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Was Du wissen solltest, wenn Du Klavier Lernen willst

Von Florence, veröffentlicht am 20/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Expertenwissen über das Klavierspiel

Um den „Großvater“ des heutigen Klaviers zu finden, muss man bis zu den Anfängen des 18. Jh. zurückgehen.

Das Klavier hat eine reiche Geschichte und einen komplexen Aufbau.

In Italien ist es entstanden, in Deutschland wurde es weiterentwickelt, in den Vereinigten Staaten durch die industrielle Revolution massentauglich gemacht, und heute hat es sich letzten Endes in allen Musikrichtungen etabliert.

Früher war dieses Instrument einer Elite vorenthalten, seit der zweiten Hälfte des 20. Jh. hat jedoch seine Demokratisierung begonnen.

Heute kann selbst jemand aus der Mittelschicht Klavier spielen lernen, indem er sich ein eigenes Instrument (klassisch, digital oder ein Keyboard) kauft und Klavierunterricht nimmt.

Jede Person, die mit dem Klavierspielen beginnen will oder Musik liebt, interessiert sich auch für die Geschichte seines Instruments.

Um gut Klavierspielen zu können, hilft es, den kulturellen und geschichtlichen Hintergrund zu kennen.

Hier findest Du alles, was Du über die Klavierwelt wissen musst!

Rückblick auf ein nobles Instrument: das Klavier

Es ist der Florentiner Bartolomeo CRISTOFORI, der das erste Tasteninstrument baut: das Klavichord, auch Gravicembalo col piano e forte genannt.

Das Klavier ist aus der Weiterentwicklung von Klavichord und Cembalo entstanden.

B. Cristofori (1655-1731) entwickelt die Idee, dass bei Tastendruck kleine Hämmerchen gegen Saiten geschlagen werden.

Die Stadt Florenz hat die Welt mit Schönheit reich beschenkt. Das Klavier ist noch relativ jung. Es wurde in der italienischen Stadt Florenz erfunden. | Quelle: Visualhunt.

Stück für Stück wird dieser Prozess weiterentwickelt.

Eine elsässische Familie deutscher Herkunft hat dabei besonders die Pläne und den Mechanismus der Hämmerchen verbessert: die Familie Silbermann.

1770 ist die Geburtsstunde des Hammerklaviers. Das Instrument verfügte über einen exzellenten Ruf und wurde von J.S Bach (1685-1750), W. A. Mozart (1756-1791) und F. Schubert (1797-1828) gespielt.

Mit dem Ende des 19. Jh. fängt auch die industrielle Revolution an und mit ihr eine rasante Verbesserung des Hammerklaviers:

  • Entwicklung des Klangs und seiner Präzision
  • Verbesserung des Klavieranschlags für flexiblere Tasten
  • Produktion von Stahlseiten größerer Qualität, die resistenter sind

Für die Industriellen der Jahre 1850-1870 wird das Klavier zum lukrativen Absatzmarkt, den es weiter zu entwickeln gilt.

Der erste große industrielle Klavierhersteller ist die deutsche Familie Blüthner. Mit ihnen werden die Klaviere ästhetischer und zugleich robuster und besitzen mehr Klanggewalt.

Die Marke trägt dazu bei, dass das Klavier als nobles Instrument in die Musikgeschichte eingeht.

Das „moderne Klavier“, wie wir es heute kennen, entsteht erst gegen 1880-1890.

1885 verzeichnet man 20 Firmen, unter ihnen Blüthner, Broadwood, Pleyel, Erard und Stein, die 70% der weltweiten Produktion dieses neuen Klaviers ausmachen.

Die industrielle Revolution sowie die wissenschaftlichen Arbeiten zur Akustik und Mechanik, revolutionieren die Arbeit der Kunsthandwerker, die nicht die gleichen Produktionsprozesse wie die Industrie anwenden können.

Um ihr Image zu entwickeln und sich gut auf dem neuen Markt zu positionieren, suchen die Firmen den Kontakt mit den großen Pianisten ihrer Zeit.

So haben sich Klaviermanufakturen mit dem Namen von Beethoven, Schubert und Chopin geschmückt.

Das Klavier wird fortan für die Schönheit seines Klanges geschätzt, aber auch als edles Möbelstück, das durch seinen feinen Gussrahmen besticht.

Zu Beginn des 20. Jh. wird die Lederabdeckung der Hämmerchen durch Schafwollfilz ersetzt, was eine feinere Harmonisierung der Klangfarbe ermöglicht.

Das Klavier macht sein Debüt in den Vereinigten Staaten (vorneweg die Firma Steinway) und in Asien (mit dem Leader Yamaha, der während der Meiji-Zeit gegründet wurde).

Klavierspielen wird eine weltweit geteilte Leidenschaft. Dank der Qualitätsforschung floriert die Klavierindustrie nach wie vor.

Eine Partitur zu entziffern ist nicht immer ganz einfach! Eine komplexe Partitur zu entziffern kann manchmal Kopfschmerzen bereiten. Hier ist Geduld gefragt! | Quelle: Visualhunt.

Das digitale Zeitalter hat diesem „noblen“ Instrument nicht geschadet: Heute bietet das Digitalpiano gleiche Klangeigenschaften wie das klassische Instrument, ist aber leichter, mobiler und platzsparender.

Das Aufkommen des Digitalpianos hat der Mittelschicht ebenfalls die Möglichkeit gegeben, dieses Instrument zu entdecken und Klavierunterricht zu nehmen.

Seit dem Goldenen Zeitalter des Jazz (1940-1950), Tango (1930-1950), der Rockmusik in den 1960ern und der Entstehung der Konsumgesellschaft findet man das Klavier überall: im Kino, im Fernsehen, im Radio, bei Musikfestivals, in Bahnhöfen, in Musikschulen, im Musikunterricht in der Schule und bei vielen Familien auch zuhause.

Und wie lernt man nun, dieses geschichtsträchtige Instrument zu spielen?

Kannst Du mit Online Tutorials Klavier Spielen Lernen?

Online Klavierunterricht ist eine gute Möglichkeit, um das Klavierspielen zu erlernen. Im Internet kann jeder eine Methode finden, die für sein Niveau geeignet ist.

Jeder Internet-Nutzer, egal welchen Alters und Niveaus, kann auf YouTube Tutorials fürs Klavierspielen finden.

Ein Tutorial ist ein kurzes Video, das meist zehn bis fünfzehn Minuten lang ist und bei dem jede Lernetappe Schritt für Schritt erklärt wird.

Dank Tutorials kannst Du Dir die Kosten des Musikunterrichts sparen.

Etwas Vorsicht ist jedoch geboten: Jede beliebige Person kann ein Tutorial hochladen, Du musst also sorgfältig selektieren.

Mit Tutorials Klavier Spielen Lernen hat mehrere Vorteile:

  • der Anfänger oder Autodidakt kann das Stück in sehr kleinen Schritten lernen,
  • Du kannst gleichzeitig die Musik und die Hände des Klavierspielers auf der Klaviatur sehen,
  • Du verfeinerst Dein musikalisches Gehör,
  • Du findest manchmal vereinfachte Versionen,
  • Du lernst schneller, weil Du weniger auf die Partitur fixiert bist,
  • die Akkorde werden auseinander genommen,
  • Du kannst Dich an Stücke heranwagen, die etwas über Deinem Niveau sind.

Hier findest Du ein Beispiel für ein YouTube Tutorial, bei dem Du das „Hallelujah“ von Leonard Cohen erlernen kannst:

Das Tutorial ist eine gute Lernmethode für das Klavier, sollte aber lediglich ergänzend zum Klavierunterricht mit einem Lehrer genutzt werden.

  • Ein Tutorial weist Dich nicht darauf hin, wenn Du eine Taste verfehlst,
  • Ein Video zeigt Dir, wie es geht, bietet aber keine umfassendere Methode,
  • Eine Gefahr des Tutorials besteht darin, dass der Schüler nur mimetisch handelt, ohne wirklich die Musik zu verstehen

Tutorials sollten also erst ab einem bestimmten Niveau beim Klavierspielen benutzt werden.

Als Klavier Anfänger solltest Du trotz allem „traditionellen“ oder „klassischen“ Klavierunterricht nehmen, und zwar mit einem Lehrer, der kompetent ist und zu Deinem Niveau passt.

Mit den Tutorials kannst Du jedoch ergänzend zu Deinem Unterricht mit einem Klavierlehrer ein Stück schneller erlernen.

So kannst Du Dich vielleicht auch deutlich schneller an schwierigere Stücke heranwagen!

Welche Klavierstücke sind am schwierigsten?

Das Erlernen eines schwierigen Stückes fordert viel Willenskraft, um die oft unüberwindbar erscheinenden Schwierigkeiten zu meistern.

Jetzt heißt es Üben, Üben, Üben.

Wenn Du die Herausforderung suchst und es trotzdem versuchen willst, kannst Du Dich an folgenden schwierigen oder gar sehr sehr sehr schwierigen Klavierstücken für Deinen Unterricht versuchen:

Klassische Musik

  • Die 5. Sinfonie von Beethoven, geschrieben von 1804 bis 1808
  • Die Mondscheinsonate von Beethoven, 3. Satz
  • Die Klaviersonate Nr.18 von Mozart
  • Der Boléro von Ravel, komponiert im Jahre 1928
  • Die Toccata und Fuge in d-Moll von Bach (1703-1707)

Jazz

  • Libertango, von A. Piazolla (1921-1992)
  • Yesterdays, von Art Tatum (1909-1956)
  • Caravan, von M. Petrucciani (1962-1999)
  • Take the A train, von D. Ellington (1899-1974)

Etwas einfachere Klavierstücke, die immer noch eine Herausforderung bleiben

  • Comptine d’un autre été, Y. Tiersen
  • Fly, Filmmusik für „Ziemlich beste Freunde“, von L. Einaudi
  • Son Bleu, vom Sänger Renaud
  • La balade de Johnny Jane, von S. Gainsbourg

Hast Du sie schon alle gespielt, selbst die Jazz-Klassiker? Dann bist Du ein virtuoser Pianist!

Wer sind die besten Pianisten der Welt?

Ein virtuoser Pianist, der in die Musikgeschichte eingeht, ist ein Künstler, der mit der Kraft seiner Fingerspitzen, und mit nur wenigen Noten, Millionen von Zuschauern berühren und zum Beben bringen kann.

Das Multitalent Elton John singt, spielt Klavier und komponiert. Der weltweit bekannte Elton John komponiert 80% seiner Songs auf dem Klavier. | Quelle: Visualhunt.

Es gibt so viele berühmte Pianisten und KlavierspielerInnen, dass es fast unmöglich ist, eine komplette Liste anzufertigen.

Musik war auch lange ein Ausdrucksmittel für unterdrückte und arme Klassen, und so sind viele Klaviergenies im Schatten der Scheinwerfer gestorben, ohne je den verdienten Ruhm genossen zu haben.

Hier trotzdem eine kurze Liste der weltweit größten zeitgenössischen Pianisten.

Filmmusik Komponisten

  • Hans Zimmer
  • John Williams
  • Yann Tiersen

Große internationale Pianisten

  • Martha Argerich
  • Yundi Li
  • Lang Lang
  • Ievgeni Kissin
  • Radu Lupu
  • David Kadouch

Pianisten der französischen Chanson

  • Renaud
  • Serge Gainsbourg
  • Jacques Brel
  • Jean-Jacques Goldman
  • Michel Berger
  • Pierre Roche (Klavierkomponist mit Charles Aznavour)

Diese Pianisten waren nicht alle im gleichen Musikmilieu. Sind haben aber alle eines gemeinsam: das Klavier.

Es ist fast unmöglich, die großen Jazzstandards wiederaufzunehmen.

Du kannst aber schon mal versuchen, Stücke von Yann Tiersen, Jacques Brel oder Renaud zu spielen, oder ein wenig die Filmmusik von Hans Zimmer zu üben.

Viel Glück!

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