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Personal Trainer werden – geht das auch ohne Lizenz?

Superprof Blog DE > Sport > Personal Trainer > Wie kann ich ohne Ausbildung Personal Trainer werden?

Gehört Ihr zu denen, die nie zu stoppen sind und von sich behaupten, schon mit Turnschuhen auf die Welt gekommen zu sein?

Sobald irgendwo ein Sportturnier unter Freunden stattfindet, seid ihr dabei?

Egal ob Sommer oder Winter – Ihr habt jede Menge Spaß an Bewegung und das wirkt sogar ansteckend?

Obendrein habt Ihr habt Freude im Umgang mit Menschen, könnt andere begeistern und motivieren?

Perfekt! Dann ist der Beruf Personal Trainer wie für Euch gemacht!

Hand aufs Herz: Habt Ihr bereits darüber nachgedacht, Euer Hobby Sport zum Beruf zu machen, aber seid nicht bereit, Geld und Zeit in eine Ausbildung zu investieren?

Wir von Superprof sind fest davon überzeugt, dass jeder Mensch Wissen besitzt, dass es sich lohnt, mit anderen zu teilen.

In diesem Artikel haben wir uns damit auseinandergesetzt, inwiefern man auch ohne Trainerlizenz Fitnesstrainer werden kann.

Wer lediglich eine Anleitung sucht, diesen Beruf ganz ohne Kenntnisse „mal eben“ zu improvisieren, ist allerdings fehl am Platz!

Viel eher soll es hier darum gehen, welche Möglichkeiten es neben einer offiziellen Ausbildung gibt, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben.

Was zeichnet einen guten Fitnesstrainer aus?

Wie der Name bereits sagt, betreut ein Personal Trainer seine Klienten persönlich.

Je nach Ausgangssituation erstellt er ein individuelles Trainingsprogramm, damit sein Kunde seine Ziele erreicht.

Und die können sehr unterschiedlich sein: Gewichtabnahme, Steigerung des Wohlbefindens, Prävention usw.

Hierfür benötigt er fundiertes Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie zum Beispiel Anatomie, Bewegungslehre, Ernährungslehre, Sportmedizin, dazu eine gehörige Portion Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Geduld.

Allein mit Sportkursen ist es nicht getan.

Mit dem Organisationstalent eines Firmenchefs leitet er sein Kleinunternehmen, kümmert sich um Steuererklärungen sowie sonstige Formalitäten und kennt die wichtigsten Strategien, um sich erfolgreich zu vermarkten.

Hast Du das Zeug zum Sport Coach? Ein Trainerschein ist nicht alles! Wer topfit und bereits jahrelang sportlich aktiv ist, steht gegenüber Neueinsteigern eindeutlich im Vorteil. | Quelle: pixabay

Was spricht für eine Ausbildung als Personal Trainer?

Eine Trainerlizenz zu absolvieren ist die einfachste Art, Sport Coach zu werden.

Der Abschluss bleibt ein Leben lang bestehen, wobei das Niveau je nach angestrebter Zielgruppe frei gewählt werden kann.

Die grundlegenden Kenntnisse im Bereich Fitness bekommt Ihr durch die B-Lizenz vermittelt.

Wer allerdings gesundheitsorientiertes Training beispielsweise für Reha-Patienten, Senioren, Schwangere oder Fettleibige anbieten möchte, sollte seine Kenntnisse durch die A-Lizenz vervollständigen, die auf den B-Schein aufbaut.

Selbst wenn Ihr Euch fit fühlt, und denkt, den eigenen Körper zu kennen, könnt Ihr die gesammelten Erfahrungen nur beschränkt auf andere Personen anwenden.

Was für Euch klappt, ist für andere noch lange kein Wundermittel.

Immerhin ist jeder Mensch verschieden, hat einen anderen Stoffwechsel, reagiert unterschiedlich auf Belastung.

Denn ein komplexes Zusammenspiel aus Umwelteinflüssen, Gewohnheiten (sei es Ernährung, Schlaf oder Bewegung), Hormonen, genetischer Veranlagungen sowie der Vorgeschichte eines jeden Einzelnen erfordern tiefgründiges sportmedizinisches Hintergrundwissen und Feinfühligkeit, um den Bedürfnissen des Klienten gerecht zu werden.

Wer einen Personal Trainer engagiert, will nicht in eine Schublade gesteckt werden, sondern ist auf der Suche nach einer individuellen Lösung und einem maßgeschneiderten Training.

Anders ausgedrückt: Wenn Ihr ein Schuhgeschäft hättet, würdet Ihr auch nicht nur Eure eigene Größe verkaufen!

Zugegeben: Personal Training ist Vertrauenssache.

Wer sich zum Erreichen seiner sportlichen Ziele einem Coach anvertraut, besitzt in vielen Fällen nicht ausreichend Fachwissen auf diesem Gebiet.

Die Gesundheit Eures Klienten liegt also in Euren Händen.

Seid Euch bewusst, welch hohe Verantwortung Ihr damit tragt: ein Misserfolg kann weitaus schlimmer sein als nur die Enttäuschung, wenn das gewünschte Trainingsziel nicht erreicht wird.

So kann ein unangemessenes Training beispielsweise Verletzungen, Sehnenentzündungen und Schmerzen und  zur Folge haben.

Daher ist es nicht selten, als frischgebackener Fitnesstrainer auf ein gewisses Misstrauen von Seiten der Kunden zu stoßen.

Bevor sie Eure Hilfe in Anspruch nehmen, wollen sie Euch zunächst näher kennenlernen, um nachzuvollziehen, ob Ihr das notwendige Fachwissen besitzt.

Wer seine Glaubwürdigkeit durch die üblichen Trainerlizenzen untermauern kann, ist hier ganz klar im Vorteil.

Versetzt Euch einmal in Eure Kunden hinein: Was wäre Euch bei der Auswahl einer Trainers am wichtigsten?

Welche Möglichkeiten gibt es, sich als Sport Coach zu vermarkten? Wer sich als Personal Trainer selbstständig macht, sollte die Grundlagen der digitalen Vermarktung beherrschen. | Quelle: pixabay

Wie kann ich trotzdem als Fitnesstrainer arbeiten ohne Trainerschein?

Eine Lizenz macht noch keinen guten Trainer!

Und Fitness Trainer werden bedeutet weitaus mehr als nur einen Wochenendkurs zu besuchen.

Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, Spanien, Australien oder den USA, wo der Arbeitsmarkt selbst unqualifizierten Personen mit genug Motivation und Anpassungsvermögen eine Chance auf interessante Berufsmöglichkeiten bietet, nimmt man es in Deutschland mit den Ausbildungen und Abschlüssen sehr ernst.

Während andere Trainer durch Weiterbildungen, zusätzliche Kurse und Zertifizierungen ein regelrechtes „Wettrüsten“ betreiben, erfordert es viel Mut und Durchhaltevermögen, gegen den Strom zu schwimmen.

Tatsächlich gibt es vereinzelt Trainer, die ohne Trainerschein Kurse geben. Wie ist das möglich?

Das liegt daran, dass der Personal Trainer in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist.

Es gibt keine einheitlichen, staatlich vorgegebenen Ausbildungsinhalte.

Im Grunde genommen darf sich jeder als Fitnesstrainer bezeichnen.

Allerdings ist es strengstens verboten, den Besitz einer Trainerlizenz vorzutäuschen oder diesbezüglich irreführend zu werben.

Ob Ihr als Trainer Anerkennung findet, entscheidet am Ende allein Euer Kunde.

Auch wenn man sich natürlich durch eine Ausbildung qualitativ hervorheben kann, sind noch viele weitere Kriterien ausschlaggebend.

Das Aushängeschild eines Fitnesstrainers ist sein Erscheinungsbild.

Dazu gehört weitaus mehr als nur ein sportliches Outfit zu bestellen und sich eine Stoppuhr umzuhängen.

Vielmehr geht es darum, selbst das zu verkörpern, was Eure Kunden von Euch erwarten.

Bei Kunden, die Muskeln aufbauen und fitter werden möchten, werdet Ihr natürlich mit einer gesunden Lebensweise und einer sportlichen Figur viel mehr Erfolg haben.

Besonders wer als völliger Neuling den Berufseinstieg wagt, sollte zunächst selbst regelmäßig Sport machen: Nur so könnt Ihr verstehen, wie Stärke und Ausdauer gesteigert werden können, wie der Körper auf Anstrengung reagiert und welche Rolle eine ausgewogene Ernährung spielt.

Möchtest Du eine Ausbildung als Sport Coach absolvieren? Um Fitnesstrainer zu werden, müsst Ihr Euch ein umfangreiches Fachwissen aneignen. | Quelle: pixabay

Aber woher bekommt man das nötige Wissen, um seine Klienten fachkompetent zu beraten?

Im Idealfall habt Ihr bereits Erfahrung in einem anderen, ebenfalls anerkannten Sportberuf.

Für alle anderen beginnt nun das Selbststudium.

Aber Vorsicht bei der Auswahl Eurer Informationsquellen.

Das Fachwissen, das Ihr benötigt, um mit den „echten“, das heißt qualifizierten Trainern mitzuhalten, findet man nicht in profanen Zeitschriften, die irgendwo im Wartesaal herumliegen.

Abonniert eher Fachmagazine wie Trainer oder Leistungslust, um praxisnahe Informationen zu erhalten.

Anstatt „querbeet“ zu lesen, macht es Sinn, sich zumindest über die Kursinhalte der anerkannten Institute wie z.B. der Deutschen Fitnesslehrervereinigung zu informieren, um zu wissen, nach welchen Informationen Ihr suchen müsst.

Diejenigen, die in der Nähe einer Universität wohnen, können als Gasthörer an Lesungen teilnehmen, auch ohne für einen Studiengang angemeldet zu sein.

Und was viele nicht wissen: Unibibliotheken sind öffentlich und stehen allen Menschen zur Verfügung.

Auch wenn ohne Studentenausweis meist leider keine Ausleihe möglich ist, könnt Ihr trotzdem zur Leseratte werden und Euch Notizen machen.

Auch das Internet bietet zahlreiche alternative Schulungsmöglichkeiten.

Da im „Weltweiten Wirrwarr“ bekanntlich jeder Videos hochladen, professionelle Logos erstellen und Kurse geben kann, solltet Ihr Euren Ausbilder vorher genau unter die Lupe nehmen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Bewährt haben sich die sogenannten MOOCs („Massive Offene Online-Kurse“).

Bei Anbieten wie iversity, Coursera oder OpenCourseWorld könnt Ihr teilweise kostenlos auf ein breit gefächertes Kursangebot zahlreicher Partner-Universitäten der unterschiedlichsten Länder zugreifen.

Je nach Anbieter können allerdings Gebühren für das Ausstellen einer Teilnahmebescheinigung anfallen.

Leider bieten diese Plattformen keinen einheitlichen Kurs für angehende Personal Trainer, sondern eher einzelne Themenbausteine wie Gesundheit oder Bewegungslehre.

Um Eure Chancen auf einen guten Kurs zu erhöhen, solltet Ihr der englischen Sprache mächtig sein, da nur vereinzelt Unterrichtsmaterial auf Deutsch angeboten wird.

Auf der Suche nach Anerkennung als Fitness Coach

Wie bereits erwähnt ist die Welt der Sport- und Fitnessberufe durch einen harten Konkurrenzkampf geprägt.

Ein unqualifizierter Trainer wird trotz mühevoll angeeignetem Fachwissen und jahrelanger Erfahrung im Sport kaum eine Arbeitsstelle in einem Fitnessstudio bekommen, da diese in den meisten Fällen zum Nachweis der Qualifikationen eine Trainerlizenz voraussetzen.

Nur so können sie den Qualitätsansprüchen ihrer Mitglieder gerecht werden und Streitfälle mit ihrer Versicherung vermeiden.

Zudem drohen dem Betreiber des Sportclubs im Falle einer Verletzung sogar rechtliche Konsequenzen, wenn er keinen Nachweis über die Qualifikationen des zuständigen Trainers erbringen kann.

Ohne Trainerschein wird es ebenfalls schwierig, gesundheitsorientierte Kurse für Zielgruppen mit speziellen Bedürfnissen wie Leistungssportler, Schwangere, oder Übergewichtige anzubieten.

Aber wer bleibt dann?

Um euren Bekanntheitsgrad als Fitness Coach zu erhöhen und Stück für Stück euer Netzwerk aufzubauen, solltet Ihr zunächst mit Menschen aus eurem Umfeld trainieren, die Euch bereits kennen und vertrauen.

Indem Ihr ganz locker und entspannt im Freundeskreis trainiert, könnt Ihr ausprobieren, ob der Beruf Personal Trainer überhaupt zu euch passt.

Zwar wird es schwierig sein, auf kostenpflichtiges Training umzusteigen, obwohl ihr früher doch so oft zusammen trainiert habt.

Aber das Ziel besteht eher darin, durch Familie, Bekannte und Arbeitskollegen an möglichst viele Menschen weiterempfohlen zu werden.

Anstatt völlig unbekannte Menschen durch langes Argumentieren von Euren Fähigkeiten zu überzeugen, hat dann nämlich bereits jemand ein gutes Wort für Euch eingelegt.

Möchtest Du als Fitnesstrainer erfolgreich werden? Schnupperkurse, Empfehlungen durch Freunde, Fitness-Gutscheine zum Verschenken – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, als Sport Coach bekannt und erfolgreich zu werden. | Quelle: pixabay

Positive Erfahrungsberichte und Bewertungen in sozialen Netzwerken sind ebenfalls eine wichtige Grundlage der Vermarktungsstrategie.

Wer trotz alledem skeptisch ist, kann vielleicht durch Schnupperkurse oder sonstige Rabattangebote überzeugt werden und zum treuen Kunden werden.

Im Vergleich zum qualifizierten Trainer sind die Chancen auf Kunden für einen Fitness Coach ohne Trainerschein aber eher gering.

Es bedarf sehr viel Überzeugung und Willenskraft, um sich auf dem konkurrierenden Markt durchzusetzen.

Schon allein das Selbststudium ist mit viel mehr Aufwand verbunden, wohingegen zahlreiche anerkannte Institute ihre Schulungen für beruflich gebundene Menschen auch als Onlinekurse anbieten.

Gut gegliederte Kursinhalte, leicht verständliche „mundgerechte“ Informationen und die Möglichkeit, bei Fragen einen Ausbilder zu kontaktieren, machen diese Fernschulungen so beliebt und erfolgreich.

Wem das Geld für eine Ausbildung als Fitnesstrainer fehlt, dem bieten Anbieter wie ILS, OTL oder SGD übrigens bequeme Ratenzahlungen für die Trainerlizenz an.

Außerdem ist manchmal  sogar eine Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit möglich, wenn die Schulung nachweislich Eure Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht.

Fazit: Die Trainertätigkeit ohne anerkannte Ausbildung in vielen Fällen lediglich eine Notlösung,  um sich den begehrten Trainerschein zu finanzieren.

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