Rechtschreibfehler machen keinen guten Eindruck. Natürlich ist die deutsche Rechtschreibung verglichen mit, beispielsweise der französischen, eher phonetisch. Kein e oder h das man nicht hört und den Laut „o“ schreibt man als o und nicht "au" oder "aux" oder "eau" oder gar "eaux"...

Aber auch die deutsche Rechtschreibung hat ihre Tücken und es gibt Fehler, die viele von uns immer wieder machen. In diesem Artikel nehmen wir sie genauer unter die Lupe, denn Rechtschreibung lernen ist wichtig. Wer Rechtschreibfehler macht, wird leider schnell in eine Schublade gesteckt und manchmal liegt es nur an einem Detail, das für Personalvermittler*innen den Unterschied bei der Auswahl einer Bewerbung ausmacht.

Werfen wir also einen Blick auf häufige Fehler, damit Du sie bestimmt nie wieder machst.

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Und los geht's

Die häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen

Die Liste der orthographisch schwierigen deutschen Worte ist lang. Oft hilft es, wenn man die korrekte hochdeutsche Aussprache kennt: es heißt „Gedächtnis“ und nicht „Gedächnis“, „Armatur“ nicht „Amatur“ und „abwegig“ nicht „abwägig“.

Bei entlehnten Fremdwörtern kann uns ein Blick in die Etymologie (Herkunft und Geschichte eines Wortes) weiterhelfen. So finden wir zum Beispiel schnell heraus, dass „Atmosphäre“ die richtige Schreibweise ist und nicht etwa „Athmosphäre“.

Es lohnt sich immer, bei Unsicherheiten die korrekte Rechtschreibung eines Wortes zu recherchieren. Je mehr Hintergrundinformationen wir dabei erhalten, umso leichter werden wir uns die richtige Schreibweise merken können und umso schneller wird sich unsere Rechtschreibung verbessern.

Herzlich willkommen

Auf Postkarten, Speisekarten und Webseiten steht häufig "Herzlich Willkommen!" – ein Rechtschreibfehler! Als Substantiv schreibt man "Willkommen" groß, zum Beispiel wenn man schreibt: "Sie bereiteten uns ein herzliches Willkommen". Aber bei "Herzlich willkommen" schreibt man „willkommen“ klein, denn es leitet sich von "jemanden willkommen heißen" ab und ist in diesem Fall ein Adjektiv.

Gruß und Grüße

Auch die Verabschiedungsformeln können Probleme bereiten: „Lieben Gruss“ oder „liebe Grüsse“ gehören zu den Klassikern unter den häufigsten Rechtschreibfehler. Bei der Rechtschreibreform von 1996 wurden die Regeln zur Verwendung des ß vereinfacht und in vielen Fällen wurde es durch ss ersetzt. In vielen Fällen, heißt aber nicht in allen. Nach einem langen Vokal wird weiterhin ß geschrieben. So auch in „Gruß / Grüße“, „Fuß / Füße“ oder „Straße“.

Nur wenn Du in der Schweiz lebst, darfst Du diese Regel gleich wieder vergessen. Im Laufe der letzten hundert Jahre ist das ß zunehmend außer Gebrauch geraten und wird heute überhaupt nicht mehr verwendet.

Schreibt man "Grüße" oder "Grüsse"?
Ab jetzt verschickst Du Glückwunschkarten nur noch "mit lieben Grüßen". | Quelle: Michelle Ziling Ou via Unsplash

das / dass / daß

Hier haben wir es einerseits mit einer Frage der Rechtschreibung (dass / daß), andererseits mit einem grammatikalischen Problem zu tun (das / dass). Beschäftigen wir uns erstmal mit der korrekten Schreibweise der Konjunktion „dass“ – sie wird seit der Rechtschreibreform mit Doppel-s geschrieben. Wenn Du irgendwo das Wörtchen „daß“ liest, handelt es sich entweder um einen Fehler oder um einen älteren Text.

Wann verwendet man aber nun „dass“ und wann „das“? Diese Frage stellt sich in der Regel bei der Einleitung eines Nebensatzes. Sie lässt sich einfach beantworten, wenn Du Dir bewusst bist, wenn Du Dir noch mal den Hauptsatz vor dem Komma anschaust und überlegst, wofür das „dass / das“ genau steht. Bei „das“ handelt es sich um ein Relativpronomen, das sich auf ein Substantiv im vorausgegangenen Satzteil bezieht.

Das Wort „dass“ ist eine Konjunktion, die sich auf einen beschriebenen Sachverhalt bezieht und ihn präzisiert. (Zum Beispiel: „Ich freue mich, dass Du hier bist.“)

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ein bisschen

Bei der Formulierung „ein bisschen“ gibt es gleich zwei mögliche Fehlerquellen. Die erste liegt, wie so oft, in der Schreibweise des s-Lautes. Schreibt man „bischen“, „bisschen“ oder „bißchen“? Das Wort hat sich aus dem Diminutiv (Verkleinerungsform) des Substantivs „Biss“ entwickelt. Dementsprechend wird es auch mit Doppel-s geschrieben.

Damit sind wir auch schon bei dem zweiten häufigen Fehler. Müsste „Bisschen“ nicht großgeschrieben werden, wenn es doch von einem Substantiv abstammt? Einzig in dem Falle, dass mit „ein Bisschen“ tatsächlich „ein kleiner Bissen“ gemeint ist, darf es großgeschrieben werden. Im Gefüge „ein bisschen“, das für „ein wenig / etwas“ steht, ist es ein Indefinitpronomen (unbestimmtes Pronomen) und wird kleingeschrieben.

„wieder“ oder „wider“?

Große Verwechslungsgefahr besteht bei "wieder" und "wider", da es sich um Homophone handelt. Das heißt, dass sie gleich ausgesprochen werden, obwohl sie etwas völlig anderes bedeuten und unterschiedlich geschrieben werden. Hier hilft es also nicht, den Satz einmal laut vor sich hin zu sagen und die Schreibweise von der Aussprache abzuleiten.

Um jederzeit das Richtige zu wählen, musst Du ihre Bedeutung kennen. „Wieder“ ist ein Adverb, das soviel bedeutet wie „abermals“, „nochmals“, „erneut“. (Zum Beispiel: „Morgen regnet es wieder.) Es taucht auch in Verbindung mit Verben, Substantiven oder Adjektiven auf, die eine Häufigkeit oder Beständigkeit betonen (zum Beispiel: „wiederverwenden“ oder „wiederholen“).

 „Wider" ist eine Präposition, mit der ein Gegensatz ausgedrückt werden kann. In den Formulierungen "wider Willen" und "das Für und Wider abwägen" könnte es mit „gegen“ beziehungsweise „Dagegen“ ersetzt werden. In zusammengesetzten Worten wie "widerspiegeln" oder „widerhallen“ wird die Vorsilbe „wider-" im Sinne von „zurück“ verwendet

Hier eine kleine Liste mit schwierigen Wörtern:

  • wider-
    • Widerstand: Auflehnung, Gegenwehr
    • widerstehen: sich widersetzen, nicht nachgeben
    • Widerworte: gegen etwas gerichtetes Wort
    • Widerruf: Zurücknahme einer Aussage o.ä.
  • wieder-
    • wiederkäuen: nochmals kauen
    • wiedergeben: erzählen oder zurückgeben
    • Wiederholung: etwas wird nicht zum ersten Mal gemacht
"Wider" und "wieder" wird oft verwechselt.
Kühe sind Wiederkäuer. Sie kauen das Gras immer wieder. | Quelle: Ryan Song via Unsplash

Tiger

Das lange i in "Tiger" ist trügerisch: "Tieger" ist ein häufiger Rechtschreibfehler. Damit ist dieses Wort eine der berühmten Ausnahmen der Regel. Die Schreibweise "Tiger" ist wahrscheinlich auf den lateinischen Ursprung des Worts („tigris“) zurückzuführen ist.

„tod“ oder „tot“?

Wird das Wort kleingeschrieben, ist es ein Adjektiv, das so viel bedeutet wie „nicht am Leben“, „verstorben“. In diesem Fall ist „tot“ die richtige Schreibweise. Das dazugehörige Substantiv hingegen schriebt sich „der Tod“.

Rhythmus

Beim Wort "Rhythmus" ist der Phantasie keine Grenzen gesetzt! Für das Wort gibt es gleich diverse Rechtschreibfehler, die sehr häufig auftauchen. Es schreibt sich aber nicht etwa "Rytmus", "Rhytmus" oder "Rhythmus", sondern "Rhythmus"! Ursprünglich wurde das Wort im Altgriechischen mit den Buchstaben Rho und Theta geschrieben. Diese Buchstaben wurden im deutschen Alphabet zu "rh" und "th"!

Akustik

Bleiben wir thematisch in der Welt des Klangs mit einem Wort, das vom griechischen Wort „akoustikós“ (wörtlich: das Gehör betreffend) abstammt. Wie in seiner Herkunftssprache wird „Akustik“ auch auf Deutsch mit nur einem k geschrieben.

Adresse

Das Wort "Adresse" kommt vom französischen Wort „adresse“. Viele Deutsche schreiben allerdings "Addresse", wahrscheinlich weil es im Englischen tatsächlich mit zwei geschrieben wird (address). Im Deutschen ist diese Schreibweise aber falsch!

gar nicht

"Gar nicht schreibt man gar nicht zusammen!" Ist doch ganz einfach! Trotzdem ist es immer noch ein häufiger Fehler, "garnicht" statt "gar nicht" zu schreiben. Das "gar" in "gar nicht" hat aber nicht mit Kochen zu tun, sondern bedeutet so viel wie "gänzlich".

Stegreif

Eine beliebte deutsche Redewendung ist "Aus dem Stegreif". Geschrieben wird es allerdings häufig "Stehgreif". Dabei hat der Ausdruck nichts mit "stehen" oder "greifen" zu tun, sondern bezieht sich auf ein altes deutsches Wort für Steigbügel!

brillant

Das Wort "brillant" wird häufig falsch geschrieben, weil es "brilliant" ausgesprochen wird. In der korrekten Schreibweise befindet sich aber kein "i" hinter dem Doppel-L. Auch diese Rechtschreiberegel kannst Du Dir von der Wortherkunft her ableiten. „Brillant“ ist auf Französisch das Partizip des Verbs „briller“, das mit „glänzen“ oder „scheinen“ übersetzt werden kann.

Ganz ähnlich verhält es sich mit „Medaille“ oder „Billard“.

Die Olympiade kommt aus Griechenland. Das Wort "Medaille" hingegen aus Frankreich.
An den olympischen Spielen gewinnt man keine "Medallien", sondern "Medaillen". | Quelle: Pexels

aggressiv

Es lohnt sich immer einen Blick auf die Herkunft eines Wortes zu werfen, um herauszufinden wie man es richtig schreibt. Die deutsche Rechtschreibung hat in vielen Fällen die ursprüngliche Schreibweise übernommen. Wie wir bereits beim Beispiel „Adresse“ gesehen haben, machen das nicht alle Sprachen so. Man muss man also darauf achtgeben, den tatsächlichen Ursprung zu finden.

Die Wörter „aggressiv“ und „Aggression“ stammen vom lateinischen „aggressum“ (2. Partizip von aggredi – angreifen).  Deshalb werden sie auch auf Deutsch mit zwei g geschrieben. Anders sieht es in der französischen Sprache aus, die die Worte „agressif“ und „l’agression“ von dem lateinischen Verb „adgredi“, das ebenfalls angreifen bedeutet, übernommen hat.

detailliert

Das Adjektiv „detailliert“ bedeutet „ins Detail gehend“. Man könnte also meinen, dass es genau wie das Substantiv mit nur einem l geschrieben wird. Diese Annahme ist aber leider falsch. Auch hier haben wir es mit einer Ableitung von einem französischen Verb zu tun: „détailler“ ist aus der Vorsilbe „de-“ (zer-, ab-) und dem Verb „tailler“ (trennen, teilen) zusammengesetzt.

ziemlich und nämlich

„Wer nämlich ist h schreibt, ist dämlich.“ So hat man uns bereits in der Grundschule versucht, die falsche Schreibweise „nähmlich“ auszutreiben. Ganz funktioniert hat es anscheinend nicht. Das liegt vor allem daran, dass wir gelernt haben, dass ein langgesprochener Vokal oder Umlaut oft durch ein nachfolgendes h angezeigt wird.

Diese Regel ist aber leider nicht allgemeingültig. Beispielsweise in „Name“ und „Dame“ wird kein Dehnungs-h geschrieben, obwohl das a lang gesprochen wird. Diese beiden Worte und ihre Schreibweise sollten Dir aber wohlbekannt sein und können Dir dabei helfen, nie wieder den „dähmlichen Nähmlich-Fehler“ zu machen. Denn: „nämlich“ ist von „Name“ abgeleitet, „dämlich“ von „Dame“. Aus diesem Grund werden beide ohne h geschrieben. h h h

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Wort „ziemlich“, das vom Verb „ziemen“ abstammt. Ursprünglich wurde „ziemlich“ tatsächlich auch nur verwendet um zu beschreiben, dass etwas sich ziemte, also angemessen war. Erst ab dem 16. Jahrhundert wurde das Wort als Adjektiv im Sinne von „vergleichsweise“, „recht“ oder „sehr“ gebraucht.

Das ist alles etwas viel auf einmal? Hier erhältst Du Tipps, wie Du die Rechtschreibung üben kannst.

Die häufigsten Grammatikfehler und Wortverwechslungen im Deutschen

Nicht nur die deutsche Rechtschreibung steckt voller Fallen und die vielen Rechtschreibreformen sorgen für Verwirrung, auch in der Grammatik gibt es so viele Regeln und Ausnahmen, dass sogar erfahrene Lehrer*innen hin und wieder stolpern.

Was ist dran an dem Klischee, dass die Deutschen immer schlechter in Rechtschreibung werden?

Tatsächlich sind viele der häufigsten Schreibfehler auf grammatikalische Irrtümer oder eine falsche Wortwahl zurück zu führen. Deshalb lassen sich die beiden Bereiche nicht ganz klar voneinander abtrennen.

Falsche Steigerungen

Großer Beliebtheit erfreuen sich Steigerungen, die es gar nicht gibt. Häufig liest man in Arbeitszeugnissen die Formulierung „zu unserer vollsten Zufriedenheit.“ Genaugenommen kann das Adjektiv „voll“ nicht gesteigert werden. „Voller als voll“ geht schließlich nicht.

Es handelt sich hier bei um ein sogenanntes Absolutadjektiv; ein Eigenschaftswort, das bereits einen höchsten oder geringsten Grad ausdrückt. Dazu gehören auch folgende Adjektive:

  • leer
  • optimal
  • aktuell
  • ganz
  • einzig
  • bestmöglich
  • absolut

Eine weitere Kategorie von Absolutadjektiven, sind diejenigen, die nur ganz oder gar nicht zutreffen können:

  • tot
  • schwanger
  • dreieckig
  • lauwarm
  • fertig
  • gleich
  • mündlich
  • falsch
  • täglich

Ein weiterer Fehler geschieht oft bei der Steigerung von zusammengesetzten Adjektiven. Oft ist es möglich den ersten oder den zweiten Bestandteil zu steigern, wodurch sich aber eine Bedeutungsveränderung ergeben kann. In jedem Fall ist es aber falsch beide Teile zu steigern. Es heißt also der „meistgesehene“ Film, nicht der „meistgesehendste.

Das Gleiche ist nicht dasselbe

Ein Evergreen ist sowohl in der mündlichen als auch der schriftlichen Sprache die Verwechslung von "dasselbe" und "das gleiche".

Erstmal vorweg: „das Selbe“ oder „das selbe“ gibt es nicht! „Selbe“ ist kein eigenes Wort, sondern Teil eines Demonstrativpronomens. Es kann deshalb nur in Verbindung mit einem Artikel auftreten.

Kommen wir nun aber zu der berühmten Verwechslung. Das Wort „gleich“ ist ein Adjektiv, das beschreibt, dass zwei Dinge beschrieben, die kaum zu unterscheiden sind. „Derselbe“, „dieselbe“ oder „dasselbe“ hingegen meint etwas, das es nur einmal gibt. „Wir haben dasselbe T-Shirt,“ würde bedeuten, dass wir uns ein einziges T-Shirt teilen. Haben wir aber das gleiche T-Shirt, besitzt jede*r von uns sein eigenes, sie sehen aber gleich aus.

Wenn „das Gleiche“ nicht direkt vor einem Substantiv steht wird es selbst zu einem und deshalb großgeschrieben.

Wann sagt man "dasselbe", wann "das gleiche"?
Die beiden Frauen tragen das gleiche Kleid, aber nicht dasselbe. | Quelle: Alex Sorto via Unsplash

Anscheinend, scheinbar, offensichtlich, offenbar

Beschäftigen wir uns mit vier Worten, von denen jeweils zwei miteinander verwandt zu sein scheinen. Dementsprechend müsste auch die Bedeutung sehr ähnlich sein, oder etwa nicht? Hier bewegen wir uns tatsächlich in den Feinheiten der deutschen Sprache. Um die Unterschiede zu verstehen, müssen wir jedes dieser Worte einmal genau unter die Lupe nehmen.

„Anscheinend“ und „scheinbar“ lassen sich beide mit „es sieht so aus, also ob“, „dem Anschein nach“ oder „es könnte sein, dass“ umschreiben. Wir drücken damit also aus, dass etwas möglich, aber nicht sicher ist. Die Nuance liegt darin, wie wir die Annahme einstufen. Mit „anscheinend“ sagt man aus, dass wir etwas tatsächlich für zutreffend halten. Bei „scheinbar“ ist mehr Zweifel enthalten. Wir gehen eher davon aus, dass es eben nur so aussieht aber nicht der Realität entspricht.

Bei „offensichtlich“ sind wir uns sicher, dass es genauso ist, wie wir es sehen. Es gibt keinen Zweifel. „Offenbar“ meint nach exakter Definition fast dasselbe: es ist klar ersichtlich. Jedoch liegt diesem Ausdruck eine Vermutung und keine gesicherte Erkenntnis zugrunde.

Getrennt oder zusammen?

Heisst es "zurzeit" oder "zur Zeit" und sind die beiden Schreibweisen beliebig austauschbar? Nein! „Zurzeit“ ist synonym mit „gegenwärtig“, also „im Moment“ oder „jetzt.“ "Zur Zeit" meint eine andere Epoche der Geschichte. Zum Beispiel: „Zurzeit ist es sehr kalt. Aber zur Zeit der Mammuts war es auch nicht wärmer.“

Dieselbe Frage stellt sich bei „zu Hause“ oder „Zuhause“. Wann wird es zusammengeschrieben, wann getrennt; wann groß, wann klein? Als Substantiv wird „Zuhause“ zusammen- und großgeschrieben.

Bei dem Adverb, das zum Beispiel auf die Frage „Wo bist du gerade?“ antwortet, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sowohl „Ich bin zu Hause“ als auch „Ich bin zuhause“ sind erlaubt. Der Duden empfiehlt die Schreibweise „zu Hause“ zu verwenden.

"seid" oder "seit"?

Die Wörter "seid" und "seit" werden oft verwechselt. Kein Wunder: In der gesprochenen Sprache sind sie kaum voneinander zu unterscheiden. Wie so oft handelt es sich aber auch hier um zwei vollkommen verschiedene Worte.

„Seid“ ist die zweite Person Plural des Verbs „sein“:

  • ich bin
  • du bist
  • er/sie/es ist
  • wir sind
  • ihr seid
  • sie sind

"Seit" hingegen bezieht sich auf die Zeit: "Seit einigen Jahren lerne ich Deutsch."

Noch nicht ganz klar? Entdecke unsere zahlreichen Angebote für Nachhilfe wie z.B. Deutsch Nachhilfe Berlin.

„Wie“ und „als“

Diese zwei kleinen unscheinbaren Wörtchen lösen regelmäßig großes Unbehagen bei Liebhaber*innen der deutschen Sprache aus. Sie werden beliebig ausgetauscht und schlimmstenfalls sogar gleichzeitig eingesetzt.

Der Unterschied ist folgender: Das Wort "als" drückt eine eindeutige Ungleichheit aus: „In Marokko ist es wärmer als in Schweden.“ „Im Sommer schlafe ich besser als im Winter.“ „Er ist größer als sie.“

Im Gegensatz dazu verwendet man "wie", wenn Dinge miteinander verglichen werden, die gleich sind: "In Schweden ist es genauso kalt wie in Finnland." "Ich schlafe im Sommer genauso gut wie im Winter." "Er ist genauso groß wie sie."

Die beliebte Kombination der beiden Worte "als wie" ist FALSCH! Also Schluss mit: "In Schweden ist es nicht wärmer als wie in Spanien".

Verwechlse nie mehr "als" und "wie".
Die Kombination "als wie" ist falsch und kann für Verwirrung sorgen. | Quelle: Sammy Williams via Unsplash

Weitere häufige Fehler

Du liebst Dein neues orangenes Kleid? Laut Duden gibt es die Adjektive „orange“ oder „oranges“ — „orangen“ gibt es nicht!

Auch Dopplungen wie „PIN-Nummer“ und „HIV-Virus“ sind, genau genommen, falsch. „PIN“ steht bereits für „Persönliche Identifikationsnummer“. Das Wort „Nummer“ also nochmal zu erwähnen, ist völlig überflüssig. Auch „HIV“-Virus ist doppelt gemoppelt, denn „HIV“ bedeutet „Humaner Immundefizient-Virus“. An „HIV“ ein „Virus“ anzuhängen ist also ebenfalls unnötig.

Zuletzt kommen wir zu den Anglizismen, die sich in die deutsche Sprache eingeschlichen haben und auch journalistisches Schreiben bestimmen.

Häufig sagen wir beispielsweise, dass etwas „Sinn macht“, was wir von dem englischen "it makes sense" übernommen haben. Auf Deutsch ist es aber streng genommen falsch. Korrekt wäre: „es ergibt Sinn.“ „Machen“ bedeutet nämlich, dass man etwas produziert und Sinn kann nicht produziert werden.

Im Duden wird „Sinn machen“ allerdings inzwischen als umgangssprachlicher Ausdruck aufgeführt. In der mündlichen Sprache sowie informellen Texten ist er also erlaubt.

Anders sieht es bei „Hannah's Stift“ aus. Auch dieser Fehler hat sich aus dem Englischen ins Deutsche eingeschlichen. Richtig heißt es bei uns aber "Hannahs Stift".

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.