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Die Unterschiede zwischen der asiatischen Küche und westlichem Essen

Von Lea, veröffentlicht am 11/11/2018 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Asiatisches Essen: Besonderheiten in Geschmack und Zubereitung

Viele der beliebtesten Gerichte der Welt kommen aus der italienischen, thailändischen, französischen und chinesischen Küche.

Dabei könnten die asiatische Küche und die westliche Küche nicht verschiedener sein!

Auf der einen Seite gibt es Frühlingsrollen, Sushi, Sojasauce, Fischsauce, Pekingente, Pho, gebratenen Reis, Chicken Curry – auf der anderen Spaghetti Bolognese, Risotto, Weißwürste, Fish and Chips und Steak …

Man kann beide Küchen ziemlich schwer vergleichen und sagen, welche die bessere ist. Schließlich ist das vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Allerdings ist es wichtig, einige Aspekte, die ein chinesisches, vietnamesisches oder japanisches Gericht ausmachen, zu definieren, ebenso wie den Unterschied der wichtigsten Zutaten zwischen der asiatischen und westlichen Kultur.

Aus kulturellen, historischen und technischen Gründen hat ein Gericht, das von einem asiatischen Koch zubereitet wurde, einen ganz anderen Geschmack als dasselbe Gericht, wenn ein westlicher Koch es zubereitet.

In diesem Artikel könnt Ihr erfahren, wieso die beiden kulinarischen Kulturen sich so sehr voneinander unterscheiden.

Kochen in Asien und Kochen im Westen – zwei verschiedene Welten der Gewürze

Die Kultur und Identität eines Landes oder Kontinents spiegelt sich ohne Zweifel auf dem Teller wider.

Wenn man sich die kulinarische Welt Asiens anschaut, dann merkt man sehr schnell, wie wahr das ist!

Es gibt kaum zwei Gebiete, die sich stärker unterscheiden als die asiatische und die westliche Küche und Kultur.

Es ist natürlich sehr schwierig, die asiatische und westliche Kultur zu verallgemeinern, schließlich gibt es in beiden Regionen sehr viele verschiedene Länder und Gerichte.

Essen in China, Vietnam, Indien, Laos, Korea und Japan unterscheidet sich ebenso wie Gerichte aus Deutschland, Italien, Spanien, Ungarn und England …

Jedes Land hat seine eigenen Spezialitäten, allerdings möchten wir jetzt eher von den Gewürzen sprechen – denn diese ähneln sich in den einzelnen Ländern Asiens bzw. Europas tatsächlich.

Mögt Ihr es gerne scharf? Gewürze spielen in der asiatischen Küche eine größere Rolle, als bei uns. | Quelle: Pixabay

  • In Asien (besonders in Südostasien) werden Zutaten sehr häufig auf Märkten gekauft. Daher finden sich zu jeder Tageszeit und jeden Tag verschiedene Märkte mit Gewürzen und Zutaten. Daher werden in Asien häufig lokale, uns unbekannte Produkte benutzt, zum Beispiel besondere Gemüsesorten in China. Auch auf Gewürze wird mehr Wert gelegt, als bei uns (Ingwer, Anis, Curry, Koriander, Kümmel, Kurkuma, Chili…)
  • In Europa sind unsere Gewürze zwar besser vermarktet, allerdings sind sie nicht so komplex wie in Asien und auch wir kennen uns meistens schlechter mit verschiedenen Gewürzen aus als die Asiaten. Wir spielen weniger mit Gewürzen herum und nutzen eine kleinere Auswahl an verschiedenen Gewürzen. Dies spielt eine große Rolle im Unterschied zwischen asiatischer und europäischer Küche.

Hinzu kommt, dass das Grundnahrungsmittel in Asien Reis ist, während bei uns eher Weizen eine große Rolle spielt.

Unterschiedliche Methoden zum Schneiden, Kochen und Zubereiten von Lebensmitteln

Die geschmacklichen Unterschiede drücken sich auch in der Zubereitung von Lebensmitteln aus.

Auch wenn im Westen immer häufiger ein Wok genutzt wird, bleibt diese spezielle Pfanne eine Eigenschaft der asiatischen Küche.

Mit einem Wok könnt Ihr asiatische Gerichte auf mehrere Arten und Weisen zubereiten:

  • Zutaten bei hoher Flamme anbraten,
  • bei niedriger Flamme köcheln lassen,
  • Fleisch marinieren,
  • mit einem Bambuskorb die Zutaten dampfgaren.

Beim Dampfgaren werden übrigens die Nährwerte der Lebensmittel am besten beibehalten und Ihr benötigt kein Fett für die Zubereitung!

Im Westen nutzen wir jedoch statt eines Wok meistens für unseren Kochkurs:

  • Pfannen
  • Fritteusen
  • Ofen
  • Grill (in Asien wird nur in Korea gerne gegrillt. Dafür haben die Koreaner ihr BBQ aber auch wirklich drauf!)

Mögt Ihr Dim Sum? In Asien werden Lebensmittel häufig mit Dampf gegart. | Quelle: Pixabay

Natürlich kann ein Lebensmittel ganz anders schmecken, je nachdem, wie es zubereitet wird!

Daher gibt es in beiden Küchen so große geschmackliche Unterschiede.

Allerdings gibt es auch verschiedene Arten, die Zutaten zu schneiden – in Japan zum Beispiel ähnelt die Vorbereitung zum Teil eher Kunst als reine Kochkunst 

Während wir in Europa unser Fleisch gerne ganz braten (Filet, Steak, Entrecôte …), wird Fleisch in Asien meistens in sehr feine Stücke geschnitten.

In Japan könnt Ihr zum Beispiel ganz dünne Scheiben des berühmten Kobe-Fleisch essen, was für einen westlichen Koch ein Verbrechen darstellt, der das Kobe Fleisch liebend gern als edles, blutiges Steak angerichtet hätte.

Schaut Euch ruhig mal die besten Blogs über die asiatische Küche an!

Asiatisch vs. Westlich: Die größten Unterschiede im Geschmack

Kochen in Asien und Europa ist etwas ganz anderes.

Das liegt daran, dass die 5 Geschmacksrichtungen salzig, süß, sauer, bitter und scharf anders behandelt werden.

In Japan gibt es übrigens noch einen 6. Geschmack: Umami bedeutet übersetzt „wohlschmeckend“ oder „würzig“ und taucht in japanischen Gerichten häufig dank der dashi-Brühe auf.

Die thailändische Küche ist ein perfektes Beispiel für ein harmonisches Zusammenspiel der 5 Geschmacksrichtungen.

Allerdings gilt das grob gesagt für eigentlich alle asiatischen Länder, von der chinesischen Küche bis zur vietnamesischen, von Japan bis nach Indien.

Alle 5 Geschmackssinne werden in Asien bedient. Essen in Asien kann sehr scharf sein. | Quelle: Pixabay

Die westliche Küche konzentriert sich hauptsächlich auf ein Gleichgeweicht aus süß und salzig, während bitter und sauer nur wenig in unsere Gerichte einfließen.

Dieser Unterschied in der Bedienung der Geschmäcker erklärt, wieso die asiatische Küche sich so sehr von der westlichen unterscheidet.

Jetzt versteht Ihr sicherlich besser, wieso Ihr auf scharfes Essen vielleicht empfindlich reagiert – die europäische Küche gewöhnt Euch ganz einfach nicht an den Geschmack von Schärfe!

Sojasauce vs. Olivenöl

Mit Ausnahme von Südkorea, wo viel und gerne mit Olivenöl frittiert wird, ist die Grundlage für asiatische Küche meistens Sojasauce, während bei uns meist Olivenöl als Basis dient.

Dieser Unterschied ist mal wieder historisch bedingt, denn im Mittelmeergebiet fanden sich schon vor tausenden von Jahren viele Olivenbäume (besonders in Ägypten, wo Olivenöl für Bestattungsrituale genutzt wurde).

Olivenöl wurde schnell zum „grünen Gold“ und ist noch heute eine der wichtigsten Zutaten bei der Zubereitung europäischer Gerichte.

Die massive Nutzung der Sojasauce in Asien hat ebenfalls ihre historischen Gründe. Im alten China diente Sojasauce als Koservierungsmittel für Lebensmittel, das Jiang genannt wurde. Die Sauce wurde auf Basis von Fisch, Meeresfrüchten oder Getreide hergestellt.

Der Überfluss an Getreide und insbesondere an Sojasprossen trug dazu bei, dass Jiangs auf Getreidebasis sich schneller verbreiteten, als andere. So entstand sie Sojasauce, die schnell in Japan und anschließend in die südostasiatischen Länder verbreitet wurde.

Nicht nur zum Sushi braucht man Soja Sauce. Sojasauce ist eine wichtige Grundlage für viele asiatische Gerichte. | Quelle: Pixabay

Auch wenn heute für einige westliche Rezepte Sojasoße verwendet wird, und auch einige asiatischen Rezepte sich Olivenöl zu Nutze machen, ist die globale Tendenz klar.

Dieser Unterschied in der Basis vieler Gerichte ist ein weiterer Schlüssel zu den unterschiedlichen Geschmäckern in der asiatischen und westlichen Küche.

Fassen wir zusammen:

  • Auch wenn es gemeinsame Lebensmittel in beiden großen kulinarischen Familien gibt (Paprika, Banane, Knoblauch, Meeresfrüchte), unterscheiden sich die westliche und die asiatische Küche sehr stark im Geschmack. Ein deutscher und ein chinesischer Koch werden aus den gleichen Zutaten zwei sehr verschiedene Gerichte zubereiten…
  • Gründe für diese Unterschiede sind unter anderem historisch und kulturell bedingt. Auf Grundlage der historischen und kulturellen Unterschiede sind die kulinarischen Unterschiede der beiden reichhaltigsten Küchen der Welt entstanden.
  • Wenn wir in Europa einen Topf oder eine Pfanne benutzen, kochen die Asiaten lieber mit einem Wok oder mit einem Bambuskorb zum Dampfgaren.
  • Ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Asien ist Reis, während die Basis bei uns meistens Weizen ist.
  • Während wir im Westen häufig Olivenöl nutzen, bevorzugen die Asiaten Sojasauce oder Sesamöl.
  • Bei uns konzentrieren sich die Geschmäcker auf süß und salzig. In Asien gibt es eine ganze Geschmackspalette aus sauer, bitter, scharf, süß und salzig. In Japan gibt es sogar noch einen 6. Geschmack, nämlich umami.

Es ist unmöglich zu sagen, ob eine der beiden Küchen und Kochweisen besser ist, als die andere.

Die Unterschiede sind präsent, allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Küche einem besser schmeckt.

Und sagt man nicht auch, dass Unterschiede einen bereichern?

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