Im Zeitalter der SMS-Sprache und der letzten Rechtschreibreform befürchten viele bereits den Niedergang der Sprache Goethes...

Bevor Deutsch gar zu einer Fremdsprache für Dich wird und Du gar Probleme mit der Rechtschreibung hast, ist es an der Zeit, sich aufzuraffen und endlich richtig schreiben zu lernen!

Wir stellen Dir die besten 2.0-Tools (Neudeutsch!) vor, die Dir zusätzlich zu Deutsch Nachhilfe dabei helfen können.

Schreiben üben mit diesen Tipps und Tricks
Online wirst Du fündig, wenn Du Deine Rechtschreibung trainieren willst. | Quelle: Pixabay

Trainiere im Internet und teste Dein Können

Die Seite levrai.de bietet über 3000 Seiten kostenlose Online-Übungen. Wenn Du Deine deutsche Rechtschreibung verbessern oder die Kontrolle über Deinen Ausdruck wiedererlangen möchtest, ist levrai.de eine ideale Stütze.

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Grammatikdeutsch.de bietet ebenfalls Rechtschreibübungen für den Deutschunterricht wie Übungen zu Groß- und Kleinschreibung, das und dass, Zeichensetzung, Zusammen- und Getrenntschreibung und vieles mehr.

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Und wenn Du zusätzlich einen privaten Deutschlehrer in Deiner Nähe engagierst, wirst Du Dich bald nicht mehr verstecken müssen, wenn es auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie guten Stil ankommt!

Regeln, die man schnell vergisst

Rechtschreibung üben: die wichtigsten Regeln
Merke Dir die wichtigsten Regeln, dann bist Du schon einen großen Schritt weiter! | Quelle: Pixabay

Die letzte Rechtschreibreform, die sich über gefühlte 20 Jahre hingezogen hat, hat viele verunsichert: Wie ist noch mal die neue Regel? Oder hat sich gar nichts geändert? Um Dein Gedächtnis aufzufrischen, sind hier die 10 wichtigsten Regeln, die Du Dir merken solltest:

1. ss oder ß:

  • Das „ß“ steht nach langem Vokal oder Diphthong: Gruß, draußen, Maß, reißen, grüßen, schließen …
  • Nach einem kurzen Vokal steht immer das „ss“: Kuss, küssen, messen, Riss, Schloss …

2. Kein Wegfall von Buchstaben bei Zusammensetzung:
Häufige Rechtschreibfehler passieren bei den Wörtern Schifffahrt, schnelllebig, Kaffeeernte, Zooorganisation …

3. Stamm- bzw. Parallelschreibung, d. h. die Nomen richten sich nun nach der Stammschreibung des assoziierten Verbes:
Bändel (Band), schnäuzen (Schnauz), Stängel (Stange), Stuckateur (Stuck), nummerieren (Nummer), Platzierung (Platz) …

4. Anpassung einiger Fremdwörter:

  • Wörter mit „graph, phon, phot“: Geografie/Geographie, Mikrofon/Mikrophon, Fotografie/Photographie ...
  • Wörter mit „th“: Panther/Panter, Thunfisch/Tunfisch ...
  • Wörter mit „z“ am Ende des Stammworts: Differential/Differenzial, substantiell/substanziell ...
  • Bei anderen Wörtern kann man wählen, wie man sie schreiben möchte: Delfin/Delphin, Jogurt/Joghurt, Majonäse/Mayonnaise, Portmonee/Portemonnaie, Spagetti/Spaghetti, Varietee/Varieté ...

5. Getrennt- und Zusammenschreibung

  • Verb + Verb darf immer getrennt geschrieben werden: lesen üben, lieben lernen, spazieren gehen ...
  • Bei übertragener Bedeutung in Verbindung mit bleiben oder lassen ist jedoch auch die Zusammenschreibung möglich: sitzen bleiben / sitzenbleiben, liegen lassen / liegenlassen; außerdem: kennen lernen / kennenlernen.
  • Die substantivierte Verbindung wird jedoch ausschliesslich zusammengeschrieben: das Spazierengehen, das Kennenlernen ...

6. Verbindungen mit „sein“ werden getrennt geschrieben:

  • ab sein, an sein, dabei sein, fertig sein, zusammen sein ...
  • Für die Substantivierung gilt ausschliesslich die Zusammenschreibung: das Zusammensein ...

7. Verbindungen von Substantiven + Verb werden in der Regel getrennt geschrieben:

  • Angst haben, Rad fahren, Schlange stehen ...
  • Bei verblassten Substantiven hingegen gilt die Zusammenschreibung: eislaufen, preisgeben, stattfinden, teilnehmen ...

8. Adjektiv + Verb werden zumeist getrennt geschrieben:

  • gut sehen, klar denken, langsam laufen ...
  • Getrennt- und Zusammenschreibung ist dann möglich, wenn ein einfaches Adjektiv das Ergebnis eines Vorgangs darstellt: blau färben / blaufärben, gar kochen / garkochen.
  • Ist die Verbindung nur übertragen gemeint, wird ausschließlich zusammengeschrieben: schwarzärgern (= sich sehr ärgern), schwerfallen (= Mühe verursachen).

9. Einzelwort + adjektivisch gebrauchter zweiter Bestandteil:

In diesen Fällen ist sowohl die Getrennt- als auch die Zusammenschreibung möglich:

  • ein selbst gebackener / selbstgebackener Kuchen
  • eine allein erziehende / alleinerziehende Mutter
  • die allgemein bildende / allgemeinbildende Schule
  • ein Rat suchender / ratsuchender Lehrer

10. Groß- und Kleinschreibung

Die alleinige Großschreibung gilt für

  • Substantivierungen, besonders nach Artikel und Präposition: im Allgemeinen, der Einzelne, als Zweiter, das Gleiche, des Weiteren, zum Ersten ...
  • unflektierte Substantive nach Präpositionen: auf Deutsch, in Pink, für Groß und Klein ...
  • Paarformeln: Jung und Alt, Arm und Reich ...
  • Tageszeiten nach „gestern“, „heute“, „morgen“: gestern Abend, heute Früh, morgen Mittag ...
  • Adjektive in Eigennamen: die Dritte Welt, der Zweite Weltkrieg, der Heilige Abend ...
  • das Anredepronomen „Sie“ und das entsprechende Possessivpronomen „Ihr“: Ich würde Sie gerne ins Kino einladen. Ist das grüne Auto dort Ihr Wagen?

Den Schreibstil trainieren

Wie lernt man am besten Fußballspielen? Richtig: Durch Fußballspielen! Einfach aufs Feld und los!

Doch was, wenn gerade kein Feld in der Nähe ist?

Besser schreiben mit diesen Tipps
Wenn Du eine Null im Schreiben bist, hilft auch hier: Training! | Quelle: Pixabay

Fussballprofis trainieren nicht nur auf dem Fussballfeld, sondern machen darüber hinaus viele weitere Übungen, um fit zu werden und fit zu bleiben: Liegestütze, Klimmzüge, Crunches, Joggen...

Genauso ist es mit dem Schreiben: Du verbesserst Deinen Schreibstil am besten, indem Du schreibst.

Keine Sorge, Du musst nicht gleich journalistisch schreiben lernen. Auch Deinen Schreibstil kannst Du mit zusätzlichen Übungen trainieren, ohne zu schreiben.

Wenn Du mal keine Lust zum Schreiben hast, dann sind hier die fünf besten Übungen, um Deinen Schreibstil zu verbessern:

1) Lesen

Lesen ist eine gute Möglichkeit, mal eine Schreibpause zu machen, Deinen eigenen Stil zu hinterfragen und von anderen zu lernen.

Lesen ist wie eine Fortbildung: Du wächst daran und Dein Schreibstil verbessert sich. Es werden immer weniger Bücher gelesen. Ein böser Fehler!

Denn um einen guten Text zu schreiben, brauchst du zwei Arten von Wissen:

  • Generelles Wissen (Wie schreibt man einen guten Text?)
  • Spezielles Wissen (Zum eigentlichen Thema des Textes)

Gute Artikel oder Bücher liefern diese zwei Arten von Wissen auf einmal!

Versuche, beim Lesen auf folgende Dinge zu achten, um Deinen Schreibstil wirklich zu verbessern:

  • Metaphern

Was für Metaphern verwendet der Autor? Wenn Dir eine Methapher besonders gut gefällt, dann merke sie Dir oder notiere sie.

  • Beschreibungen

Wie beschreibt der Autor das Geschehen? Wie schafft er es, dass Du sofort die Szene vor Augen hast?

  • Wortwahl

Welche Wörter wählt der Autor? Welche Wirkung haben sie auf Dich?

  • Sätze

Welche Sätze sind so gut, dass Du sie zweimal liest? Wie sind diese Sätze aufgebaut?

  • Vergleiche

Was für Vergleiche wählt der Autor? Merke Dir passende Vergleiche und schreibe sie auf.

  • Originelle Ideen

Wenn Dir ein neuer Gedanken oder eine originelle Idee kommt, dann merke sie Dir und schreibe sie auf!

2) Zuhören

Es gibt diese Menschen, die ständig auf andere einreden und sich nicht für ihren Gesprächspartner oder ihr Umfeld interessieren.

Genauso schreiben sie auch! Sie reden und reden - ob es den Leser interessiert oder nicht.

Das merkt man dem Text an und so einen Text liest niemand gerne.

Wer wirklich gute Texte schreiben will, muss auch zuhören können!

Dabei sollten Du auf folgende Dinge achten:

  • Was interessiert Deine Leser?

Ein gelungener Text weckt Emotionen. Der Leser fühlt sich angesprochen und denkt bei jedem Satz: "Ja! Genau!“ Um einen solchen Text zu schreiben, solltest Du wissen, was Deine Leser beschäftigt.

  • Was sind die Sorgen Deiner Leser?

Wenn Dich ein Thema besonders beschäftigt, dann bist Du auf der Suche nach möglichst vielen Informationen zu eben diesem Thema. Wenn Du einen Kinderwagen kaufen willst, dann wirst Du alle Kritiken und Artikel zu Kinderwägen lesen wollen. Nicht, weil diese so besonders schön geschrieben sind, sondern weil Die das Thema eben gerade besonders beschäftigt.

Genauso ist es mit dem Schreiben von Artikeln: Wenn Du die Bedürfnisse Deiner Leser kennst, dann wirst Du Deine Texte entsprechend anpassen können.

3) Reden

Es hilft auch sehr, sich besonders gelungene Reden anzuhören.

Große Redner erwecken Emotionen, indem sie ihre Wörter sehr sorgfältig wählen.

Zur Inspiration findest Du viele wirklich großartige Reden auf Ted-Talks, wo verschiedene Sprecher in kurzer Zeit spannende neue Ideen präsentieren.

Versuche auch mal, selbst eine gute Rede zu halten. Eine wichtige Schreibregel ist: "Schreibe, wie Du sprichst". Das macht einen Tee verständlich und interessant für die Leser. Aber dafür solltest du eben auch sprechen können, damit es ein gelungener Text wird.

Du lernst dabei, kurze Sätze zu schreiben, Alltagssprache zu verwenden und die Aufmerksamkeit der Zuhörer oder Leser zu gewinnen und nicht wieder zu verlieren.

Ein letzter guter Tipp: Versuche mal, einen Text zu diktieren! Dann schreibst du wirklich wie du sprichst...

4) Beobachten

Gute Autoren sind gute Beobachter.

Sie beobachten:

  • die Landschaft
  • das Umfeld
  • die Menschen
  • die Gesellschaft
  • Verhaltensweisen

Gute Ideen für die besten Texte findet man im Alltag. Aber man muss sie sehen und erkennen können! Beobachte die Menschen in der Bahn, im Café, auf der Strasse, in den Autos an der Ampel neben Dir. Schlimmstenfalls halten sie Dich für irre, aber was tut man nicht alles für einen guten Schreibstil...

Halte Augen und Ohren offen!

Aus dem Alltag entstehen die besten Geschichten, die Leser am einfachsten nachvollziehen können.

Aus dem ganz normalen Leben heraus können dann folgende Artikel entstehen:

  • „10 Zutaten für ein Leben im Ökodorf“
  • „Was Erwachsene von Kindern lernen können“
  • „Geschäftserfolge in den USA: Erfahrungen deutscher Unternehmer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“

5) Intelligentes Fernsehen

Im Allgemeinen wird das Hirn beim Fernsehen eher wenig beansprucht...

Aber hin und wieder kann es sehr nützlich sein, sich die eine oder andere Serie reinzuziehen.

Warum?

Weil es wunderbare Serien mit tollen Dramaturgien und guten Dialogen gibt!

Wenn Du gut gemachte Serien ansiehst, dann sollte der Texter in Dir immer mitsehen.

In guten Serien, achte besonders auf:

  • Dialoge

Wie sind die Dialoge aufgebaut? Warum wirken sie natürlich, aber nicht banal?

  • Strukturen

Wie ist die Serie aufgebaut? Wie wird die Spannung aufrechterhalten?

  • Sprüche

Gute Filme oder Serien liefern oft legendäre Sprüche! Spiele mit ihnen und setze sie in Deinen Texten ein!

Wenn Dein Schreibstil Dich langweilt

Wenn Du merkst, dass Dein Schreibstil sogar Dich selbst langweilt, ist es an der Zeit, die obigen Methoden anzuwenden!

Übe!

Im Gegensatz zu dem, was Allgemein angenommen wird, brauchst Du nicht unbedingt Talent zum Schreiben. Die Übung macht den Meister! Die Übungen hast du jetzt. Zusätzlich kannst Du Deutsch Nachhilfe online über Superprof buchen. Es gibt Angebote für jedes Alter, wie z.B. Nachhilfe Deutsch 4 Klasse.

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.