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Mit welcher Kameralinse gelingen die besten Fotos?

Von Nadine, veröffentlicht am 26/02/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Fotografie Basics: Welches Objektiv ist das Richtige?

Die Fotografie ist ein Hobby, das immer mehr Menschen in seinen Bann zieht. Zwar können wir bei Bedarf jederzeit unsere Smartphone Kamera zücken, um einen bestimmten Moment festzuhalten, doch kaum ein echter Fotografieliebhaber möchte sich damit zufriedengeben. Denn ein gutes Foto braucht das gewisse Etwas, das man seinem Fotomotiv nur selten mit der Handykamera entlocken kann. Es geht längst nicht darum, lediglich Dinge abzubilden. Fotografie bedeutet, mit Licht zu spielen und kreativ zu werden!

Daher ist es wohl unnötig, zu erwähnen, dass für die Bildqualität neben Deinem technischen Verständnis und deinen Fotografiekenntnissen auch besonders die Wahl der Fotoausrüstung ausschlaggebend ist.

Die Suche nach der passenden Kamera erweist sich für einen Fotografie Anfänger meist als sehr schwierig. Aber damit ist nicht genug: bei der Auswahl des Objektivs geht das Kopfzerbrechen weiter! Außerdem müssen beide Komponenten auch noch zusammen passen…

Wer allerdings noch keine Erfahrungen beim Fotografieren gesammelt hat, kann oft nur schwierig einschätzen, was eine gute Kameralinse ausmacht. Dabei steht eines fest: das Objektiv ist mindestens genauso wichtig wie die Kamera selbst. Da es Objektive für die unterschiedlichsten Situationen gibt, besitzen Fotografen nicht selten gleich drei oder sogar noch mehr davon. Während sich viele von ihnen im Laufe der Zeit neue, funktionstüchtigere Kameragehäuse anschaffen und die gebrauchen verkaufen, werden gute Kameralinsen nicht selten wie der Augapfel gehütet.

Welche Kriterien Du bei der Auswahl Deiner Kameralinse beachten solltest, erfährst Du hier.

Für jeden Zweck das passende Objektiv

Die Fotografie vereint Kunst mit Technik. Aus diesem Grund ist es wichtig, im Voraus zu wissen, wie genau Du Dein Objektiv nutzen möchtest.

Bei welchen Lichtverhältnissen wirst Du Dein Wunschmutiv fotografieren? Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen oder gar bei Nacht werden anders gehandhabt und erfordern andere Ausrüstung als am hellichten Tag.

Auch die Entfernung, aus der Du fotografieren möchtest, wird die Wahl Deiner Kamera beeinflussen. Befindet sich Dein Motiv in weiter Ferne oder direkt vor Deiner Nase? Tiere, Landschaften, Porträts, Architektur – jedes Motiv erfordert eine bestimmte Ausrüstung und spezielle Einstellungen an Kamera und Objektiv.

Und im Endeffekt entscheidet sich hier, ob Du Dich mit ein und demselben Objektiv begnügen kannst oder es auf so unterschiedliche Motive abgesehen hast, dass Du gleich mehrere Objektive benötigst. Erstere ist mit Sicherheit die einfachste Lösung, da es reicht, eine entsprechende Kompaktkamera zu kaufen.

Um einen Objektivwechsel vornehmen zu können, brauchst Du hingegen eine Systemkamera. Dies mag anfangs zwar kompliziert erscheinen, gibt Dir aber wesentlich mehr Freiheiten, um die perfekten Schnappschüsse zu erhalten.

Damit Du auch im Urlaub und unterwegs Spaß am Fotografieren hast, solltest Du auf die Größe und das Gewicht des Kameraobjektivs achten. Wähle ein möglichst vielseitiges und nicht zu schweres Modell.  Denn wer hat schon Lust, auf der Flugreise ins tropische Urlaubsparadies einen heftigen Gepäckzuschlag zu bezahlen, um später bei sengender Hitze einen sperrigen Kamerakoffer mit sich herumzuschleppen!

Wer nach einem besonders platzsparenden Objektiv mit Festbrennweite sucht, wird an einem Pancake Objektiv viel Freude haben. Wie der Name schon sagt, ist diese Art von Weitwinkel- Kameralinse so flach konstruiert, dass man sie fast übersehen könnte.

Welches Objektiv benötige ich für meinen Foto Workshop? Es gibt kein Objektiv, dass für alle Zwecke geeignet ist. | Quelle: pixabay

Worin unterscheiden sich die bekannten Marken?

Wer nach einem qualitativ hochwertigen Fotoobjektiv Ausschau hält, hat die Auswahl zwischen den verschiedensten Modellen und Marken.

Egal ob Du auf Canon, Nikon, Fujifilm oder einen anderen Hersteller schwörst – stelle unbedingt sicher, dass Kameragehäuse und Objektiv miteinander kompatibel sind.

Wirf einen Blick auf den Objektivanschluss: es gibt nämlich unterschiedliche Systeme, wie etwa Bajonettverschlüsse oder mehrere Gewindetypen.

Aber auch, wenn sich Objektiv und Kameragehäuse offensichtsich zusammensetzen lassen, heißt es noch nicht, dass sie fehlerfrei funktionieren. Eine Fotokamera ist mehr als ein Lego-Bausatz! Gerade für die Autofokus-Funktion ist es notwendig, dass Objektiv und Kamera über verschiedene Kontakte miteinander kommunizieren können.

Beachte daher diese ganz einfache Regel: Kauf Deine Kamera und die Linse nur von ein und derselben Hersteller, genauer gesagt innerhalb desselben Kamerasystems (beispielsweise Olympus OM oder Canon EOS).

Manch ein Amateurfotograf wird jetzt zwar einwenden, dass man durchaus ein Pentax Objektiv auf ein Nikon Kameragehäuse montieren kann, vorausgesetzt man besorgt sich einen passenden Objektivadapter.

Auch lässt sich durch spezielle Konverter, die man vor oder hinter dem Objektiv anbringt, der Bildwinkel ändern.

Solche (meist sperrigen) Adapter sind allerdings nicht besonders empfehlenswert, da in den meisten Fällen die Bildqualität davon in Mitleidenschaft gezogen wird: man denke nur an chromatische Aberration, Vignettierung und Abbildungsfehler…

Mittlerweile gibt es eine Ausnahme zur obengenannten Regel: Als relativ kostengünstige Alternative zu den Objektiven des Kameraherstellers bieten auch einige Fremdhersteller hundertprozentig kompatible Objektive an. Die Rede ist von den japanischen Herstellern Sigma und Tamron sowie der koreanischen Marke Samyang, deren Kameralinsen den Originallinsen in Bildqualität und Bedienung in nichts nachstehen.

 Wie viele Kameralinsen braucht ein Fotografie Anfänger? Mit einer Systemkamera hast Du die Möglichkeit, bei Bedarf das Objektiv zu wechseln. | Quelle: pixabay

Kaufkriterien für ein Kameraobjektiv

Der folgende Abschnitt wird etwas technisch. Aber keine Angst! Es ist gar nicht so schwer, die Grundlagen der Fotografie zu lernen.

Mit Sicherheit kommt irgendwann der Moment, wo Dich der Automatikmodus enttäuscht. Wenn Du Dich darüber ärgert, dass die Fotokamera keine Gedanken lesen kann und nicht immer so fotografiert, wie Du es gern hättest, ist höchste Zeit, dich mit dem manuellen Modus zu befassen.

Daher gibt es neben der Marke und dem Preis des Objektivs auch einige weitere Faktoren, die Du unbedingt beachten solltest. Wenn Du Dir ein Kameraobjektiv aus der Nähe betrachtest, wirst Du verschiedene Kennzeichnungen darauf erkennen. Diese stehen für:

  • den Bildwinkel
  • die Brennweite
  • die Blende

Beim Bildwinkel unterscheidet man zwischen Normalobjektiven mit 53° Bildwinkel, Weitwinkelobjektiven und Fischaugenobjektiven, die das komplette Gesichtsfeld abbilden.

Unter der Brennweite versteht man den Abstand zwischen der Kameralinse und ihrem Brennpunkt, das heißt dem Punkt, an dem die einfallenden Lichtstrahlen konzentriert werden.

Daher hat dieser in Millimetern gemessene Wert direkten Einfluss auf den Bildwinkel und damit den Bildausschnitt, der auf dem Kamerasensor abgebildet werden soll:

  • ein Objektiv mit kurzer Brennweite (unter 35 mm) bildet automatisch einen großen Bildwinkel ab, solche sogenannten Weitwinkelobjektive eignen sich perfekt für Landschaftsfotografie
  • ab einer Brennweite von 50 mm spricht man von einer Normalbrennweite, der Bildwinkel eines Normalobjektivs entspricht in etwa dem des menschlichen Auges,
  • Objektive mit langer Brennweite (ab 85 mm) bezeichnet man als Fernobjektive, je größer die Brennweite, desto kleiner der Bildwinkel.

Besonders wenn Du beim Fotografieren sehr nah an Dein Motiv herangehen möchtest, solltest Du auf eine entsprechend niedrige Naheinstellgrenze des Objektivs achten. Aber Achtung: diese Mindestdistanz, die du zum Motiv einhalten must, um ein scharfes Bild zu erhalten, bezieht sich nicht auf das Objektiv sondern auf die Film- bzw. Sensorebene.

Eine weitere entscheidende Frage, die Du Dir bezüglich der Brennweite stellen musst, ist ob diese fest oder verstellbar sein soll. Für letztetere Möglichkeit gibt es Zoomobjektive, mit denen Du sowohl Dinge in der Nähe als auch in weiter Ferne fokussieren kannst.

Aber obwohl der Zoom in den Augen vieler Hobbyfotografen einfach unentbehrlich erscheint, gibt es immer mehr Fotokünstler, die sich auf das Abenteuer Festbrennweite einlassen. Wie kommt es dazu?

Objektive mit Festbrennweite (beispielsweise 35 mm oder 50 mm) zwichnen sich meist durch eine hervorragende Lichtstärke aus (Blendenzahl f/1.8). Dank dieser großen Lichtmenge entstehen atemberaubend kreative Fotos mit geringer Tiefenschärfe und wunderschöner Unschärfe, dem sogenannten Bokeh.

Wie der Name bereits sagt, kann man bei Objektiven mit Festbrennweite nicht einfach am Rädchen drehen, um die Entfernung einzustellen. Bleibt also nur noch das, was Fotografen scherzhaft als „Fußzoom“ bezeichnen. Probier es aus: das Hin- und Herbewegen auf der Suche nach der richtigen Entfernung hilft Dir, ein besseres Gefühl für Deine Kamera und die Perspektive zu entwickeln. Denn manchmal entscheidet der Blickwinkel, ob Dein Foto den gewissen Wow-Effekt erzielt oder zu den vielen 0815-Ablichtungen gehört, die man schnell wieder vergisst.

Ein weiterer bedeutender Faktor, mit dem Du Dich auseinandersetzen musst, ist die Blende. Wie die Pupille im Auge reguliert dieser Lamellenverschluss die Lichtmenge, die ins Objektiv gelangt. Wichtig ist, sich hierbei vor Augen zu halten, dass bei einem großen Blendenwert wie etwa f/11 (alternative Schreibweise 1:11) weniger Licht in das Objektiv gelangt als beispielsweise bei f/2.8.

Damit Die selbst bei schwachen Lichtverhältnissen und trotz kurzer Belichtungszeit helle und scharfe Fotos gelingen, benötigst Du ein lichtstarkes Objektiv. Die maximale Blendenöffnung sollte daher bei f/1.2 bis f/1.8 liegen.

Falls Du eine Vollformatkamera besitzt, solltest Du außerdem darauf achten, dass Dein Objektiv auch dafür geeignet ist, den kompletten Sensorbereich zu nutzen.

Sind alle Objektive für Nachtfotos geeignet? Mit Stativ und Langzeitbelichtung ist es längst nicht getan: Erst mit ausreichender Sensorgröße und einem lichtstarken Objektiv erhältst Du selbst im Abendlicht die perfekten Fotos. | Quelle: pixabay

Gibt es auch Billig-Objektive ?

Natürlich ist bei der Auswahl des passenden Objektivs auch der Preis entscheidend. Immerhin ist die Kameralinse eine der teuersten Bestandteile der Fotoausrüstung.

Früher oder später begeben sich daher viele Fotografie Neulinge auf die Suche nach kostengünstigen Alternativen.

Anstatt auf ein No-Name Objektiv zurückzugreifen und eine bittere Enttäuschung zu riskieren, raten wir Dir, lieber in eine Kameralinse eines Fremdherstellers zu investieren. So kannst Du beispielsweise bereits ab 150€ ein hochwertiges Makro-Objektiv bekommen, dessen Bildqualität problemlos mit teureren Modellen mithalten kann.

Von Objektiven der unteren Preisklasse solltest Du generell die Finger lassen, da sie weder lichtstark noch beständig sind.

Auch bei gebrauchten Objektiven ist generell Vorsicht geboten. Mitunter kann die Fokussierung Spiel haben oder die Linse seltsame dunklen Bildränder und Verzerrungen bewirken. Durch defekte Ummantelungen, schlechte Verarbeitung und poröse Dichtungen können Staub und Feuchtigkeit ins Innere gelangen. Im schlimmsten Fall hinterlässt ein Glaspilzbefall unschöne Flecken auf Deinen Erinnerungsfotos. Zu Schade!

Greif also lieber etwas tiefer in die Tasche, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Wie viel kostet eine Kameralinse für Einsteiger? Damit Du lange Freude an Deinen Bildern hast, solltest Du vor allem in ein hochwertiges Objektiv investieren. | Quelle: pixabay

Vertraue auf fachkundige Beratung

Trotz all diesen konkreten Merkmalen und Kriterien kann es bei so vielen verfügbaren Marken, Modellen, Preisen und Datenblättern schnell passieren, den Überblick zu verlieren. Deshalb ist es auf jeden Fall ratsam, auf die fachkundige Beratung eines Verkäufers oder professionellen Fotografen zu vertrauen. Manche Händler bieten ihren Kunden sogar an, das Objektiv vor dem Kauf zu testen.

Auch wenn Du einmal stolzer Besitzer der perfekten Kameralinse bist, hat ein erfahrener Fotograf mit Sicherheit noch einige Tipps für Dich parat.

Zum Beispiel kann er Dich darüber beraten, wie Du Deine Fotoausrüstung am besten aufbewarst, um möglichst lange Freude daran zu haben. Denk daran, dass Staub und Feuchtigkeit Gift für jede Kameralinse sind und auch zu viel direktes Sonnenlicht und Hitze die Plastik porös machen.

Auch eine praktische Umhängetasche und ein geeignetes Putztuch sollten auf keinen Fall fehlen.

Dann kann es losgehen! Bist Du neugierig, was Deine neue Kamera alles kann? Mit einem Fotografielehrer von Superprof lernst Du nicht nur, wie sich die Blende, der Brennpunkt, der Blickwinkel und der ISO-Wert untereinander beeinflussen, sondern auch wie Du am geschicktesten mit diesen Einstellungen spielst, damit Dich bald jeder um Deine tollen Aufnahmen beneidet!

 

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