Kubisten wollten die Idee von Raum und Wahrnehmung in Frage stellen und so schufen sie Bilder, die Formen auf neue Weise präsentieren. Sie zeigten alle Seiten eines Objekts in einem Bild oder benutzten Mischtechniken und reine Abstraktion, um es darzustellen. Dies stellte die Kunst dieser Zeit in Frage und gab dem, was Realität war und was wir tatsächlich sehen, eine neue Bedeutung.

Oftmals präsentierten Kunstwerke des Kubismus die neue Vision der Künstler in geometrischen Formen oder Gestalten, denen Tiefe und Textur verliehen wurden. Diese Formen waren es, die den Namen Kubismus inspirierten, da die Formen manchmal wie kleine Würfel aussahen.

Pablo Ruiz Picasso war einer der dominantesten jungen Künstler zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war zweifellos ein künstlerisches Genie, das den Kubismus begründete, die Collage erfand und den Weg für Symbolismus und Surrealismus bereitete.

Picasso freundete sich mit einem anderen für den Kubismus wichtigen Künstler namens George Braque an. Es wird gesagt, dass die beiden unzertrennlich waren, als sie daran arbeiteten, den Kubismus zu entwickeln und ihre gemeinsame Vision zu etablieren. Sie wollten eine neue Art des Sehens und des Ausdrucks präsentieren, die auch die Welt um sie herum so widerspiegelte, wie sie sie sahen. Sie benutzten häufig Collagen auf ihren Leinwänden und wurden als Spitzenkünstler dieser Zeit definiert.

Picasso und Braque arbeiteten gemeinsam an abstrakten und fragmentierte Formen und Bilder. Sie benutzten oft Objekte oder Figuren als Inspiration und expandierten während der Entwicklung ihrer Vorstellung von Kunst auch in die Bildhauerei.

Während sie gemeinsam experimentierten, entwickelte sich der Kubismus in zwei Phasen: der analytische Kubismus konzentrierte sich auf die Form und die Gestalt, während der synthetische Kubismus sich auf die Form, gemischte Medien und Textur fokussierte.

Interessanterweise lehnte Picasso den Begriff des Kubismus und insbesondere die Phasen, die Kritiker zu seiner Definition verwendet hatten, tatsächlich ab. Er sah sein Werk als eine fließende Entwicklung, aber die abrupten Stilverschiebungen werden bei genauer Betrachtung seiner Kunst sehr klar. Von der blauen Periode bis zum Surrealismus war Picasso ein experimenteller Künstler, der ein vielseitig begabtes Genie war. Aber lernen wir erst noch ein bisschen mehr über Kubismus, bevor wir uns Picasso noch ein wenig genauer widmen.

Im Kubismus werden meist geometrische Formen verwendet.
Die Epoche des Kubismus zeichnet sich durch die Verwendung von Formen aus. (Quelle: Pixabay)

10 Charakteristika des kubistischen Stils

  1. Die Begründer des Kubismus waren Pablo Picasso und George Braque. Es heißt jedoch, dass Henri Matisse (expressionistischer und post-impressionistischer Maler) den Begriff "Kubismus" prägte, als er Braque's Gemälde "Houses at l'estaque" als kleine Würfel beschrieb.
  2. Der Kubismus war eine moderne Kunstrichtung, die die Idee von Perspektive, Tiefe und Raum in Frage stellt.
  3. Die Kubisten wandten sich davon ab, Themen innerhalb ihrer Werke auf traditionelle Weise zu modellieren. Realistische Reproduktionen wurden nicht als Kubismus akzeptiert.
  4. Der Kubismus experimentierte mit Figuren und Objekten; er zeigte, wie der Raum frei durch sie floss. Vorder- und Hintergrund vermischten sich und zeigten das gleiche Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln.
  5. Der Kubismus war eine Bewegung, die sich fortan weiterentwickelte, um verschiedene Ideen und Inspirationen anzusprechen. Es gibt zwei Phasen der Bewegung: den analytischen Kubismus und den synthetischen Kubismus.
  6. Die primäre Phase der Epoche des Kubismus, die in den Jahren 1909 - 1912 begann, wird analytischer Kubismus genannt und konzentrierte sich auf die Reproduktion geometrischer Formen des Subjekts - in scharfen eckigen und flachen Bereichen, oft monochrom und ohne Farbe. Ein Beispiel dafür ist "Women with a Guitar" von George Braque. Sie wurde durch den Malstil des Künstlers Cezanne inspiriert.
  7. Die zweite Phase des Kubismus, die in den Jahren 1912 - 1920 begann, wird als synthetischer Kubismus bezeichnet. Sie konzentrierte sich auf einfache Formen, die eine flachere Tiefenschärfe schufen und ineinander übergingen. Hinzu kamen neue Materialien, Collage-Technik, Mischtechniken, leuchtende Farben und neue Texturen. Ein Beispiel für diese Phase der Kubismus-Epoche ist das "Still Life With Chair Caning" von Picasso.
  8. Im synthetischen Kubismus war Picasso der erste, der Collage, Text und Ausschnitte in Gemälden der bildenden Kunst verwendete.
  9. Man sagt, der Kubismus sei von primitiver Kunst und afrikanischer Kunst inspiriert. Gegenstände, die afrikanischen Masken sehr ähnlich sehen, tauchen regelmäßig in Picasso's Werken auf.
  10. Der Kubismus wurde geschaffen, um alte Vorstellungen über Kunst zu brechen und die Vision und Bedeutung dessen, was Kunst sein kann, zu verändern. Diese Epoche der Kunst sollte die Art und Weise, wie die Dinge gesehen werden, in Frage stellen. Statt einen einzigen Standpunkt zu vertreten wurden im Kubismus alle Seiten eines Objekts gleichzeitig sichtbar.
Der Kubismus verändert die Sicht auf die Dinge.
Im Kubismus geht es darum, Objekte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. (Quelle: Pixabay)

Die bekanntesten Künstler des Kubismus

Pablo Picasso

Pablo Picasso wurde in Spanien als Sohn einer kreativen Familie geboren. Sein Vater, der Maler war, erkannte sein künstlerisches Talent in frühen Jahren und unterrichte ihn von Klein auf. Zudem förderten ihn seine Eltern mit der besten Ausbildung an einer Kunstschule, die sie sich leisten konnten, und fütterten sein Wissen mit Besuchen in Museen und Galerien, um die Werke der alten Meister zu sehen.

Picasso reiste infolgedessen oft von Paris nach Madrid, um andere Künstler seiner Zeit wie Edvard Munch (expressionistischer und symbolistischer Maler) und Henri Toulouse-Lautrec (post-impressionistischer Maler) kennenzulernen.

Er begann sich in der Kunst mit der Herstellung von Skulpturen und Gemälden auszuprobieren. Da er in seiner Palette eine Dominanz von Blau und Grau verwendete, wird dies als seine blaue Periode bezeichnet.

Im Anschluss veränderte er seinen Stil mehr hin zur rosa und roten Farbpalette, weswegen diese Phase seines Schaffens als rosa Periode bezeichnet wird. Er konzentrierte sich in dieser vor allem auf Artisten und Zirkusfiguren.

Danach wurde seine Palette wieder dunkler und er begann, den Weg zum Kubismus einzuschlagen. Es wird vermutet, dass Picasso mit seiner Farbpalette die Stimmung der Zeit aufzeigen wollte.

  • Top Kunstwerke: The soup (1902/03), Portrait of Gertrude Stein (1905), Les Demoiselles d’Avignon (1907), Bull's head (1942), Girl before a mirror (1932), Le Reve (1932), Chicago Picasso (1967), The Old Guitarist (1903)
  • Geburtsort: Malaga, Spanien
  • Lebenszeit: 1881 - 1973
  • Kunststil: Kubismus, Symbolismus, Surrealismus
  • Kunstformen: Malerei, Grafik und Bildhauerei

George Braque

George Brague wurde im französischen Argenteuil als Sohn einer kreativen Familie geboren. Sein Vater war Dekorationsmaler und förderte sein Talent bereits in jungen Jahren.

Nachdem er einige Jahre gemeinsam mit seinem Vater als Dekorateur gearbeitet hatte, zog Braque nach Paris, um sich hauptberuflich seiner Kunst zu widmen. Er lernte Henri Matisse (Fauvist, expressionistischer und post-impressionistischer Maler) kennen, gewann Gefallen an dessen fauvistischen Stil und malte daher eine Zeit lang mit ebenso kräftigen Farben. Kurz darauf bekam er jedoch Picasso's Gemälde "Les Demoiselles d'Avigon" zu Augen, von welchem er so bewegt war, dass er den Schaffer persönlich treffen wollte.

Picasso und Braque verstanden sich auf Anhieb gut, wurden enge Freunde und begründeten gemeinsam die Kunststil des Kubismus.

  • Top Kunstwerke: Houses of L’Estaque (1908), Clarinet and Bottle of Rum on the mantlepiece (1911)
  • Geburtsort: Frankreich
  • Lebenszeit: 1882 - 1963
  • Kunststil: Fauvismus, Kubismus
  • Kunstformen: Malerei, Grafik und Bildhauerei
Der Kubismus gibt eine neue Sicht auf die Dinge.
Künstler des Kubismus wollten neue Perspektiven schaffen. (Quelle: Unsplash)

Bekannte Kunstwerke des Kubismus

Guernica

Ein Blick auf dieses große Gemälde und man weiß nicht direkt, wohin man zuerst schauen sollen. Was allerdings direkt auffällt, ist, dass das Kunstwerk monochrom in den Farben schwarz, weiß und grau gehalten ist.

Guernica ist eines der berühmtesten Kunstwerke Picassos, das eine Geschichte über den spanischen Bürgerkrieg erzählt. Im Jahr 1937 ließ die spanische nationalistische Regierung von ihren Verbündeten, den Nazis, eine kleine Stadt namens Guernica in Nordspanien bombardieren. Die Stadt galt als Zentrum der republikanischen Widerstandsbewegung.

Picasso befand sich zur Zeit der Bombardierung in Frankreich und wurde von der spanischen republikanischen Regierung beauftragt, ein Wandbild für die Pariser Ausstellung 1937 zu schaffen. Seine ursprüngliche Idee wurde verworfen, damit er sich in seinem wichtigsten politischen Gemälde mit dem Geschehenen auseinandersetzen konnte.

Symbolik im Kunstwerk "Guernica"

Von links nach rechts

  • Der geschockte Stier: Symbol für die anhaltende Brutalität und Dunkelheit
  • Die Frau, die ein totes Kind hält: soll stellvertretend für die vom Krieg betroffene Jungfrau und das Kind stehen
  • Die Glühbirne: sie hat die Form eines Auges und hat mehrere Bedeutungen - das Auge des Gottes, wenn er auf das Geschehene herabschaut; das spanische Wort für Glühbirne (bombilla) und Bombe (bomba) ist sehr ähnlich und so schwebt die Glühbirne wie eine fallende Bombe über dem Gemälde.
  • Das Kriegspferd: ein gefallenes Pferd, das sich aus vielen Bildern zusammensetzt, von denen eines ein menschlicher Schädel ist.

Als das Werk fertiggestellt war, wurde es in die ganze Welt verschickt, was vor allem Aufmerksamkeit und Verständnis für den spanischen Bürgerkrieg weckte. Es ist ein Meisterwerk des kubistischen Symbolismus und eine kraftvolle Botschaft gegen den Krieg.

  • Künstler: Picasso
  • Erstellungsdatum: 1937
  • Größe: 350cm x 780cm
  • Medium: Öl auf Leinwand

Weitere bekannte Kunstwerke des Kubismus

  • Pablo Picasso: Les Demoiselles d'Avignon
  • Georges Braque: House at L’Estaque
  • Marc Chagall: I and the Village
  • Juan Gris: Portrait of Pablo Picasso
  • Marcel Duchamp: Nude descending
  • Pablo Picasso: Portrait of Dora Maar
  • Jean Metzinger: L’oiseau bleu
  • Fernand Leger: The city
  • Franz Marc: Rehe im Walde
  • Juan Gris: The sunblind
Kubismus Kunstwerke sollten eine neue Denkweise anregen.
Der Kubismus wurde geschaffen, um alte Vorstellungen von Kunst zu brechen. (Quelle: Unsplash)

Die Kunstbewegung des Kubismus wurde von einem wahren Visionär geführt und ebnete den Weg für andere Arten moderner Kunst wie Futurismus, Konstruktivismus, Art-déco-Design, Surrealismus, Pop Art usw.

Er verbreitete sich schnell in Europa und viele wichtige Künstler versuchten sich selbst am Kubismus oder nahmen ihn in ihre eigenen Stile auf.

Der Kubismus war wichtig, um die alten Grundlagen der traditionellen Kunst aufzubrechen. Er veränderte den Weg der künstlerischen Bewegungen und drängte die Kunst an Orte, an denen sie nie zuvor gewesen war.

Wusstest Du, dass die katholische Kirche die Kunstbewegung Barock gegründet hat? Oder dass sowohl der Impressionismus  als auch der Expressionismus eine Bewegung gegen die Tendenzen des Naturalismus waren?

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Klara

Masterstudentin, die es liebt zu reisen, zu fotografieren, zu kochen und gemeinsam mit Freunden das Leben zu genießen.