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Tipps für Piano-Anfänger zum Akkorde Lernen

Von Tobias, veröffentlicht am 26/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Die Tonleitern auf dem Piano Lernen

Wer Klavier lernen möchte, der benötigt dafür einige wichtige Grundlagen: Theorie, Grundakkorde und Tonleitern.

Wer als Anfänger die vier „magischen Akkorde“ (diejenigen, die in der Pop-Welt immer wieder auftauchen und den gleichen Aufbau haben) beherrscht und dazu sogar noch ein wenig improvisieren kann, der hat schon eine sehr solide Grundlage in der Praxis.

Wer Tonleitern und Akkorde immer wieder übt, der wird als Klavier Anfänger schnell Fortschritte machen, die Koordination der rechten und linken Hand verbessern und mehr Beweglichkeit in den Fingern erhalten.

Wer sich als Pianist beweisen will und sich kontinuierlich verbessern möchte, der sollte langsam und geduldig die Noten spielen, aus denen die Akkorde der linken Hand bestehen, und dann nach und nach mit der rechten Hand eine harmonische Begleitung finden, bestehend aus Noten der entsprechenden Tonleitern. Das ist dann die Melodie.

Nach und nach wird man dann feststellen, welche Töne der Melodie am besten zu den Akkorden der linken Hand passen und vielleicht sogar sein eigenes Stück komponieren!

Deswegen ist es entscheidend, sich auch mit Musiktheorie bzw. Solfeggio auszukennen, eine Partitur lesen zu können und die Tonleitern der verschiedenen Tonarten auswendig spielen können.

Aber was ist eine Tonleiter eigentlich?

Wie lernt man sie am besten auswendig?

Wie kann man mit ihrer Hilfe improvisieren?

Genau das versuchen wir Euch in diesem Artikel zu erklären.

Was ist eine Tonleiter auf dem Klavier?

Damit man es als Pianist wirklich weit bringen kann, muss man einiges an Geduld und Motivation mitbringen.

Niemand kann schon nach wenigen Unterrichtsstunden die großen Klassiker fehlerfrei zum Besten geben.

Das ist so ähnlich wie beim Mathe Lernen: Am Anfang des Klavierunterrichts mögen Euch viele Dinge noch frustrierend schwer und super kompliziert vorkommen.

Am Ende werdet Ihr aber feststellen, dass das Ganze doch relativ logisch ist und man mit ein wenig Übung sogar ziemlich flott und sicher beim Lösen von Aufgaben werden kann.

Dafür muss man sich die Basics immer wieder vor Augen halten, neue Dinge langsam angehen, um mit jedem Mal einen neuen Erfolg zu verzeichnen und stetig Fortschritte beim Klavier Lernen zu machen.

Dazu gehört auch das Üben von Tonleitern.

Tonleitern sind per Definition eine Folge von Noten der selben Tonleiter (Dur oder Moll), deren letzter Ton immer eine Oktave vom ersten Ton entfernt liegt – darüber, wenn es eine aufsteigende Tonleiter ist, darunter, wenn es eine absteigende Tonleiter ist.

Von Grundton bis Oktave: Eine Tonleiter umfasst 8 Töne Eine Tonleiter besteht immer aus 8 Tönen | Quelle: Pixabay

Nimmt man beispielsweise die C-Dur-Tonleiter, dann umfasst diese die Töne C – D – E – F – G – A – H – und wieder C.

Die C-Dur-Tonleiter ist die einzige Dur-Tonleiter, die nur aus weißen Tasten besteht, daher ist sie bei Anfängern besonders beliebt.

Die Tasten sind voneinander durch sogenannte Intervalle getrennt. Direkt nebeneinanderliegende Tasten sind durch einen Halbtonschritt getrennt.

Liegt eine Taste zwischen zwei Tasten, so spricht man von einem Ganztonschritt.

Die schwarzen Tasten sind nach den nächstliegenden weißen Tasten benannt. Die schwarze Taste zwischen C und D kann so entweder ein erhöhtes C sein (Cis bzw. C#) oder ein vermindertes D (Des bzw. D♭).

Auch die Intervalle haben in der Musiktheorie (ob am Klavier oder allgemein) spezifische Bezeichnungen:

  • Die Tonika (der Ausgangston)
  • Die Sekunde (ein Ganzton vom Ausgangston entfernt)
  • Die Terz (zwei Ganztöne vom Ausgangston entfernt)
  • Die Quarte (drei Ganztöne vom Ausgangston entfernt)
  • Die Quinte (vier Ganztöne vom Ausgangston entfernt)
  • Die Sexte (fünf Ganztöne vom Ausgangston entfernt)
  • Die Septe (sechs Ganztöne vom Ausgangston entfernt)
  • Die Oktave (sieben Ganztöne vom Ausgangston entfernt, also wieder der Ausgangston)

Kleines Quizz am Rande:

  • Welcher Ton ist eine Quinte vom Ausgangston der C-Dur-Tonleiter entfernt?
  • Welche Bezeichnung hat der Abstand zwischen A und C auf der C-Dur-Tonleiter?

Die Antworten findet Ihr am Ende dieses Artikels.

Achtung: Alle anderen Tonleitern verhalten sich bezüglich der Intervalle zwar entsprechend zur C-Dur-Tonleiter, beinhalten aber andere Töne!

Was ist der Unterschied zwischen Dur- und Moll-Tonleitern?

Eine wichtige Frage für alle, die gerade mit dem Klavierspielen angefangen haben. Hier geht es vor allem um einen wesentlichen Unterschied im Klang.

Aber Dur- und Moll-Akkorde bestehen auch aus unterschiedlichen Intervallen und beinhalten andere Töne.

(Alles Wichtige zum Thema Akkorde am Klavier erfahrt Ihr hier!)

Spielt man beide Varianten hintereinander, so wird man schnell feststellen, dass der Moll-Klang viel trauriger, melancholischer oder sentimentaler klingt. Eher für Balladen geeignet als für Triumphmärsche.

Bei Dur ist das genaue Gegenteil der Fall. Der Klang ist fröhlich, voll und zuversichtlich.

Dur und Moll klingen grundlegend unterschiedlich Moll-Tonleitern vermitteln eine düstere, manchmal auch traurige Stimmung| Quelle: Superprof

Die Dur-Tonleitern

Um auf dem Klavier eine Dur-Tonleiter spielen zu können, muss man vor allem ein fundamentales Element beachten: Die Intervalle!

Auf einer Dur-Tonleiter sieht die Tonfolge wie folgt aus: Ganztonschritt, Ganztonschritt, Halbtonschritt, Ganztonschritt, Ganztonschritt, Ganztonschritt, Halbtonschritt.

Für eine C-Dur-Tonleiter ergäbe das dann in der Folge: C – D – E – F – G – A – H – und wieder C.

Entsprechend verhält sich das für die anderen Tonarten.

  • D-Dur-Tonleiter: D-E-F# G-A-B-C#-D,
  • E-Dur-Tonleiter: E-F#-G#-A-B-C#-D#-E,
  • F-Dur-Tonleiter: F-G-A-B♭-C-D-E-F.

Das gilt für alle Dur-Tonleitern, ohne Ausnahme!

Natürlich findet Ihr alle Tonleitern auch im Internet oder in den geläufigen Lehrbüchern.

Die Moll-Tonleitern

Moll leitet sich vom lateinischen Wort „mollis“ ab und bedeutet soviel wie „weich“.

Die Moll-Tonarten sind, wie schon gesagt, etwas düsterer und trister als die Dur-Tonarten.

Auch technisch unterscheidet Moll von Dur, insofern, als dass zwischen dem 7. und dem 8. Ton der Dur-Tonleiter ein Halbton eingebaut wurde.

So ist das B beispielsweise der entsprechende Halbton unter dem C. Der sechste Ton der Moll-Tonleiter sorgt für einen „orientalischen“ Klang.

Viele arabische Stücke sind in Moll geschrieben Moll-Tonarten haben oft einen orientalischen Klang | Quelle: Pixabay

Die Tonarten unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Grundton.

In zweiter Linie unterscheiden sie sich durch die Akkorde, mit denen man die Dur- oder die Moll-Tonart begleitet.

Zu jeder Dur-Tonart gibt es aber eine parallele Moll-Tonart.

Außerdem gibt es stets vier Arten von Moll-Tonleitern. Bei C verhält sich das wie folgt:

  • Die natürliche Moll-Tonleiter: Ton, Halbton, Ton, Ton, Halbton, Ton, Ton (C-D-Es-F-G-A-b-C)
  • Die harmonische Moll-Tonleiter: Ton, Halbton, Ton, Ton, Halbton, Ein-einhalb-Töne, Halbton (C-D-Es-F-G-As-B-C)
  • Die melodische, aufsteigende Moll-Tonleiter: Ton, Halbton, Ton, Ton, Ton, Ton, Halbton (C-D-Es-F-G-A-B-C)
  • Die melodische, absteigende Moll-Tonleiter: Ton, Ton, Halbton, Ton, Ton, Halbton, Ton (C-b-As-G-F-Es-D-C)

Ein guter Klavierlehrer, egal ob bei Euch zuhause oder übers Internet, wird Euch weitere Nuancen der Moll-Tonleitern erläutern können.

Auch Online findet Ihr allerhand Infos zum Thema Tonleitern.

Tonleitern Lernen: Mit diesen Übungen klappt es am schnellsten

Wenn man von Tonleitern spricht, dann ist der Fingersatz immer besonders wichtig.

Erst seit dem 18. Jahrhundert spielt auch der Daumen eine entscheidende Rolle.

Auf den zuvor handelsüblichen Cembalos war das nicht der Fall.

So spielte Mozart mit und Bach ohne Daumen. Das wurde auch nötig, denn die Stücke wurden immer komplexer und schneller.

Daher konnte man sich nicht mehr leisten, auf den Daumen zu verzichten. Der richtige Fingersatz wurde so immer wichtiger.

Täglich 20 Minuten üben sollte für jeden drin sein Tonleitern wollen geübt werden. Nur so werden sie zum Automatismus | Quelle: Pixabay

Aber wie kann man diesen am besten einstudieren?

Die kleine C-Tonleiter

Los geht’s mit ein wenig Finger-Gymnastik.

Man spielt zunächst die ersten vier Noten C-D-E-F mit der rechten Hand und die vier letzten Noten G-A-B-C mit der linken Hand.

Das Ganze geht hin und her und vor und zurück.

Der Daumen übernimmt die Führungsrolle und spielt den ersten und den letzten Ton. Zeige-, Mittel-, und Ringfinger übernehmen den Rest.

Die gegensätzliche Tonleiter

Eine Hand spielt eine aufsteigende Tonleiter, während die andere eine absteigende spielt.

Das ist so, wie wenn sich die rechte Hand im Spiegel betrachten würde. Sie spielt genau spiegelverkehrt zur linken Hand!

Das klingt natürlich scheußlich, da die Töne überhaupt keine Harmonie haben. Aber es verbessert Eure Koordination und Eure Genauigkeit im Spiel erheblich.

Die Tonleiter in Parallel-Bewegung

Ihr spielt mit der linken und rechten Hand aufsteigende Tonleitern und spielt Euch über die komplette Tastatur und wieder zurück!

Zunächst könnt Ihr Euch auf halbe Tonleitern beschränken und immer wieder neu ansetzen.

Irgendwann solltet Ihr aber die Tonleiter von Grundton bis Oktave fehlerfrei durchspielen können!

Hier die Antworten auf unser kleines Quiz vom Anfang:

  • Welcher Ton ist eine Quinte vom Ausgangston der C-Dur-Tonleiter entfernt? G
  • Welche Bezeichnung hat der Abstand zwischen A und C auf der C-Dur-Tonleiter? Das A ist die Sexte (der sechste Ton der C-Dur-Tonleiter)

Zusammengefasst:

  • Eine Tonleiter ist eine Folge von Tönen, die sich verändern, je nachdem ob es sich um eine Dur- oder Moll-Tonleiter handelt. Der Grundton ist der erste, die Oktave der letzte Ton einer Tonleiter und entspricht dem Grundton. Moll- und Dur-Tonleitern haben einen anderen Klang, aber man muss alle 15 Dur und Moll-Tonleitern perfekt beherrschen, wenn man es als Pianist weit bringen will-
  • 20 Minuten am Tag sollte man für die Tonleitern einplanen, das ist wesentlich effizienter als 2h am Stück und nur einmal pro Woche. Euer Gehirn gewöhnt sich schneller an die Tonleitern und auch Eure Finger werden von Mal zu Mal schneller. Übernehmt Euch nicht und übt eine Tonleiter nach der anderen! Und achtet dabei immer auf den richtigen Fingersatz! Lieber fangt Ihr etwas langsamer an und steigert dann die Geschwindigkeit. Beide Hände sollten die Tonleitern fehlerfrei lernen.
  • Tonleitern üben kann zunächst einmal ziemlich stumpf und langweilig erscheinen. Sie sind aber eine wichtige Grundlage für jeden erfolgreichen Pianisten! Nur mit ihnen könnt Ihr improvisieren oder sogar komponieren!
  • Ihr wisst, was eine Tonleiter ist, wozu sie nutzt und warum es wichtig ist, sie regelmäßig zu üben.

Wozu also länger warten? Ab an die Tasten! 🙂

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