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Was macht einen guten Nachhilfelehrer aus?

Von Christiane, veröffentlicht am 29/05/2017 Superprof Blog DE > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Was ist ein Nachhilfelehrer?

Als Privatlehrer bzw. Nachhilfelehrer beschäftigst Du Dich mit Deinen Spezialgebieten, gibst Dein Wissen weiter und bekommst auch noch Geld dafür. Könnte es einen idealeren Job geben?!

Ob Dein Schüler Anfänger ist oder bereits über fortgeschrittene Kenntnisse verfügt, ob er um seine Versetzung bangt oder das Abitur schaffen will: Deine Rolle besteht darin, ihn anzuleiten und ihn zum selbstständigen Lernen zu befähigen, damit er seine Leistungen im betreffenden Fach verbessert.

In diesem Artikel wirst Du erfahren, was ein Nachhilfelehrer macht, welche Fähigkeiten er mitbringen muss, welche Abschlüsse nötig sind oder nicht…

Tauche also ein in die wunderbare Welt der Privatlehrer!

Ein Privatlehrer muss seinem Schüler Unterricht nach Maß erteilen

In diesem Beruf ist Anpassungsvermögen unabdingbar.

Als Nachhilfelehrer musst Du Dich an das Niveau des Schülers, die gegebenen Umstände, die jeweilige Situation anpassen können.

Und da Irren menschlich ist, kann es nichts schaden, wenn Du Dich gelegentlich auch selbst in Frage stellst. Schließlich muss die Chemie zwischen Dir und Deinem Schüler stimmen!

Darüber hinaus solltest Du, wenn du Nachhilfelehrer werden möchtest über didaktische Kompetenzen verfügen. Wenn Du merkst, dass Dein Schüler im Unterricht mit einer bestimmten Lehrmethode nicht zurechtkommt, solltest Du eine andere anwenden. Auch hier wird Anpassungsfähigkeit groß geschrieben.

Besitzt Du Einfühlungsvermögen? Arbeite in Deinem Nachhilfeunterricht mit Deinem Schüler zusammen.

Jeder Schüler ist anders und braucht womöglich eine andere Lehrmethode. Mit Einfühlungsvermögen und Kreativität kannst Du ihm das nötige Fachwissen vermitteln.

Versteht Dein Schüler z.B. einmal eine Übung nicht, erkläre sie ihm auf andere Weise. Versuche, Dich in ihn hineinzuversetzen und zu verstehen, warum er hier Schwierigkeiten hat. Biete ihm andere Lerntechniken wie Eselsbrücken an.

Bereite Deinen Nachhilfeunterricht gut vor. Notiere z.B. auf einem Blatt Papier die Lernziele, die in einer Unterrichtsstunde erreicht werden sollen.

Das Ziel Deiner Nachhilfe ist maßgeschneiderter Einzelunterricht, der es dem Schüler erlaubt, auf ganz individuelle Probleme und Fragestellungen einzugehen.

Privatunterricht – Vertrauen ist das A und O

Als guter Nachhilfelehrer bist Du auch gleichzeitig Pädagoge.

Als Privatlehrer erbringst Du eine personenbezogene Dienstleistung, bist also in direktem Kontakt mit Deinem Schüler.

Ein gutes Vertrauensverhältnis ist demnach entscheidend, denn je besser Euer Kontakt zueinander, desto leichter wird Deinem Schüler das Lernen und Dir selbst das Lehren fallen, und desto selbstbewusster wird Dein Schüler im betreffenden Fachgebiet.

Um ein Vertrauensverhältnis zu Deinem Schüler aufzubauen, brauchst Du natürlich nicht sofort sein Kumpel werden, sondern Du solltest den Lernstoff auf lockere Weise und mit Geduld vermitteln und gleichzeitig Deine Autorität wahren.

Ein Nachhilfelehrer sollte auch Einfühlungsvermögen besitzen, um einschätzen können, warum der Schüler im jeweiligen Fachgebiet Schwierigkeiten hat.

Durch ein fundiertes Vertrauensverhältnis hilfst Du dem Kind, seine Leistungen zu verbessern.

Die wichtigsten Eigenschaften eines guten Nachhilfelehrers sind also Pädagogik, Verständnis und Methodik.

Verhaltenscoaching – die Grundlage im Privatunterricht

Verhaltenscoaching im Zusammenhang mit Nachhilfeunterricht bedeutet, dass Du dem Schüler beibringst, ein bestimmtes Verhalten abzulegen, das ihn beim Lernen blockiert.

Als Privatlehrer wirst Du Schüler unterrichten, die teils schwerwiegende Schulprobleme haben. Solche Kinder haben im Allgemeinen wenig Selbstvertrauen und denken, dass sie zu nichts fähig seien.

Sie werden von dem negativen Grundgedanken „Das schaffe ich sowieso nicht“ geleitet, welcher in ihrem (Lern-)Verhalten zum Ausdruck kommt und sie folglich blockiert.

Durch Verhaltenscoaching gibst Du Deinem Schüler neues Selbstvertrauen, baust seine negativen Gedanken ab und löst seine Blockaden auf. Aus „Das schaffe ich sowieso nicht“ wird so: „Das schaffe ich!“.

Hier einige Tipps für Dich als Nachhilfelehrer:

  • Gib Deinem Schüler Ratschläge, um bessere Leistungen zu erbringen: im Unterricht zuhören, Fragen stellen, wenn er etwas nicht versteht, im Unterricht ordentlich mitschreiben, wichtige Begriffe unterstreichen, farblich markieren, umranden…
  • Versuche, Dich in Deinen Schüler hineinzuversetzen, wenn er eine Übung nicht lösen kann
  • Leite Deinen Schüler an, ohne ihm die Antwort vorzusagen, z.B. indem Du die Aufgabenstellung umformulierst
  • Lasse ihn Eselsbrücken erfinden, mit denen er sich Zusammenhänge merken kann
  • Ermutige Deinen Schüler und lobe ihn, damit er die Lust nicht verliert und merkt, dass er es auch alleine schaffen kann.

Gibst du kreative Lerntricks? Ein guter Nachhilfelehrer hilft seinem Schüler mit visuellen Lerntricks.

Muss ein Nachhilfelehrer das Staatsexamen haben?

So manch einer, der überlegt, Nachhilfe anzubieten, fragt sich: Muss man als Nachhilfelehrer auf Lehramt studiert haben?

In den meisten Fällen besitzen Nachhilfelehrer einen akademischen Abschluss oder sind Studenten, haben also fundierte Kenntnisse in einem bestimmten Gebiet. Doch ein Studium ist keine zwingende Voraussetzung, um Nachhilfe geben zu können.

Gefordert werden ausreichend fachliche Kenntnisse in der jeweiligen Materie, welche auch auf andere Weise (beispielsweise durch einen Zertifikatslehrgang, berufliche Erfahrung oder eine Fortbildung) nachgewiesen werden können. Außerdem gibt es viele Leute, die ihre Muttersprache, also beispielsweise Deutsch unterrichten und damit ausländischen Schülern helfen.

Darüber hinaus sind es vor allem Eigenschaften wie Geduld, Ausdauer, Einfühlungsvermögen sowie die Fähigkeit, anderen komplexe Zusammenhänge auf verständliche Art erklären zu können, die es einem erlauben, als Privatlehrer erfolgreich zu sein.

Ein Nachhilfelehrer braucht also nicht unbedingt das Staatsexamen, um Nachhilfe anbieten zu können – ein gewisses pädagogisches Geschick sollte aber dennoch vorhanden sein!

Daneben gibt es natürlich auch noch diverse Formalitäten zu beachten, damit Du ein erfolgreicher Nachhilfelehrer werden kannst.

Vielfalt im Werdegang des Nachhilfelehrers – Vielfalt im Nachhilfeunterricht

Um schnell und effizient Nachhilfeschüler zu finden, ist eine gut formulierte Anzeige der einfachste Weg.

Auch wenn Deine Abschlüsse für Deine Glaubwürdigkeit und Bezahlung wichtig sind, solltest Du in Deiner Anzeige für Nachhilfeunterricht ebenfalls Deine nichtberuflichen Erfahrungen hervorheben.

Alles, was Du gemacht und erlebt hast, kann Dir im Nachhilfeunterricht von Nutzen sein.

Betreibst Du z.B. einen bestimmten Sport?

Über-sich-selbst-Hinauswachsen, Ausdauer, Stolz, etwas erreicht zu haben… Alle diese Eigenschaften kannst Du an Deine Schüler weitergeben.

Du bist selbstständig?

Dann hebe die Entschlossenheit und Eigenständigkeit hervor, die zum Erreichen eines Ziels nötig sind. Eigenschaften, die nicht nur bei der Kundenakquise sondern auch im Abitur wichtig sind.

Welche Fächer kannst Du unterrichten?

Nachhilfeunterricht kann beispielsweise in den folgenden Bereichen gegeben werden:

  • Wissenschaft: Mathematik, Physik, Chemie, Erdkunde, Biologie
  • Literatur: Deutsch, Philosophie
  • Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Arabisch, Japanisch…
  • Wirtschaft: Buchhaltung, VWL, Marketing
  • Geschichte
  • Musik: Klavier, Geige, Gitarre, Schlagzeug, Gesang…
  • Informatik
  • Sport: Coaching, Tennis, Schach…

Ein facettenreicher Privatlehrer gibt facettenreichen Privatunterricht. Vielfalt im Werdegang eines Privatlehrers kann von Nutzen sein!

☞ Erhalte hier weitere wertvolle Tipps zum Verfassen einer Anzeige für Nachhilfeunterricht.

Seit wann gibt es Nachhilfelehrer?

Welche Arten von Privatlehrern gibt es?

Der Hauslehrer

Die Ursprünge des Nachhilfelehrers gehen auf den Hauslehrer zurück, der Kinder adliger Familien zu Hause unterrichtete. Hauslehrer gab es schon im antiken Griechenland: So hatte in der griechischen Mythologie Telemachos, der Sohn des Odysseus, einen Hauslehrer namens Mentor.

Heute ist ein Nachhilfelehrer jedoch nicht mehr mit einem Hauslehrer zu vergleichen, da letzterer nur einen einzigen Schüler in allen Fächern unterrichtete. Der Nachhilfelehrer hingegen unterrichtet mehrere Schüler jeweils individuell in einem oder wenigen Fächern.

Der Repetitor

Der Repetitor gibt ebenfalls Nachhilfe.

Wie sein Name schon sagt, wiederholt der Repetitor mit dem Kind den Unterrichtsstoff, damit es diesen versteht und verinnerlicht.

Dies tut auch der Nachhilfelehrer, doch sein Aufgabenbereich geht noch viel weiter.

Was bedeutet also „Nachhilfelehrer“?

Ein Nachhilfelehrer ist in einem Fach (Deutsch, Geschichte…) oder einem Fachgebiet (Wissenschaft, Sprachen…) spezialisiert.

Neben der Wiederholung des Unterrichtsstoffs vertieft der Nachhilfelehrer zum besseren Verständnis den Lerninhalt und geht somit über das im Unterricht Gelernte hinaus. Er schließt somit Wissenslücken und ergänzt das Wissen durch zusätzliche Informationen.

Das alles kann der Nachhilfelehrer machen:

  • Nachhilfeunterricht: Der Nachhilfelehrer erklärt dem Schüler den Unterrichtsstoff eines oder mehrerer Fächer.
  • Hausaufgabenbetreuung: Der Nachhilfelehrer hilft dem Schüler bei seinen Hausaufgaben.
  • Privatunterricht: Der Nachhilfelehrer unterrichtet seinen Schüler in einem Fach, in dem dieser Schwierigkeiten hat (Mathematik, Deutsch…) oder in einem ganz neuen Gebiet (Klavier, Gitarre, Informatik, Chinesisch…).

Dabei ist der Nachhilfelehrer keineswegs an das typische Format „Einzelnachhilfe beim Schüler zu Hause“ gebunden – ganz im Gegenteil: Nachhilfe kann auch an ganz ungewöhnlichen Orten stattfinden!

Und wenn Du selbst nicht mobil bist oder Dich eine Krankheit oder die Betreuung von Kindern und Angehörigen ans Zuhause binden, denke doch auch einmal darüber nach, Online-Nachhilfe via Webcam zu geben.

Wie hoch ist der Stundenlohn eines Nachhilfelehrers?

Du willst Nachhilfeunterricht anbieten und fragst Dich: Wie viel Geld kann ich fürs Nachhilfe geben verlangen?

Möchtest Du mit Nachhilfe leicht Geld verdienen? Nachhilfeunterricht ist leicht verdientes Geld.

Der Tarif Deiner Nachhilfestunde hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Dein Niveau: Hast Du schon langjährige Unterrichtserfahrung bzw. bist oder warst Du von Beruf Lehrer? Bist Du Bachelor-/Master-Student? Bist Du zweisprachig?
  • Das Niveau Deines Schülers: Primarbereich, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Student? Muss er sich auf eine bestimmte Prüfung wie den Mittleren Schulabschluss (MSA) oder das Abitur vorbereiten? Muss er sich auf eine Aufnahmeprüfung vorbereiten?
  • Die Dauer Deines Unterrichts: 30 Minuten, 45 Minuten, 1 Stunde, 2 Stunden, …?
  • Dein Unterrichtsfach: privater Musikunterricht kostet im Allgemeinen mehr als Nachhilfe in Mathematik
  • Deine Stadt: in München z.B. kostet Nachhilfe im Durchschnitt mehr als beispielsweise in Duisburg
  • Die Kontaktaufnahme: Eine Agentur bzw. ein Institut legt die Tarife im Voraus fest. Auf Internetseiten oder in Annoncen kannst Du Deine Tarife selbst bestimmen.

Um Dir eine Orientierung zu geben: Studenten nehmen zwischen 8 und 18 Euro pro Stunde, ausgebildete Lehrkräfte können dagegen bis zu 50 Euro pro Stunde verlangen, wobei es nach oben hin eigentlich keine Grenze gibt. Tipp: Schau Dir die Stundenlöhne und jeweiligen Qualifikationen der Konkurrenz an, um Deinen Tarif anzugleichen.

Wenn Du auf selbstständiger Basis Privatunterricht gibst, musst Du i.d.R. kein Gewerbe anmelden. Der Einkommenssteuerfreibetrag beträgt 8.820 Euro im Jahr (Stand 2017), wobei bestimmte Ausgaben wie Fachliteratur, Papier, Fahrtkosten etc. natürlich geltend gemacht werden können.

Zusammenfassung:

  • Ein Nachhilfelehrer muss Anpassungsvermögen haben und ein guter Pädagoge sein.
  • Er muss zu seinem Schüler ein Vertrauensverhältnis aufbauen.
  • Der Nachhilfelehrer darf sich ruhig psychologischer Kniffe bedienen und das Verhalten des Schülers coachen, um ihm zu helfen
  • Ein Lehramtsstudium ist nicht nötig, doch ein Abschluss bzw. nachweisbare Erfahrung im Unterrichtsfach wird empfohlen
  • Dein Stundenlohn orientiert sich an Deinem Niveau, Deiner Erfahrung, dem Niveau des Schülers, dem Unterrichtsfach und der geographischen Lage.

Lust bekommen? Dann werde auch Du Nachhilfelehrer! Finde hier nochmals zusammengefasst alle wichtigen Tipps, um Nachhilfe zu geben.

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