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Was hat uns die arabische Welt zu bieten?

Von Anna, veröffentlicht am 16/01/2019 Blog > Sprachen > Arabisch > Die arabische Kultur verstehen: Ein Guide

Was gibt es Schöneres, als das Andere in der Gegenseitigkeit zu entdecken? Roland Poupon

Unsere Idee von der arabischen Kultur besteht oft aus oberflächlichem Wissen, einigen wenigen Urlaubserinnerungen oder einfach nur Vorurteilen. Doch die arabischen Länder haben dank ihrer starken Identitäten auf vielen verschiedenen Ebenen (Grammatik, Religion, Tourismus usw.) viele kulturelle Schätze zu bieten.

Um diese zu erkunden, könnte man fast geneigt sein, Arabisch zu lernen – eine Sprache, die selbst voller Kultur ist.

Und die Sprachkenntnisse kann man auch gut beim Reisen gebrauchen. Umfragen zeigen, dass Orte in der arabischen Welt immer beliebter werden, was Fernreisen angeht. Besonders Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate ziehen die Deutschen besonders an.

Welche Wörter arabischer Herkunft finden sich im Deutschen?

Man ist sich dessen vielleicht nicht immer bewusst, aber die arabische Sprache hat auf vielen Seiten Eingang in unsere Wörterbücher gefunden. Wir verwenden viele Wörter, die ursprünglich aus dem Arabischen stammen, ohne dies zu wissen.

Aufgrund der starken Expansion der islamischen Zivilisation im 7. Jahrhundert hat sich die arabische Sprache auf der ganzen Welt verbreitet. Nach und nach haben sich Grammatik, Wortschatz und dialektale Varietäten herausgebildet und zu dem geführt, was wir heute kennen: eine starke und geschichtsträchtige Sprache.

Das Arabische dominierte den Okzident bis ins 13. Jahrhundert in vielen Bereichen, doch es sind vor allem Kolonisierung, Migrationsströme und Literatur, die ihre Spuren in den westlichen Sprachen hinterlassen.

Begriffe, die wir tagtäglich verwenden, wie Kaffee, Zucker, Orange oder auch Karaffe, Gitarre oder Ziffer, stammen ursprünglich aus dem Arabischen. In allen Bereichen des Lebens, von Musik über Mode bis hin zur Mathematik, lassen sich arabische Wörter finden. Entdecke hier noch weitere aus dem Arabischen entlehnte Wörter.

Besonders in der Mathematik ist das Arabische enorm wichtig, denn wie wir alle wissen, rechnen wir heutzutage ausschließlich mit arabischen Ziffern.

Doch auch andere kulturelle Aspekte beeinflussen unser Leben, zum Beispiel die Kunst der Tattoos.

Orientalische Gewürze prägen inzwischen auch unsere Küche. Von Orange bis Kardamom – die arabische Küche prägt auch unsere Sprache. | Quelle: Visualhunt

Ein arabisches Tattoo: Soll ich es wagen?

Tattoos sind nicht nur ein Trend, sondern haben auch symbolischen Charakter, dienen als Kriegsbemalung oder als ein Ausdrucksmittel für immer mehr Deutsche und Menschen auf der ganzen Welt.

Die arabische Tätowierung hat ursprünglich eine kulturelle Bedeutung: Vor über 3.000 Jahren wurde sie verwendet, um den Übergang der Jugendjahre ins Erwachsenenalter zu markieren. Ein Symbol, das die Herkunft und Gemeinschaft einer Person repräsentierte.

Es ist nicht nur ein schöner Körperschmuck, sondern verkörpert einen entscheidenden Teil des Lebens einer Person, und das auch noch heute.

Ob man sich an der Hüfte, am Arm oder am Schulterblatt tätowieren lässt – ein Tattoo ist etwas, das man immer bei sich trägt und das einen definiert. Von der arabischen Kultur inspiriert, hat diese Kunstform zur Anerkennung eines ganzen Lebensbereichs, einer Sprache und einer ganz besonderen Gemeinschaft beigetragen.

Doch welche arabischen Motive sind am beliebtesten? Wenn man die arabische Sprache verwendet, bewegt man sich immer auch in einem bestimmten kulturellen Bereich. So sind manche Motive häufiger als andere. Ganz vorne mit dabei im Westen sind inspirierende Sprüche, Gebete oder Geburtsdaten.

Der Grund für die Beliebtheit arabischer Tattoos ist einfach: Abgesehen von der Bedeutung (dem Inhalt) wird die Ästhetik und Kalligraphie der arabischen Schrift wertgeschätzt. Und so kommt es, dass Stars wie Selena Gomez, Angelina Jolie oder auch Zlatan Ibrahimovic sich gerne mit arabischen Übersetzungen von Sprichwörtern schmücken.

Arabische Tätowierungen haben zwar eine hohe Symbolkraft, sind aber doch nicht so beeindruckend wie die Denkmäler der arabischen Welt, die Jahrhunderte, sogar Jahrtausende überdauert haben. Vom Maghreb bis in den Nahen Osten – es gibt viele magische Orte und Monumente zu entdecken.

Die 10 schönsten Denkmäler der arabischen Welt

Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Die arabische Kultur hat nicht nur eine faszinierende Sprache mit arabischen Wörtern, dem arabischen Alphabet, der arabischen Tastatur und der arabischen Grammatik zu bieten – sie ist auch ein lebendiges Beispiel für die Weltgeschichte!

Das sieht man an den zahlreichen Monumenten und Denkmälern der arabischen Welt, die der Geschichte von Ländern im Maghreb und dem Nahen Osten ihren Sinn verleihen. Und natürlich auch an neueren Gebäuden zur arabischen Kultur, wie dem „Institut du monde arabe“ in der Näher der Sorbonne-Universität in Paris.

Lust auf eine Reise in die arabische Welt? Auch die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul ist einen Besuch allemal wert. | Quelle: Pixabay

Das „Institut der arabischen Welt“ zählt zu den schönsten Gebäuden der arabischen Welt, auch wenn es sich in Europa, in Paris befindet. So wird die arabische Kultur auch Europäern leichter zugänglich gemacht. Keine Zeit und kein Geld, nach Beirut oder Mekka zu reisen? Dann eben „nur“ nach Paris! Ein Museum voller Kunst und Kultur, von traditionell bis modern – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Wir sprechen zwar hier von der „arabischen Welt“ als eine Einheit, aber es versteht sich von selbst, dass jede Zeit und jede Region ihre ganz eigene Identität hatte und hat. Und genau diese macht die verschiedenen Orte und Sehenswürdigkeiten auch so interessant für Touristen.

So haben beispielsweise die ägyptischen Pyramiden oder das Ägyptische Museum in Kairo eine große Anziehungskraft. Und auch geschichtsträchtige Orte wie Petra (Jordanien), Isfahan (Iran) oder Tyros (Libanon) verfehlen ihre Wirkung nicht. Die arabische Welt hat zahlreiche Kleinode zu bieten!

Doch auch die Vereinigten Arabischen Emirate sind nicht zu verachten, was beeindruckende Bauten angeht. So ist die Scheich-Zayid-Moschee ein wahres Schmuckstück und außerdem die größte Moschee in den Emiraten. Die riesigen Marmorstrukturen, Kronleuchter und Minarette sind wirklich beeindruckend, auch wenn man nicht dem muslimischen Glauben angehört.

Und wenn wir schon von Moscheen sprechen, muss natürlich auch die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul (Türkei) erwähnt werden! Sie besticht durch den Einsatz blau-weißer Keramikfliesen, die ihr ein ganz besonderes Aussehen verleihen und den Spitznamen „blaue Moschee“ beschert haben. Wunderschöne islamische Kunst!

Zurück in die Natur und zu atemberaubenden Landschaften: Sprechen wir über die Alhambra. Die Stadtburg nahe Grenada in Andalusien (Spanien) ist ein schützenswertes Andenken an die Zeit der Mauren in Spanien und ist somit berechtigterweise Teil des Welterbes der UNESCO. Die Anlage besticht durch ihr besonderes Aussehen mit den roten Mauern, denen die Alhambra übrigens ihren Namen verdankt (Alhambra bedeutet „die Rote“ auf Arabisch). Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Reisen wir weiter Richtung Nordafrika, in den Maghreb. Genauer: nach Marokko. Als erstes denkt man natürlich an Marrakesch und die berühmte Altstadt (Medina) mit ihren Basaren, Souks und verwinkelten Gässchen. Wir alle sehen die Bilder vor uns, die so unverwechselbar für die arabische Welt stehen.

Mit ihren intensiven Farben, Gerüchen und Geschmacksnoten bringt die Altstadt von Marrakesch eine Touristenattraktion und somit ein internationales Flair nach Nordafrika. Passend zum Motto „zwischen Tradition und Moderne“. Na, Lust bekommen? Nach Marokko muss man auf jeden Fall einmal gereist sein in seinem Leben!

Und welche Städte in der arabischen Welt kommen noch infrage? Hier unsere Tipps!

Welche sind die schönsten Städte in der arabischen Welt?

Um Arabisch zu lernen, ist ein Arabischkurs schön und gut, aber am Ende geht nichts über einen (Sprach-) Aufenthalt in einem arabischen Land!

Es gibt natürlich zahlreiche Städte und Orte, die man dafür besuchen kann, und alle aufzuzählen, wäre eine unmögliche Aufgabe. Dennoch gibt es ein paar, die dabei herausstechen. Und das sind auch Städte, in denen es sich insgesamt gut leben lässt …

Lust auf Arabisch lernen und Meer? Besonders die arabischen Küstenstädte versprühen einen besonderen Reiz. | Quelle: Pixabay

Natürlich lässt sich auch in Abu Dhabi zum Beispiel sehr gut Arabisch lernen, zumal viele Personen dort auch fließend Englisch sprechen. Und viel zu entdecken gibt es dort auch. Es handelt sich dabei um die drittgrößte Stadt des Landes (VAE), was sie auch zu einem politischen und industriellen Zentrum macht. Seinen Aufschwung erfuhr Abu Dhabi vor allem im 20. Jahrhundert. Es handelt sich also um eine recht junge Stadt, was man auch an den modernen Gebäuden erkennen kann.

Da gibt es andere Städte in der arabischen Welt, die deutlich älter sind. So zum Beispiel Beirut (Libanon) oder auch Amman (Jordanien). Beides Perlen der arabischen Kultur.

Du willst doch lieber etwas näher an Europa bleiben? Dann empfehlen wir Dir die Maghreb-Region in Nordafrika. Tunesien, Marokko, Ägypten oder Algerien – es gibt zahlreiche Reiseziele, die von der Sonne verwöhnt sind und in denen es sich super Arabisch lernen lässt. Vor allem, wenn man Französisch kann, kommt man hier sehr gut zurecht!

Kairo zum Beispiel ist eine faszinierende Stadt, die mehr zu bieten hat als Pyramiden und ein archäologisches Museum. Es ist eine Metropole, in der viele unterschiedliche Menschen und Dialekte aufeinandertreffen. Eine Stadt voller Kontraste, in der das Arabisch Lernen zum Kinderspiel wird!

Ein paar tausend Kilometer westlich davon befindet sich Marokko: ursprünglich wild und touristisch zugleich. Wir können außer Marrakesch auch Fès empfehlen. In der farbenfrohen Königsstadt spricht man einen interessanten Dialekt, mit dem man in der arabischen Welt weit kommen kann. Fès gilt als spirituelle Hauptstadt und versprüht einen ganz anderen Charme als eine weitere marokkanische Stadt, deren Besuch sich ebenso lohnt: Essaouira.

Entdecke die arabische Welt, es lohnt sich! Auf einer Reise in ein arabisch geprägtes Land gibt es viel zu entdecken. | Quelle: Pixabay

Essaouira ist eine berberische Hafenstadt von überschaubarer Größe (knapp 78.000 Einwohner), in der es sich vorzüglich leben lässt. Ein kulturelles Erbe, in der sich die semitische Kultur und Sprache vermischen, und der Tourismus zwar wichtig ist, aber nicht überhandnimmt. Die Altstadt (Medina) ist seit 2001 außerdem Teil des UNESCO-Welterbes. Die Küstenlage verleiht dem Städtchen außerdem dieses besondere maritime Flair.

Die arabische Welt hat uns ungemein viel zu bieten. Abgesehen von den Denkmälern und wunderschönen Städten denke man nur an die Märchen von 1001 Nacht, andere literarische Werke in arabischer Sprache sowie die unzähligen Kunstschätze. Maghreb, Naher oder Mittlerer Osten: Tauche jetzt ein in die beduinische, berberische oder persische Kultur! Worauf wartest Du noch?

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