Wenn wir Englisch oder irgendeine andere Fremdsprache lernen, macht uns die richtige Schreibung oft am meisten zu schaffen. Dabei übersehen wir oft, dass wir die Rechtschreibung auch in unserer eigenen Muttersprache in den seltensten Fällen perfekt beherrschen.

Natürlich ist die Rechtschreibung eine Sache, die sich Schritt für Schritt aufbaut. Und sie ist nicht damit abgeschlossen, dass wir alle Buchstaben und alle Satzzeichen kennen.

Spätestens nach dem Schulabschluss sollte sie aber sitzen, und zwar perfekt. Ja, sollte. Für viele Berufe braucht Ihr die deutsche Rechtschreibung nämlich – auch solche, bei denen es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, wie zum Beispiel als Arzthelfer/in oder Polizist/in.

Und in der Uni wird lückenlose Rechtschreibfähigkeit sowieso erwartet. Je nach Fach gibt es hohen oder geringen Punktabzug, wenn mehr als ein paar Leichtsinnsfehler vorliegen.

Auch im alltäglichen formellen oder informellen Mail-, Chat- und Briefverkehr ist es schlichtweg peinlich, wenn unsere Nachrichten durch häufige Rechtschreibfehler negativ auffallen.

Kurzum: Die richtige Schreibweise ist lebenswichtig. Schließlich kann Euch die Autokorrektur nicht immer aus der Patsche helfen. Was könnt Ihr also tun, um Eure Rechtschreibkenntnisse zu verbessern? Wie kann man Rechtschreibung lernen? Wir haben die besten Tipps für Euch gesammelt:

Wem das noch nicht genug ist, der findet über Superprof eine große Auswahl an Deutschlehrern, die Face-to-Face Nachhilfeunterricht oder online Nachhilfe Deutsch per Webcam anbieten und Euch helfen können, Euch eine gute Übersicht über die vielen Rechtschreibung Regeln zu verschaffen.

 1. Den Duden zu Rate ziehen

Konsolidiert der Staat seinen Haushalt oder konsollidiert er ihn? Benachrichtige ich meinen Chef im vorraus oder im Voraus?

Wenn Ihr mal nicht weiter wisst, kann das beliebteste deutsche Wörterbuch Euch immer aushelfen. Schuld ist Konrad Duden, der sein „orthographisches Wörterbuch“ erstmals 1880 veröffentlichte.

Der Duden ist tatsächlich ein wahrer Segen. Natürlich hilft er Euch erstmal weiter, wenn Ihr bei einem bestimmten Wort nicht wisst, wie es geschrieben wird. Er kann Euch aber auch bei Vergangenheitsformen oder Redewendungen unterstützen, die Euch unklar sind.

So könnt Ihr Unsicherheiten schnell den Garaus machen (richtig, nicht den „Gar ausmachen“). Von wegen, die Deutschen werden immer schlechter in Rechtschreibung! Oder doch?!

Neben der Buchversion bietet die Webseite außerdem Sprachspiele, die besonders für Fortgeschrittene empfehlenswert sind. Vom Rechtschreib-Quiz über das DDR-Deutsch-Quiz bis hin zum Zitate-Quiz ist alles geboten.

Auch mit Podcasts und Apps könnt Ihr euch weiterbilden und die sozialen Medien laden zum Austausch über Besonderheiten und Unsicherheiten der deutschen Sprache ein.

Der Duden ist das Paradebeispiel, wenn es um die deutsche Rechtschreibung geht
Der Duden hilft bei großen und kleinen Rechtschreibsorgen weiter. | Quelle: Wikicommons

Wichtig ist auch, dass der Wortschatz des Dudens regelmäßig aktualisiert und an die Entwicklungen der Deutschen Sprache angepasst wird. So wurden etwa am 9. August 2017 insgesamt 5.000 Wörter neu in den Duden aufgenommen.

Auch diese, von denen nicht wenige eher „neudeutsch“ sind, wollen richtig geschrieben werden, auch wenn es sich nur um „Tüddelkram“ oder einen dieser unsäglichen „Selfiesticks“ handelt...

Wenn also in Zukunft von „Fake News“, „Low Carb“ oder „Flexitariern“ die Rede ist – nun, dann wisst Ihr wenigstens, wie man diese Worte richtig schreibt und wo Ihr ggfs. die genaue Bedeutung nachschlagen könnt!

Ach ja, der Staat konsolidiert übrigens seinen Haushalt und Ihr benachrichtigt Euren Chef im Voraus.

2. Grundlegende Rechtschreibregeln wiederholen

Wie war das mit der Rechtschreibreform und „ss“ und „ß“ gleich nochmal? Grundregeln bei jeder Unsicherheit nachzuschauen ist – seien wir ehrlich – reine Zeitverschwendung.

Vor allem, weil wir uns oft dabei ertappen müssen, dass wir immer wieder die gleichen Dinge nachschauen.

Beschäftigt euch lieber einmal ausführlich mit (der neuen) Rechtschreibung und Ihr seid für lange Zeit sattelfest.

Da wir schon beim „s“ waren: Das „ß“ steht nur nach langem Vokal oder Diphthong (= Doppelvokal) wie bei draußen, Maß oder reißen. Das doppelte „s“ steht immer nach einem kurzen Vokal wie bei Fass oder messen.

Folglich solltest Du jetzt schon zu Deinem ersten Ergebnis (und auf keinen Fall einem Ergebniss) gelangt sein.

Solche Schreibfallen kannst du sehr gut mit Lückentexten üben.

Auch Deutsch als Fremdsprache Bücher können helfen, die Rechtschreibung zu verbessern.
Es kann durchaus hilfreich sein, Grammatik Bücher durchzugehen und sich die wichtigsten Dinge zu markieren. | Quelle: Pixabay

Der „s“-Fall ist im Übrigen gerade besonders wichtig. Seit Ende Juni 2017 steht fest, dass „ß“ fortan auch groß geschrieben werden darf.

Die Regeln (und ihre Ausnahmen) zu verinnerlichen wird Euch vor so manchem Stolperstein bewahren.

Nehmen wir das Beispiel vom kurzen, betonten Vokal vor einem doppelten Konsonanten.

Wer die Ausnahme nicht kennt, wird viel häufiger in die Falle tappen, ein einsilbiges Wort wie Bus falsch zu schreiben. Auch Wörter, die nur in bestimmten Wortkombinationen vorkommen wie Walnuss oder auch Brombeere gehören in diese Kategorie.

Schaut auch nach schönen und einfach verständliche Zusammenfassungen mit Beispielen und Faustregeln im Netz.

3. Regelmäßig Diktate schreiben

Das klingt erstmal nicht besonders attraktiv, denkt Ihr sicher. Effektiv sind sie aber mit Sicherheit.

Wichtig hierbei ist natürlich, dass Du zur Übung weder welche auswählst, die viel zu einfach, noch welche, die viel zu schwer sind.

Am besten machst Du Dir auch Gedanken darüber, wo speziell Deine Probleme liegen. Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- oder Zusammenschreibung, Kommasetzung, Zeichensetzung etc.

Ansonsten gibt es viele verschiedene Arten von Diktaten. Im Idealfall wechselst Du ab, damit keine Langeweile aufkommt.

Hast Du einen Lernpartner, könnt Ihr ein Partnerdiktat machen, Euch also gegenseitig Texte diktieren.

Oder Du bittest jemanden, einen bestimmten Text nur in Groß- oder Kleinbuchstaben aufzuschreiben. Du musst ihn dann mit richtiger Schreibung nochmal aufschreiben.

Besonders für Grundschüler gibt es viele Ideen. Eine davon sind Laufdiktate.

Dabei legt Ihr den Vorlagetext irgendwo im Zimmer aus, lauft anschließend hin und merkt euch bei jedem Lauf einen Satz. Den schreibt Ihr gleich anschließend auf. Ihr lauft so lange hin und her, bis der ganze Text abgeschrieben ist.

Welche Art Ihr auch immer hernehmt, legt Eure Texte nicht gleich nach der Korrektur weg.

Am besten funktioniert immer noch die alte Methode, ein falsch geschriebenes Wort nochmal mehrmals richtig aufzuschreiben. So verinnerlicht Ihr sie am besten.

Mache Diktate, um die deutsche Rechtschreibung zu üben.
Bei Diktaten kommt es nicht auf die Schnelligkeit an. Es sollte immer Zeit zum Durchlesen sein. | Quelle: Unsplash

4. Online Übungen zur Grammatik machen

Das Tolle ist, dass Du diesen Tipp richtig flexibel verfolgen kannst.

Erst einmal kannst Du Dir so das Lernen ganz nach Deinen eigenen Zeitkapazitäten einteilen.

Du kannst außerdem schnell und einfach an die Probleme herangehen, bei denen es am meisten hakt – und das alles durch eine einfache Internetrecherche online.

Online findest Du auch eine ganze Reihe von Diktaten, Rechtschreibübungen sowie Übungen zur Grammatik, durch die Du Dich durcharbeiten kannst.

Diese Art des Lernens erfordert Disziplin. Es geht leichter, wenn Du Dir realistische Ziele setzt. Eine Möglichkeit ist, sich eine Übung bzw. ein Arbeitsblatt in regelmäßigen Abständen vorzunehmen.

Anstatt immer alleine zu trainieren, kannst Du aber auch einen Lehrer zu Rate ziehen. Das hat auch den Vorteil, dass Dein Training gezwungenermaßen etwas strukturierter ist.

Bei Superprof mit über 1,5 Millionen Privatlehrern hast Du beispielsweise genügend Auswahl.

Lernst Du zusammen mit einem Trainer, kann er gezielt auf Deine Bedürfnisse eingehen. Außerdem sollte er schnell erkennen, mit welchen Mitteln und Methoden Du am schnellsten zum Ziel kommst und Dir hilfreiche Tipps geben.

Räume am besten auf, bevor du dich ans Lernen machst.
Versuche am besten, den Platz rund um den Laptop freizuräumen, bevor du zu arbeiten beginnst. | Quelle: Unsplash

5. Lesen und schreiben

Was erstmal langweilig klingt, kann richtig interessant werden. Literatur an sich ist wahrscheinlich um Einiges vielfältiger als Ihr meint.

Ihr müsst ja nicht mit Thomas Mann anfangen oder journalistisch schreiben lernen. Ihr könnt Euch sogar auch ganz an Sachbücher halten, wenn Euch das lieber ist.

Die Auswahl ist so groß, dass Ihr Euch garantiert bald vor interessanten Erscheinungen nicht mehr retten könnt. Schaut doch mal auf der aktuellen Spiegel-Bestseller-Liste, was Euch interessieren könnte.

Wenn Ihr gar nicht wisst, was Ihr auswählen sollt, lasst Euch Tipps von Freunden geben oder auch in einem Buchladen inspirieren.

Bücher lesen und dabei die Rechtschreibung verbessern.
Bücherlesen kann dir nicht nur für die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten weiterhelfen, es macht auch richtig Spaß. | Quelle: Unsplash

Zugegeben, die Lektüre alleine macht Euch nicht zum Rechtschreib-Wunderkind und nur durch Lesen könnt ihr nicht gleich eure Rechtschreibung verbessern. Es geht mehr um die Beschäftigung mit Sprache, die so vorangetrieben und trainiert wird.

Es kann auch helfen, wenn Ihr beim Lesen eine Liste mit Wörtern anlegt, von denen Ihr vorher nichts wusstet – oder zumindest nicht genau wusstet, wie man sie schreibt.

Sieh es als eine Art „Vokabelliste“. So könntest Du Dich schließlich auch in einer Fremdsprache wie Englisch verbessern.

Du brauchst Nachhilfe in Deutsch? Nichts leichter als das! Superprof bietet dir eine Vielzahl an kompetenten Lehrern in ganz Deutschland um deine auf Dich zugeschnittene Nachhilfe zu finden. Du kannst deine Nachhilfe auch ganz gemütlich von Zuhause aus antreten, da Superprof auch Online-Kurse anbietet (z.B. Deutsch Nachhilfe online).

Letztendlich macht Übung den Meister. Deshalb ist es nicht nur von Vorteil, viel zu lesen, sondern auch viel zu schreiben.

Wollt Ihr das nur für Euch selbst tun, schreibt Tagebuch. Soll euer Gedankenfluss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, könnt Ihr auch einen Blog starten und Eure eigenen Artikel und Texte veröffentlichen.

Und eins ist sicher: Je mehr Ihr Euch mit Sprache beschäftigt, desto mehr Spaß macht es. Und desto weniger Probleme habt Ihr im Umgang damit.

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Deutsch?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Franziska