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Was muss ich über die Grammatik und Verbkonjugation im Arabischen wissen?

Von Anna, veröffentlicht am 18/02/2019 Blog > Sprachen > Arabisch > Alles, was Du über die Grammatik im Arabischen wissen musst

Das Leben ist wie ein Verb. Entsprechend kann man es sich nach seinen Bedürfnissen konjugieren. – Francis Blanche (1921-1974)

Die Deutschen lernen im Allgemeinen ganz gerne Fremdsprachen. Neben Englisch widmen sich einige noch Französisch, Spanisch oder Italienisch. Doch wie sieht es mit exotischeren Sprachen aus? Hast Du Lust, Chinesisch zu lernen? Oder vielleicht Arabisch?

Eigentlich bilden wir Deutschen uns ein, recht gut die häufigste erste Fremdsprache, Englisch, zu sprechen. Doch eine Studie zeigt, dass wir im weltweiten Vergleich nur auf Rang 14 liegen (und da sind natürlich viele weniger stark entwickelte Länder mit eingeschlossen).

Das sollte Dich trotzdem nicht davon abhalten, weitere Fremdsprachen zu lernen, wenn Dir der Sinn danach steht – im Gegenteil!

In diesem Artikel beleuchten wir die arabische Grammatik und insbesondere die Verbkonjugation im Arabischen.

Welche Zeiten gibt es im Arabischen?

In den romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch etc.) und auch in den germanischen Sprachen (z. B. Deutsch und Englisch) kennt man verschiedene Zeitformen, Modi und Aspekte der Verben. (Schlagwörter sind: Präsens, Perfekt, Imperfekt, Futur, aber auch Indikativ vs. Konjuktiv, Aktiv vs. Passiv und einfache Form vs. Verlaufsform sowie Partizipien).

Im Arabischen verwendet man zur Zeitenbildung hauptsächlich zwei verschiedene Aspekte: die „vollendete“ und die „unvollendete“ Form.

Um Verben konjugieren zu können, muss man aber bekanntermaßen auch die Person beachten. Während wir „nur“ drei Personen im Singular und drei im Plural kennen, gibt im Arabischen noch einen Dual, der sich auf genau zwei Elemente oder Personen bezieht. Außerdem werden Verben im Arabischen teilweise auch nach Genus (also dem Geschlecht) konjugiert (bei uns hingegen ist die Verbform für „er, sie, es“ ja jeweils gleich).

Übrigens: Wenn man von Arabischunterricht im Ausland spricht, handelt es sich meist um das Hocharabische Ägyptens, das sogenannte Moderne Hocharabisch. Dem gegenüber stehen die vielen verschiedenen dialektalen Ausprägungen und Varietäten – die Formen von Arabisch also, die man in Tunesien, Syrien, Marokko, Algerien usw. auf der Straße hört.

Was muss ich beim gesprochenen Arabisch beachten? Achtung: Das gesprochene Arabisch weicht stark vom modernen Hocharabisch ab. | Quelle: Pixabay

Die Vollendete Form

Nun also zur vollendeten Form. Sie wird verwendet, wenn man eine Handlung beschreibt, die bereits deutlich abgeschlossen ist. Damit entspricht der Aspekt unseren Zeitformen der Vergangenheit (v. a. Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt).

Es gibt also keine Zeiten an sich, sondern es wird immer überlegt, ob die Handlung schon abgeschlossen (vollendet) ist oder eben nicht.

Übrigens: Die Form des Verbs in der 3. Person männlich, vollendete Form dient gleichzeitig als Grundform des Verbs, also Infinitiv. (Z. B. „Er hat geschrieben“ > kataba).

Hier die arabischen Personalpronomen:

  • Ich: ana (أنا)
  • Du (maskulin): enta (أنت)
  • Du (feminin): entia (أنت)
  • Er: houa (هو)
  • Sie: hia (هي)
  • Wir: nahnou (نحن)
  • Ihr: ntoma (ينتما)
  • Sie: homa (هم)

Bei der Verbkonjugation in der vollendeten Form muss man beachten, dass Verben im Arabischen auf einem Stamm, der aus drei (weniger häufig vier) Wurzelkonsonanten besteht, beruhen. Diese drei Konsonanten findet man in allen Wörtern eines jeden Wortfeldes vor. Die Vokale drum herum bestimmen, wie das Verb konjugiert ist oder was das Nomen genau bedeutet.


Eine grundlegende Regel: Der Infinitiv eines Verbs ist immer das konjugierte Verb in der 3. Person Singular maskulin.


Um also eine abgeschlossene Handlung auszudrücken, fügt man bestimmte Präfixe, Suffixe oder Zwischenvokale zu den Radikalen (Wurzelkonsonanten) hinzu. Dabei richtet man sich nach Numerus und Genus.

Der Infinitiv des Verbs „sein“ beispielsweise ist kana – كـان – „Er ist gewesen“.

„Schreiben“ heißt kataba (= „Er hat geschrieben“). Die drei Wurzelkonsonanten sind hier k, t und b. Um die Verlaufsform in der Vergangenheit auszudrücken (wie im Englischen „He was writing“), sagt man „er ist gewesen“ + die Vergangenheitsform des Verbs „schreiben“: kana yaktoub.

Der unvollendete Aspekt im Arabischen

Mit dem unvollendeten Aspekt beschreibt man Handlungen, die noch nicht abgeschlossen sind oder gerade erst abgeschlossen wurden (ähnlich wie das present perfect im Englischen).

In diesem Aspekt gibt es wiederum zwei Modi: den Indikativ und den Konjunktiv. Je nach Numerus und Genus hängt man an die Wurzelkonsonanten ein Präfix oder Suffix (oder eine Zwischensilbe) und konjugiert so das Verb.

Im Indikativ entspricht die unvollendete Form in etwas unserem Präsens (Gegenwart). Hier die Konjugation anhand des Verbs „trinken“ (charriba):

  • Ich trinke: achrrabou
  • Du trinkst (feminin), sie trinkt: tachrrabou
  • Wir trinken: nachrrabou

Welche Zukunftsformen gibt es im Arabischen? Das Arabische kennt zwei Zukunftsformen: eine für die nähere und eine für die weiter entfernte Zukunft. | Quelle: Pixabay

Wie in allen semitischen Sprachen gibt es auch im Arabischen eine zusätzliche Futurform (Zukunftsform). Man setzt vor die unvollendete Form des Verbs das Präfix sa (سَ) oder den Partikel sawfa (سَوْفَ) und erhält so: „Er wird schreiben“. Ersteres bezieht sich auf eine nähere Zukunft, letzteres auf eine weiter entfernte:

  • Sayaktubu: سَيَكْتُ
  • Sawfa yaktubu: سَوْفَ يَكْتُبُ

Ein weiterer Modus, der in der arabischen Sprache wie bei uns und in vielen anderen Sprachen Verwendung findet, ist der Imperativ – die Befehlsform. Diesen gibt es nur in der 2. Person (Singular, Dual, Plural).

Die Verwendung ist wie im Deutschen: Den Imperativ nutzt man für eine Aufforderung oder einen Befehl. „Uktub!“ entspricht „Schreib!“.

Welche arabischen Verben sollte man unbedingt kennen?

Nun wissen wir also in der Theorie, wie man Verben in den verschiedenen Zeiten und Modi konjugiert. Widmen wir uns nun dem Wortschatz, dem Arabischvokabular.

Vokabellerntechniken gibt es vermutlich so viele wie Gehirne auf dieser Welt, aber generell gibt es drei Arten von Lerntypen: visuelles Lernen, auditives Lernen und bewegungsorientiertes Lernen.

Kurz gesagt: Manche brauchen zur Vokabel ein Bild, manche merken sie sich am besten, wenn sie sie vorgelesen bekommen und manche müssen das Wort mit einer bestimmten Bewegung verknüpfen.

Für arabische Verben empfehlen wir Dir, diese zunächst einmal aufzuschreiben (wenn Dir das hilft, auf Karteikarten). Schreibe dabei das Wort auf Arabisch, in der Lautschrift (also wie Du es aussprichst in lateinischen Buchstaben) und mit der deutschen Übersetzung.

Hilfreich ist es auch, die Verben in einer konjugierten Form in einen kleinen, einfachen Satz einzubauen. So lernst Du sie gleich im richtigen Kontext und kannst sie Dir besser einprägen.

Hier einige der wichtigsten arabischen Verben, die oft im Alltag verwendet werden:

  • kaufen: ichtara, اشترى
  • lieben: ahaba, أحبّ
  • bekanntmachen: a’rlana, أعلن
  • enden: tawaqfa, توقّف
  • erscheinen, teilnehmen: hadara, حضر
  • helfen: sa’rada, ساعد
  • gehen: zahaba, ذهب
  • lernen: ta’ralama, تعلم
  • ankommen, erreichen: wasala, وصل
  • warten: intazara, انتظر
  • trinken: chariba, شرب
  • brechen, kaputt machen: kasara, كسر
  • verstehen: fahima, فهم
  • suchen: ba’rasa, بحث
  • glauben, denken: i’rtaqada, اعتقد
  • brennen: haraqa, حرق
  • ändern: ghayara, غير
  • beginnen: bada’a, بدأ
  • kennen: ‘rarafa, عرف
  • kochen: tabra, طبخ

Schreibe immer wieder neue Sätze, in denen Du die Verben in verschiedenen Personen und Modi verwendest, sodass Du sie bald selbst flexibel und konjugiert einsetzen kannst. Achte auch darauf, jede einzelne Silbe auszusprechen, sodass es zu keinen Verwechslungen kommt.

Wie kann ich noch schneller Arabisch lernen? Ein Auslandsaufenthalt ist natürlich immer noch der beste Sprachunterricht. | Quelle: Pixabay

Natürlich wird es eine Weile dauern, bis die Aussprache perfekt ist und man wirklich fließend Arabisch spricht. Aber mit den grundlegenden Verben kommt man schonmal etwas voran in arabischsprachigen Ländern.

Zahlreiche Videos auf YouTube können Dir außerdem dabei helfen, Deine Aussprache zu verbessern und ganz bestimmte Grammatikthemen zu wiederholen und zu üben.

Mit diesen Arabischübungen verbesserst Du Deine Sprachkenntnisse

Die Quelle Nummer 1 für Arabischübungen und -erklärungen ist natürlich das Internet. Aber auch Büchereien und Bibliotheken sollten nicht vernachlässigt werden. Du hast keinen Mitgliederausweis? Kein Problem! In der Regel kann man Bibliotheken vor Ort kostenlos nutzen. Das sorgt für den nötigen Tapetenwechsel zum konzentrierten Lernen und so kannst Du auch ein Wörterbuch Arabisch-Deutsch physisch anfassen und darin nach Lust und Laune blättern.

Es ist außerdem bewiesen, dass es schon hilft, wenn man 5-10 Wörter (mit ihrer Übersetzung) am Tag einfach nur liest, ohne sie sich auf Teufel komm raus einprägen zu wollen. Irgendetwas bleibt immer hängen!

Natürlich kannst Du auch einen dezidierten Arabischkurs online machen. Wir stellen Dir hier kurz zwei verschiedene Anbieter vor – einen zum Arabisch lernen online kostenlos und einen der etwas professioneller wirkt, dafür aber auch Geld kostet.

Beginnen wir mit letzterem: Arabiya.de.

Hier findest Du verschiedene Kurstypen zum Arabisch lernen. Da wäre zunächst einmal der Einsteigerkurs „Erste Schritte“ zum Reinschnuppern. Dieser ist kostenlos und besteht aus einer verkürzten Version der ersten drei Lektionen aus dem „Kompletten Arabischkurs“.

Schritt für Schritt wird man durch die Kapitel „Willkommen in der arabischen Welt“, „Unsere arabischen Freunde“ und „Willkommen in unserem Haus“ geführt. Es finden sich verschiedene Übungen zum arabischen Alphabet, der Grammatik und dem Wortschatz (z. B. Zahlen) sowie Infos zur arabischen Geschichte und Kultur.

Wenn Du diese Kapitel durchgearbeitet hast und den Eindruck hast, Arabisch könnte Dir Spaß machen, und Du willst Dich konkreter dieser Sprache widmen, kannst Du ein Paket buchen, um den „Kompletten Arabischkurs“ zu machen.

Dieser führt bei erfolgreichem Abschluss zum Sprachniveau A1/A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Die Kursdauer entspricht etwa 200 Unterrichtsstunden und die Kurssprache ist Deutsch. Ein Online-Zugang für 12 Monate kostet 79 €.

Du hast aber eigentlich schon Grundkenntnisse im Arabischen und willst nicht für einen kompletten Kurs bezahlen, von dem Du dann nur die Hälfte brauchst? Dann gibt es auch die Möglichkeit, direkt im Fortgeschrittenen-Niveau einzusteigen. Dieser Kurs findet allerdings in englischer Sprache statt!

Man kann als Einstieg 8 fortgeschrittene Kapitel des Komplettkurses machen (nur in arabischer Schrift) und dann mit dem eigentlichen Fortgeschrittenenprogramm beginnen. Dort finden sich umfassende Lesetexte mit Verständnisfragen, sowie Grammatik- und Schreibübungen. Der Zugang für 12 Monate kostet 59 £, also ca. 67 €.

Neugierig auf Arbabisch? Na, schon Lust, Arabisch zu lernen? | Quelle: Pixabay

Eine kostenlose Alternative ist 50Languages.

Die Seite wirkt von der Aufmachung her nicht so professionell, aber es werden 100 nach Themen gegliederte Lektionen geboten. Verfügbar sind diese online sowie in Form einer App für Android oder Apple. Laut eigenen Angaben werden die mp3-Dateien von Arabischmuttersprachlern eingesprochen.

Wir haben mal einen Blick hinein geworfen und der komplette Kurs scheint auf Audios und Videos zu basieren. Wenn man allerdings gerne mit „Papier“ und echten Unterlagen arbeitet, kann man sich auch das Handbuch dazu bestellen (z. B. auf Amazon).

Keine Ahnung, wie gut der Kurs wirklich ist, aber man kann es ja mal ausprobieren – kost ja nix!

Arabisch lernen als Privatunterricht

Es ist kein Geheimnis, dass sich Sprachen in der Regel leichter mit einer Lehrperson lernen lassen. Diese kann unklare Themen besser oder nochmal erklären, hat in der Regel eine perfekt Aussprache und gibt einem die nötige Motivation, auch wirklich am Ball zu bleiben und regelmäßig Zeit fürs Üben zu investieren.

So gelangt man meist schneller auf ein höheres Niveau als als Autodidakt. Aber natürlich hat das auch seinen Preis …

Und wo kann man überhaupt Arabisch lernen? Da gibt es mehrere Lösungen: Als Einstieg eignet sich beispielsweise ein Kurs an einer Volkshochschule (VHS). Wenn Du schon Vorkenntnisse hast und Dir Arabisch wirklich sehr viel Spaß macht und Du sogar beruflich damit arbeiten willst, kannst Du es auch an einer Universität studieren. Dort finden sich teilweise aber auch kleinere Sprachkurse für Nicht-Studenten.

Und dann gibt es natürlich noch Sprachschulen sowie Privatunterricht (z. B. mit einem Lehrer von Superprof).

Egal welche Form Du wählst, am Anfang wirst Du erst einmal das Alphabet lernen müssen. Und Achtung: Wie Du sicher schon weißt, liest man im Arabischen von rechts nach links – auch daran muss man sich erst gewöhnen.

Wenn Du schon etwas fortgeschritten bist, A2 oder sogar B1, wird folgendes erwartet:

  • Imperativ und Verneinung
  • Die Formen des Futurs richtig anwenden
  • Richtige Konjugation und Wortbildung durch Vokalisierung an der richtigen Stelle im Wort
  • Unregelmäßige Verben

Ist es schwierig, Arabisch zu lernen? Wie Du auch Arabisch lernst, eine gewisse Leidenschaft und Geduld solltest Du mitbringen. | Quelle: Pexels

Wenn Du schnell vorankommen willst und sichergehen willst, dass Du am Ball bleibst, ist ein(e) Privatlehrer(in) sicherlich die beste Lösung. Denn so wird der Unterricht ganz genau auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten.

Du verstehst ein bestimmtes Thema immer noch nicht oder tust Dir mit der Aussprache schwer? Kein Problem, denn ein Privatlehrer kann sich nur auf Dich konzentrieren und weiß, wo er ansetzen muss.

Auf Superprof kannst Du zwischen 380 qualifizierten Privatlehrer/-innen für Arabisch wählen. Ob „Face-to-Face“ oder über Skype – die richtige Lehrkraft ist sicher für Dich dabei!

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