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Was es zur Entwicklung des Klaviers zu wissen gilt

Von Florence, veröffentlicht am 20/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Die Geschichte des Pianos: Erfahre, wie das Klavier die Welt erobert hat

Das Klavier hat einen ganz besonderen Platz in der Musikgeschichte.

Es wurde aber nicht immer Klavier (nicht einmal Piano) genannt, und nicht jeder hatte schon immer Zugang zu ihm.

Das Klavier hat sich durch die Jahre und Jahrhunderte entwickelt und an immer neue Epochen angepasst.

Manch ein Künstler ist durch das Klavier zur Legende geworden. Legenden, die die Musikgeschichte und die Geschichte im Allgemeinen geprägt haben.

Die große Geschichte des Klaviers ist sehr interessant. Wir fangen gerade erst an, sie zu entdecken.

Alles fing an, als das Klavier noch gar nicht Klavier hieß…

Die Geburtsstunde des Klaviers in Italien & Deutschland

Um zu den Ursprüngen zurückzukehren, muss man bis ins 18. Jh. zurückgehen.

Ein Mann wird die Geschichte verändern: Bartolomeo Cristofori.

Dieser Florentiner entwickelt das erste Tasteninstrument: das Klavichord, oder auch „gravicembalo col piano e forte“ in Italienisch genannt.

Man ist von dem heutigen Klavier noch ziemlich weit entfernt, aber die Idee, auf Tasten zu drücken, die kleine Hämmer aktivieren und dadurch Töne hervorbringen, ist damals schon da.

Cristofori baut bis zu seinem Tode 20 Exemplare.

Die Idee wird dann von einem Deutschen aufgegriffen: Silbermann. Dieser wiederum verbessert die Pläne und den Schlagmechanismus der Hämmer.

Eine neue Instrumentenfamilie ist geboren. Und wenn man in dieser Familie den Großvater ruft, dann erscheint das Hammerklavier

Die ersten Cembalospieler waren Adelige. Als Bartolomeo Cristofori das Cembalo entwickelte, hatte nicht jeder gleich Zugang dazu. | Quelle: Visualhunt.

Das Hammerklavier, der älteste Vorfahre des modernen Klaviers

Mit Silbermanns Forschungen zu Klang und Mechanismus, entsteht 1170 ein neuer Klaviertyp: das Hammerklavier.

Das Klavier, das im Laufe der Geschichte am meisten ästhetische und akustische Verbesserungen erfahren hat, ist das Hammerklavier.

Diese Periode entspricht einer Reihe von Verbesserungen, die von Mozarts Tod (1791) bis zu Schuberts Tod (1828) angedauert haben.

Musikalisch gesehen befinden wir uns im klassischen Zeitalter.

Du darfst das Hammerklavier nicht mit dem Cembalo verwechseln. Das Cembalo wird nicht als der älteste Vorfahre des Klaviers anerkannt.

Dafür gibt es zwei Gründe: Es wurde nach dem Klavier erschaffen, und besitzt außerdem überhaupt nicht die gleichen technischen Eigenschaften.

Der Ton eines Cembalos klingt z.B. gar nicht wie ein Hammerschlag.

Das Cembalo erfuhr außerdem nicht den gleichen Erfolg wie das Klavier. Die Geschichte zeigt es.

Das Instrument hat jedoch viele Verbesserungen erhalten, um den Pianisten der Zeit einen viel mächtigeren Ton mit größeren Ausdrucksmöglichkeiten zu geben.

Dank der industriellen Revolution sind die Fortschritte weit über die Erwartungen der Klaviervirtuosen dieser Zeit hinausgegangen:

  • Verbesserung der Richtigkeit des Klangs,
  • Verbesserung des Klavieranschlags für flexiblere Tasten,
  • Produktion von Stahlseiten größerer Qualität, die resistenter und akkurater sind,
  • bessere Verarbeitung der Gussrahmen.

Eine Zunahme an Herstellerfirmen für den Vorläufer des Klaviers

Die zweite Hälfte des 19. Jh. und der industrielle Boom geben neuen Firmen und Marken die Möglichkeit, ihren Beitrag zur Verbesserung des Hammerklaviers zu leisten.

Der führende Innovator in dieser Zeit ist Deutschland.

Die Marke Blüthner (die erst 1853 entstanden ist) hat gleichzeitig den technischen und ästhetischen Aspekt ihrer robusten Klaviere entwickelt.

Wer würde nicht gerne mal auf einem Blüthner Klavier spielen? Das Familienunternehmen Blüthner bei Leipzig ist einer der ältesten Klavierproduzenten. | Quelle: Visualhunt.

Das Haus Blüthner hat aber auch die ganze kommerzielle Seite entwickelt.

So suchte es seine Kunden nicht nur unter den besten Pianisten der damaligen Zeit, sondern auch bei den Menschen, die das Klavierspielen lernen wollten oder die ihr Image mit dem Prestige des Klaviers aufwerten wollten.

Blüthner wird am Ende vier Verbesserungen seiner Modelle patentieren lassen und sein Angebot vervielfachen.

So ist 1915 das Standardklavier 2,15m lang, wiegt 300kg und deckt 5 Oktaven ab.

Die anderen Firmen mussten also aufholen.

Weißt du wie ein Klavier von innen aussieht? Die Klavierhammer werden seit Jahrhunderten weiterentwickelt. | Quelle: Visualhunt.

Die Virtuosen des Klavierspiels fürs Markenimage

Wie in jedem Bereich und in jedem Zeitalter, muss eine Marke eine Muse haben. Eine Muse, die zeigt, dass das Produkt einzigartig ist.

Für die Klavierproduzenten war es nicht anders.

Sie sind für ihr Image zu den besten Pianisten gegangen, um die Massen davon zu überzeugen, dass ihre Produkte besser als die der Konkurrenz sind.

So haben Beethoven, Chopin und Schubert – um nur einige wenige der besten Pianisten zu nennen – den großen europäischen Klavierproduzenten ihre Namen gegeben.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. gibt es von diesen Firmen immer mehr und so sind es mehr als 20 in 1885.

In dieser Zeit ist das moderne Klavier wirklich geboren.

Die wichtigsten Klavierproduzenten am Ende des 19. Jh.:

  • Blüthner
  • Broadwood
  • Pleyel
  • Erard
  • Stein

Diese Firmen haben sich damals 70% der weltweiten Klavierproduktion geteilt.

Die Klaviere in dieser Zeit hatten alle möglichen Formen und technische und klangliche Eigenschaften.

Man konnte sie sowohl bei Menschen der Mittelklasse finden (die in der industriellen Revolution reich geworden waren und als Erwachsene Klavier Lernen wollten), als auch bei der wohlhabenden Bourgeoisie, die Klaviere für den schönen Klang und für den dekorativen Aspekt als „Möbelstück“ besaß.

Würdest du ältere Klaviere wiedererkennen? Klaviere haben im Laufe der Geschichte immer wieder ihren Look verändert. | Quelle: Visualhunt.

Ein neuer Auftritt: Das moderne Klavier

Mit dem Fortschritt der Wissenschaft, der Industrie und der Produktionstechniken, haben sich die Klaviere verändert und entwickelt, um letztendlich das Instrument zu werden, welches wir heute kennen.

Am Anfang des 20. Jh. schafft es das Klavier, Klanggewalt, Schönheit und Genauigkeit zu vereinen.

Das Klavierspielen normalisiert sich auch mit der Verbreitung in neuen Regionen und Ländern.

Kurz vor 1900 verleiht der Franzose Henri Pape dem Klavierklang eine neue Dimension:

Er ersetzt die Lederabdeckung der Hämmer (Du weißt schon, diese Hämmerchen, die auf die Saiten schlagen und den Ton produzieren) durch Schafwollfilz.

Diese Optimierung ermöglicht eine feinere Harmonisierung der Klangfarbe im Moment des Hammerschlages.

In Deutschland gibt die Nutzung von diamantgeschliffenen Stahlsaiten seit 1902 dem Klang einen mineralischen Flair.

Noch heute verbessern Firmen wie Röslau, Vogel oder Rose diese Eigenschaft.

In der gleichen Epoche erobert das Klavier die Welt.

Entdecke hier die größten Pianisten der Gegenwart!

Das Piano wird nach Amerika und Asien exportiert

Die USA: Ein neuer Riese in der Klavierproduktion

Das Klavier macht sein Debüt in den Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 19. Jh. mit der Entstehung von zwei Firmen, Steinway und Grodrian. Diese zwei Unternehmen sind die unbestrittenen Leader.

Das Klavierspielen ist noch in seinen Anfängen und es ist den emigrierten Engländern vorbehalten, weil sie eine größere Klavierkultur als die Ureinwohner der Neuen Welt haben.

Doch recht schnell, und wie so oft, werden die Vereinigten Staaten weltweit zum Leader der Klavierproduktion.

Auch heute sind sie es noch, mit mehr als 200 Produktionsfirmen und mehr als 870 angemeldeten Patenten in den letzten 100 Jahren.

Vielleicht kannst Du eines Tages auch mal auf einem Steinway Klavier spielen? Die amerikanischen Klaviere von Steinway & Sons repräsentieren Exzellenz. Quelle: Visualhunt.

Asien und Japan werden mit Yamaha zu einem neuen Mitspieler

Japan hat sich relativ spät zu Wort gemeldet.

Der nationale Leader des Musikinstrumentemarktes, Yamaha, wurde erst 1887 geschaffen und fing erst 1900 mit der Klavierproduktion an.

Die Familie Meij ist hat die Marke Yamaha nach oben katapultiert.

Wegen ihrem Streben nach Exzellenz im Klangbereich gehören die Yamaha Instrumente auch noch heute zur „Crème de la Crème“.

Ein Können, das in die Nachbarländer und zu den Nachzüglern wie Südkorea und China exportiert wird.

Und das Klavier heute?

Heute, im 21. Jahrhundert, gedeiht die Klavierindustrie. Genauso wie der Private Klavierunterricht!

Wie zu ihren Anfängen hat die Klavierkultur das 20. Jh. durchquert, indem sie sich den neuen Technologien angepasst hat.

So findest Du heute alle nur vorstellbaren Klaviertypen.

Klaviere haben sich normalisiert, elektronische Klaviere sind echte Klangzauberer geworden und ersetzen sehr gut die schweren und sperrigen Flügel.

Was das Klavierspielen angeht, hat sich heute auch alles verändert.

Bis zu den 1950ern war dieses Instrument den Eliten vorbehalten. Leute die Platz bei sich hatten, die Zeit hatten.

Leute aus dem „einfachen Volk“ wiederum hatten keinen Zugang zum Klavier.

Der Preis, die Zeit, der Platz… Es hat an allem gefehlt.

Heute hat die Mittelschicht Zugang zum Klavierspielen und kann ebenfalls die Dienste eines Klavierlehrers in Anspruch nehmen.

Und wie zu Beginn entspricht das Image des Klaviers immer noch dem seiner virtuosen Spieler. Diese Virtuosen sind das Image, die Repräsentanten dieses noblen Instruments.

Das Klavier findet man in Filmen wieder, in Fernsehwettbewerben und mittlerweile auch in diversen YouTube-Tutorials zum Thema Klavier Spielen Lernen.

Das zeigt, dass das Instrument in den letzten 300 Jahren einen langen Weg zurückgelegt hat. Einen schönen und nicht immer ganz geraden Weg.

Die Genies des Klaviers interpretieren immer noch die schwierigsten Stücke auf dem Klavier.

Die Klaviergeschichte ist reichhaltig und man unterscheidet heute noch 5 verschiedene Flügeltypen.

Um das für Dich passende Klavier auszusuchen, musst Du genau Dein Niveau und Deine Erwartungen abwägen.

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