Man sagt: "Gutes Werkzeug, guter Handwerker." Also auch „Guter Stift, guter Zeichner“?
In gewisser Weise schon, aber natürlich gibt es nicht DAS magische Zubehör, mit dem alles wie von alleine läuft. Doch natürlich wird das Ergebnis besser, wenn Du nicht nur gut malen kannst, sondern auch die für Deine Bedürfnisse richtigen Stifte zur Verfügung hast.
Wir zeigen dir, welche Zeichenstifte es gibt, wofür sie sich eignen und wie du schnell herausfindest, welcher Stift zu dir passt. Dabei ist es egal, ob du gerade erst startest oder schon länger skizzierst.
Arten von Zeichenstiften und ihre Verwendung
Wer mit dem Zeichnen anfängt, greift fast automatisch zum Bleistift – und das aus gutem Grund. Doch je länger du zeichnest, desto größer wird meist die Neugier auf andere Werkzeuge. Unterschiedliche Zeichenstifte erzeugen unterschiedliche Linien, Kontraste und Stimmungen. Genau darin liegt ihr Reiz.
Es gibt nicht den einen perfekten Stift, sondern viele Werkzeuge für verschiedene Zwecke. Manche eignen sich besser für feine Details, andere für schnelle Skizzen oder kräftige Schatten. Wenn du weißt, welcher Stift was kann, fällt dir die Auswahl deutlich leichter – und dein Zeichnen macht automatisch mehr Spaß.
Graphit- / Bleistifte
Der Bleistift ist und bleibt das wichtigste Zeichenwerkzeug. Kaum ein anderes Medium ist so vielseitig, so leicht zu kontrollieren und gleichzeitig so ausdrucksstark. Mit Bleistiften kannst du sowohl feine Linien als auch weiche Schattierungen erzeugen – je nachdem, wie hart oder weich die Mine ist.

Die Härte eines Bleistifts wird durch Buchstaben und Zahlen angegeben. Diese sagen aus, wie dunkel oder hell der Strich ausfällt:
- H steht für hard (hart): heller, feiner Strich
- B steht für black (weich): dunkler, weicher Strich
- HB liegt genau in der Mitte
- F ist minimal härter als HB und sehr sauber im Strich
Ein einfacher Merksatz hilft:
Je mehr B, desto dunkler – je mehr H, desto heller.
Fürs Zeichnen reicht oft schon eine kleine Auswahl an Bleistiften. Viele starten mit einem HB für Skizzen und ergänzen später weichere Stifte wie 2B oder 4B für Schattierungen. Sehr weiche Bleistifte (6B bis 8B) eignen sich hervorragend für tiefe Schatten und starke Kontraste, während harte Stifte eher im technischen oder konstruktiven Bereich genutzt werden.
Druckbleistift / Fallminenstift
Druck- und Fallminenstifte sind vor allem dann praktisch, wenn du saubere, gleichmäßige Linien zeichnen möchtest. Anders als beim klassischen Bleistift bleibt die Strichstärke konstant – und du musst nicht ständig spitzen.

Besonders beim technischen Zeichnen oder bei sehr detaillierten Skizzen sind diese Stifte beliebt. Druckbleistifte mit dünnen Minen (z. B. 0,5 mm oder 0,7 mm) eignen sich gut für feine Linien und Notizen. Fallminenstifte mit 2,0 mm starken Minen sind dagegen bei Künstlerinnen und Künstlern sehr geschätzt, da sie sich ähnlich wie normale Bleistifte zum Schattieren und Verwischen einsetzen lassen.
Ein weiterer Vorteil: Die Minen lassen sich einfach austauschen – Holzabfall entsteht dabei keiner.
Du willst richtig loslegen mit dem Zeichen? Dann schaue dich bei uns doch einmal nach einem privaten Malkurs um.
Zeichenkohle
Auch wenn der Bleistift für viele unverzichtbar ist, kommt bei manchen Zeichnungen irgendwann der Wunsch nach mehr Ausdruck und mehr Kontrast auf. Genau hier kommt die Zeichenkohle ins Spiel.

Zeichenkohle besteht, wie der Name schon sagt, aus Holzkohle – entweder in Form von natürlichen Kohlestäbchen oder als gepresster Kohlestift. Ihr größter Vorteil ist das tiefe, matte Schwarz, das mit keinem Bleistift zu erreichen ist. Zugespitzt lassen sich feine Details zeichnen, mit der flachen Seite kannst du große dunkle Flächen anlegen oder schnelle Skizzen umsetzen.
Ein wichtiger Punkt: Kohle ist sehr flüchtig. Die Zeichnung sollte nach dem Fertigstellen unbedingt mit Fixativ eingesprüht werden, sonst verwischt sie leicht.
Außerdem wird das Zeichnen mit Kohle schnell „schmutzig“ – schwarze Finger gehören hier einfach dazu. Wenn du da aber gar keine Lust drauf hast, probiere es doch einmal mit digitalem Zeichnen.
Rötel und Schwarzstein (Conté / Pierre Noire)
Rötel und Schwarzstein gehören zu den klassischen Zeichenmaterialien und werden seit Jahrhunderten in der Kunst verwendet.

Rötel (oder auch "roter Ocker") gehört zu den Mineralfarben und ist eine Mischung aus Ton, Kreide und Hämatit, einem Gestein, das Eisenoxid enthält, was ihm diese charakteristische rötliche Farbe verleiht. Die Farben können dabei von Rottönen über Ocker bis Beige variieren.
Es gibt Rötel in Form von Holzstiften, aber auch Pastellstiften oder Kreiden. Rötel wird insbesondere für Porträts oder Zeichnungen von Objekten verwendet und gibt einer Zeichnung einen ganz bestimmten künstlerischen Touch. Probier es selbst aus!
Schwarzstein, oft als Pierre Noire bekannt, stammt ursprünglich aus der Bretagne. Er erzeugt extrem dunkle, matte Schwarztöne und lässt sich hervorragend verwischen. Im Künstlerbedarf kommt er meist als Holzstift oder als Naturstift (ohne Holzschaft) vor. Er wird in der Trois-Crayons-Technik bestehend aus Schwarzstein, Rötel und weißer Kreide verwendet. Bei boesner ist er beispielsweise von der Marke Conté à Paris erhältlich.
Wenn du dann ein rictiges Meisterwerk erschaffen hast, lese doch bei uns einmal nach, worauf du beim Rahmen deiner Bilder achten solltest.
Buntstifte
Buntstifte sind längst nicht mehr nur Kinderstifte. Mit hochwertigen Buntstiften lassen sich detailreiche, professionelle Zeichnungen erstellen – von realistischen Tierporträts bis zu komplexen Illustrationen.
Wer regelmäßig zeichnet, merkt schnell: Nicht jeder Stift fühlt sich gleich an. Hochwertige Marken sorgen für gleichmäßigen Farbauftrag, bruchsichere Minen und ein besseres Zeichengefühl. Diese Hersteller haben sich im Bereich Zeichen- und Malstifte besonders bewährt:
✏️ Faber-Castell
Ein echter Klassiker. Besonders bekannt für die Castell-9000-Bleistifte und die Polychromos-Buntstifte. Sehr gleichmäßiger Strich, hohe Pigmentqualität – beliebt bei Einsteigern und Profis.
✏️ STAEDTLER
Verlässlich, präzise und langlebig. STAEDTLER-Stifte werden oft für Skizzen, Schule und technische Zeichnungen genutzt, sind aber auch im künstlerischen Bereich sehr solide.
✏️ Derwent
Eine Top-Marke für Künstler. Besonders stark bei Buntstiften, Aquarellbuntstiften und Kohleprodukten. Ideal, wenn du gerne mit Farbe, Schichten und Effekten arbeitest.
✏️ Caran d’Ache
Hochwertige Schweizer Qualität. Sehr farbintensive, lichtbeständige Buntstifte – eher im gehobenen Preissegment, dafür extrem langlebig und professionell.
✏️ Koh-i-Noor Hardtmuth
Traditionsmarke mit großer Auswahl an Graphit-, Bunt- und Spezialstiften. Besonders beliebt sind die umfangreichen Zeichen-Sets mit vielen Härtegraden.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Qualität der Mine. Hochwertige Buntstifte enthalten mehr Pigmente, sind bruchfester und lassen sich besser mischen. Besonders wichtig ist dabei das Layering: Statt stark aufzudrücken, trägst du mehrere Farbschichten übereinander auf.
Weiche Buntstifte liefern kräftige Farben und lassen sich gut verblenden, nutzen sich aber schneller ab. Härtere Buntstifte eignen sich besser für feine Details. Viele Künstler kombinieren beides.
Bei uns findest du übrigens Angebote für einen Zeichenkurs Berlin!
Aquarellbuntstifte
Aquarellbuntstifte verbinden zwei Techniken in einem Werkzeug. Du kannst sie wie normale Buntstifte trocken verwenden oder die Farbe anschließend mit Wasser vermalen.
So entstehen weiche Farbverläufe und aquarellartige Effekte, ohne dass du Pinsel und Farbnäpfe brauchst. Gerade für Skizzenbücher, Reisen oder Urban Sketching sind Aquarellbuntstifte ideal, da sie wenig Platz benötigen und sehr vielseitig sind.
Du kannst sie aber auch prima für Vorzeichnungen verwenden. Wenn du später mit Acryl oder Ölfarbe darübermalst, bleiben keine fiesen oder durchscheinenden Rückstände, wie zum Beispiel bei Bleistiften.
Fineliner und Tusche
Fineliner und Tusche eignen sich perfekt für klare Linien und Konturen. Sie werden häufig bei Comics, Manga, Illustrationen oder beim Urban Sketching eingesetzt.
Wichtig ist hier vor allem, ob der Liner wasserfest ist. Möchtest du später mit Aquarellfarben oder Markern arbeiten, solltest du unbedingt zu wasserfesten Linern greifen. Nicht wasserfeste Fineliner können dagegen gezielt für weiche, verlaufende Effekte genutzt werden.

Klassische Tusche kannst du hingegen ganz old school mit einer Feder benutzen (so wie früher ja auch geschrieben wurde). Wenn es nicht gerade eine Vogelfeder (Kielfeder) ist, verwendet man Bambus- oder Rohrfedern. Heutzutage kommen aber natürlich auch insbesondere Stahlfedern zum Einsatz. Diese erinnern von Form und Material her an den klassischen Füllfederhalter, den viele unter uns sicher noch in der Grundschule verwenden mussten.
Das Zeichnen mit dieser Art von Farbe ist besonders anspruchsvoll – nicht nur aufgrund des Schreibgeräts, das es gut einzusetzen gilt, sondern auch, weil Tinte und Tusche permanent sind. Also vielleicht doch vorher eine Skizze mit einem Bleistift machen? Oder direkt auf einem Whiteboard?
Filzstifte und Brush Pens

Filzstifte und Brush Pens sind besonders beliebt für Lettering, Illustrationen und schnelle Farbflächen. Während klassische Filzstifte eine gleichmäßige Linie erzeugen, reagieren Brush Pens mit Pinselspitze auf Druck und ermöglichen dadurch dynamische Strichstärken.
Gerade beim Handlettering oder in der Illustration sorgen sie für lebendige, expressive Ergebnisse. Lese bei uns auch mehr darüber, auf was du beim Kauf von Pinseln achten solltest.
Marker (wasserbasiert vs. alkoholbasiert)
Marker kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn du große Flächen und gleichmäßige Farbverläufe zeichnen möchtest. Wasserbasierte Marker sind einfacher zu kontrollieren und eignen sich gut für Einsteiger. Alkoholbasierte Marker werden häufig im Design- und Illustrationsbereich genutzt, da sie besonders streifenfreie Übergänge ermöglichen.

Wichtig ist das richtige Papier: Normales Zeichenpapier saugt die Farbe ungleichmäßig auf. Spezielles Markerpapier verhindert Streifen und starkes Durchdrücken.
Pastellstifte, Kreiden, Öl- und Wachspastelle
Pastelle und Kreiden stehen für weiche Übergänge, Textur und starke Farbwirkung. Softpastelle sind trocken und sehr staubig, lassen sich aber hervorragend mischen. Öl- und Wachspastelle dagegen sind cremig, kräftig und deckend.
Auch hier gilt: Fixativ schützt die fertige Zeichnung.
Wenn du auch noch nach dem richtigen Malgrund für deine Zeichnung suchst, helfen wir dir weiter.
Auswahl des richtigen Stiftes für verschiedene Zeichenstile
Die Wahl des richtigen Zeichenstifts ist weniger vom „Level“ abhängig, sondern vielmehr davon, was und wie du zeichnen willst. Um schnelle Skizzen und Grundlagen zu erstellen, genügen oft ein paar klassische Bleistifte.
| Zeichenwerkzeug | Wofür geeignet? | Typische Anwendungen | Empfohlene Marken |
|---|---|---|---|
| Bleistift (HB–2B) | Skizzen & Grundlagen | Vorzeichnungen, Formen, Schraffuren | Faber-Castell, STAEDTLER |
| Weiche Bleistifte (4B–8B) | Realistisches Zeichnen | Porträts, Tiere, Schattierungen | Faber-Castell, Koh-i-Noor |
| Druckbleistift / Fallmine | Saubere Linien | Schule, Technik, Architektur | Rotring, Pentel, STAEDTLER |
| Zeichenkohle | Ausdruck & Kontrast | Schnelle Skizzen, große Flächen | Conté à Paris, Derwent |
| Schwarzstein / Rötel | Klassische Studien | Porträts, Aktzeichnungen | Conté à Paris |
| Buntstifte | Illustration & Details | Layering, Farbübergänge | Faber-Castell, Derwent |
| Aquarellbuntstifte | Farbe & Flexibilität | Skizzenbuch, Reisen | Derwent, STAEDTLER |
| Fineliner / Tusche | Klare Outlines | Comics, Manga, Urban Sketching | Pigma Micron, Faber-Castell |
| Filzstifte / Brush Pens | Lettering & Illustration | Schrift, dynamische Linien | Tombow, Faber-Castell |
| Marker (Alkohol/Wasser) | Flächen & Verläufe | Design, Concept Art | Copic, Ohuhu |
| Pastell & Kreiden | Textur & Stimmung | Mixed Media, Verläufe | Faber-Castell, Sennelier |
Um realistisch zu zeichnen, sei es von Porträts oder Tieren, sind weichere Minen wichtig für Tiefe und Kontraste. Comics, Manga oder Illustrationen profitieren von sauberen Linien, die mit Finelinern gezogen werden, und Farbe, die mit Markern oder Buntstiften aufgebracht wird.
Es kommt also weniger darauf an, viele Stifte zu besitzen, sondern die richtigen Werkzeuge bewusst zu nutzen.
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Referenzen
- Smith, R. (2019). Praxisbuch für Künstler: Materialien | Techniken | Stile.
- Simon. (2021, June 16). Welche Stifte zum Zeichnen? Die besten Bleistifte und Kohlestifte! Schnaud. https://www.blog.schnaud.de/2018/08/welche-stifte-zum-zeichnen/
- Zeichnen wie ein Profi: Mit Bleistift, Kohle, Tinte, Buntstift und Pastell zum eigenen Stil. Alle Techniken Schritt für Schritt: Die umfassende Zeichenschule für Anfänger*innen, Fortgeschrittene und Profis. (2025).
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