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Der Guide zum Erlernen des englischen Boxstils!

Von Florence, veröffentlicht am 10/05/2019 Blog > Sport > Boxen > Der Guide zum Erlernen des englischen Boxstils!

„Boxen ist Technik. Alles andere ist Medienerfindung.“ Axel Schulz

Es ist endlich so weit. Du hast Dich dazu entschlossen, mit dem Boxen anzufangen. Und zwar willst Du den englischen Boxstil lernen, den der heute als der bekannteste Boxsport gilt, und sich vom Muay Thai oder Kickboxen unterscheidet. Vielleicht hast Du aber noch Zweifel… denn bei der Aussicht auf ein KO wird Dir mulmig und das klassische Boxtraining erscheint Dir wie eine sehr große Herausforderung?

Wir sagen Dir: Fang ruhig mit dem Boxen an! Jede/r kann beim Boxtraining mitmachen, egal ob es in einem Boxverein stattfindet oder unter der Leitung eines Privatcoachs veranstaltet wird.

Dein/e Boxtrainer/in muss sich an Dein Niveau anpassen können. Was aber vor allem wichtig ist, ist dass Deine Boxpartner/innen mehr oder weniger das gleiche Niveau wie Du haben. So könnt ihr optimal gemeinsam an euren Jabs und Aufwärtshaken arbeiten!

Wenn dieser Rahmen gegeben ist, ergibt sich der Rest von ganz alleine. Das Boxtraining folgt immer in etwa dem gleichen Muster, ganz gleich ob ihr euch in der Kategorie der Fliegengewichtler/innen oder der Schwergewichtler/innen befindet, ob ihr Amateure oder Profis seid!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir sprechen hier wirklich nur vom Englischen Boxstil, und nicht von den anderen Boxstilen!

Wer sich für das französische Savate Boxen, Muay Thai, Kickboxen, MMA und Fullcontact interessiert, ist hier also beim falschen Artikel gelandet.

Womit fängst Du am besten an? Lerne die Boxregeln, damit Du überhaupt nach den Regeln der Kunst in den Kampf einsteigen kannst.

1. Die Basis: das Aufwärmen vor dem Training

Wie Du Dich auf das Boxtraining vorbereitest, wird einen großen Einfluss auf dessen Qualität haben! Du solltest den Aufwärmübungen also ganz besonders viel Beachtung schenken. So wird das Training erfolgversprechend.

Da das Boxen wie jede Kampfsportart Deinem Körper viel abverlangt, solltest Du wirklich jedes Gelenk, jeden Muskel und jede Körperpartie in die Aufwärmübungen miteinbeziehen. Am besten gehst Du systematisch vor, von oben nach unten, dem Kopf bis zu den Füßen.

Besonders effektiv wärmst Du Dich auf, wenn Du immer wieder kurze Strecken (in langsamem Tempo!) rennst. Zum Abschluss kannst Du schon etwas explosivere Bewegungen machen, wie Sprünge, Liegestützen und Seilspringen.

Wie gut ist Deine Kondition Als Boxer/in muss Deine Kondition sehr gut sein. | Quelle: Pexels

Bei vielen Kampfsportarten wie z.B. Aikidō, Kung-Fu, Karate, Taekwondo, Vovinam, Taijiquan, Jiu Jitsu, Budō, Kendō oder japanischem Schwertkampf, braucht man einen Kimono (Judo- oder Karateanzug) sowie eine Kampfsportmatte. Beim Amateurboxen brauchst Du folgendes Zubehör: Boxschuhe, Mundschutz, Kopfschutz, Bandagen, Unterhandschuhe, Boxhandschuhe, Shorts und Sandsackhandschuhe. Wenn alle Regeln gut eingehalten werden, sind Schienbeinschoner überflüssig.

Was die Ausstattung der Boxhalle angeht, sollte mindestens Folgendes da sein: ein Springseil, ein Boxring, Boxsäcke, Speedballs, Punching Balls und einige Objekte für den Muskelaufbau: Klimmzugstangen, Medizin Bälle, ein Laufband und ein Rudergerät.

Merke: Der Boxverein wird von Dir ein medizinisches Sportattest verlangen, damit sicher ist, dass Dein Körper dem Boxen auch standhält und Du kein Risiko eingehst. Beim Boxen gehst Du ein erhöhtes Verletzungsrisiko ein, da sollten bestehende körperliche Einschränkungen nicht kleingeredet werden.

Erfahre hier mehr über Muay Thai!

2. Erhöhtes Tempo mit dem Speedball

Bei einem Gruppenkurs sollten mehrere Exemplare dieses klassischen Box-Zubehörs vorhanden sein.

Dein Boxcoach wird Dich sicherlich schon bei der ersten Unterrichtsstunde an den Speedball lassen. Du hast noch Energie und bist kaum am Schwitzen? Der Speedball ist leicht, aber schnell, hier kannst Du Deine ganze Power ablassen!

Bei jedem Boxschlag gibst Du dem Speedball neues Leben. Dein Schlag bringt den Speedball in Bewegung, bis er wieder zu Dir schwingt und Du einen neuen Schlag abgeben kannst. Hier brauchst Du keine Boxhandschuhe! Der Rhythmus ist schnell und am Anfang wird es Dir schwerfallen hinterherzukommen.

Mit der Übung findest Du jedoch bald schon das richtige Tempo. Du kannst im Intervall trainieren. Jede Schlagsession kann z.B. drei Minuten dauern, mit anschließender Pause und Wiederaufnahme.

Dieses Cardio-Boxen erhöht Deine Ausdauer, also die Fähigkeit Deines Körpers, über einen ausgedehnten Zeitraum Leistung zu erbringen. Außerdem ist es sehr gesund!

Ab und an solltest Du aber noch eine Jogging-Session zusätzlich einlegen, die Cardio-Arbeit am Speedball alleine reicht noch nicht aus.

3. Der Übergang zum Schattenboxen

Der nächste Schritt ist nun die Konfrontation mit einem/r imaginären Boxgegner/in. Das nennt man Schattenboxen. Jede/r Boxer/in vom/n der einfachen Anfänger/in bis zum Profi profitiert von diesem Training!

Vielleicht erscheint Dir das paradoxal, aber Dein Hauptfokus sollte auf dem Ausweichen liegen. Deine Explosivität sollte ebenfalls gegeben sein, sowie bei einem echten Kampf auch!

Hast Du schon einmal Schattenboxen ausprobiert? Beim Schattenboxen übst Du die Technik. | Quelle: Pixabay

Beim Schattenboxen kannst Du die Klassiker wiederholen, bis sie perfekt sitzen: den Jab und Uppercut, aber auch die Abwehr, sowie ein geschicktes Beinspiel. Fortgeschrittene können so auch strategische Boxkombinationen einüben mit denen sie dann ihre Gegner/innen im Boxkampf überraschen werden.

Diese Übung wird nicht nur im Englischen Boxstil angewandt, sondern auch in anderen Boxarten, sowie beim Fitness Boxen.

Bei einem Boxkurs wird Dich der Boxcoach beim Schattenboxen beobachten und Dir Tipps und Tricks zu Verbesserung Deiner Boxschläge und Reflexe geben.

4. Volle Kraft voraus mit dem Boxsack

Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Jetzt wird es intensiv. Das Training am Boxsack fängt an!

Jetzt lassen wir die Schnelligkeit und Leichtigkeit hinter uns, denn mit dem Boxsack haben wir ein wahres Schwergewicht vor uns. Der Boxsack ist meistens an der Raumdecke befestigt und enthält schweres Material wie z.B. Sägespänen, Getreide, Mais oder spezielles Kunststoffgranulat.

Damit Du Dich nicht verletzt, solltest Du unbedingt Boxhandschuhe oder sogar spezielle Boxsackhandschuhe tragen.

Der Boxsack gehört zu den Klassikern des Boxtrainings. Zum Glück ist er recht günstig. Du kannst Dir also sogar einen für zu Hause kaufen.

Du wirst Deine Triceps und Biceps trainieren, sowie Deine Brustmuskeln. Außerdem steigt Dein Selbstbewusstsein und Deine Selbstkontrolle mit dem Training am Boxsack.

Das Boxen ist nicht einfach nur eine Fitnessart, es handelt sich hier um einen echten Kontaktsport, bei dem der körperliche Kontakt zwischen den Spielern/innen erfordert wird.

5. Boxen für den Muskelaufbau

Damit Deine Boxschläge beim Boxkampf auch den gewollten Effekt erzielen, brauchst Du Kraft, Deine Power muss maximal ausgebildet sein.

Das Muskeltraining ist also ein absolutes Muss. Es sei denn, Du willst Deine Gegner/innen mit einem light contact und Streicheleinheiten in den Schlafmodus versetzen.

Geräte sind beim Muskelaufbau besonders effektiv. Krafttraining kannst Du heute bei so ziemlich jedem Fitnessstudio oder Sportverein machen. Du wirst keine Schwierigkeiten haben, da etwas zu finden, dass zu Deinen Bedürfnissen und Deinem Budget passt.

Wenn Du aber wirklich sparen willst, kannst Du auch mit minimalem Budget Deine Muskeln aufbauen. Das geht nämlich auch ohne Geräte. Pilates, Burpees, Sit-Ups, Liegestützen, Kniebeugen, Dips, die Liste der Übungen ist lang!

Denk daran, Deine Übungen immer zu variieren, damit Du gleichmäßig und harmonisch Muskeln aufbaust. Wenn Du einen Coach engagierst, wird er/sie natürlich darauf für Dich achten. Das ist sein/ihr Job!

Amerikanische Boxer sind meist ganz besonders muskulös. Das ist aber kein Grund, um unehrlichen Methoden zu verfallen und ein wenig Doping auszuprobieren. Nur mit Deinem echten Körper ist ein Sieg wirklich ein Sieg!

6. Vom Sparring zur frontalen Konfrontation

Kommen wir nun zum eigentlichen Kampfsport zurück. Wie lernt man am besten das Kämpfen? Indem man kämpft.

Das Sparring ist das ideale Kampftraining und es wird in den meisten Kampfsportarten angewandt. Das Tolle dabei ist: Du brauchst kein Vollprofi zu sein, um es auszuprobieren, denn die Konfrontation ist real, aber trotzdem risikofrei. Ihr boxt langsamer und meist auch mit zusätzlich gepolsterten Boxhandschuhen.

Das Ziel des Sparrings ist es, die Fähigkeiten der Teilnehmer/innen zu verbessern, ohne dabei ein Verletzungsrisiko einzugehen.

Wie gut ist Deine Abwehr? Eine gute Abwehr schützt vor den meisten Schlägen. | Quelle: Visualhunt

Und was genau übt man dabei? Die Boxkombinationen und die Schläge. Ihr könnt z.B. eine bestimmte Boxkombination so lange durchnehmen, bis der/die Gegner/in eine passende Abwehrkombination oder die richtigen Ausweichmanöver gefunden hat.

Hier werden alle Bewegungen Stück für Stück auseinandergenommen, diese Übungsform ist also sehr technisch!

Ab und an könnt ihr euch natürlich dazu entscheiden einen echten Übungskampf auszutragen. Damit Du vor Deinem ersten Boxkampf auch einmal die echte Konfrontation erlebt hast. Viel Spaß!

7. Nach dem Boxtraining ist Dehnen angesagt

Damit Dein Körper in Topform und Dein Muskelkater minimal bleibt, solltest du nach so einem intensiven Boxtraining auf jeden Fall Zeit zum Dehnen einplanen.

Langsam runterkommen kannst Du z.B. mit einem Fahrrad Heimtrainer. Was aber besonders wichtig ist, ist das Dehnen.

Ohne Dehnübungen kann Dein bisher so schlüssig aufgebautes Boxtraining keinen guten Abschluss finden.

Hast Du Dich auch gut gedehnt? Nach jedem Training wird gemeinsam gedehnt. | Quelle: Pexels

Es ist bewiesen: Das Dehnen erleichtert den Muskelaufbau und Deine Regenerationszeit nach dem Training wird verkürzt.

Nachdem Dein Herz auf Hochtouren gelaufen ist, kannst Du nun endlich völlig loslassen und entspannen. Das gehört auch mit zum Training: Die Entspannung und das Wohlbefinden, die auf die Anstrengung folgen.

Erfahre hier mehr zum Französischen Savate Boxen…

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