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Wie konjugiert man Verben im Arabischen?

Von Anna, veröffentlicht am 18/02/2019 Blog > Sprachen > Arabisch > Arabisch mit System: Wie lernt man die arabische Konjugation

Ein arabisches Sprichwort besagt:
„Wer lernt, ohne zu handeln, pflügt, ohne zu säen.“

Glaubt man Experten für Arabische Studien und auch Arabischlehrern, ist es gar nicht so schwierig, Arabisch zu lernen. Vor allem die Zeitenbildung sei einfacher als beispielsweise im Deutschen oder Französischen. Trotzdem kann man nicht gleich mit der Verbkonjugation loslegen, wenn man nicht schon einige Grundkenntnisse im Arabischen hat.

In einem Land wie Frankreich mit seiner historisch engen Verbindung zu arabischsprachigen Ländern ist Arabisch längst die zweitwichtigste Sprache nach dem Französischen. Das kann man von Deutschland zwar nicht behaupten, doch auch hierzulande wird die semitische Sprache immer wichtiger – sei es aufgrund von Handelsbeziehungen, der Flüchtlingshilfe oder einfach als Tourist.

Im Gegensatz zu Frankreich kann man Arabisch in Deutschland allerdings nicht in der Schule lernen (zumindest nicht als normales Schulfach). Stattdessen kann man es in Form von Privatunterricht oder in einem Arabischkurs (zum Beispiel an einer Volkshochschule) lernen oder sogar an einer Universität studieren.

Konjugation im Arabischen – Niveau: Anfänger

Generell wird behauptet, die Verbkonjugation im Arabischen sei eine einfache Arabischübung.

Doch wenn Arabisch nicht die Muttersprache ist, braucht man schon erst einmal Grundkenntnisse in der Sprache des Propheten, bevor man sich Konjugationstabellen widmet.

Man muss logischerweise zunächst Arabisch lesen und schreiben lernen und wie allgemein bekannt ist, weicht das arabische Schriftsystem stark von unserem lateinischen Alphabet ab.

Hast auch Du Lust, Arabisch zu lernen?

Die Verbkonjugation im Arabischen

Im Arabischen ist die Verbkonjugation objektiv betrachtet etwas einfacher als im Deutschen oder zum Beispiel Französischen: In den romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch usw.) muss man verschiedene Verbendungen für verschiedene Verbgruppen verinnerlichen (z. B. Verben auf -er, -re, -ir). Im Arabischen dagegen fügt man dem Stamm, der aus drei Radikalen oder Wurzelkonsonanten besteht, lediglich Vokale hinzu.

Diese Vokale verändern das Wort und definieren es als Verb, Adjektiv, Nomen oder Eigennamen. Außerdem werden Adjektive an das Nomen angeglichen (nach Numerus und Genus), wie das beispielsweise auch im Französischen der Fall ist.

Du willst den Koran lesen? Um den Koran lesen zu können, brauchst Du fundierte Arabischkenntnisse. | Quelle: Visualhunt

Die Verben wiederum werden wie auch im Deutschen nach Person und Numerus angeglichen und in manchen Fällen auch noch nach Genus (letzteres sind wir im Deutschen nicht unbedingt gewohnt).

Schauen wir uns mal das Verb تَكلّم (takallam) an, das „sprechen“ bedeutet. Die drei Radikale sind ك ل م. Hier eine Konjugationstabelle im unvollendeten Aspekt dieses Verbs im Singular:

Person auf Arabisch Personalpronomen
أنا أتكَلَم 1. Person
أنْتِ تتَكَلَمين 2. Person feminin
أنْتَ تتَكَلَم 2. Person maskulin
هِيَ تتَكَلَم 3. Person feminin
هُوَ يتَكَلَم 3. Person maskulin

Was das Arabische etwas einfacher macht, ist, dass man in der Regel das Pronomen weglässt (wie das auch im Spanischen z. B. der Fall ist).

Wie lernt man jetzt also die Verbkonjugation oder allgemein das Arabische, wenn man noch auf dem Anfängerniveau ist? Dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen zufolge sind Sprachkenntnisse ja bekanntlich in die Stufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2 eingeteilt, mit A1 für Anfänger und C2 fast auf Muttersprachlerniveau.

Das Niveau A1 umfasst folgende Sprachfähigkeiten:

  • Umgangssprachliche und alltägliche Ausdrücke sowie sehr einfache Anweisungen verstehen und verwenden
  • Jemand anderen oder sich selbst vorstellen können
  • Personenbezogene Fragen stellen und beantworten können (Herkunft, Wohnort, soziale Kontakte, Familienverhältnisse usw.)
  • In einfachen Sätzen kommunizieren können, wenn das Gegenüber langsam und deutlich spricht

Sich und andere im Präsens vorstellen zu können, ist also die Basis. Darüber hinaus lernt man, Sätze zu verneinen, Fragen im Futur zu beantworten und Arbeitsanweisungen im Imperativ zu verstehen und zu geben.

Die Form, die dem Deutschen Präsens (Gegenwart) entspricht, ist im Arabischen die „unvollendete Form“. Darin werden Verben gebildet, die eine Handlung beschreiben, die noch ausgeführt wird oder gerade erst abgeschlossen wurde (ähnlich wie das „present perfect“ im Englischen).

Lernt man die Verbkonjugation, lernt man, auf den aus drei Radikalen bestehenden Stamm aufzubauen. Dabei handelt es sich um Konsonanten. Diese drei Konsonanten bleiben stets gleich und die Vokale, die man drum herum fügt, machen die Konjugation aus.

Konjugation im Arabischen – Niveau: Fortgeschrittene

Fortgeschrittene Schüler haben vermutlich schon gelernt, dass es im Arabischen – wie im Deutschen – einen Singular (für ein Element) und einen Plural für mehrere Elemente gibt. Doch in der arabischen Sprache findet sich noch eine Sonderheit: Ist von genau zwei Elementen (Personen oder Objekten) die Rede, verwendet man den sogenannten Dual – eine besondere Pluralform, die man in den meisten anderen Sprachen so nicht kennt.

Wie kann ich Arabisch lernen? Arabisch zu lernen, erfordert viel Geduld, bringt aber auch viel Freude. | Quelle: Pexels

Der Dual hängt wiederum vom Fall ab (da kennen wir Deutschen uns schon wieder besser aus): Nominativ, Genitiv oder Akkusativ (der Dativ bleibt den Arabern erspart).

Und nochmal kurz zur Wiederholung des Aspekts (den die Araber anstatt der Zeitformen Präsens und Perfekt/Imperfekt verwenden):

  • Eine Handlung, die noch geschieht, wird im „unvollendeten Aspekt“ konjugiert und entspricht in etwa der Gegenwart im Deutschen.
  • Der „vollendete Aspekt“ beschreibt eine Handlung in der Vergangenheit, die klar abgeschlossen ist und entspricht somit den Vergangenheitsformen im Deutschen.

Bevor man sich in die Wortschatzerweiterung stürzt, die arabisch-islamische Kultur und Geschichte weiter entdeckt oder gar versucht, dialektale Ausprägungen der arabischen Sprache zu lernen (wie das Marokkanisch-Arabisch, Tunesisch-Arabisch oder Syrisch-Arabisch), muss man alle Themengebiete der Anfängerkurse Arabisch perfekt beherrschen.

Diese Themen sollten einwandfrei sitzen, bevor man als Fortgeschrittener weiter Arabisch lernen kann:

  • Der Imperativ und die Verneinung
  • Die Formen des Futurs im Arabischen
  • Die Position der Vokale um die Wurzelkonsonanten (Radikale)
  • Die unregelmäßigen Verben

Je weiter man im Arabischunterricht fortschreitet, desto mehr wird man auch über Verbalphrasen und Verbkonjugationen lernen.

Im Arabischen gibt es 14 Formen des Verbs, von denen neun häufig verwendet werden. Es handelt sich dabei um abgeleitete Formen der Grundform, die auf drei Radikalen (Wurzelkonsonanten) basiert. Diese meist drei Wurzelkonsonanten werden durch Vokale vorne, hinten oder dazwischen erweitert und bilden so ihre verschiedenen konjugierten Formen aus.

In Konjugationstabellen Arabisch ändert sich der Vokal des zweiten Radikals in den vom Grundverb abgeleiteten Formen nie. Deshalb wird diese abgeleitete Form in der gesprochenen Sprache am häufigsten verwendet. Denn man muss sich nicht fragen, welcher Vokal in der unvollendeten verwendet wird oder in der Form des Masdar.

Masdar, was ist nun das schon wieder?

Masdar“ ist der arabische Name für ein Verbalsubstantiv. Dieses beschreibt die Handlung als Nomen, also wie bei uns substantivierte Verben. Im Arabischen hat jedes Verb ein oder mehrere solcher Masdars.

Damit die Verbkonjugation richtig verstanden wird, muss man natürlich auch auf eine korrekte und deutliche Aussprache im Arabischen achten. Danach kann man sich den verschiedenen Modi wie Aktiv und Passiv sowie Indikativ vs. Konjunktiv oder Apokopat widmen.

Willst Du in ein rabischsprachiges Land reisen? Wenn Du eine Reise in ein arabischsprachiges Land planst, sind Arabischkenntnisse von großem Vorteil. | Quelle: Pixabay

 

Konjugation im Arabischen – Privatunterricht

380: So viele Privatlehrer/-innen bieten auf Superprof Deutschland Arabisch an.

Ein privater Arabischlehrer kann natürlich bei all den Grammatikthemen helfen, die Du noch nicht ganz verstanden hast, kann mit Dir das Alphabet üben und wenn Du etwas fortgeschritten bist, Konversationen führen. Sehr hilfreich ist auch die Unterscheidung von Hocharabisch und gesprochenem Arabisch, die sehr bedeutend ist.

Arabisch ist außerdem eine Sprache, die in Deutschland fast ausschließlich von Muttersprachlern unterrichtet wird. So bekommst Du sicher die perfekte Aussprache mit! Außerdem kannst Du Dir überlegen, welche dialektale Form Du zusätzlich zum Hocharabischen lernen möchtest und Deine(n) Lehrer(in) entsprechend auswählen. Vielleicht planst Du ja eine Reise nach Ägypten, Algerien, Tunesien oder Marokko?

Privatunterricht in Arabisch zu nehmen, ist wie ein auf deine Bedürfnisse zugeschnittenes All-Inclusive-Paket: Der Lehrer passt sich Deinen ganz persönlichen Zielen an!

Im Privatunterricht (bei Dir zu Hause oder über Skype) wird Dir auch nochmal genau erklärt, dass die Verben im Arabischen nach dem Ablauf der Handlung konjugiert werden und nicht klassisch in verschiedenen Zeiten wie z. B. im Deutschen. Im Arabischen spricht man deshalb eher von verschiedenen Aspekten und Modi, nicht von „Zeiten“ an sich.

Welche Vokale man den Wurzelkonsonanten hinzufügt, hängt dabei vom gewählten Modus und Aspekt ab: unvollendeter Aspekt im Konjunktiv? Oder doch Futur im Passiv?

Je nach Niveau des Schülers/der Schülerin kann man den Lehrer/die Lehrerin auch bitten, eine Verbtabelle mit den wichtigsten und unregelmäßigen Verben zusammenzustellen. Oder vielleicht hat der Lehrer schon ein bestimmtes Buch, mit dem er arbeitet, dann gibt es dazu sicherlich ein Kapitel oder Verbtabellen im Anhang.

Du kannst Deine Lehrerin auch bitten, Diktate mit Dir zu machen, sodass du Arabisch schreiben übst und Dein Hörverstehen sowie Deine Grammatikfähigkeiten verbesserst.

Dabei ist es natürlich auch wichtig, dass Du von einer Woche zur nächsten eventuelle Hausaufgaben machst und noch einmal wiederholst, was ihr in der letzten Stunde besprochen habt. So bist Du top vorbereitet und entwickelst Dich kontinuierlich weiter. Außerdem weitet regelmäßige Wiederholung die Nervenbahnen im Gehirn aus – so lernt man effektiv. Schonmal was von Hermann Ebbinghaus gehört?

Vielleicht kann Dir der Arabischlehrer auch mit verschiedenen Mnemotechniken helfen. Wörter mit Bildern zu verknüpfen, kann beispielsweise sehr hilfreich sein. Hierfür kannst Du auch Vokabellernapps wie Quizlet verwenden. Auch kleine Merksprüche sind sinnvoll. Ich sag nur: „He, she, it – das ‚s’ muss mit!“

Außerdem kannst Du zwischen den verschiedenen Unterrichtseinheiten auch Arabische Lernspiele spielen, Dich in Foren und Communitys austauschen oder arabische Kinderlieder hören … Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Alltag zwischendurch mit einer Fremdsprache zu beschäftigen!

Wie konjugiere ich Verben auf Arabisch? Ein gutes Verständnis der deutschen Grammatik wird Dir auch im Arabischen helfen. | Quelle: Pixabay

Definitionen „Arabisch“ und „Konjugation“

Hier unser Miniglossar zu den wichtigsten Schlüsselwörtern in diesem Artikel. So sind wir uns einig, worüber wir eigentlich sprechen …

Was ist eigentlich „die arabische Sprache“?

Arabisch ist eine semitische, afroasiatische Sprache, deren Sprecherzahl (Muttersprachler) weltweit auf etwa 250 Mio. geschätzt wird. Hinzu kommen zahlreiche Personen, die Arabisch als Zweit- oder Fremdsprache gelernt haben. Arabischsprecher leben natürlich in arabischsprachigen Ländern, aber auch auf der ganzen Welt verteilt.

Arabisch kommt ursprünglich von der Arabischen Halbinsel und wurde im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zur heiligen Sprache des Korans und damit auch zur wichtigen Kultursprache. Heutzutage ist Arabisch eine Sprache mit internationaler Bedeutung: Sie ist die am viertmeisten genutzte Sprache auf der Welt und ist in 28 Ländern der arabischen Welt offizielle Sprache.

Was versteht man unter „Konjugation“?

In Sprachen mit fusionalem Sprachbau variieren die Verbformen bzw. sie werden anhand bestimmter Faktoren angepasst. Diesen Vorgang nennt man Konjugation, das Ergebnis das konjugierte Verb.

Konjugiert wird in der Regel nach Zeitform, aber auch Modus, Aspekt, Aktiv/Passiv, Numerus und in manchen Sprachen auch nach Genus.

Nicht zu verwechseln sind die Begriffe Konjugation und Deklination. Konjugation bezieht sich ausschließlich auf Verben, Deklination betrifft unter anderem Nomen und Adjektive (die z. B. im Deutschen nach den vier Fällen dekliniert werden).

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