Du hast es geschafft, Du bist endlich zertifizierte(r) Yogalehrer(in). Herzlichen Glückwunsch!

Du hast Deine Ausbildung abgeschlossen und es ist an der Zeit, ins kalte Wasser zu springen und mit dem Yoga Unterrichten zu beginnen.

Allerdings bist Du Dir vielleicht noch unsicher, wie Du Deine Yogakurse gestalten sollst. Keine Sorge, das ist völlig normal - vor allem, wenn es das erste Mal ist.

Weil es beim Yoga um Ausgeglichenheit geht, möchten wir Dir ein Maximum an Ratschlägen mit auf dem Weg geben, damit Du unter besten Voraussetzungen mit dem Yogaunterricht beginnen kannst.

Du musst bestens gerüstet sein, um Deinen Schülern beibringen zu können, wie sie sich am besten entspannen und ihren Stress bewältigen können. Gute Vorbereitung und eine sinnvolle Stundengestaltung ist dazu das A&O.

Wie Du beim Planen Deiner Yogakurse idealerweise vorgehen kannst, zeigen wir Dir daher mit den folgenden detaillierten Informationen und Tipps.

Aufbau einer Yogastunde: Grundlagen guter Planung

Beginne bei der Vorbereitung Deiner Yogastunde mit den wesentlichen Punkten.

Möglicherweise gehört die Vorbereitung der Stunde nicht zu Deinen Lieblingsbeschäftigungen - diese Etappe ist jedoch entscheidend für den guten Ablauf der Stunde. Außerdem ist die Planung der Stunde in der Regel in Deinen Stundenlohn einkalkuliert und Teil Deiner Arbeit als Yogalehrer(in).

Du kannst Deine Yogastunde, egal ob klassisch in einem gemeinsamen Raum oder Yoga Online per Webcam, zum Beispiel folgendermaßen aufbauen und planen.

Nach Thema: Es gibt einen roten Faden, der sich durch die ganze Stunde zieht

Jede Yogastunde hat eine Art Motto. Dieses kann entweder sehr speziell oder aber auch ganz simpel sein, wie „Stabilität und Leichtigkeit" oder „die Konzentration auf den Atem“. Eine Yogastunde, die um eine zentrale Idee herum aufgebaut ist, findet mit Sicherheit Anklang.

Über das Thema kannst Du Deinen Schüler(innen) einen Teil der Yogaphilosophie vermitteln und in die Praxis einbauen. Schließlich ist die Asana-Praxis nur ein Teil der ganzheitlichen Yogapraxis. Das, was auf der Yogamatte geübt wird, sollte früher oder später auch seinen Weg ins Leben jenseits der Matte finden.

Zu Beginn der Stunde stellst Du das jeweilige Thema vor und im Laufe der Stunde kommst Du immer wieder darauf zurück, so dass die Übungen stets mit dem jeweiligen Motto in Verbindung gebracht werden. Du kannst die Schüler(innen) beispielsweise in einzelnen Yogahaltungen immer wieder daran zu erinnern, Leichtigkeit zu finden und gleichzeitig über die Füße und Beine Stabilität zu spüren.

Du kannst auch zu Beginn oder zum Abschluss ein Zitat vorlesen oder einige Minuten mit den Schülern über das Thema meditieren. Wie tief Du in die Philosophie einsteigst, ist dabei Dir überlassen. Damit die Message Deine Schüler(innen) erreicht, muss sie authentisch sein und zu Dir und Deinem Unterricht passen.

Nach körperlichem Schwerpunkt: Welche Yogastellungen baue ich in die Stunde ein?

Eine andere Möglichkeit, Deiner Yogastunde einen Rahmen zu geben, liegt darin, einen körperlichen Schwerpunkt festzulegen. Du kannst zum Beispiel planen, die Hüfte, die Wirbelsäule, den Rücken, die Hände oder die Füße in den Fokus rücken oder den Schwerpunkt auf Vor- oder Rückbeugen legen. Je nach gewähltem Fokus übst Du mit Deinen Schüler(innen) in der Stunde verschiedene Yogastellungen (sog. Asanas).

In jeder Stunde müssen bestimmte Yogastellungen geübt werden. | Quelle: Pixabay

Möglich sind zum Beispiel die folgenden Schwerpunkte:

  • Vorbeugen: Vorbeugen öffnen die Körperrückseite und haben eine beruhigende, zentrierende Wirkung. Sie eignen sich vor allem für die Praxis am Abend.
  • Rückbeugen: Rückbeugen öffnen hingegen die Körpervorderseite. Sie wirken energetisierend, so dass sie verstärkt am Morgen praktiziert werden sollten.
  • Hüftöffnungen: Durch das viele Sitzen im Alltag sind unsere Hüften oftmals eng und verspannt. Mit einer gezielten Hüftöffnerpraxis kannst Du dem entgegenwirken und gleichzeitig Emotionen und Blockaden, die in den Hüften gespeichert werden, auflösen.
  • Drehungen: Drehungen haben eine ausgleichende Wirkung und verbessern die Mobilität der Wirbelsäule. Du kannst sie zu jeder Tageszeit in Deinen Unterricht integrieren.
  • Seitbeugen: Ähnlich wie Rückbeugen wirken auch Seitbeugen wachmachend und energetisierend. Sie eignen sich gut zu Beginn der Praxis oder für den Yogaunterricht am Morgen.

Einige Yogastellungen sind allerdings nicht für alle Personen geeignet. Du solltest die Auswahl der konkreten Übungen daher entsprechend dem Profil Deiner Schüler auswählen. Es ist sinnvoll, stets Variationen der Asanas anzubieten, so dass jede(r) Schüler(in) eine für ihn oder sie angenehme Position einnehmen kann.

Timing: Die Zeit im Auge behalten

Die meisten in Yogastudios angebotenen Stunden dauern 60 bis 90 Minuten. Die Dauer Deiner Yogaklasse solltest Du bei der Planung auf jeden Fall berücksichtigen.

Dir wird zwar niemand böse sein, wenn Dein Unterricht ein paar Minuten kürzer oder länger dauert, als im Kursplan angegeben. Den meisten Teilnehmer(innen) wird das wohl nicht einmal auffallen. Achte dennoch darauf, grob in Deinem Zeitplan zu bleiben.

Der grobe Aufbau Deiner Yogastunde besteht aus einem kurzen Einstieg, einer Aufwärmphase, dem dynamischen Hauptteil, gegebenenfalls einer Peak Position, auf die Du zuvor hinarbeitest, einem ruhigeren Abschlussteil, der Schlussentspannung Savasana sowie einer kurzen Abschlussmeditation.

Während Deiner Stundenplanung solltest Du Dir daher Gedanken machen, welche Übungen Du in den einzelnen Unterrichtsabschnitten einbauen möchtest und wie viel Zeit Du für diese kalkulieren solltest. Insgesamt sollte Dein Plan dann die festgelegte Unterrichtsdauer füllen - plane aber sicherheitshalber einen kleinen Puffer ein. Erfahrungsgemäß benötigst Du im Unterricht länger für das Erklären und Demonstrieren, als Du während der Vorbereitung einplanst.

Sicherheit: Hier hast Du eine wichtige Rolle

Neben einem gut strukturiertem Flow musst Du natürlich auch darauf achten, dass Deine Schüler ausreichend für die einzelnen Stellungen aufgewärmt und vorbereitet sind. Du darfst Deine Stunde beispielsweise auf keinen Fall mit dem Rad beginnen, ohne dass die Wirbelsäule aufgewärmt wurde.

Yogalehrer müssen die Anatomie und den menschlichen Körper perfekt beherrschen, um Verletzungen während der Yogastunde vorzubeugen. Überlege Dir daher vorab, welche Asanas Du mit Deinen Schüler(innen) üben möchtest und welche Form der Vorbereitung beziehungsweise Aufwärmung dafür notwendig ist. Bereite Deine Schüler(innen) dann Schritt im Schritt auf die Haupt-Asana vor.

Auch, wenn Du zu Hause Yoga praktizierst, solltest Du genau auf Deinen Körper hören und beobachten, wie Dein Körper auf die einzelnen Stellungen reagiert. Das gibt Dir gute Anhaltspunkte dafür, wie der Körper funktioniert und was er wann benötigt.

Welches Material benötige ich, um Yoga sicher praktizieren zu können?

Einige Hilfsmittel können sinnvoll sein, um Deine Schüler(innen) sicher durch die Praxis zu begleiten:

  • Eine Yogamatte: Diese ist natürlich elementar und wird in der Regel in den Gruppenkursen vom Yogastudio zur Verfügung gestellt.
  • Ein Handtuch: Dieses kann auf die Matte gelegt werden, wenn Du zu starkem Schwitzen neigst. Dadurch verhinderst Du, dass die Matte zu rutschig wird und Du Dich verletzen könntest.
  • Yogablöcke: Gerade für Anfänger sind Blöcke in einzelnen Haltungen sehr hilfreich, um eine Variation der Übung einzunehmen. Auch, wenn Du großen Wert auf die korrekte Ausrichtung legst, sind Yogablöcke sinnvoll.
  • Gurt: Ein Gurt hilft vielen Schüler(innen) vor allem in Vorbeugen, um sich hier wohlzufühlen. Ohne Gurt tendieren einige dazu, sich zu sehr in die Haltung hineinzudrücken, was das Verletzungsrisiko erhöht.
  • Eine Decke: Eine Decke ist vor allem im Herbst und Winter wichtig für die Entspannungsphase am Ende der Stunde.

Berücksichtige das Niveau Deiner Yoga Schüler

Es ist extrem wichtig, dass sich der Yogalehrer an das Niveau seiner Schüler anpasst.

Im Einzelunterricht ist das einfach: Du fragst die Person nach ihrem Niveau und siehst direkt, wie leicht bzw. schwer ihr die verschiedenen Übungen fallen.

In einer Gruppe gibt es allerdings unterschiedliche Niveaus: Du hast Schüler, die schon lange Yoga praktizieren, und andere, die Yoga für Anfänger Unterricht suchen. Dein Ziel ist es, alle gleichermaßen auf dem Weg des geistigen wie körperlichen Wohlbefindens zu begleiten.

Du musst also dafür sorgen, dass die Fortgeschrittenen Lust haben, weiter zu machen, während die Anfänger motiviert sind, am Ball zu bleiben und sich zu verbessern.

Ein guter Yogalehrer baut seine Yogastunden so auf, dass die Schüler sich ständig verbessern können. | Quelle: Pixabay

Achtung: Gerade manche Anfänger haben Yoga gegenüber einige Vorbehalte. Sie haben vor allem Angst, dass sie nicht beweglich genug sind oder halten Yoga für etwas Esoterisches.

Du solltest in deiner Yogastunde versuchen, dass sich möglichst alle wohlfühlen. Dabei ist es möglich, dass ein Yogalehrer in gewisser Weise auch die Rolle eines Coachs übernehmen muss. Schließlich begleitet er seine Schüler auf dem Weg, den er selbst bereits zumindest zum Teil zurückgelegt hat.

Damit Dir dies leichter fällt, solltest Du an all die Yogastunden denken, die Du selbst als Schüler besucht hast. Was hat Dir bei Deinem Lehrer gefallen? Was hat Dir gefehlt? Wie hast Du Dich vor allem als blutiger Yogaanfänger gefühlt und was war Dir damals wichtig?

Keine Sorge, gerade zu Beginn Deiner Karriere als Yogalehrer(in) wirst Du es nicht jedem recht machen. Das ist normal und wird auch immer so bleiben.

Behalte das im Hinterkopf, um Dich von dem Perfektionsdruck zu befreien, und versuche, Dich so gut es geht auf Deine heutigen Schüler(innen) einzustellen. Mit der Zeit wirst Du ein besseres Gefühl dafür bekommen, was im Unterricht von Dir erwartet wird.

Biete in den Yogahaltungen Möglichkeiten der Variation an, so dass Anfänger wie auch Fortgeschrittene die Übung für sich modifizieren können. Sinnvoll ist es auch, zu Beginn der Stunde zu fragen, ob jemand ganz neu im Yoga ist. In dem Fall kannst Du dann verstärkt auf diese Person achten und einzelne Übungen detaillierter erklären, als Du es für fortgeschrittene Yogis oder wiederkehrende Schüler(innen) tust.

Wichtig ist, dass Du mit Ruhe und Feingefühl Deinen Schüler(innen) gegenüber trittst. Du musst als Lehrer(in) keine außergewöhnliche Performance ablegen, sondern vor allem um das Wohlbefinden Deiner Schüler(innen) bemüht sein. Das werden diese spüren und Dir danken.

Lerne, die Energie der Gruppe im Yogakurs zu spüren

Fanny, eine der SuperProf Yogalehrerinnen, erklärt uns, dass sie ihren Schülern entsprechend Niveau verschiedene Alternativen anbietet. Sie passt sich an die Energie der Gruppe an, damit wirklich niemand zu kurz kommt.

Yoga ist eine Disziplin, die jeder praktizieren kann - unabhängig von Alter, Geschlecht und persönlicher Fitness. Daher gibt es auch so viele verschiedene Schüler: Manche haben den Wunsch, sich einfach nur zu entspannen. Andere möchten ihren Stress bewältigen und lernen, mit ihren Emotionen umzugehen. Wieder andere sind regelrecht von Yoga besessen und möchten über sich hinauswachsen.

Du musst das Niveau und auch die Energie jedes Schülers und jeder Schülerin berücksichtigen, damit Du eine Gruppendynamik kreieren kannst, in der sich jeder aus der Gruppe wirklich wohl fühlt.

Nicht alle Stellungen sind für Anfänger geeignet, Du musst Dich an das Niveau Deiner Schüler anpassen! | Quelle: Unsplash

Es kann vorkommen, dass Deine Teilnehmer(innen) in der einen Stunde die Yogastellungen nicht ganz so schnell beherrschen, wie Du es geplant hast.

In der anschließenden Yogastunde wiederum gibt es sehr viele fortgeschrittene Yogis - in dieser Stunde kannst Du Dich „austoben“ und schwierige und herausfordernde Yogastellungen trainieren.

Die Energie der Gruppe ist in jedem Yogastil von großer Bedeutung - egal, ob Du Vinyasa, Ashtanga, Kundalini oder Hatha Yoga unterrichtest. Schließlich wirkt Yoga nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch oder vor allem auch auf energetischer Ebene.

Das gilt natürlich auch (und vor allem) bei Yogakursen für Schwangere, an denen Frauen teilnehmen, deren Körper sich gerade extrem verändert. Diese Transformation hat einen großen Einfluss auf deren geistige und körperliche Verfassung, die Du während der Stunde erfassen musst, damit Du ihnen den ersehnten inneren Frieden verschaffen kannst.

Du wirst schnell begreifen, dass die Gruppenstimmung von folgenden Faktoren abhängig ist:

  • von Deinen Schülern und deren Sichtweise, Yoga zu praktizieren;
  • von der Jahreszeit;
  • von der Tageszeit, an der die Stunde stattfindet;
  • vom Mondstand;
  • aber auch von Deiner eigenen Stimmung und Dynamik.

Vielleicht erschaffst Du Dir eine eigene Routine, wie eine kurze Meditation, bevor Du unterrichtest. Damit versetzt Du Dich in eine höhere Schwingung und gehst mit klarer, fokussierter Energie in Deinen Unterricht. Diese Energie wirst Du während der Yogastunde an Deine Schüler(innen) weitergeben.

Nimm es übrigens nicht persönlich, wenn einige Schüler(innen) nicht erneut in Deine Stunde kommen. Du hast sicherlich selbst auch schonmal die Erfahrung gemacht, dass Du mit manchen Lehrer(innen) nicht gut zurecht kommst. Das hat nichts mit dem- oder derjenigen persönlich zu tun, sondern einfach mit der fehlenden Harmonie.

Es gibt unendlich viele verschiedene Herangehensweisen, Yoga zu unterrichten. Jede(r) muss die für ihn oder sie passende Weise finden und so kommt es vor, dass Du für manche eben nicht der oder die richtige Yogalehrer(in) bist. Mach Dir da nichts draus - es wird mindestens genau so viele Yogis geben, die Deinen Unterricht lieben werden!

So kannst Du die Yogastunde gut strukturieren: Ankommen – Aufwärmphase – Yogastellungen — Entspannung

Der ideale Aufbau einer Yoga Stunde hängt natürlich auch von dem Yoga-Stil ab, den Du unterrichtest. Beispielsweise im Ashtange oder Bikram Yoga ist die Sequenz, die unterrichtet wird, vorgegeben, so dass Du als Lehrer(in) keinen individuellen Unterrichtsplan erstellen musst.

In anderen Yogaarten wie dem klassischen Hatha Yoga hast Du hingegen mehr Freiheiten. Trotzdem verfolgen die Stunden einen ähnlichen Grundaufbau und sind in mehrere verschiedene Abschnitte unterteilt, die Du beachten solltest.

Wie baue ich meine Yogastunde sinnvoll auf?
Eine gute Unterrichtsstruktur ist wesentlich für den Erfolg Deiner Stunde | Quelle: Pixabay

Wenn die Stunde abends stattfindet, sollten die Schüler die Stunde damit beginnen, alles, was sie im Laufe des Tages erlebt haben und vor allem die Erlebnisse, die sie belastet haben, hinter sich zu lassen. Auch morgens sollten sie nach der Nacht zunächst bei sich und in ihrer Mitte ankommen.

Daher sind Entspannungsübungen ein guter Einstieg in die Yogastunde. Dafür eignet sich eine kurze geleitete Meditation oder sanfte Atemübungen.

Lass Deinen Schülern genügend Zeit, damit wirklich jeder die Gelegenheit hat, seine Sorgen zu vergessen.

Wenn du die Entspannungsübungen mit Atemübungen (auch Pranayama genannt) verbindest, ermöglichst Du Deinen Schüler(innen), einen Zugang zu ihren Emotionen zu finden und gleichermaßen tiefe Ruhe zu erlangen.

Durch die Kontrolle Deiner Atmung kannst Du lernen, welche Atmung Dir beim Entspannen hilft und welche Dich bei Stress, Wut oder Angst begleitet. Auch hilft der Fokus auf den Atem zu Beginn der Stunde, sich direkt mit der Atmung zu verbinden, was wesentlich für den weiteren Verlauf der Yogapraxis ist.

Sobald Deine Schüler vollständig auf ihr Inneres konzentriert sind, kannst Du mit der Aufwärmphase beginnen. Du kannst dazu leichte Aufwärmübungen im Sitzen, wie Drehungen oder Seitbeugen einbauen ebenso wie Übungen im Vierfüßlerstand, beispielsweise Katze - Kuh.

Anschließend findest Du den Übergang in die Sonnengrüße. Auch diese dienen der Aufwärmung des Körpers und der Vorbereitung auf weiterführende Asanas. Du öffnest alle wesentlichen Körperbereiche und zentrierst durch die Synchronisation von Atem und Bewegung den Geist.

Darauf folgen weitere Yogastellungen (Asanas). Entsprechend des Yogastils, den Du unterrichtest, baust Du diese entweder in die Sonnengrüße ein (zum Beispiel im Vinyasa Yoga) oder Du unterrichtest sie nacheinander ohne fließende Übergänge (im typischen Hatha Yoga).

Eine klassische Reihenfolge der Asanas ist die folgende:

  • Gleichgewichtshaltungen - zum Beispiel der Baum oder Krieger III
  • Standübungen - zum Beispiel Kriegerpositionen oder das Dreieck
  • Übungen im Vierfüßlerstand - zum Beispiel der herabschauende Hund oder die schiefe Ebene
  • Sitzhaltungen - zum Beispiel die Vorbeuge oder das Boot
  • Drehhaltungen - zum Beispiel der Drehsitz
  • Übungen im Liegen - zum Beispiel der liegende Schmetterling oder die Schulterbrücke

Die Anzahl der geübten Asanas sowie die Dauer, die die Teilnehmer(innen) in einer Position verweilen sollten (in der Regel mindestens 5 Atemzüge) kannst Du selbst bestimmen - natürlich in Anbetracht der Länge Deiner Unterrichtsstunde.

Es steht Dir natürlich frei, die Reihenfolge individuell zu verändern. Gerade in fließenden Vinyasa-Klassen ist es ohnehin üblich, die Asanas dynamisch mit den Sonnengrüßen zu verbinden. Oftmals ist dort eine Balanceübung eher die Peak Position, auf die zuvor langsam hingearbeitet wurde und die den Abschluss der dynamischen Unterrichtseinheit bildet.

Dennoch macht es Sinn, sich zumindest grob an dem Aufbau Stehen - Sitzen - Liegen zu orientieren. So lenkst Du sinnvoll die Energie im Körper, da der Körper zunächst aufgewärmt und gefordert wird, und fährst die Energie dann Schritt für Schritt wieder herunter. So stellst Du sicher, dass die Schüler(innen) sich im Anschluss an die Klasse erholt und frisch fühlen.

Zwischen den einzelnen Stellungen kannst Du den Kursteilnehmern auch ab und zu eine kurze Erholungsphase „gönnen“ (außer es handelt sich um einen sehr dynamischen Yogastil, bei dem die verschiedenen Stellungen in einem flüssigen und intensiven „Flow“ ineinander übergehen).

Was ist ein guter Stundenaufbau für den Yogaunterricht?
Baue Deinen Unterricht so auf, dass Du schrittweise vom Stehen ins Sitzen und dann ins Liegen gelangst | Quelle: Pixabay

Du kannst zum Beispiel die Möglichkeit geben, aus dem herabschauenden Hund für einige Atemzüge in die Kindeshaltung zu gehen. Mit mehr Erfahrung bekommst Du ein Gefühl dafür, wann Deine Schüler(innen) eine kurze Pause brauchen und wann sie lieber weiter"powern" möchten.

Du musst Deinen Schülern außerdem auch zu jeder Bewegung die passende Atmung (Ein- und Ausatmen) beibringen. Schließlich geht es im Yoga darum, Bewegung und Atem miteinander zu vereinen und zu synchronisieren. Ebenso solltest Du Deinen Schüler(innen) in Deinem Unterricht zeigen, wie sie ihre Beweglichkeit verbessern können, ohne Gefahr zu laufen, sich zu verletzen.

Nach abschließenden Haltungen im Liegen folgt Savasana, die Schlussentspannung. Diese sollte in jedem Fall um die 7 Minuten dauern, damit die Energie sich gut im Körper verteilen kann und der Körper das zuvor Geübte integrieren kann.

Auch wenn die Meditation während jeder Etappe der Stunde präsent sein wird, sollte die Stunde auf jeden Fall mit einer kurzen Meditation abgeschlossen werden. Dies stellt sicher, dass jeder, bevor er wieder mit dem Alltag konfrontiert wird, noch einen letzten Moment zum Relaxen hat.

Alle Muskeln des Körpers sollten nach der Stunde entspannt und locker sein und die bereits erfahrenen Yogis können in diesem Moment der Meditation die Wohltaten des Yoga voll auskosten.

Bravo, Du hast soeben Deine erste Yogastunde beendet!

Ein Programm für Deine persönliche Yogastunde zusammenstellen

Alle Yogalehrer werden Dir bestätigen, dass Yoga regelmäßig praktiziert werden muss.

Zwischen den Kursen im Yogastudio hättest Du gerne eine eigene Yoga-Routine, die Du alleine zu Hause jeden Tag absolvieren kannst?

Wie erstelle ich mein eigenes Yogaprogramm zusammen, das ich jeden Tag zu Hause absolvieren kann? | Quelle: Unsplash

Die erste Frage, die Du Dir hierzu stellen musst, lautet: Wie viel Zeit habe ich hierzu? Nur 15 Minuten oder gar 1 Stunde?

Du musst die Zeit, die Du am Tag für einen Moment der Entspannung zur Verfügung hast, genau einschätzen. Wenn Du keine ganze Stunde zur Verfügung hast, ist das auch nicht weiter schlimm.

Du kannst die Anzahl der Yogastellungen entsprechend anpassen (achte dabei darauf, dass Du auch Zeit für die Meditations- und Entspannungsphase am Anfang und Ende der Stunde einrechnen musst).

Danach solltest Du Dich fragen, warum Du heute Yoga machen möchtest. Willst Du besser schlafen können? Besser mit Stress umgehen können? Beweglicher werden?

Wir sind im Internet auf den Bericht einer Sophrologin und Spezialistin für Perinatalyoga gestoßen. Sie baut ihre persönliche Yogastunde folgendermaßen auf:

  • Sie beginnt mit einer Aufwärm- und Entspannungsphase (mit Atemübungen) sowie mit Dehnübungen.
  • Anschließend folgen je nach Lust und Laune einige Yogastellungen (solche, die sie bereits beherrscht);
  • Danach konzentriert sie sich auf eine Stellung, die sie noch nicht beherrscht (dabei hört sie auch ihren Körper und geht nicht zu weit);
  • Es folgt wieder eine ruhigere Etappe;
  • Sie beendet die Sitzung wird mit einer Meditationsphase, die sie nach und nach wieder in die Realität zurückbringt. Die Meditation kann entweder von Musik begleitet werden oder aber auch in absoluter Stille erfolgen.

Die Stellungen solltest Du entsprechend Deiner Vorlieben auswählen. Wichtig ist, dass Du Spaß beim Yoga hast und dass Du es regelmäßig praktizierst.

Deine neuen Schüler im Yogakurs solltest Du darauf hinweisen, dass Sie es bei den Yogastellungen langsam angehen sollten. Sie müssen lernen, dass ihr Körper erst mit der Zeit beweglicher wird. Geduld ist eine wichtige Voraussetzung beim Yoga.

Jetzt weißt Du, was für eine erfolgreiche Yogastunde wichtig ist. Du kannst also loslegen zu planen und Deinen Schülern beibringen, gelassen und ausgeglichen zu werden, damit sie ihren Alltag besser bewältigen können.

Entscheidend ist, dass Du den Kontakt zu Deiner Gruppe nicht verlierst und dass Du jeden Schüler der Gruppe gut kennst. Wenn Du all dies berücksichtigst, hast Du das notwendige Handwerkszeug, das Du für einen erfolgreichen Start benötigst.

Du hast Lust bekommen, Deine eigenen Kurse als Yogalehrer(in) anzubieten?

Dann schau Dich gerne mal auf der Seite von Superprof um, wo Du Deine gratis Anzeige für Yogakurse erstellen und so Deine ersten SchülerInnen finden kannst (vgl. zum Beispiel das Angebot für Yoga Berlin, Yoga Bochum, Yoga Ulm, Yoga München u.v.m.).

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Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.