„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.“ E.T.A. Hoffmann

Laut einer Umfrage gibt es ungefähr acht Millionen Klaviere in Deutschland. Trotz der beständigen großen Beliebtheit des Instruments, gingen die Verkaufszahlen im letzten Jahrhundert stark zurück.

Dies liegt nicht etwa an den hohen Preisen oder schwindendem Interesse, sondern daran, dass das Klavier im Vergleich im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten fast unbegrenzt „haltbar“ ist. Bei sorgsamer Pflege muss es nicht nach einigen Jahren ausgetauscht werden.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Musik, die für Pianos komponiert wurde. Auch jahrhundertealte Werke werden heute noch gerne gespielt und gehört. Sie sind, wie das Instrument selbst, zeitlos.

Haydn, Liszt, Berlioz und Mendelssohn sind nur einige der großen Klavier Komponisten der Klassik und Romantik, die wir noch heute kennen. Sie haben durch ihre Kompositionen viele Generationen von Musiker*innen beeinflusst. Ohne sie wäre die Musik, wie wir sie heute kennen, nicht denkbar.

Die Werke bekannter Komponisten*innen laden uns dazu ein, uns an einen Flügel oder ein Keyboard zu setzen und unserer Kreativität freien Lauf zu lassen.

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Johannes Brahms

Brahms war als Komponist, Pianist und Dirigent eines der Zugpferde der Epoche der Romantik.

Mit seinem immensen Werk hinterließ er einen unauslöschlichen Fingerabdruck in der klassischen Musik: 122 Kompositionen, davon 17 für Klavier. Neben anderen großen Komponisten wie Schumann oder Chopin scheinen diese Zahlen recht klein. Im Vergleich zu vielen seiner Kollegen ist er mit 63 Jahren auch vergleichsweise alt geworden.

Die Bedeutung Brahms für die europäische Musikgeschichte liegt vielmehr in seiner sehr eigenen und besonderen Art zu komponieren.

Brahms ist vor allem für seine uneinheitliche Herangehensweise an die Musik bekannt. Neben seinen Klavierstücken findet man auch einige Präludien und Fugen für Orgel sowie einige eindrucksvolle Kammermusikstücke für kleinere Formationen.

Immer wieder als Erbe von Beethoven bezeichnet, wies Brahms Vergleiche dieser Art stets zurück. Diese kamen aber nicht von ungefähr. Brahms Schaffen zeichnet sich aus durch das Übernehmen tradierter Formen, aus denen er etwas Eigenes, Neues schuf.

Die erste Symphonie von Brahms wird oft scherzhaft als Beethovens zehnte bezeichnet.

Das Klavier ist eines der prägenden Instrumente der europäischen Musikgeschichte.
Viele der besten Komponisten schrieben Werke für Klavier und Orchester. | Quelle: Markus Gjengaar via Unsplash

Ludwig van Beethoven

Im Alter von 12 Jahren hatte er bereits drei kleine Sonaten geschrieben. Mit 26 fing der wichtigste Sinn für einen Komponisten an ihn im Stich zu lassen: das Gehör.

In der Mondscheinsonate verlieh er seinen negativen Gefühlen und dem Schmerz über das Ertauben Ausdruck.

Beethovens Kompositionen sind extrem interessant, weil sie sich zeitlich zwischen den Epochen der Klassik und der Romantik einordnen lassen.

Seine ersten Werke waren von der Wiener Schule (deren führende Köpfe Mozart und Haydn waren) geprägt. In der Folge veränderte sich sein Schaffen, wie sich die Musik im Allgemeinen veränderte. Schließlich gehörte Beethoven zu den großen Künstlern, die die nachfolgende Generation beeinflussten.

Sein Schaffen war auch unglaublich vielseitig: Kammermusik, Kirchenmusik, Schauspielmusik und natürlich die Symphonien, für die er immer noch bekannt und anerkannt ist.

Die 5. Symphonie ist wohl die bekannteste. Es gibt kaum jemanden, der nicht wenigstens die ersten Takte davon kennt.

Aus der 9. Symphonie kennst Du ziemlich sicher das Thema Ode an die Freude aus dem letzten Satz, das als offizielle Hymne der Europäischen Union verwendet wird.

Das ganze Werk zeugt von einer großen Virtuosität. Richard Wagner hielt Beethovens 9. für die beste Symphonie, die je geschrieben worden sei.

Traurige Berühmtheit erlangte sie auch als letzte Symphonie Beethovens. Der Fluch der neun – der Mythos, dass kein Komponist über seine neunte Symphonie herauskommt - wird durch sie weiter befeuert.

Beethoven befindet sich in dem Sinne in illustrer Gesellschaft mit Antonin Dvorak, Franz Schubert und Gustav Mahler.

Joseph Haydn

Joseph Haydn gehört mit Beethoven und Mozart zu der berühmten „klassischen Trias“, den bedeutendsten Vertretern der Wiener Klassik. Auch wenn sie heute oft in einem Atemzug genannt werden, war Haydn erst einmal ein Vorbild für Mozart.

Ähnlich wie Beethoven steht er zwischen den Epochen. Er ist einer der Antriebe des Übergangs vom Barock in die Klassik.

Weltbekannt ist Haydn als großer Meister der Symphonie und Streichquartetten. Manche Expert*innen bezeichnen ihn als „Vater der Symphonie“ oder „Vater des Streichquartetts“.

Um Haydns Entwicklung zu verstehen, widmet man sich am besten seinen Symphonien; seinem Spezialgebiet. Über 40 Jahre hinweg komponierte er 106 der großen Orchesterwerke.

Es ist die einzige musikalische Form, der er sein Leben lang treu blieb. Obwohl er auch als Erfinder des Streichquartetts gilt, setzte er diese Ausdrucksform nur sehr sparsam ein.

Wolfgang Amadeus Mozart

Das Wunderkind!

Mozarts Einfluss ist enorm; auf die klassische Musik einerseits, andererseits ist sein Name ein Synonym für Genie, das sich schon in frühster Kindheit zeigt.

Als er im Alter von nur 35 Jahren starb, hinterließ er ein Werk von mehr als 600 Kompositionen.

Der 24 Jahre ältere Joseph Haydn sah in ihm den größten Komponisten aller Zeiten. Das ist ein durchaus schmeichelndes Kompliment vom großen Meister der Kunst der Symphonie.

Mozart war in gewisser Weise ein Erbe Haydns und führte, die von ihm entwickelten Formen weiter. Der Schwerpunkt seines Schaffens lag auf Symphonien, Konzerten und Sonaten. Das Genie beherrschte die drei klassischen Formen in Perfektion.

Klassische Werke wie Mozarts Requiem kann man sich auf Schallplatten anhören.
Die Werke bekannter Klavierkomponisten wie Mozart wurden vielfach auf Platten aufgenommen. | Quelle: Anton Shuvalov via Unsplash
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Robert Schumann

Auch Robert Schumann hat seinen Platz unter den größten Komponisten der Musikgeschichte. Sein Werk ist ein Höhepunkt der Romantik, die auf die Klassik folgte und sich ihr musikalisch entgegenstellte.

Schumann gehört mit Brahms und Schubert zu den bedeutendsten Verfechtern einer neuen Ausdrucksform, die in der Romantik entstanden ist: dem Lied, das ganz einfach als Vertonung von Gedichten definiert werden kann. Das Lied war vor allem beim deutschsprachigen Publikum sehr beliebt.

Das Schaffen des deutschen Komponisten Schumann war überaus vielseitig. Neben Liedern komponierte er auch für Stücke Symphonie- und Kammerorchester. Unter seinen Werken finden sich Geigen-, Cello- und Klavierkonzerte.

Besonders für seine Symphonien ließ er sich von Beethoven inspirieren.

Frédéric Chopin

Frédéric Chopin war ein virtuoser Pianist einerseits, ein großer Komponist andererseits.

Wie sein Zeitgenosse Franz Liszt gehört er zu den Vätern der modernen Kompositionstechnik. Sein Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstler*innen ist unbestreitbar.

Um nur einige seiner Erben zu nennen: Maurice Ravel, Claude Debussy und Sergei Rachmaninow.

In seinem Bekanntenkreis wurde oft Chopins spontane Kreativität gelobt. Jederzeit hätte der Funken springen können, besonders im Sommer. Darauf folgten viele Wochen harter Arbeit, in denen die Ideen zu Papier gebracht wurden.

Laut seiner Frau, Georges Sand, schloss er sich manchmal sehr lange in seinem Zimmer ein. Dort ließ er alle noch so widersprüchlichen Gefühle nebeneinander existieren, die er für das Komponieren brauchte: Wut, Traurigkeit, Wahnsinn genauso wie Freude.

George Sand sprach sogar von einer „akribischen und hoffnungslosen Ausdauer“.

Das Komponieren von Klavierstücken braucht viel Konzentration und Aufmerksamkeit.
Neben seiner Kreativität zeichnet den Klavierkomponisten Chopin eine akribische Arbeitsweise aus. | Quelle: Dayne Topkin via Unsplash

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Wenn man über berühmte Klavierkomponisten spricht, ist es unvermeidbar, einen Blick nach Russland zu werfen.

Namen wie Igor Strawinsky, Dmitri Schostakowitsch, Sergei Prokofiev und Sergei Rachmaninow stehen für das immense Talent in der russischen Musik.

Tschaikowski hat die Türen für alle ihm nachfolgenden Komponisten geöffnet. Er ist die Stützsäule der russischen Romantik.

Sein Werk ist üppig und vielfältig: acht Symphonien, vier Orchestersuiten, fünf Konzerte, drei Ballette, elf Opern, mehr als hundert Lieder und fast gleich viele Klavierstücke.

Am bekanntesten sind seine Werke für Orchester, unvergessen die Melodien aus den Balletten Der Nussknacker und Schwanensee.

Tschaikowski wird für die Mischung europäischer Musikkultur und russischer Folklore geschätzt, die den unverkennbaren Klang seiner Musik ausmacht.

Giuseppe Verdi

Wie Russland hat auch Italien einige der größten Namen unter den klassischen Komponisten hervorgebracht: Puccini, Rossini oder Verdi.

Guiseppe Verdi hat sich wie viele seiner Landsmänner der Oper verschrieben.

Maßgeblich beeinflusst wurden seine Kompositionen von seinem Zeitgenossen Richard Wagner.

Die Opern von Verdi gehören zu den beliebtesten und bekanntesten überhaupt. Dazu gehören Otello, Rigoletto, Nabucco und La Traviata; alles Opern in drei bis vier Akten.

Giuseppe Verdi hat sich aber auch mit anderen musikalischen Ausdrucksformen beschäftigt. So gibt es von ihm einige Messen und verschiedene Kammermusikstücke.

Mehr als ein Jahrhundert nach seinem Tod, gehören seine Opern immer noch zum Standartrepertoire.

Verdis Kompositionen werden in den Opernhäusern der ganzen Welt gespielt.
Der berühmte italienische Komponist Verdi ist vor allem für seine Opern bekannt. | Quelle: Gwen Ong via Unsplash

Ludovico Einaudi

Ludovico Einaudi steht hier als Vertreter der zeitgenössischen Komponist*innen, von denen er einer der berühmtesten ist.

Einaudis Kompositionen werden für ihre Melodiösität gelobt. Sie stehen zwischen zwei Welten und mischen feinsinnig klassische Musik und zeitgenössischen Pop. Bei seinen Konzerten fällt auf, dass sein Publikum auch dementsprechend durchmischt ist.

Er bezeichnet sich selbst als minimalistischen Komponisten. Das heißt, seine musikalischen Themen entwickeln sich nicht, sondern werden durch harmonische Veränderungen nur leicht moduliert.

Einaudis Kompositionen sind oft im Kino und Fernsehen zu hören. Marken wie Sony und Lancôme verwenden sie, um ihre Produkte zu bewerben.

Seine Karriere erhielt einen weiteren Aufschwung, als er mit der Komposition der Filmmusik für Ziemlich beste Freunde von Olivier Nakache und Mommy von Xavier Dolan beauftragt wurde.

Klavier Wortschatz

Was ist ein Grundton?

Der Grundton ist der Ton, auf dem eine Tonleiter oder ein Intervall aufgebaut ist. Er gibt der jeweiligen Tonart ihren Namen.

Was ist ein Gruppetto?

Das Gruppetto, auch Doppelschlag genannt, ist eine Verzierung. Dabei wird die Hauptnote erst durch die obere, dann die untere Nebennote umspielt.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.