Das Prinzip der transzendentalen Meditation ist einfach: Das Leben ist seiner Natur nach Glück, grenzenloses Glück. Durch seine eigene Natur fühlt sich der Geist zu immer größerem Glück hingezogen. Diese Erfahrung kann jeder machen.

– Maharishi Mahesh Yogi

Für Menschen, denen ihr persönliches Wohlbefinden am Herzen liegt, ist die Meditation eine unverzichtbare Disziplin geworden. Die hilft uns, die vielen Stolpersteine in unserem Alltag zu überwinden: Stress, Angstgefühle, Sorgen, Konzentrationsstörungen… die Liste ist lang. Auch gegen Burnout oder Depressionen gilt die Meditation als mögliches Heilmittel.

Eine der unendlich vielen Meditationstechniken, die es heute gibt, ist die transzendentale Meditation.

Es lohnt sich, diese von manchen verpönte, von anderen wiederum hoch gelobte, Technik aus der Nähe zu betrachten. Genau das tun wir in diesem umfassenden Artikel zu dieser besonderen Meditationsmethode, die verspricht, auf einfache Weise höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen.

Was bedeutet transzendentale Meditation?

Bei der Transzendentalen Meditation handelt es sich um eine mehrere Jahrtausende alte Meditationsweise, die verspricht, Körper und Geist in einen Zustand von tiefster Ruhe und Entspannung zu versetzen.

Viele Techniken der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion und andere Meditationstechniken, wie zum Beispiel die Achtsamkeitsmeditation, sind darum bemüht, die Gedanken zu stoppen und den Geist zu kontrollieren, indem man ihn beispielsweise auf ein Meditationsobjekt wie den Atem ausrichtet. Der Ansatz der Transzendentalen Meditation (kurz: TM) hingegen lautet, dass Kontrolle für unseren Geist sehr unnatürlich und unangenehm ist und nichts mit echter Meditation zu tun hat.

Daher soll der Meditierende es in der TM erlernen, den Geist mühelos und ohne Anstrengung in die innere Stille zu bringen. Von TM-Praktizierenden wird dies gerne als ein Nach-Hause-Kommen bezeichnet: Du bist plötzlich ganz bei dir, losgelöst von der Welt.

Transzendenz bedeutet eine Überschreitung. In Bezug auf die Transzendentale Meditation heißt das, dass du den aktiven, kontrollierten Zustand deines Geiste überwindest und in den natürlichen, losgelösten Zustand zurückkehrst. Du ruhst in dir und bist nicht mehr beschäftigt mit machen, denken oder sehen.

Worum geht es bei transzendentaler Meditation?
Bei der transzendentalen Meditation wird ein Mantra rezitiert. | Quelle: Pixabay

Um das zu erreichen, braucht es in der Regel nicht viel. Die Transzendentale Meditation wird üblicherweise zweimal am Tag für jeweils zwanzig Minuten praktiziert. Schon in kürzester Zeit berichtet die Mehrheit der Praktizierenden von positiven Wirkungen. Erlernt werden kann diese Methode innerhalb weniger Tage.

Vereinfacht ausgedrückt wiederholst du für die Transzendentale Meditation im Sitzen oder Liegen mit geschlossenen Augen ein bestimmtes Mantra. Dieses Mantra wird dir von einem Lehrer, der in einer Maharishi-Organisation ausgebildet wurde, vorgegeben. Es ist üblich, dass TM nur mit einem ausgebildeten Lehrer erlernt werden kann.

Es handelt sich bei TM übrigens um eine markengeschützte Meditationstechnik.

Woher stammt die transzendentale Meditation?

Die Transzendentale Meditation wurde 1955 von Maharishi Mahesh Yogi in den Westen gebracht und stammt aus einer indischen spirituellen Tradition. Die Meditationstechnik an sich ist aber schon deutlich älter, vermutlich über mehrere tausend Jahre. Durch Maharishi hat sie aber in den vergangenen 60 Jahren neue Aufmerksamkeit und Berühmtheit erhalten.

Maharishi ist damit ein Symbol für das Comeback der indischen Meditation und den dazu gehörigen Traditionen. Der Name Maharishi stammt aus dem Sanskrit (महर्षि, maharṣi < mahā + ṛṣi) und ist die Bezeichnung eines geistlichen Würdenträgers in Indien.

Maha heißt so viel wie „groß“ oder „bedeutend“, Rishi bedeutet „Seher“ und „Weiser“. Im Deutschen würde man einen Maharishi also als einen „großen Weisen“ bezeichnen.

Maharishi Mahesch Yogi wurde 1917 geboren und ist im Jahr 2008 verstorben. Im Laufe seines Lebens ist er zum Symbol einer amerikanischen Gegenkultur geworden und hat es regelmäßig auf die Titelblätter bekannter Zeitungen wie der „Times“ geschafft. In mehreren Staaten hat er eine eigene Universität oder Schulen errichtet.

Kritiker der transzendetalen Meditation vergleichen die Bewegung mit einer Sekte. | Quelle: Pixabay

Schätzungsweise haben mittlerweile bereits zehn Millionen Menschen weltweit die Technik der TM erlernt. Diese Zahl repräsentiert den Wunsch der Menschheit, innere Erfüllung, Glück und körperliches Wohlbefinden zu erfahren.

Zwar wird TM von seinen Gegnern gerne mit einer Sekte verglichen – von den Anhängern dieser Meditationstechnik wird TM aber als ein Weg gesehen, sich seiner selbst bewusst zu werden, zu verstehen, was im eigenen Inneren vorgeht und Stress und Depressionen zu bekämpfen.

Der Erfolg dieser Technik beruht wohl vor allem auf der Einfachheit und Zugänglichkeit dieser Meditationsweise. Viele Berühmtheiten aus Hollywood und aller Welt sind heutzutage bekennende Praktizierende der Transzendentalen Meditation. Auch die Beatles oder die Rolling Stones haben mit dieser Meditation spirituelle Erfahrungen gesammelt.

Die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist

TM verspricht tiefe Ruhe und Entspannung, mehrere Millionen Praktizierende stehen für die Wirksamkeit dieser Praxis. Doch wie genau wirkt sich Transzendentale Meditation auf deinen Körper und Geist aus und wie funktioniert sie?

Zusammengefasst hilft TM dabei, Stress zu reduzieren, die Schlafqualität zu verbessern und Erschöpfungszustände zu lindern. Die Lebensqualität wird dadurch enorm gesteigert. Eine regelmäßige Praxis sorgt für den Effekt, dass du deine eigene Mitte findest, den Kopf frei bekommst, deine Aufmerksamkeit erhöhst und dich selbst wieder bewusst wahrnimmst.

Bei dieser Meditationsform müssen wir uns nicht konzentrieren, wir zielen nicht darauf ab, unseren Geist zu kontrollieren, der Geist folgt seinem natürlichen Instinkt, nach dem größten Glück zu streben. Er richtet sich nach innen und findet das Seligkeitsbewusstsein im Sein. 

- Maharishi Mahesh Yogi

Laut Maharishi gelangst du durch TM in einen Zustand zu erreichen, indem du vollkommen ruhst und dein Geist gleichzeitig wach ist. Diese tiefe und heilsame Entspannung kann nicht einmal im Schlaf erreicht werden und sorgt dafür, innere Anspannung und Angstgefühle zu reduzieren.

Dieser Zustand ist Maharishi zufolge der natürliche Zustand des Geistes, so dass er von ganz alleine danach strebt, ihn wieder zu erreichen. Alles, was du dafür tun musst, ist aufzuhören, deinen Geist kontrollieren zu wollen. Das lernst du in der TM.

Du erreichst mit der Transzendentalen Meditation Alpha-EEG-Wellen von 7-9 Hz, die durch Entspannung sowie eine verringerte geistige Aktivität charakterisiert sind. Du machst damit die Erfahrung von reinem Bewusstsein. Diese Wirkung ist in anderen Meditationsweisen, bei denen du dich auf ein Objekt konzentrierst, nicht zu erreichen.

Laut Maharishi Mahesh Yogi fühlt sich der Geist durch seine eigene Natur zum Glück hingezogen. | Quelle: Pixabay

Laut Maharishi Mahesh Yogi fühlt sich der Geist durch seine eigene Natur zum Glück hingezogen. | Quelle: Pixabay[/caption]

Die Meditationserfahrung der TM sorgt also für folgende positiven Effekte auf deinen Körper und Geist:

  • Reduktion von Angstzuständen und Stress
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Verbesserte Selbstwahrnehmung
  • Belebung deines Organismus
  • Beruhigung deines Nervensystems
  • Heilung von Bluthochdruck
  • Prävention von Krankheiten

Studien zufolge senkt die TM das Risiko, an Herzerkrankungen, Tumoren, Parkinson oder Alzheimer zu erkranken, erheblich. Dadurch erhöht sich auch die Lebenserwartungen. In den Kreisen der Transzendentalen Meditation werden mit den ausbleibenden Gesundheitskosten die Preise für die TM-Kurse gerechtfertigt.

Um von den vielfältigen Nutzen und der Wirkung von TM zu profitieren, ist allerdings – wie bei jeder spirituellen Praxis – eine tägliche Praxis unabdingbar.

Transzendentale Meditation lernen: TM mit einem Lehrer praktizieren

TM ist somit eine Technik zum Entspannen und zur Persönlichkeitsentwicklung, die sich vor allem in der Mühelosigkeit von anderen Techniken unterscheidet. Es sind für den Effekt tatsächlich keine besonderen Anstrengungen oder Konzentrationsübungen notwendig.

Die Bereitschaft, täglich zu üben, sowie eine Anleitung eines ausgebildeten Lehrers reichen vollkommen aus. Mithilfe von TM sollen wir unseren inneren Frieden finden und unseren Körper bewusst wahrnehmen. Das erfolgt über die Rezitation eines Mantras.

Ein Mantra ist ein Wortklang, eine Idee, die uns der Lehrer individuell vorgibt. Das Prinzip der TM besteht darin, das Mantra entsprechend der Vorgaben des Lehrers zu wiederholen.

Dieser Lehrer muss in einer offiziellen Organisation von Maharashi Mahesh Yogi ausgebildet worden sein. Die Rolle des Lehrers ist also in der TM sehr wichtig, sogar entscheidend.

Zwar findest du beispielsweise auf YouTube vielerlei Meditationsvideos, für die Transzendentale Meditation ist aber das gemeinsame Praktizieren mit einem Lehrer zumindest zum Erlernen dieser Technik unbedingt notwendig - auch wenn es sich nicht um eine geführte Meditation handelt.

TM kann man nur mit einem Lehrer lernen! | Quelle: Pixabay

Weiterhin ist es notwendig, mit vollem Engagement dabei zu sein, wirklich Lust zu haben, diese Meditationsform zu lernen und Kurse zu besuchen. Dazu musst du bereit sein, Geld zu investieren.

Zentren für die TM gibt es fast überall in Deutschland. An nur wenigen Abenden kannst du innerhalb eines Kurses diese Technik erlernen. Für Normalverdiener kostet so ein Kurs knapp 1.200 Euro, für Familien gibt es Angebote für um die 1.750 Euro und Studierende und Geringverdiener können für knapp 600 Euro teilnehmen.

Das klingt zwar zunächst nach viel Geld für einen kurzen Meditationskurs. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass du in der Regel zum Meditieren keine Ausrüstung benötigst, sondern nur deinen Körper und Geist.

Allerdings umfasst ein Kurs eine detaillierte Anleitung der Technik, persönliche Gespräche und eine andauernde Unterstützung deines Lehrers. TM-Praktizierende betonen, dass die Kurse ihren Preis angesichts der vielfältigen positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden mehr als wert sind.

Du kannst zudem sichergehen, dass der Leiter des Kurses selbst in der Transzendentalen Meditation kompetent ausgebildet wurde. Das gemeinsame Lernen mit einem Lehrer basiert auf der verbreiteten Sichtweise, dass für spirituelle Praktiken und Persönlichkeitsentwicklung immer ein sogenannter Guru notwendig ist.

Nach dem Einführungskurs, der in der Regel an vier aufeinander folgenden Abenden stattfindet, kannst du allerdings durchaus lehrerunabhängig üben. Der Lehrer wird benötigt, um die Meditationsweise zunächst zu erlernen. Anschließend praktizierst du für dich selbst, kannst aber regelmäßig in Form von Wochenendseminaren u.ä. auf einen Lehrenden zurückgreifen.

Kritik an der transzendentalen Meditation

Aufgrund der Medien und anderer Polemiken wurde die Transzendentale Meditation in der Vergangenheit oft als reine Entspannungstechnik gesehen, in der es darum geht, im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen.

Der breiten Öffentlichkeit war nicht bewusst, dass eine fundierte Ausbildung notwendig ist bzw. dass es sich um eine Technik handelt, die man wirklich erlernen muss und die äußerst positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Der Grund hierfür hängt mit der Medialisierung des Gründers der TM zusammen. Aufgrund seiner Auftritte in vielen amerikanischen Fernsehsendungen hat er dazu beigetragen, dass die die seit den 60er TM bekannt und populär wurde. Er hat damit aber auch den Weg für diverse Polemiken geebnet.

Man fragte sich, ob TM eine religiöse, politische oder finanzielle Dimension besitzt, denn all diese Themen wurden mit der TM in Zusammenhang gebracht. So wurde die TM oft dem Vorwurf einer Sekte ausgesetzt. Auch die Tatsache, dass man für einen Kurs bezahlen muss, bevor man nähere Details zur Meditationsweise erfahren kann, sorgt regelmäßig für Kritik.

Lohnt sich Transzendentale Meditation?

Heute bekennen sich viele Stars wie Stevie Wonder, Hugh Jackman oder Oprah Winfrey als Anhänger von Maharishi Mahesh Yogi. Allein die vielen positiven Wirkungen auf Geist und Körper sollten ausreichen, sich mit dieser Disziplin einmal tiefgehender auseinanderzusetzen.

Vielleicht findest du, wie so viele Menschen vor dir, in der TM den Schlüssel zu wahrer Erfüllung!

Wenn du aktuell nicht so viel Geld für einen TM-Kurs aufbringen kannst, versuchst du es vielleicht erst einmal mit achtsamkeitsbasierten Meditationen oder Yoga. Auch dadurch kannst du es schaffen, deinen Körper und Geist zu beruhigen – wenn auch der TM zufolge die transzendentalen Erfahrungen eher ausbleiben.

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Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.