. Den Sikh entstammt auch Yogi Bhajan, der bekannteste Kundalini Yogalehrer, der diese Form des Yoga in den 1970er-Jahren in den Westen brachte.

Kundalini Yoga bezeichnet heute eine ganzheitliche Yogapraxis, die neben der körperlichen Asanapraxis auch Pranayama, Meditation sowie Hilfestellungen und Weisheiten für den Alltag beinhaltet. Da dieser Yogastil sehr auf den tantrischen Lehren von Shiva und Shakti basiert, spielt Spiritualität und Philosophie hier eine nicht wegzudenkende Rolle.

Jivamukti Yoga - das spirituelle Yoga

Bei Jivamukti Yoga handelt es sich um einen recht jungen und modernen Yogastil, der 1984 in New York von Sharon Gannon und David Life gegründet wurde. Trotz seines jungen Alters büßt er jedoch nichts in Punkto Spiritualität und Ganzheitlichkeit ein: Jivamukti bezeichnet einen Weg der Erleuchtung und des Mitgefühls.

Der Stil dieser Yogaform ist fließend, fast schon tänzerisch und körperlich wie intellektuell anregend. Es wird eine ungebrochene und von Musik begleitete Vinyasa-Sequenz praktiziert, die mit bewusster Atmung und Tiefenentspannung abgerundet wird.

Was ist Jivamukti Yoga?
Im Jivamukti Yoga fließt du tänzerisch durch eine Vinyasa Sequenz und erfährst Spiritualität auf eine moderne Weise | Bildquelle: Unsplash

Die Basis von Jivamukti Yoga bilden die uralten indischen Schriften der Yogalehre, allen voran die Patanjali Yoga Sutras. Auch das Rezitieren von Mantras und andere spirituelle Praktiken kommen im Jivamukti nicht zu kurz.

Der erste deutsche Yogalehrer, der diesen Yogastil aus New York nach Deutschland holte, war Patrick Broome. Er gründete die erste Jivamukti Schule in München. Mittlerweile kannst du in fast jeder größeren Stadt in Deutschland in den Genuss einer Jivamukti Yogastunde kommen.

Ein wichtiges Fundament dieser Yogaart bilden übrigens die folgenden Säulen:

  • ahimsa = Gewaltlosigkeit
  • bhakti = Hingabe
  • nadam = intensives Hören nach innen und außen
  • shastra = Studium der traditionellen Schriften
  • dhyana = Meditation

Insbesondere die erste Säule der Gewaltlosigkeit (ahimsa) verdeutlicht, warum so viele Jivamukti Yogis politisch aktiv sind und sich für das Gute in der Welt einsetzen.

Welcher Yogastil passt zu mir?

Zusammengefasst gibt es viele unterschiedliche Stile von Yoga, die allesamt unsere physische und geistige Konstitution verbessern. Bei den vielen verschiedenen Yogastilen gibt es in der Regel für jeden den richtigen – du musst ihn nur finden.

Um den passenden Yogastil für dich zu finden, kannst du dich vorab ein paar Fragen stellen:

  • Was erhoffst du dir von der Yogapraxis? Geht es dir um eine körperliche Aktivität oder um geistige Bewusstseinszustände?
  • Wie offen bist du für Spiritualität und die Yoga-Philosophie?
  • In welcher körperlichen Verfassung befindest du dich?

Wenn du bislang noch nicht viele Berührungspunkte mit Yoga hattest, eignet sich das klassische Hatha Yoga immer als Einstieg. Viele gelangen auch über Vinyasa Yoga zum Yoga, da die fließenden Sequenzen und die musikalische Begleitung einen frischen und modernen Einstieg bieten.

Etwas tiefer in die Philosophie und Spiritualität gelangst du über Yogastile wie Jivamukti oder Kundalini Yoga. Auch hier gilt: Magst du es kreativ und tänzerisch, ist Jivamukti vielleicht das Richtige für dich. Kundalini ist im Gegensatz für diejenigen eine gute Wahl, die Interesse an Energieführung und traditioneller Philosophie haben.

Wenn du dich körperlich herausfordern und deine Grenzen testen oder gar verschieben möchtest, probiere es doch mal mit dem Ashtanga Yoga! Dieser Yogastil erfordert Disziplin und Hingabe, zahlt sich aber durch körperliche Fitness, definierte Muskeln und eine große Flexibilität aus.

Wenn du unsicher bist, ob du durch vorherige Verletzungen oder deinen gesundheitlichen Zustand Yoga praktizieren solltest, sprich vorher mit deinem Arzt über dein Vorhaben. Erzähle auch deinem Yogalehrer von möglichen Verletzungen oder Beschwerden, damit diese dir Bescheid geben können, wenn du bestimmte Asanas nicht üben solltest oder es eine Variation gibt, die passender für dich ist.

Yin Yoga und Restorative Yoga sind für die meisten Menschen geeignet, auch jene mit Einschränkungen oder Verletzungen. Es ist für alle ein gesunder Ausgleich zu dynamischen Yang-Formen des Yoga, der die eigene Yogapraxis abrundet und eine ganz neue, erfrischende Erfahrung sowie Entspannung mit sich bringt.

Vergiss nicht, dass niemand zu alt oder zu jung ist, um Yoga auszuprobieren – es gibt genügend verschiedene Yogaarten und Level, so dass jeder etwas Passendes finden kann!

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Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.