Egal ob Zivilrecht, Öffentliches Recht oder Strafrecht, die Klausuren im Jurastudium sind keine bloße Wissensabfrage in Form eines Multiple-Choice-Tests oder einer Reihe von Essay-Fragen.

Entgegen vieler Vorurteile geht es bei Jura nämlich gerade nicht um bloßes Auswendiglernen, sondern um das Lernen gewisser juristischer Fertigkeiten und die Aneignung der spezifischen Denkweise von Jurist/innen.

Deshalb sind die Klausuren im Jura-Studium in der Regel in Form von Fällen gestaltet, die Du in nur kurzer Zeit lösen sollst. Ein bisschen wie ein Detektiv also ;D

Leider reicht es aber nicht, einfach Dein BGB oder Dein StGB aufzuschlagen und loszulegen. Das Lösen von Fällen muss man können. Zum Glück kann man das ohne Problem lernen!

In diesem Artikel findest Du deshalb nützliche Tipps und Informationen für die richtige Klausurtechnik. Wendest Du diese Hinweise an, wirst Du jeden Fall im Handumdrehen ohne Probleme lösen. Eine tolle Hilfe!

Sieh Dir auch unseren Leitfaden für Jura-Klausuren an! Hier findest Du zahlreiche hilfreiche Informationen und Hinweise.

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Die Fragestellung gründlich lesen

Viele Studierende schneiden in Klausuren schlecht ab oder fallen sogar durch, obwohl sie den nötigen Stoff eigentlich einwandfrei können.

Das Problem ist, dass viele Studenten und Studentinnen den Sachverhalt oder die Fragestellung vor lauter Aufregung nicht richtig lesen. Das kann schnell zum Problem werden!

Leider bringt es nichts, einfach alles was Du weißt runterzuschreiben – auch wenn es völlig richtig ist –, wenn in der Fragestellung nicht explizit danach gefragt wurde. Da heißt es leider durchgefallen!

Zum Beispiel kann es vorkommen, dass Du Fälle im Strafrecht bearbeitest, in welchen zwei Täter vorkommen: Täter A und Täter B. In der Aufgabenstellung der Klausur wird aber nur nach der Strafbarkeit von Täter A gefragt.

Fängst Du nun an nur die Strafbarkeit von Täter B oder die Strafbarkeit beider Täter zu subsumieren, hast Du die Fragestellung nicht korrekt beantwortet. Richtig wäre es, nur die Strafbarkeit von Täter A zu prüfen.

Andere Fragestellungen können lauten:

  • Hat A Anspruch auf Schadensersatz?
  • A verlangt von B Zahlung des Kaufpreises. Zu Recht?
  • Ist der Bescheid rechtmäßig?
  • Wie haben sich die Beteiligten strafbar gemacht? (Hier ist explizit nach allen Täter/innen gefragt)
  • Wie ist die Rechtslage?
  • Etc.

Deshalb ist es besonders wichtig, die Fragestellung gründlich zu lesen und sich genau an die Aufgabenstellung zu halten.

Find out here how to solve a case.
Willst Du einen Fall lösen, solltest Du Dir die Frage gründlich durchlesen. | Quelle: Unsplash

Darüber hinaus empfehlen wir Dir, die Fragestellung nach dem ersten und vor dem zweiten Lesen des Sachverhalts anzuschauen. Auf diese Weise bist Du beim ersten Lesen unvoreingenommen und weißt beim zweiten Lesen dann, worauf Du im Sachverhalt achten musst.

Den Sachverhalt gründlich und mehrmals lesen

Ja, meistens ist die Zeit in einer solchen Jura-Klausur doch eher knapp bemessen. Dennoch empfehlen wir Dir ausdrücklich, den Sachverhalt besonders aufmerksam und gründlich zu lesen – und das nicht nur einmal!

Mindestens zweimal solltest Du Dir den Sachverhalt komplett durchlesen, am besten sogar drei Mal. So gehst Du dabei vor:

  1. Zunächst einmal gilt es den Sachverhalt einfach erst einmal zu lesen und Dir einen groben Überblick über das Geschehen zu verschaffen. Lies davor nicht die Fragestellung, damit Du unvoreingenommen an den Text gehen kannst. Auf diese Weise fallen Dir möglicherweise Probleme und Besonderheiten auf, die Du ansonsten übersehen hättest.
  2. Danach liest Du den Sachverhalt ein zweites Mal, diesmal mit Blick auf die Fragestellung. Ist zum Beispiel nach der Strafbarkeit des Täters A gefragt, solltest Du darauf besonderes Augenmerk legen. Unterteile den Sachverhalt in verschiedene Tatkomplexe und notiere Dir, welche Straftatbestände für Täter A in Frage kommen (bzw. welche Anspruchsgrundlagen im Zivilrecht oder welche Eingriffs- und Ermächtigungsgrundlagen im Öffentlichen Recht). Merke Dir für das Zivilrecht insbesondere den Satz: Wer will was von wem woraus!
  3. Nun hast Du einen Überblick, welche Straftatbestände Du prüfen musst. Schreibe eine Gliederung, wie Du bei der Prüfung vorgehen wirst. Dann lies den Sachverhalt ein drittes Mal durch und achte besonders auf Besonderheiten in Bezug auf die einschlägigen Straftatbestände: Könnte hier eine aberratio ictus, ein error in persona vorliegen oder ein andere Irrtum? Gibt es Rechtfertigungsgründe? Handelte der Täter schuldlos? Ist die Tat überhaupt vollendet oder liegt ein Versuch vor? Gibt es hier einen relevanten Meinungsstreit, den Du erwähnen solltest? etc.
Jura Klausuren schrieben bedeutet Fälle lösen.
Konzentration und gründliches Lesen sind der erste Schritt beim Fälle lösen. | Quelle: Unsplash

Nur wenn Du den Sachverhalt gründlich durcharbeitest, kannst Du sichergehen, dass Du auch wirklich nichts übersehen hast.

Ich habe mir zum Beispiel immer gerne Notizen an den Rand des Sachverhaltes gemacht, wenn mir eine Besonderheit oder ein bestimmtes Problem aufgefallen ist, oder auch einschlägige Anspruchsgrundlagen aus dem BGB oder Straftatbestände aus dem StGB. Außerdem habe ich mit Textmarkern in verschiedenen Farben gearbeitet.

Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem großen Zeitaufwand klingt, lohnt sich diese Vorgehensweise. Denn hast Du erst einmal eine gründliche Gliederung erstellt, musst Du die Lösung nur noch ordentlich niederschreiben, ohne noch tausend mal im Sachverhalt nachzulesen.

Den Überblick behalten

Anders als bei einer Sachaufgabe im Mathematik-Unterricht in der Schule, kann so ein Jura-Sachverhalt manchmal ganz schön lang sein. Im Schnitt liegt die Länge eines Jura-Sachverhalts irgendwo zwischen 1-2 DinA 4 Seiten, manchmal sogar 3.

Da ist es gar nicht so einfach, wirklich alle Informationen und Hinweise zu erfassen und sich diese auch noch zu merken. Man kann schnell den Überblick verlieren.

Deshalb empfiehlt es sich den Sachverhalt zunächst einmal in mehrere Sachverhaltskomplexe einzuteilen und dann sowohl eine Gliederung als auch eine Skizze zum Sachverhalt anzufertigen.

Für die Skizze machst Du eine Art Schaubild oder eine Mind Map (das hast Du bestimmt schon mal in einem Jura-Buch gesehen).

Ziel ist es, auf nur einen Blick erkennen zu können, wer mit wem in welchem Verhältnis steht. Das ist nicht nur im Strafrecht, sondern auch im Zivilrecht oder Öffentlichen Recht eine große Hilfe, um den Überblick nicht zu verlieren – beispielsweise über die verschiedenen Vertragsverhältnisse.

Ist der Sachverhalt besonders kompliziert und es liegen viele Ansprüche vor, bietet es sich auch an, bei der Skizze chronologisch vorzugehen, um beispielsweise die Eigentums- und Besitzverhältnisse genau nachvollziehen zu können.

You need structure to solve a case.
Beim Fälle lösen musst Du strukturiert arbeiten. | Quelle: Unsplash

In Deiner Gliederung oder auch Lösungsskizze solltest Du sämtliche Punkte beachten, die Du bei Deiner Fall-Bearbeitung prüfen möchtest. Das heißt sämtliche einschlägigen Straftatbestände, Anspruchsgrundlagen, Eingriffs- und Ermächtigungsgrundlagen.

Du musst den Fall also bereits zu diesem Zeitpunkt komplett durchdenken, um nichts zu übersehen.

Bist Du damit fertig, musst Du das Ganze nur noch ordentlich niederschreiben.

Die richtige Klausurtechnik: Der Gutachtenstil

Nachdem Du alles für die eigentliche Fall-Lösung vorbereitet hast, musst Du Dir bei der Niederschrift nicht mehr viele Gedanken machen. Du orientierst Dich einfach an Deiner Lösungsskizze.

Dennoch solltest Du nicht einfach losschreiben, denn im Jurastudium gilt es, nach einem ganz bestimmten Schema vorzugehen: dem sogenannten Gutachtenstil.

Deine Fall-Lösung schreibst Du immer im Gutachtenstil.
Den Gutachtenstil solltest Du im Schlag beherrschen. | Quelle: Unsplash

Während des Jura-Studiums wirst Du sämtliche Klausuren und Hausarbeiten im Gutachtenstil verfassen. Deshalb ist es extrem wichtig, diesen im Schlaf zu beherrschen. Im Referendariat musst Du Dir dann wiederum den Urteilsstil aneignen.

Zum Glück lernst Du diese Technik bereits ab dem ersten Semester!

Dennoch haben wir einen extra Artikel nur zum Thema Gutachtenstil verfasst. Dort kannst Du noch einmal genau durchlesen, worauf Du beim Gutachtenstil achten, was Du unbedingt vermeiden solltest und was eigentlich der Unterschied zum Urteilsstil ist.

Merke Dir schon einmal:

  1. Obersatz / These
  2. Voraussetzungen und Definitionen
  3. Subsumtion
  4. Ergebnis, also die Antwort auf die Rechtsfrage der Klausur

Du solltest in jeder Klausur außerdem immer die verschiedenen juristischen Auslegungsmethoden im Hinterkopf behalten!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.