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Wie viel berechnen Privatlehrer für ihren Unterricht?

Von Bertine, veröffentlicht am 12/10/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Nachhilfe Kosten in Deutschland

Die kollaborative Wirtschaft hat sich weltweit etabliert und scheint auf einem guten Weg zu sein, sich stetig weiter zu entwickeln: Von Uber zu Airbnb entwickelt sich der Sektor der persönlichen Dienstleistungen rasant!

In Deutschland ist er beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Verkehr und Immobilien besonders entwickelt, nun boomt die Vernetzung auch zunehmend auf dem Gebiet der Bildung.

Nachhilfe- und anderen Privatlehrer/innen kennen keine Wirtschaftskrise! Mathematikunterricht, Spanischunterricht, Gitarrenunterricht … Von Grundschul-Niveau bis hin zu Unterricht für weit fortgeschrittene Erwachsene, wird das Bildungsangebot immer umfangreicher.

In Deutschland erhalten rund 1,2 Millionen Schüler private Nachhilfe. Dafür geben deutsche Eltern jährlich 879 Millionen Euro aus, pro Monat durchschnittlich 87 Euro. Die häufigsten Problemfächer sind Mathematik (61 Prozent aller Nachhilfeschüler), Fremdsprachen (46 Prozent) und Deutsch (31 Prozent), viele Schüler erhalten in mehreren Fächern Unterstützung. Laut der Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung, erhalten insgesamt 14 Prozent der deutschen Schüler zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfestunden.

Das ist Musik in den Ohren aller Nachhilfelehrer/innen und denen, die es werden wollen!

Ob “schwarz” oder legal, der Trend hat seine Kosten. Aber wer setzt die Preise fest? Der Markt? Der Lehrer? Der Schüler? Die Region?

Lasst uns die Preise für Nachhilfestunden in Deutschland genauer unter die Lupe nehmen!

Nachhilfe geben – wie viel verdient man damit?

Was verdienst Du als Nachhilfelehrer? | Quelle: Pixabay

Was Du als Privatlehrer verdienst, hängt davon ab, was Du unterrichtest, welches Niveau Du unterrichtest, über welche Qualifikationen Du verfügst, ob Du in der Stadt oder auf dem Land lebst sowie von den verschiedenen Bundesländern.

Für Nachhilfe in Schulfächern bekommst Du zwischen 8 Euro und 20 Euro pro Stunde, ja nachdem, ob Du selbst noch Schüler bist und ein Grundschulkind unterrichtest oder ob Du Mathematik-Student bist und einen Schüler am Gymnasium aufs Abitur vorbereitest.

Mehr Geld verdienst Du, wenn Du Sprachen unterrichtest. Bei Superprof liegt der Durchschnittspreis für eine Stunde Deutsch als Fremdsprache beispielsweise bei 21 €.

Auch Musiklehrer verdienen in der Regeln mehr, durchschnittlich etwa 30 Euro pro Stunde. Allerdings gibt es auch hier ein Stadt-Land- sowie eine Ost-West-Gefälle: Musikunterricht in Hamburg kostet mehr als doppelt soviel wie in Mecklenburg-Vorpommern! In den neuen Bundesländern – mit Ausnahme von Berlin – fallen die Entgelte deutlich geringer aus als im westlichen Bundesgebiet.

Am besten verdienst Du allerdings als Fitness-Trainer/in oder Yoga-Lehrer/in – bis zu 75 Euro die Stunde!

Leider werden Männer, wie so häufig in der Arbeitswelt, besser bezahlt als Frauen. Eine Superprof-Studie konzentriert sich auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die ihre Kurse bereits auf der Plattform anbieten, während des Schuljahres 2015-2016.

Der durchschnittliche von einer Frau geforderte Stundenpreis liegt bei 21,92 €, Männer hingegen verlangen durchschnittlich 23,21 €!

Ladies, orientiert Euch an den Preisen, die Eure männlichen Kollegen mit gleicher Qualifikation verlangen!

Die Lehrer/innen können die Preise für ihren Privatunterricht frei festlegen und ein gutes Einkommen erzielen, wenn sie folgende Parameter berücksichtigen:

  • Das Niveau des Unterrichts: Das Unterrichten eines Grundschule-Schülers erfordert viel weniger Kenntnisse als der Unterricht für einen Abiturienten. Das muss man im Preis spüren!
  • Die Dauer des Unterrichts: Langfristiger Unterricht ist viel nützlicher für Deine Klientel. Deshalb bieten 10% der Lehrer auf Superprof eine Reduzierung ihres Stundensatzes für ein Paket von mindestens 10 Stunden an.
  • Die Qualifikation des Lehrers/der Lehrerin: Ein Privatlehrer mit 15 Jahren Erfahrung, kann seine Preise ruhig nach oben hin korrigieren. Umgekehrt muss ein Student seinen Stundensatz nach der grösseren Konkurrenz richten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Erfahrung variiert also den Preis für Privatstunden!
  • Die Seltenheit des angebotenen Kurses: Angesagte Kurse wie Meditation, Pilates oder Yoga haben höhere Preise. Privatstunden in Englisch sind günstiger als Privatunterricht in Farsi. Die wenigen Lehrer und die Besonderheit des Faches sind dafür verantwortlich.

Warum kostet Nachhilfe in München am meisten?

Eltern müssen für eine Nachhilfestunde im bundesweiten Durchschnitt knapp 18 Euro bezahlen.

Regional gibt es aber große Unterschiede. So ist eine Nachhilfestunde in München mit 19,90 Euro am teuersten, gefolgt von Stuttgart mit 19,45 Euro.

Mathematik-Nachhilfe wird am häufigsten nachgefragt, gefolgt von Deutsch und Englisch.

Nachhilfestunden für Mathematik ist in München vergleichsweise teuer: Mit 21,35 Euro pro Schulstunde zahlen die Münchner rund 35 Prozent mehr als den Durchschnittspreis von 18,92 Euro pro Nachhilfestunde.

Nun könnte man meinen, dass Nachhilfeunterricht für die Lehrer in München besonders rentabel ist, aber der gleiche Grund, der die hohen Preise rechtfertigt, sorgt auch dafür, dass die Nachhilfelehrer in München ihr Gehalt schnell wieder los sind: München liegt unangefochten auf dem ersten Platz der teuersten Stadt Deutschlands!

Als Yoga- Pilates- oder Fitness-Lehrer/in verdienst Du am meisten – egal, wo. | Quelle: Pixabay

Wo in Deutschland ist Nachhilfe am teuersten und wo am günstigsten?

Auch in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln ist sind private Nachhilfestunden teurer als im bundesdeutschen Durchschnitt.

Am wenigsten kostet eine Stunde Nachhilfe in Dortmund, dort müssen Eltern im Schnitt nur 14,32 Euro bezahlen. Auch in Leipzig ist Nachhilfe mit 15,62 Euro pro 45 Minuten günstig. Berlin liegt mit 17,18 Euro knapp unter dem Bundesschnitt.

Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass Nachhilfe in den Städten am teuersten ist, in denen die Lebenshaltungskosten am höchsten sind. Und da mischen eben München, Frankfurt und Stuttgart ganz oben mit, während Städte wie Dortmund und Leipzig wesentlich günstiger sind.

Aufgrund mangelnder Nachfrage, sind einige Lehrkräfte gezwungen, ihre Stundensätze nach unten hin anzupassen, um ihre Dienste weiterhin anbieten zu können.

In einigen Städten gibt es zum Beispiel Privat-Kurse für weniger Geld als ein Menü bei McDonalds!

Die Lehrer der angebotenen Kurse zeichnen sich häufig durch keinerlei “offizielle” Qualifikation aus und können daher keinen hohen Preis für ihre Kurse verlangen.

Hier finden wir beispielsweise Kurse für Diapolo-Werfen, Scrap Booking oder Skat spielen.

Vielleicht machst Du als Poker-Lehrer das grosse Geld. | Quelle: Pixabay

Wenn Du es vermeiden möchtest, Kurse für nur 8,00 € pro Stunde anzubieten, dann solltest Du einige Tipps befolgen:

  • Biete Kurse an, die Deine Schüler fit machen für offizielle Zertifikate, wie zum Beispiel den DELF- oder DALF-Test für Französisch.
  • Schlage bestimmte “Anreize” vor: 92% der Lehrkräfte auf Superprof bieten einen ersten Kurs zur Probe kostenfrei an, um die Schüler anzulocken.
  • Interaktion: Reagiere schnell auf Anfragen, lasse Deinen potentiellen Schüler nicht warten. Wenn Du in weniger als 24 Stunden einen ersten Kurs anbieten kannst, wird das als Effizienz und Professionalität empfunden.
  • Gebe einen trendigen Kurs: Anstatt einen Bridge-Kurs anzubieten, warum nicht einen Kurs in Texas Hold’em, der sicher viel gefragter ist?
  • Verkaufe Dich gut: Von Deinem Profilbild bis hin zu Deiner Beschreibung muss alles perfekt sein, um so kompetent wie möglich zu wirken.

Der Preis für Privatstunden in den verschiedenen Bundeslädern

Nachdem wir uns die unterschiedlichen Preise in verschiedenen Städten angesehen haben, konzentrieren wir uns nun auf die verschiedenen Bundesländer unseres schönen Landes.

Am meisten zahlt man in Bayern für Privatstunden: 25,49 € für 60 Minuten.
Auf dem zweiten Platz kommt Hessen mit 23,12 €, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 21,82 €.

Milchmädchen-Rechnung: Je teurer die Region, desto teurer die Privatstunde. | Quelle: Pixabay

Baden-Württemberg liegt auf Platz 4 mit 20,73 €, dann folgen Hamburg mit 20,04 €, Rheinland-Pfalz mit 19,57 € und Berlin mit 19,18 €.
In Niedersachsen gibt es durchschnittlich einen Euro weniger pro Stunde als in Berlin: 18,17 €.
Noch günstiger sind die Preise in Sachsen (16,68 €), Bremen (16,43 €), Brandenburg (16,33 €), Schleswig-Holstein und Saarland (16,32 €) sowie Sachsen-Anhalt mit 15,16 €.
Das Schlusslicht im deutschlandweiten Vergleich bildet Mecklenburg-Vorpommern mit nur 13,13 € pro Stunde.

 

 

 

 

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