“Yoga ist zu 99% Praxis und zu 1% Theorie.” – Sri Krishna Patthabi Jois

Yoga ist mittlerweile in der Mitte der westlichen Gesellschaften angekommen und wird auch in Deutschland von Jahr zu Jahr beliebter. Immer mehr Menschen erkennen, wie Yoga ihnen dabei hilft, loszulassen, zu entspannen, ihren Atem zu kontrollieren und körperlich fitter und ausgeglichener zu werden. Yogaarten wie Vinyasa Yoga, Iyengar Yoga, Ashtanga Yoga, Bikram Yoga und Prenatal Yoga werden zunehmend nachgefragt und überall tauchen plötzlich Yogalehrer auf – in Fitnessstudios, Sportzentren und sogar online.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was hinter Ashtanga Yoga steckt. Ashtanga Yoga ist aus dem klassischem Hatha Yoga in Indien entstanden und heute einer der traditionellsten Yogastile. Es wird eine festgelegte Abfolge an Yogahaltungen praktiziert, die auf einer umfassenden Yogaphilosophie aufbaut.

Viele der im Ashtanga geübten Positionen sind körperlich anspruchsvoll, was einige Menschen einschüchtert und von dieser Art des Yoga Praktizierens abhält. Wir möchten dir jedoch zeigen, warum du dich nicht abschrecken lassen solltest und was Ashtanga so besonders macht.

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Die Ursprünge von Ashtanga Yoga

Du fragst dich vielleicht, was Ashtanga eigentlich bedeutet. Der Name Ashtanga stammt aus dem Sanskrit und heißt übersetzt „acht Glieder“: „Ashta“ bedeutet acht und „anga“ bedeutet Glieder oder Teile.

Ashtanga bezeichnet daher auch den achtgliedrigen Yogapfad – also die acht grundlegenden Prinzipien oder Praktiken, die ein Yogi auf seinem Weg befolgen sollte. Es handelt sich um die Folgenden:

  • Yama: Moralkodex
  • Niyama: Selbstreinigung; Studium
  • Asana: körperliche Haltungen
  • Pranayama: Atemübungen
  • Pratyahara: Kontrolle der Sinne
  • Dharana: Konzentration
  • Dhyana: Meditation
  • Samadhi: Zustand der Erfüllung, Erkenntnis und Einheit

Diese Glieder wurden von Patanjali, einem der bekanntesten Yogis aus Indien, verbreitet und sollen uns helfen, unsere Aufmerksamkeit vom Äußeren wieder in unser Inneres zu lenken. Wenn wir unser Leben nach diesen Gliedern ausrichten, so soll uns dies den alten Schriften zufolge zur Vollkommenheit und zur Erleuchtung führen.

Ashtanga als Yoga System baut zwar auf der Philosophie dieser acht Glieder auf, ist aber nicht damit gleichzusetzen. Dennoch ist es ein ganzheitliches System, das uns nicht nur hilft, Muskeln aufzubauen und unsere Ausdauer zu verbessern, sondern uns auch tiefe innere Ruhe bringt.

Wie ist Ashtanga Yoga entstanden?
Als Begründer von Ashtanga Yoga gilt Patthabi Jois | Quelle: Pexels

Wann genau Ashtanga Yoga entstanden ist und von wem es entwickelt wurde, ist wie so häufig im Yoga gar nicht so einfach zu beantworten. Es gibt verschiedene Interpretationen von alten Sanskrit Texten sowie mündliche Überlieferungen, so dass eindeutige, belegbare Aussagen schwer zu treffen sind.

Einige vertrauenswürdige Quellen geben uns aber zumindest eine Idee davon, wann und wie Ashtanga Yoga entstanden ist.

Als Vater des modernen Yogas wird heute Krishnamacharya gesehen – ein indischer Yogalehrer, der im Jahr 1989 im stolzen Alter von 101 Jahren verstorben ist. Krishnamacharya hatte drei sehr bekannte Schüler:

  • B.K.S. Iyengar, den Begründer von Iyengar Yoga
  • seinen Sohn Desikachar, den Begründer von Viniyoga
  • Krishna Pattabhi Jois, den Hauptbegründer von Ashtanga Yoga

1948 hat Pattabhi Jois seine eigene Schule in Mysore im indischen Bundesstaat Karnataka eröffnet und dort Ashtanga Yoga unterrichtet – so, wie er es von Krishnamacharya gelehrt bekommen hat.

Seit den 1960er Jahren reisten immer mehr Westler nach Indien, um dort diese Art des Yogas von Pattabhi Jois persönlich zu lernen. Ashtanga Yoga wurde also stets bekannter und beliebter.

Nachdem K. Pattabhi Jois im Jahr 2009 verstorben ist, hat sein Enkel Sharath Jois die Schule in Mysore übernommen. Auch außerhalb Indiens ist Ashtanga Yoga nach wie vor gerade im Westen äußerst beliebt und verbreitet.

Die Besonderheiten von Ashtanga Yoga

Nicht nur der Ursprung eines Yogastils ist wichtig, um diesen zu verstehen, sondern auch die verwendeten Techniken. Ashtanga Yoga ist ein sehr physischer, dynamischer und fordernder Yogastil, dessen Sequenz an anspruchsvollen Asanas (= Yogahaltungen) dich nicht nur ins Schwitzen bringt, sondern auch zurück in deine innere Mitte führt.

Im Ashtanga Yoga gibt es sechs (bzw. je nach Zählweise 3 oder 4) verschiedene Serien an festgelegten Asana-Abfolgen, die praktiziert werden. Dabei ist jedoch bereits die erste Serie so anspruchsvoll, dass die meisten Menschen ihr Leben lang an dieser üben.

Traditionell wird die nachfolgende Serie erst dann begonnen, wenn die vorherige vollkommen und mit genügend Leichtigkeit praktiziert werden kann. Als Ashtanga-Neuling praktiziert man in der Regel zunächst nur den Beginn der ersten Serie – so dass weder Geist noch Körper zu schnell überfordert werden.

Die einzelnen Asanas werden für fünf Atemzüge gehalten und fließend miteinander verbunden. Zwischen den Sitzhaltungen werden Vinyasa-Elemente eingebaut – Vinyasa bedeutet eine Synchronisierung von Atem und Bewegung. Häufig spricht man daher auch von Ashtanga Vinyasa Yoga.

Unabhängig vom Level sind die Prinzipien also stets dieselben: das Verbinden von Asanas, der Einklang von Bewegung und Atem, das Stärken der Muskeln und das Kanalisieren der Energie. Du musst also nicht jede Position beherrschen können, um Ashtanga zu praktizieren und davon zu profitieren.

Vielmehr als die perfekte Ausführung einzelner Haltungen und das Üben der höchstmöglichen Serie geht es nämlich um das Verstehen, was Ashtanga Yoga wirklich bedeutet.

So werden wir körperlich herausgefordert, um unseren Geist zur Ruhe zu bringen und unser inneres Gleichgewicht zu finden. Patthabi Jois hat immer betont, dass die körperlichen Asanas nur der Vorbereitung auf die Meditation dienen. Das Ziel im Ashtanga Yoga ist es also, Achtsamkeit zu entwickeln.

Was bewirkt Ashtanga Yoga?
Die Ashtanga Yoga Sequenzen zielen darauf ab, uns auf die Meditation vorzubereiten | Quelle: Pexels

Da die geübten Haltungen gleichzeitig alle Körperregionen und Muskelgruppen ansprechen und dehnen, fördert Ashtanga Yoga darüber hinaus unsere Gesundheit und unser körperliches Wohlbefinden. Zumindest, sobald der Muskelkater überstanden ist!

In erster Linie sollte Ashtanga Yoga aber dennoch nicht als sportliche Aktivität, sondern als Lebensstil gelten: Ein Leben im Fluss, das Reflektion und Selbstwahrnehmung voraussetzt und Zufriedenheit mit der persönlichen Entwicklung anstrebt. Und sichtbaren Fortschritt wirst du, sobald du anfängst, regelmäßig Ashtanga zu üben, in jedem Fall machen!

Wie oft sollte man Ashtanga Yoga üben?
Der Schlüssel liegt im Ashtanga Yoga in der Regelmäßigkeit | Quelle: Pexels

Dazu musst du aber, wie generell bei jedem Yogastil, auch Zeit und Energie investieren. Ashtanga Yoga ist am effektivsten, wenn du es täglich oder zumindest vier bis sechs Mal in der Woche übst. Dann erreichst du eine gewisse Leichtigkeit, mit der du die Sequenz entspannter und wirkungsvoller praktizieren kannst.

Besonders im Ashtanga Yoga ist übrigens das Unterrichten im Mysore Stil: Dabei werden die Übungen nicht frontal vom Lehrer angesagt, sondern jeder Schüler praktiziert die Ashtanga Yoga Übungen eigenständig in seinem (Atem-)Rhythmus. Der Lehrer geht währenddessen herum und assistiert.

Die Effekte von Ashtanga Yoga

Wenn wir beginnen, uns körperlich zu betätigen, wollen die meisten von uns am liebsten schnelle Ergebnisse sehen. Dabei darfst du aber nicht vergessen, dass der Schlüssel zu jeder Art der Transformation, sei es physisch, mental oder spirituell, Routine lautet.

Das ist beim Ashtanga Yoga nicht anders: Nur mit täglicher Praxis wirst du deine Ziele erreichen. Das oberste Ziel im Ashtanga Yoga ist immer, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Darüber hinaus wirst du natürlich auch bereits nach wenigen Einheiten beginnen, deine Muskeln zu stärken und zu definieren. Jeder Schüler entwickelt sich jedoch in seiner eigenen Geschwindigkeit: Während der eine sehr schnell neue Kraft aufbaut, braucht der andere eventuell etwas länger.

Letztendlich wird aber jeder Einzelne Fortschritte machen – körperlich und spirituell. Du wirst nicht nur flexibler und kraftvoller, sondern auch innerlich ausgeglichener und ruhiger.

Wie wirkt Ashtanga Yoga?
Ashtanga Yoga wirkt gleichermaßen auf Körper und Geist | Quelle: Pexels

Denn so physisch herausfordernd Ashtanga Yoga auch ist, spielt doch dein Geist eine erhebliche Rolle. Dieser ist es nämlich, der es dir erlaubt, die anstrengendsten und unkomfortabelsten Haltungen durchzustehen und jeden Morgen erneut auf deine Matte zu treten.

Eines der Hauptwerkzeuge im Ashtanga Yoga ist dazu der Atem – Pranayama. Dieser hilft dir, dich richtig auszurichten und die Energie (prana = Lebensenergie) in die richtigen Körperstellen zu lenken. Dein Atem dient als Verbindung zwischen Körper und Geist und hilft, diese in Einklang zu bringen.

Wenn du deinen Atem nicht richtig nutzt, wirst du in einzelnen Asanas schnell an deine Grenzen geraten und das Potential einer Haltung niemals voll ausschöpfen. Deshalb spielt es im Ashtanga Yoga (wie in eigentlich jedem Yogastil) eine erhebliche Rolle, die richtige Atemtechnik einzusetzen.

Neben dem Atem wird im Ashtanga Yoga auch dem Fokus (dristi) eine erhebliche Rolle zugesprochen, um Körper und Geist zu verbinden. In jeder Asana konzentriert sich dein Blick auf einen bestimmten Blickpunkt, so dass deine Energie optimal gelenkt wird. Dazu benötigst du neben der richtigen Körperausrichtung auch die richtige geistige Einstellung, um deine Konzentration zu wahren.

Den größten Fortschritt machst du im Ashtanga Yoga also, wenn du all diese einzelnen Aspekte vereinst. Schaffe dir eine regelmäßige Praxis, sei achtsam mit dir, konzentriere dich auf deinen Atem und deinen Fokus – und dann wirst du schnell spürbare Fortschritte machen!

Durch die körperlichen und auch geistigen Herausforderungen ist Ashtanga Yoga sicherlich zunächst zugänglicher für die, die bereits eine relativ gefestigte Yoga- und Meditationspraxis haben. Doch auch wenn du diese nicht hast, kannst du Ashtanga ruhig eine Chance geben – du wirst sehen, wie viel du allein mit starkem Willen und Konzentration erreichen kannst!

In Deutschland findest du mittlerweile eine Vielzahl an gut ausgebildeter Ashtanga Yoga Lehrer (zB. Yoga Regensburg). Wenn du nicht direkt in einen öffentlichen Yogakurs gehen möchtest, kannst du auch zunächst online nach einem passenden Yogalehrer in deiner Nähe zu suchen. Mit diesem gemeinsam kannst du ein tieferes Verständnis für Ashtanga Yoga entwickeln und immer tiefer eintauchen, bevor du dich in eine öffentliche Yogastunde wagst!

Falls du irgendwelche Verletzungen oder körperliche Beeinträchtigungen hast, kann es sinnvoll sein, zunächst mit deinem Arzt oder in jedem Fall deinem Yogalehrer zu sprechen. Diese können dir weiterhelfen, in welcher Form Yoga für dich geeignet ist.

Denn so sanft Yoga auch scheinbar für den Körper ist, können einzelne Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder sehr beansprucht werden. Yoga soll dir jedoch helfen zu heilen und dir keine neuen Verletzungen zufügen oder alte verschlimmern!

Ein guter Yogalehrer wird dir daher stets alternative Übungen zeigen oder Varianten vorschlagen, die für deinen Körper geeignet sind. So findest du die für dich richtige Yogapraxis, von der du am meisten profitieren kannst!

Vielleicht ist dein Lieblings-Yogastil Ashtanga Yoga, vielleicht auch nicht – dann findest du dein Glück vielleicht eher im Hatha Yoga, Bikram Yoga, oder oder oder… Yoga Kurse findest Du auf Superprof auf jeden Fall deutschlandweit, zB. Yoga Leipzig oder  Yoga Köln.

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Miriam