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Welche lateinischen Begriffe benutzen wir im Deutschen?

Von Elissa, veröffentlicht am 17/05/2019 Blog > Sprachen > Latein > Latein im Deutschen: Welche Entlehnungen aus dem Lateinischen kommen im deutschen Wortschatz vor?

Es heißt immer, Latein sei eine tote Sprache. Aber genau genommen finden wir in der deutschen Sprache sehr viele lateinische Begriffe, Redewendungen und Wörter, die ihren Ursprung im Lateinischen haben.

Das zeigt, wie groß der Einfluss der Römer war, die ihre von den Griechen und orientalischen Völkern übernommenen Erkenntnisse an die germanischen Völker weitergaben.

Und auch wenn sich die lateinische Grammatik von der deutschen unterscheidet, gibt es dennoch zahlreiche lateinische Zitate, die wir einfach übersetzt haben und im normalen Alttag gebrauchen.

      • Kennt ihr lateinische Begriffe, die wir im Deutschen verwenden?
      • Wusstet ihr, dass z.Bsp. Keller, Fenster und Straße Abwandlungen lateinischer Begriffe sind?

Hier kommt eine nicht vollständige Aufzählung bekannter und weniger bekannter lateinischer Begriffe im Deutschen.

Lateinischen Wörter, die wir (fats) jeden Tag benutzen

Im Deutschen finden wir sehr viele Wörter, die ihren Ursprung in einer alten Sprache, wie Latein, haben. In unserem Sprachgebrauch finden wir sie in abgewandelter Form. Auch wenn Latein an sich eine tote Sprache ist und in keinem Land gesprochen wird, lebt es doch durch die gegenwärtigen Sprachen weiter.

Vielleicht entdeckt ihr Wörter, von denen ihr nicht gedacht hättet, dass sie aus dem Lateinischen abstammen!

Viele lateinische Ausdrücke benutzt man in der Geschäftswelt. In einem Bewerbungsgespräch kann man mit seinen Lateinkenntnissen glänzen. |Quelle: Unsplash

Diejenigen, die in der Schule Latein gelernt haben, können oft am Wort erkennen, dass es von einem lateinischen abstammt. Denn Latein zu lernen macht deutlich mehr Spaß, wenn man sich auf die Ähnlichkeiten zur eigenen Sprache konzentriert.

  • Agenda: lateinisch für „das, was getan werden muss“, ist abgeleitet vom lateinischen Verb agere, was handeln bedeutet, steht heute für Tagesordnung, Terminkalender.
  • Alibi: lateinisch für anderswo. Wenn heute jemand nach einem Alibi gefragt wird, wird er gebeten, zu beweisen, dass er zu einer bestimmten Zeit woanders war.
  • Alter Ego: wörtlich „anderes Ich“. Ein Alter Ego ist im Deutschen eine Person, mit der jemand eng verbunden ist, häufig zusammen ist und sich ergänzt.
  • Carpe Diem: Nutze den Tag!
  • Duo: lateinisch für zwei, im Deutschen bilden zwei Musiker ein Duo.
  • Et cetera oder etc.: und so weiter und so fort
  • Element: vom lateinischen Wort elementum, was Grundstoff bedeutet
  • Fiktion: stammt vom lateinischen fingere ab, was bilden oder formen bedeutet, eine Fiktion ist etwas, das nur in der Vorstellung existiert und geschaffen wird.
  • Globus: das Modell der Erde geht auf das lateinische Wort globus zurück, was Kugel bedeutet.
  • Gratis: wenn etwas gratis ist, dann muss man dafür nicht bezahlen. Es wird also um des bloßen Dankes willen gegeben, worin sich auch der Ursprung im lateinischen Wort gratia findet, was Dank bedeutet.
  • Inkognito: ohne sich kenntlich zu machen. Vom lateinischen incognitus, was unbekannt bedeutet.
  • Interpretation: vom lateinischen Wort interpretatio, was Auslegung, Erklärung bedeutet
  • Libido: Vom Psychologen Sigmund Freud bekannt gemacht, bedeutet das Wort libido Begehren und Begierde. Im heutigen Sprachgebrauch beschreibt es sexuelle Lust und den Trieb nach sexueller Befriedigung.
  • Maximum: Das lateinische Wort maximus beschreibt das Größte. Es geht mit einem weiteren lateinischen Begriff einher: minimus, der Kleinste. Und ihr kennt doch sicher die Redewendung „Auf ein Minimum reduzieren“.
  • Non plus ultra: diese lateinische Redewendung gebrauchen wir, um etwas Unübertreffliches zu beschreiben.
  • Persona non grata: vom Lateinischen übersetzt, handelt es sich um eine unerwünschte Person
  • Quid pro quo: wörtlich übersetzt heißt der Spruch „dies für das“. Er beschreibt im Recht und in der Wirtschaft das Prinzip, dass eine Person, die etwas gibt, dafür eine angemessene Gegenleistung erhalten soll.
  • Qualität: vom lateinischen Wort qualitas, das Beschaffenheit bedeutet
  • Rosine: stammt vom lateinischen Wort racemus ab, was Traube oder Beere bedeutet
  • Regierung: das Wort regere bedeutet ausrichten oder lenken und eine Regierung lenkt die Politik in ihrem Land
  • Referat: vom lateinischen referre, was zurücktragen und berichten bedeutet
  • Straße: stammt von via strata ab, was gepflasterter Weg bedeutet.
  • Ultimatum: vom lateinischen ultimus, das Letzte, beschreibt das Wort die Aufforderung, binnen einer Frist eine schwebende Angelegenheit befriedigend zu lösen.
  • Veto: Ich protestiere.
  • Visum: wörtlich übersetzt heißt es „das Gesehene“, es bezeichnet heute die Bestätigung eines fremden Landes, dass die Einreise des Passinhabers erlaubt ist.
  • Video: wörtlich übersetzt „ich sehe“. Wenn wir also sagen „ich schaue mir ein Video an“, dann wiederholen wir uns eigentlich

Lateinische Wörter, die im Schriftlichen verwendet werden

Das lateinische Vokabular war sehr reichhaltig und diesen Reichtum findet man auch in der deutschen Sprache. Viele Sprüche und Begriffe werden noch heute verwendet, vor allem in Gesetzestexten oder allgemein in Schriftstücken.

Aber was bedeuten sie?

Im Vatikan kann man heute noch Latein sprechen. Der einzige Ort, an dem man heute noch Latein spricht, ist der Vatikan. |Quelle: Pixabay

Hier kommt eine kleine Auswahl, um bei der nächsten Gelegenheit zu glänzen:

  • A contrario: umgekehrt, im Gegenteil
  • Ad absurdum: Bis zur Widersinnigkeit
  • Alea iacta est: Der Würfel ist geworfen (nicht gefallen, wie man vielleicht denken würde)
  • Cogito, ergo sum: Ich denke, also bin ich.
  • A priori: von vornherein, grundsätzlich
  • Ad-hoc: zu diesem Zweck
  • Ad notam: zur Kenntnis
  • De facto: in der Tat
  • In flagranti: auf frischer Tat
  • In medias res: direkt zur Sache
  • Ex nihilo: aus dem Nichts
  • Modus operandi: Art und Weise des Handelns
  • Summa summarum: alles in allem
  • Vice versa: Umgekehrt

Lateinische Wörter und deren Abkürzungen, die man im Schriftlichen verwendet

Man muss nicht Latein in der Schule gelernt haben oder sich für Klassiker der modernen Literatur interessieren, um lateinische Abkürzungen in seiner Diplomarbeit oder Dissertation zu verwenden.

Jeder Student, der am Ende seines Studiums eine Arbeit abgeben muss, wird nicht drumherum kommen, lateinische Abkürzungen zu benutzen.

Viele lateinische Abkürzungen finden sich in Schriftstücken, wie Dissertationen. In jeder Dissertation oder Masterarbeit wird man lateinische Abkürzungen finden. |Quelle: Unsplash

Hier ist das lateinische Lexikon, das ihr benötigen werdet:

  • adv.: adversus, bedeutet gegen
  • c.: cum, also mit
  • cr.: Abkürzung von circiter, was ungefähr bedeutet
  • ead.: kurz für eadem, oder auch dieselbe
  • e.g.: steht für exempli gratia und bedeutet beispielsweise
  • etc.: wird et cetera ausgeschrieben und bedeutet und so weiter
  • ibid.: die Kurzform von ibidem, bedeutet ebendort und wird bei Zitaten verwendet, wenn auf dieselbe, direkt zuvor bereits angegebene Veröffentlichung mehrmals verwiesen wird
  • id: steht für idem und heißt dasselbe, wird in gesetzlichen Zitaten verwendet, um die zuvor genannte Quelle zu bezeichnen
  • i.e.: die Abkürzung id est wird als Alternative zu das ist oder das heißt verwendet
  • l.c.: loco citato bedeutet an schon zitierter Stelle und wird verwendet, um auf eine Stelle im Dokument zu verweisen, in der ein Zitat bereits zitiert wurde
  • N.N.: Nomen nescio bedeutet ich kenne den Namen nicht
  • op. cit.: Abkürzung für den lateinischen Begriff opere citato, der übersetzt im zitierten Werk bedeutet
  • Sic.: das lateinische Wort für „so“ wird für Zitate verwendet, um anzugeben, dass eine vorangehende Stelle eines Zitats korrekt zitiert wurde

Andere gebräuchliche lateinische Ausdrücke

Keine Sorgen, ihr braucht kein Deutsch-Latein-Wörterbuch und ihr müsst auch nicht Latein lernen, um die lateinischen Begriffe in der deutschen Sprache zu verstehen. Aber wir haben gemerkt, dass viele Begriffe in unserer Sprache aus dem Lateinischen stammen, auch wenn man das nicht bei allen weiß.

In der Medizin findet man sehr viele Begriffe mit lateinischem Ursprung. Viele Begriff in der Medizin und Biologie haben ihren Ursprung im Lateinischen. |Quelle: Pixabay

Man findet vor allem in der Medizin, Musik oder in der Botanik lateinische Begriffe. Deshalb kommen hier noch ein paar weitere Begriffe, die ihr euch merken könnt, um in Gesprächen zu wissen, worum es geht:

  • Ad absurdum: Beweistechnik der Logik, bei der eine Aussage widerlegt wird, indem gezeigt wird, dass aus ihr ein logischer Widerspruch folgt
  • Ad libitum: Nach Belieben. Begriff, der in der Musik verwendet wird, um eingeräumte Freiheiten bei der Interpretation eines Werkes zu beschreiben
  • De jure: nach geltendem Recht
  • De novo: von Neuem
  • Ex officio: von Amts wegen, also wenn jemand durch sein Amt auch Inhaber eines anderen Amtes ist
  • Habemus papam: einen Ausdruck, den man nur selten hört, nämlich nur dann, wenn ein neuer Papst gewählt wird. Wörtlich „wir haben einen Papst“
  • In dubio pro reo: im Zweifel für den Angeklagten
  • In memoriam: In Gedenken an oder auch zur Erinnerung an
  • In situ: am Platze, in der Medizin ein Ausdruck dafür, dass die Krankheit noch an der ursprünglichen Stelle ist und sich nicht ausgebreitet hat
  • In vitro: das Gegenteil von in situ, steht für ein Experiment oder Vorgang, der in einer nicht natürlichen Laboranordnung abläuft, zum Beispiel im Reagenzglas
  • Manu propria: mit eigener Hand, also eigenhändig
  • Modus operandi: Art des Vorgehens, wird gewöhnlich verwendet, um die Methode eines Kriminellen zu bezeichnen
  • Res publica: wörtlich die öffentliche Sache. Hier findet sich der Ursprung des Wortes Republik
  • Status quo: aktueller Stand der Dinge. Man verwendet Status Quo auch, um anzugeben, dass sich nichts geändert hat.
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