Wer Klavier oder Keyboard lernen möchte, der benötigt dafür einige wichtige Grundlagen: Theorie, Grundakkorde und Tonleitern.

Wer als Anfänger die vier "magic Chords" (diejenigen, die in der Pop-Welt immer wieder auftauchen und den gleichen Aufbau haben) beherrscht und dazu sogar noch ein wenig improvisieren kann, der hat schon eine sehr solide Grundlage in der Praxis.

Wer Klaviertonleitern und Klavierakkorde immer wieder übt, der wird als Klavieranfänger schnell Fortschritte machen, die Koordination der beiden Hände verbessern und mehr Beweglichkeit in den Fingern erhalten.

Wer sich als Pianist beweisen will und sich kontinuierlich verbessern möchte, der sollte langsam und geduldig mit links die Akkordbegeitung spielen, und dann nach und nach mit der rechten eine harmonische, melodiöse Tonfolge finden, mit Tonmaterial aus der entsprechenden Tonart. Das ist dann die Melodie.

Nach und nach wird man dann feststellen, welche Töne der Melodie am besten zu den verschiedenen Akkorden der Begleitung passen und vielleicht sogar sein eigenes Stück komponieren!

Deswegen ist es entscheidend, sich beim Klavier Lernen auch mit Musiktheorie bzw. Solfeggio auszukennen, eine Partitur lesen zu können und die Leitern der verschiedenen Tonarten auswendig zu kennen.

Aber was ist eine Tonleiter eigentlich?

Wie lernt man sie am besten auswendig?

Was bringt es, sie zu kennen?

Genau das versuchen wir Euch in diesem Artikel zu erklären.

Was ist eine Tonleiter?

Klavier lernen wie lange fragst Du Dich? Damit man es als Pianist wirklich weit bringen kann, muss man einiges an Geduld und Motivation mitbringen.

Niemand kann schon nach wenigen Unterrichtsstunden die großen Klassiker fehlerfrei zum Besten geben.

Das ist so ähnlich wie in Mathe: Am Anfang des vom Klavierunterricht mögen Euch viele Dinge noch frustrierend schwer und super kompliziert vorkommen.

Am Ende werdet Ihr aber feststellen, dass das Ganze doch relativ logisch ist und man mit ein wenig Übung sogar ziemlich flott und sicher beim Lösen von Aufgaben werden kann.

Dafür muss man sich die Basics immer wieder vor Augen halten, neue Dinge langsam angehen, um mit jedem Mal einen neuen Erfolg zu verzeichnen und stetig Fortschritte beim Klavierlernen zu machen.

Dazu gehört auch das Einüben von Tonleitern.

Tonleitern sind eine Folge von Tönen derselben Tonart, deren letzter Ton immer eine Oktave vom ersten Ton entfernt liegt - darüber, wenn es eine aufsteigende, darunter, wenn es eine absteigende Tonleiter ist.

Unser westliches Tonsystem besteht nur aus 12 unterschiedlichen Tönen innerhalb einer Oktave. Danach wiederholt sich alles, höher oder tiefer. An Klavieren kannst Du das sehr gut an der Symmetrie der Tasten erkennen.

Die Töne liegen jeweils einen Halbtonschritt auseinander und wenn Du sie alle in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge hintereinander spielst, erklingt eine chromatische Tonleiter. Alle anderen sind eine Auswahl daraus.

Die chromatische Tonleiter enthält alle Töne innerhalb einer Oktave.
Die chromatische Tonleiter zu kennen ist nötig, um alle anderen Tonleitern zu verstehen.

In der Folge werden wir uns die Dur- und die Molltonleitern etwas genauer anschauen. Sie bestehen jeweils aus 7 verschiedenen Tönen. Der achte Ton ist dann wieder die Oktave des Grundtons (der Anfangston).

Es werden also fünf Noten aus der chromatischen Tonleiter weggelassen – anstatt nur Halbtonschritte, kommen in den heptatonischen (siebentönigen) auch Ganztonschritte vor.

An den Klaviertasten kann man das besonders gut erkennen. Zwischen zwei direkt nebeneinanderliegenden Tasten liegt ein Halbtonschritt. Wenn Du also eine Taste überspringst, erhältst Du einen Ganztonschritt.

In der Harmonielehre, am Klavier oder allgemein, gibt es spezifische Bezeichnungen, um die Abstände von zwei Tönen, die sogenannten Intervalle, zu beschreiben.

  • Reine Prime (der Ausgangston)
  • Kleine Sekunde (1 Halbton)
  • Große Sekunde (2 Halbtöne = 1 Ganzton)
  • Kleine Terz (3 Halbtöne)
  • Große Terz (4 Halbtöne = 2 Ganztöne)
  • Reine Quarte (5 Halbtöne)
  • Übermäßige Quarte/verminderte Quinte (6 Halbtöne = 3 Ganztöne)
  • Reine Quinte (7 Halbtöne)
  • Kleine Sexte (8 Halbtöne = 4 Ganztöne)
  • Große Sexte (9 Halbtöne)
  • Kleine Septime (10 Halbtöne = 5 Ganztöne)
  • Große Septime (11 Halbtöne)
  • Reine Oktave (12 Halbtöne = 6 Ganztöne)

Die verschiedenen Tonleitern unterscheiden sich darin, in welcher Reihenfolge Ganzton- und Halbtonschritte angeordnet sind. Daraus ergeben sich dementsprechend auch andere Intervalle zum Grundton. Das wirst Du besonders gut heraushören, wenn Du anfängst Klavier Akkorde zu spielen.

Die Moll-Melodien und Mollakkorde hören sich eher traurig, melancholisch an. Die Durakkorde und Melodien sind fröhlich und offen.

Wenn Du einmal gelernt hast, wie man die unterschiedlichen Leitern rauf- und runterspielt, kannst Du sie ein paarmal hintereinander abwechslungsweise spielen. So kannst Du Dich an die unterschiedlichen Klänge gewöhnen und erlernen, sie zu erkennen.

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Die Dur-Tonleiter

Du hast vielleicht schon mal davon gehört, dass es unter anderem eine C-Dur, eine D-Dur, eine E-Dur und viele weitere Durtonleitern gibt. Sie bestehen zwar alle aus unterschiedlichen Tönen, folgen aber demselben Prinzip.

Das heißt, Du musst sie nicht alle einzeln auswendiglernen, sondern das Prinzip dahinter verstehen. Damit wirst Du dann mit der Zeit ganz von alleine wissen, welche Töne in welche Tonart gehören.

Der Buchstabe davor ist nämlich nichts anderes als die Bezeichnung des Anfangstones. Dur und Moll ist das sogenannte Tongeschlecht und gibt Dir an, welche Intervalle in der Tonleiter vorkommen werden. Wenn Du also die Formel kennst, kannst Du damit von jedem Anfangston aus, die entsprechende Leiter ableiten.

Um zu dieser Formel zu kommen, schauen wir uns die C-Dur-Tonleiter an. Sie ist gemeinhin als die Einfachste bekannt. Denn in ihr kommen nur Noten ohne Vorzeichen vor und auf dem Klavier wird sie nur mit weißen Tasten gespielt.

Für C-Dur auf dem Klavier braucht man nur weiße Tasten.
Die C-Dur-Tonleiter: Wie der Name sagt, fangen wir auf dem C an und enden auf dem C eine Oktave höher.

Wie Du auf den Klaviertasten erkennen kannst, liegt zwischen E und F sowie H und C jeweils ein Halbtonschritt (HT), zwischen allen anderen Tonleitertönen ein Ganztonschritt (GT);  wir überspringen die schwarze Taste.

Daraus ergibt sich folgende Formel, die wir auf alle anderen Dur-Tonleitern anwenden können: GT – GT – HT – GT – GT – GT – HT

Du kannst jetzt also auf jedem beliebigen Ton anfangen. Wenn Du die Reihenfolge der Ganzton und Halbtonschritte einhältst, spielst Du automatisch die Durtonleiter, die den gleichen Namen trägt wie Dein Anfangston.

So kannst Du F-Dur und E-Dur auf dem Klavier spielen.
Wenn Du die Abfolge von Ganzton- und Halbtonschritten einhältst, kannst Du jede beliebige Dur-Tonleiter auf dem Klavier spielen.

Um den Unterschied von Dur und Moll zu verstehen, kommen wir nochmal kurz auf die Intervalle zurück. Der bezeichnende Klang von Moll- und Durtonleitern und den aus ihnen abgeleiteten Dreiklängen (Durakkorde oder Mollakkorde mit drei Tönen) entsteht durch das Intervall zwischen dem Grundton und dem dritten Ton, der Terz. In der Durtonleiter sind das 2 Ganztöne, also eine große Terz.

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Die Moll-Tonleitern

Moll leitet sich vom lateinischen Wort "mollis" ab und bedeutet so viel wie „weich“. Die Molltonarten klingen, wie schon erwähnt, etwas düsterer und trister als die Durtonarten.

Dieser klangliche Unterschied entsteht vor allem dadurch, dass das Intervall zwischen dem ersten und dem dritten Ton nun eine kleine Terz ist. Das ist eine Grundregel, die Du Dir schonmal merken kannst. Wie es genau dazu kommt, schauen wir uns jetzt noch genauer an.

Jede Durtonleiter hat eine parallele Molltonleiter. Das bedeutet, dass in ihr genau die gleichen Noten vorkommen, jedoch auf einem anderen Ton angefangen wird. Um die Mollparallele zu finden, musst Du einfach nur wissen, welches die Sexte (der sechste Ton) der Durtonleiter ist.

I
Dur
VI
Moll
CA
GE
DH
AFis
ECis
HGis
FD
BG
EsC
AsF
DesB

Um wieder die einfachste Variante mit nur weißen Klaviertasten als Beispiel zu nehmen, fangen wir also auf dem Ton A an. Genau wie zuvor drücken wir ab hier jede einzelne weiße Taste in aufsteigender Reihenfolge, bis wir beim nächsten A ankommen. Und schon haben wir eine A-Moll-Tonleiter gespielt.

Auch hier kannst Du daraus wieder eine Formel ableiten, die für alle anderen Molltonleitern gültig ist: GT – HT – GT – GT – HT – GT – GT

Auch für A Moll brauchst Du auf dem Klavier nur weiße Tasten.
So kannst Du die natürliche A-Moll-Tonleiter auf dem Klavier spielen.

Wenn man allgemein über „die Molltonleiter“ spricht, meint man in der Regel die natürliche Moll-Tonleiter, die Du oben abgebildet siehst. Von ihr können zwei Varianten abgeleitet werden: die harmonische und die melodische Molltonleiter.

In natürlich Moll liegt zwischen dem siebten und dem letzten Ton ein Ganztonschritt. Man hat dadurch, anders als in Dur, nicht das Gefühl, angekommen zu sehen; es fehlt der Leitton.

In den beiden Varianten wird dem entgegengewirkt, indem aus der kleinen Septime eine große Septime gemacht wird; der siebte Ton wird um einen Halbton erhöht.

Die harmonische Molltonleiter spielst Du bis zum sechsten Ton genau gleich, wie die natürliche, dann machst Du aber anstatt einem Ganzton- einen Anderthalbtonschritt. Die Formel lautet also nun: GT – HT – GT – GT – HT - k3 - HT.

Da sich das wiederum etwas unmelodisch anhört, wurde in der melodischen Molltonleiter zusätzlich der sechste Ton um einen Halbton erhöht. Damit kommen wir zu der Formel: GT - HT – GT – GT – GT – GT - HT.

A Moll und C Moll natürlich, harmonisch und melodisch.
So sehen natürlich, harmonisch und melodisch A und C-Moll auf den Klaviertasten aus.

Ein guter Klavierlehrer wird Euch weitere Nuancen erläutern können.

Tonleiter und Tonart – der Quintenzirkel

Du hast wahrscheinlich schon gehört, dass ein Musikstück immer in einer bestimmten Tonart geschrieben ist. Was bedeutet das? Und was hat es mit den Tonleitern zu tun?

Die Tonart zeigt an, welches Tonmaterial in einem Stück hauptsächlich verwendet werden und diese stammen aus der gleichnamigen Tonleiter. Du erkennst sie an den Vorzeichen, die am Anfang des Notenblattes stehen. Bei einem Kreuz kann es sich um G-Dur oder E-Moll handeln, denn diese beiden Leitern verwenden dasselbe Tonmaterial.

Um genau zu bestimmen, um welche der beiden es sich handelt, musst Du den Grundton herausfinden. In den meisten Fällen, ist es der allerletzte Ton eines Musikstücks. Zu Beginn etwas schwieriger, jedoch verlässlicher, ist die Methode über das Gehör. Höre Dir das Stück genau an und versuche herauszuhören, ob es in Moll oder Dur geschrieben ist.

Ein gutes Hilfsmittel, um die Durtonleitern, ihre Mollarallelen und die jeweiligen Vorzeichen kennenzulernen, ist der Quintenzirkel. Es ist eine Art Uhr, in der alle Tonarten kreisförmig nebeneinander angeordnet sind. Wie der Name sagt, ist die Anordnung nicht chromatisch, sondern (im Uhrzeigersinn) im Abstand von Quinten

Das Praktische daran ist, dass so von einem Abschnitt zum nächsten immer ein Vorzeichen dazu kommt. Ganz oben auf zwölf Uhr stehen die Tonarten C-Dur und A-Moll, die beide keine Vorzeichen haben.

Im Uhrzeigersinn gelesen kommt immer ein # dazu. Der Abstand von Ton zu Ton beträgt eine Quinte. Im Gegenuhrzeigersinn ist es die Umkehrung: der Tonabstand beträgt eine Quarte und von einer Tonart zur nächsten kommt ein b dazu.

Mit dem Quintenzirkel Piano spielen lernen.
Du kannst Dir den Quintenzirkel ausdrucken, oder mit Hilfe von Merksprüchen auswendiglernen.

Um sich die Abfolge der Durtonarten einzuprägen, kann man Quintenzirkel Merksprüche zu Hilfe nehmen:

  • #: Geh Du Alter Esel Heute Fischen
  • b: Caesar Fand Beim Essen Asche Des Gesandten

Auch für die Molltonarten gibt es die passenden Quintenzirkel Merksprüche, die jedoch etwas ungelenkiger sind. Du wirst sie auch nicht oft verwenden, denn in der Praxis macht es mehr Sinn, zu jeder Dur- die parallele Molltonart zu kennen. Dann kennst Du auch gleich die Vorzeichen.

  • #: Ein Hummer fischte zi(cis)ellos in Gischt
  • b: Der Große Caesar Flirtet Beim Essen

Wenn Du Tonleitern übst, kannst Du sie in der Reihenfolge des Quintenzirkels trainieren. Dadurch lernst Du ihn gleich mit auswendig und schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe.

Weitere Tonleitern

Du kennst jetzt bereits die wichtigsten Tonleitern für Klavier Anfänger. Mit ihrer Hilfe kannst Du schon viele Lieder nachspielen und die wichtigsten Akkorde verstehen. Da man an einem Musikinstrument nie ausgelernt hat, möchte ich Dir hier noch einen kleinen Ausblick geben. Mit Klavierunterricht Hannover hast Du die optimale Unterstützung.

Die Pentatonik

Der Name kommt vom griechischen Wort für die Zahl fünf: Penta. Die Pentatonik besteht dementsprechend aus fünf verschiedenen Tönen. In den meisten Fällen nutzt man die Moll-Pentatonik. Es gibt sie jedoch auch in Dur.

Die Pentatonische Tonleiter kannst Du Dir ganz einfach von den bereits bekannten Moll-, bzw. Durtonleitern ableiten, indem Du die zwei Töne weglässt, die die Halbtonschritte verursachen.

Die Pentatonik auf dem Klavier lernen.
Die Pentatonik kannst Du von den bereits bekannten Tonleitern ableiten.

In der Pentatonik kommen also anstelle von Halbtonschritten Anderthalbtonschritte vor. Man verwendet sie hauptsächlich in der Blues und Rock Musik. Wobei besonders im Blues noch die sogenannten Blue Notes eingefügt werden, die ihr den typisch bluesigen Klang verleihen.

Die Kirchentonarten

Die Kirchentonarten – ach Modi genannt- sind wiederum heptatonische Tonleitern. Die oben behandelten Dur- und Molltonleitern sind zwei davon. In diesem Kontext nennt man sie auch die ionische und die äolische Tonleiter.

Daneben gibt es die Modi Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch und Lokrisch.

Genau wie Du die parallele äolische Tonleiter erhältst, wenn Du eine Tonleiter auf ihrer sechsten Stufe anfängst, erhältst Du auf der zweiten Stufe Dorisch, der dritten Phrygisch und so weiter.

Die Musiktheorie für Piano ist ein ein weites Feld.
Als Piano Anfänger musst Du noch nicht unbedingt alle Modi kennen.

Daraus ergeben sich folgende Formeln, die Du auf alle Anfangstöne übertragen kannst:

  • Ionisch: GT – GT – HT – GT – GT – GT - HT
  • Dorisch: GT – HT – GT – GT – GT – HT - GT
  • Phrygisch: HT – GT – GT – GT – HT – GT - GT
  • Lydisch: GT – GT – GT – HT – GT – GT - HT
  • Mixolydisch: GT – GT – HT – GT – GT – HT - GT
  • Äolisch: GT – HT – GT – GT – HT – GT - GT
  • Lokrisch: HT – GT – GT – HT – GT – GT - GT

Anders als der Name vermuten lässt, kommen die Kirchentonarten nicht nur in der kirchlichen Musik vor. Auch in Rock und Popsongs kannst Du immer mal wieder ein Solo in dem einen oder anderen Modus hören.

Von großer Bedeutung sind sie im Jazz, wo sie gebraucht werden, um über komplexere Akkorde zu improvisieren. Im Modalen Jazz steht ein Stück nur formal in einer bestimmten Tonart, die durch die Vorzeichen angezeigt wird. Tatsächlich wird aber von Passage zu Passage in einen anderen Modus gewechselt.

Tonleitern lernen: Mit diesen Übungen klappt es am schnellsten

Wenn man von Klavier lernen Tipps spricht, dann ist der Fingersatz immer besonders wichtig.

Erst seit dem 18. Jahrhundert spielt auch der Daumen eine entscheidende Rolle. Auf den zuvor handelsüblichen Cembalos war das nicht der Fall. So spielte Mozart mit und Bach ohne Daumen.

Das wurde auch nötig, denn die Stücke wurden immer komplexer und schneller. Daher konnte man sich nicht mehr leisten, auf den Daumen zu verzichten. Der richtige Fingersatz wurde so immer wichtiger.

Aber wie kann man diesen am besten einstudieren?

  • Die kleine C-Tonleiter: Man spielt zunächst die ersten vier Klänge C - D - E - F mit der rechten und die vier letzten G - A - B - C mit der linken Hand. Das Ganze geht hin und her und vor und zurück. Der Daumen übernimmt die Führungsrolle und spielt den ersten und den letzten Ton. Zeige-, Mittel-, und Ringfinger übernehmen den Rest.
  • Die Gegenbewegung: Eine Hand spielt aufsteigend, während die andere absteigend spielt. Das ist so, wie wenn sich die rechte Hand im Spiegel betrachten würde. Sie bewegt sich genau spiegelverkehrt zur linken! Das klingt zwar scheußlich, aber es verbessert Deine Koordination und Genauigkeit im Spiel erheblich.
  • In Parallel-Bewegung: Du spielst mit der linken und rechten Hand aufsteigende Leitern und spielst Dich über die komplette Tastatur und wieder zurück!

Übe einerseits die Fingersätze, damit Du sie ohne viel nachzudenken flüssig hoch- und runterspielen kannst. Andererseits solltest Du sie nicht nur nach Kaviernoten oder vorgegebenen Fingerätzen üben. Um die Theorie wirklich zu festigen und zu verinnerlichen, solltest Du auch immer wieder versuchen, die richtigen Tasten selbst zu finden.

Was bringt es, die Musiktheorie zu kennen?

Das Üben kann zunächst einmal ziemlich stumpf und langweilig erscheinen. Sie sind aber eine wichtige Grundlage für alle Pianisten! Um die Motivation aufrecht zu erhalten ist es daher wichtig zu wissen, wozu man sie lernt und übt.

Die Musik Grundlagen lernen, heißt auch Tonleitern üben.
Tonleitern am Klavier üben, ist Fitness für die Finger, schult Dein Gehör und festigt Deine Kenntnisse der Musiktheorie.

Die Tonarten sind die Grundlage, auf der Musik aufgebaut ist. Wenn Du sie gut kennst, wird es Dir leichter fallen, neue Musikstücke zu verstehen und einzuüben. Außerdem sind sie auch der Schlüssel zu eigenen Kompositionen und Improvisation.

Die Grundakkorde, die Du als Klavieranfänger lernst, sind eine Auswahl von drei Tönen, die alle aus derselben Tonleiter stammen. Dabei handelt es sich um Dreiklänge, die jeweils aus dem Grundton, der Terz und der Quinte zusammengesetzt sind.

Wenn Du also die A-Molltonleiter kennst, weißt Du jetzt auch schon, welche Klaviertasten Du drücken musst, um einen A-Moll-Dreiklang zu erhalten.

Irgendwann wirst Du auch Vierklänge, erweiterte und alterierte Akkorde kennenlernen. Mit Grundkenntnissen der Musiktheorie wird es Dir leichter fallen zu verstehen, warum welcher Ton darin vorkommt. So wirst Du sie Dir auch leichter merken können.

Auch beim Improvisieren werden Dir theoretische Grundlagen weiterhelfen. Du wirst wissen, wie Du Klavierakkorde verändern kannst und inwiefern sich die Veränderung auf den Klang auswirkt. In Tonleitern findest Du auch das Tonmaterial, das Du brauchst, um Melodien zu improvisieren.

Sowohl beim Improvisieren als auch beim Komponieren wirst Du Akkordfolgen erstellen. Welche Klavierakkorde besonders gut zusammenpassen, kannst Du mit Hilfe der Stufentheorie herausfinden. Die Grundlage dafür sind – wer hätte es gedacht – die Tonleitern.

Durch das Üben verschiedener Dur- und Molltonleitern schulst Du auch Dein Gehör. Du wirst merken, wie Du schon nach kurzer Zeit die Tongeschlechter unterscheiden kannst.

Wozu also länger warten? Ab an die Klaviertasten! :)

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.