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Wie man mithilfe von Musik Französisch lernen kann

Von Tobias, veröffentlicht am 30/08/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Französisch Lernen mit Musik: Tipps für den Französischunterricht

„Musik ist die Sprache der Gefühle“, sagte im 18. Jahrhundert schon der Philosoph Emmanuel Kant.

Seit den Zeiten der Aufklärung wurde die Musik aber – abseits der Oper – auch um die wirkliche Sprache erweitert.

Schon die griechischen Philosophen verglichen Harmonielehre mit mathematischen Formeln. Heute sind Sprache und Musik fest miteinander verknüpft.

In gewisser Weise haben moderne Songs damit den Platz der ehemals populären Gedichte eingenommen.

Denn durch Musik werden, genau wie in Gedichten, Gefühle und Gedanken auf künstlerische Art und Weise ausgedrückt.

Auch Pädagogen nutzen die Popularität der Musik für Ihre Zwecke. Das gilt auch für Frankreich und Französisch.

Sei es, um Anfängern die Sprache schmackhaft zu machen oder Fortgeschrittenen noch einige Nuancen beizubringen: Lehrer haben allen Grund, die interaktive Komponente der Musik mit in den Schulunterricht einzubeziehen.

Egal, ob Ihr an der Uni, am Gymnasium oder auf einer anderen Schule seid bzw. Privatunterricht mit einem Lehrer bei Euch zuhause nehmt: Französisch Lernen mit Musik lohnt sich in jedem Fall!

Also, lasst und gemeinsam einen Blick in die Welt der französischen(Schul)- Musik werfen!

Welche Lieder werden im Französischunterricht am häufigsten behandelt?

Zahlreiche Studien zeigen, dass immer mehr Kinder in Frankreich und Deutschland unter Schlafmangel und daher rührender Konzentrationsschwäche leiden.

Viele Lehrer scheitern daran, die Aufmerksamkeit der Schüler für sich zu beanspruchen und ihnen etwas beizubringen. Das gilt auch für die besten Schulen des Landes!

Es besteht also Handlungsbedarf. Eine Möglichkeit wäre, mehr Lieder und Musik in den Unterricht einzubauen.

Aber wir fordern natürlich nicht, dass man „Hänschen Klein“ singt, wie vielleicht schon vor mehreren hundert Jahren!

Musik spielt eine wichtige Rolle in unserem Alltag. Schon die ganz kleinen Kinder singen in der Grundschule gemeinsam Weihnachtslieder.

Mit steigendem Alter werden auch die Lieder nach und nach etwas anspruchsvoller, auch wenn sie sich am Anfang oft noch reimen.

Französische Musik gibt es für jede Altersklasse Je nach Jahrgangsstufe werden in Frankreich unterschiedliche Songs in der Schule behandelt / Quelle: Pixabay

Französische Kleinkinder lernen z.B. „Ainsi font font font les marionnettes“, „Alouette“, „Ah les crocodiles“.

Sie bekommen so ein immer besseres Gespür für die Aussprache ihrer Muttersprache und vergrößern ihren Wortschatz.

Choreographische Elemente eignen sich ebenfalls gut für den Unterricht, da so die Koordination und das Gedächtnis verbessert werden.

Ihr merkt schon, die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen sind oft sehr unscharf und sie können problemlos ineinander übergehen.

Wenn die Kinder in Frankreich älter werden, dann stehen nach und nach Lieder mit komplexen, teilweise Unterschwelligen Botschaften an. Man kann ja nicht immer nur von Krokodilen singen! 😉

Hier eine Auswahl von Liedern:

  • Auto-Stop“ von Maxime le Forestier, dank dessen Witz die Schüler sich gerne mit der Materie beschäftigen
  • Le Plat pays“ von Jacques Brel, wo man noch einiges über Geographie lernen kann
  • La Chanson pour l’Auvergnat“ von Georges Brassens, mit vielen wichtigen moralischen Einflüssen
  • Nous dormirons ensemble“ von Jean Ferrat, in Anlehnung an ein Gedicht von Louis Aragon.

Beim letzten Beispiel merkt man noch einmal die enge Beziehung zwischen Gedichten und Liedern.

Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass Gedichte im Schulunterricht oftmals nicht besonders gut bei den Schülern ankommen.

Wenn man den Text aber gemeinsam singen kann, ist das ganz was anderes!

Dann bietet sich im Anschluss die Möglichkeit, den Songtext literarisch zu analysieren. Das geht mit Hip-Hop, Rock und allen anderen Musikrichtungen, solange es einen Text gibt!

Welche modernen Künstler werden an französischen Schulen behandelt?

Dafür müssen wir zunächst einmal das Wörtchen „modern“ definieren. In der Alltagssprache bedeutet modern so viel wie aktuell, auf dem neuesten Stand, teilweise auch, was gerade angesagt oder „in“ ist.

In der Wissenschaft bezeichnet die „Moderne“ aber ganz und gar nicht ausschließlich das, was gerade angesagt ist.

Die Moderne sind dort die drei Jahrhunderte zwischen der Entdeckung Amerikas (1492) und der französischen Revolution (1789).

In diesem Artikel möchten wir Euch aber nicht mit Volksliedern auf dem 16. Jahrhundert langweilen, sondern lieber auf die Musik des 20. Und 21. Jahrhunderts näher eingehen.

Viele Songs der Künstler aus dieser Zeit sind heute schon echte Klassiker geworden und werden durchaus auch im Musikunterricht besprochen.

Die französische Musikwelt hat einige große Namen hervorgebracht Vielleicht haben Eure Eltern noch einige alte Platten von Piaf auf dem Speicher? / Quelle: Pixabay

In Frankreich sind die berühmtesten Interpreten dieser Zeit Edith Piaf, Michel Polnareff, Serge Gainsbourg, Francis Cabrel, Jean-Jacques Goldman, Hugues Aufray, Julien Clerc und viele mehr.

Sie schreiben jedoch nicht alle ihre Texte selber!

Literarisch und inhaltlich betrachtet sind es eher große Talente wie Didier Barbelivien und Jean-Louis Aubert, die mit den großen Dichtern vergangener Jahrhunderte mithalten könnten.

Bei jungen Menschen spielt das aber meist eher eine untergeordnete Rolle.

Les Cowboys Frinants, Stupleflip, Les Blaireaux, Matmatah und die Ogres de Barback sind da schon angesagter! Oft haben ihre Lieder eine philosophische Aussage.

Diese französischen Lieder haben es zu internationalem Renommee gebracht

Neben englischer, spanischer und italienischer Musik haben es auch französische Lieder immer wieder in die internationalen Charts gebracht.

Sie vermitteln meist ein romantisches Bild von Frankreich und seinen Bewohner und bewirken damit, dass immer mehr Leute sich für unser Nachbarland begeistern.

Das führt dann wiederum in vielen Fällen dazu, dass sich diese Menschen dazu  entscheiden, Französisch als zweite Fremdsprache zu erlernen.

Aber auch wenn man als Ausländer bei einem französischen Lied oft nichts versteht, kann man doch viel daraus ziehen.

Neben den Gitarren-Akkorden, der Melodie und dem Takt kann man durchaus auch die Aussprache schön finden, ohne den Inhalt zu verstehen.

Das stimmt besonders für das schöne Französisch!

Auf Eurem Smartphone habt Ihr die französischen Klassiker immer dabei Zuhause mit Kopfhörern französische Musik hören – eine gute Idee! / Quelle: Pixabay

Französische Mainstream-Musik, die es weltweit zu etwas gebracht hat, ist recht vielseitig.

Da gibt es zum Beispiel den „Mistral Gagnant“, „Ne me quitte pas“, „Amsterdam“, „La Vie en Rose“, „La Javanaise“, „La Bohème“ und natürlich die zahlreichen Songs von Dalida.

Wenn Ihr gerade mit dem Französisch Lernen angefangen habt, dann eignen sich natürlich Lieder mit weniger komplexen Texten besser für Euch.

Diese sind dann vielleicht weniger bekannt, aber pädagogisch in diesem Fall wertvoller.

Als Beispiele seien hier genannt „Le petit renne au nez rouge“ von Céline Dion, „Toujours debout“ von Renaud, „Quand on n’a que l’amour“ von Jacques Brel oder – noch moderner – „Que reste-t-il de nos amours“ von Julien Doré.

Berühmte französische Musiker, die es im Ausland zu etwas gebracht haben

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Erfolg hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, zu denen natürlich auch Talent gehört. Aber auch harte Arbeit und der kulturelle Hintergrund einer Person sind entscheidend.

Komischerweise gibt es Künstler, die im Inland die absoluten Stars sind, die man aber im Ausland kaum kennt.

Genauso gibt es solche, die im chinesischen oder russischen Radio rauf und runter laufen, bei uns zuhause aber eher kleine Lichter sind.

Die allerbesten unter den Künstlern, auch in Frankreich, sind aber im In-und Ausland gleichermaßen beliebt.

Aber welche französischen Künstler werden im Ausland eigentlich am meisten gehört?

Generell gibt es fünf verschiedene Kategorien von Musikern in Frankreich: Sänger, Französische Klassiker (Chansons), Pop-Sternchen, Dance-Musiker und Diverse.

Die erste Kategorie ist auch gleichzeitig die mit dem meisten Erfolg, mit Giganten wie Edith Piaf (besonders in angelsächsischen Ländern beliebt), Celine Dion (Nord-Amerika), Mireille Mathieu (Brasilien, Japan, Korea, Russland), Patricia Kaas (Niederlande, Österreich, Griechenland, Deutschland, Neu-Seeland), Garou und Natasha St-Pier (Polen und Nord-Amerika).

Viele Franzosen haben es zu Weltruhm gebracht Einige französische Künstler haben auch in Deutschland die Konzerthallen voll gemacht / Quelle: Pixabay

Naturgemäß finden sich in dieser Aufzählung auch einige Kanadier, denn sie öffnen die Tür für die französische Sprache in ganz Nord-Amerika.

Viele Poesie-Verliebte in ganz Europa haben in Joe Dassin und Aznavour ihre französischen Idole gefunden. Die franko-amerikanische Herkunft des letzteren hat zweifelsohne ebenfalls zu seinem weltweiten Erfolg beigetragen.

St Michel Polnareff wollte sogar zwischenzeitlich nach Amerika auswandern, was wohl kein Problem für ihn geworden wäre.

Heute schlägt vor allem der französische Pop internationale Wellen mit Alizée und der unnachahmlichen Mylène Farmer, die es beide in die Radiosender ganz Europas geschafft haben.

Dance-Lieder aus Frankreich sind im Ausland weniger bekannt.

Dafür wird die französische Sprache auch von ausländischen Interpreten hochgehalten: Lolita Jolie (eine Deutsche mit ihrem Song „Joli garcon“, In-Grid (eine Italienerin, auch wenn das nur die wenigsten wissen) und Stromae (ein Belgier).

Die Kategorie „Divers“ rundet die französische Musikszene ab mit Interpreten wie Carla Bruni, Stancey Kent, Ben l’Oncle Soul und Zaz. Auch hier sind wieder einige mehrsprachige Personen mit dabei!

Carla Bruni wurde in Italien geboren, wie es ihr Vor- und Nachname vermuten lassen. Sie fasst die gesamte Liebe der französischen Sprache und Kultur in Worte.

Neben ihr gibt es aber natürlich noch viele andere Künstler, die sich in Frankreich verliebt haben und jetzt in dieser Sprache ihre Lieder schreiben!

Mit ein wenig Übung könnte Euch das auch gelingen, vorausgesetzt, Ihr habt Euch schon einmal mit dem Thema Komposition beschäftigt.

Falls nicht, dann hört Euch doch einfach einmal durch ein paar der berühmtesten französischen Lieder.

Unser Tipp: Sucht auf Google nach dem entsprechenden Songtext.

Nach und nach werdet Ihr immer mehr verstehen und am Ende sogar mitsingen können!

Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Üben!

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