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Diese Grundlagen benötigt, wer ein guter Pianist werden will

Von Tobias, veröffentlicht am 26/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Die wichtigsten Klavier Akkorde Lernen

„Ich spiele so gerne Klavier, dass ich es auch umsonst tun würde. Zum Glück weiß das mein Konzertagent nicht.“ (Arthur Rubinstein)

Klavierspielen ist ein Ausdrucksmittel der Gefühle, der Spiegel der Seele, aber auch das Ergebnis jahrelangen Übens – theoretisch wie praktisch.

Vom Solfeggio über Klavierakkorde bis hin zu den Tonleitern – am Üben führt kein Weg vorbei.

Wer gerade mit dem Klavierspielen anfängt, der fühlt sich manchmal, als würde der Weg zum ersten fehlerfrei gespielten Stück unendlich weit sein.

Allein die Koordination von linker und rechter Hand erscheint geradezu unmöglich und kann anfangs durchaus frustrierend sein.

Aber Ihr müsst gar kein Wunderkind wie Bach oder Schubert sein, um beim Klavierspielen Spaß zu haben: Mit einigen Grundakkorden kann man bereits bekannte und schöne Stücke spielen.

Wenn Ihr das Präludium von Bach spielen wollt, dann reicht Euch zum Beispiel ein kleines Repertoire an Akkorden.

Natürlich müsst Ihr auch zwischen den Akkorden hin- und herspringen können und das erfordert wiederum Übung.

Aber im Vergleich zu komplizierten Werken wie Chopins Nocturnes ist das ein Kinderspiel.

In diesem Artikel wollen wir Euch Mittel und Wege zeigen, die Euch auch als Klavier Anfänger dabei unterstützen, schnell und effizient Klavier spielen zu können.

Dur- und Moll-Tonarten

Um die wichtigsten Dur- und Moll-Tonarten am Klavier zu beherrschen, bedarf es eigentlich keiner komplizierten Musiktheorie.

Man kann sich die Akkorde einfach einprägen und den Fingersatz nach und nach einstudieren.

Generell schlägt die linke Hand auf der Tastatur den Akkord an, während die rechte sich mit der Melodie beschäftigt. Diese besteht wiederum aus einzelnen Tönen der zugrunde liegenden Tonart.

Vereinfacht gesagt: Eine Melodie spielen bedeutet, mit der rechten Hand mit den Tönen zu jonglieren, die von der linken Grundhand vorgegeben werden.

Aber wie lernt man diese Akkorde eigentlich? Wo liegen die Unterschiede zwischen Dur und Moll?

Tipp: Grundlegende Informationen zum Thema Tonleitern erhaltet Ihr hier.

Die Dur-Akkorde

Diese Akkorde haben einen majestätischen, fröhlichen Klang. Und sie sind auch sehr einfach zu spielen!

Trotzdem benötigt Ihr ein wenig theoretisches Wissen, gerade im Bereich Intervalle.

Man geht immer vom Grundton aus, um einen Dur-Akkord zu konstruieren.

Dann geht man 2 ganze Töne nach oben, um die Terz zu erhalten. Als nächstes benötigen wir die Quinte. Dafür geht man von der Terz drei Halbtöne nach oben.

Schlägt man den Grundton, die Terz und die Quinte gleichzeitig an, hat man einen Dreiklang-Akkord in Dur.

Die einfachste Variante ist dabei der C-Dur-Dreiklang, da die C-Tonleiter nur aus weißen Tasten besteht. Der Dreiklang besteht hier aus C – E – G.

Darauf aufbauend könnt Ihr Euch weiter durch die Tonarten durcharbeiten:

  • C-Dur: C – E – G
  • D-Dur: D – F# – A
  • E-Dur: E – G# – B
  • F-Dur: F – A – C
  • G-Dur: G – B – D
  • A-Dur: A – C# – E
  • B-Dur: B – D# – F#

Die # bedeuten, dass der Grundton um einen Halbton nach oben verschoben wird und schwarze Tasten ins Spiel kommen.

Nach und nach werdet Ihr Eure Akkorde auf der Tastatur immer schneller finden Auf der C-Dur-Tonleiter gibt es nur Weiße Tasten / Quelle: Superprof

Wichtig für die Dur-Akkorde ist besonders der Abstand zwischen Grundton und Terz (2 ganze Töne) und zwischen Terz und Quinte (1,5 ganze Töne).

Moll-Akkorde auf dem Piano

Die Moll-Akkorde haben etwas Melancholisches, Nostalgisches, manchmal sogar Trauriges an sich.

Ihr werdet den Unterschied zu den Dur-Akkorden sehr schnell heraushören.

Aber sind sie auch ganz anders zusammengesetzt als ihre fröhlichen Dur-Brüder?

Die Antwort ist: Nein, ganz und gar nicht!

Alles, was man tun muss, um von Dur auf Moll zu kommen, ist, die große Terz zur kleinen Terz zu machen, so dass sie 1,5 Töne statt 2 Töne über dem Grundton liegt.

Die Quinte bleibt am gleichen Ton, so dass sie sich nun 2 ganze Töne von der Terz entfernt befindet.

Spielt einfach einmal ein wenig mit den Dreiklängen herum und findet heraus, welche Tonart Euch am besten gefällt.

Mit der Zeit habt Ihr dann den Dreh raus und könnt, völlig ohne nachzudenken, die wichtigsten Akkorde spielen!

Die vier „magic chords“ am Klavier

Der enorme Vorteil des Klaviers ist, dass man, wenn man die Grundakkorde kennt, auch einfachere Gitarren- oder Akkordeonakkorde durch Transkription reproduzieren kann.

Michel Audiard (1920-1985) sagte bereits: „Das Klavier ist das Akkordeon der Reichen“.

Das Klavier, die Grundlage allen musikalischen Lernens, wird sehr oft als das „edelste“ aller Saiteninstrumente bezeichnet.

Das heißt aber nicht, dass es auch das am schwierigsten zu spielende Instrument ist, denn einige bekannte Stücke basieren auf nur wenigen Akkorden.

Dazu braucht man nur vier Akkorde zu kennen, ein Muster, das als „magisch“ und unverzichtbar gilt:

  • C-Dur,
  • G-Dur,
  • A-Moll,
  • F-Dur,

Man spricht von magischen Akkorden, da sie in einer unglaublichen Vielzahl von Liedern zu finden sind: Von den Beatles bis „Traum von Amsterdam“, von Pink Floyd bis Fettes Brot, dem ganzen deutschen und internationalen Pop und der ganzen musikalischen Vielfalt von heute.

4 Akkorde reichen für ein erhebliches Repertoire Mit den 4 „magic chords“ habt Ihr eine solde Grundlage für bekannte Songs | Quelle: Pixabay

Die Chords zählen heute zum absoluten Pflichtrepertoire eines jeden Pianisten.

Die „magic chords“ sind eine Reihenfolge von Akkorden, die zusammen gut klingen und auf derselben Struktur aufbauen

Und das Muster der magischen Akkorde wird wie folgt aufgebaut:

  • Ein Dur-Akkord des ersten Grades (der erste Ton der Tonleiter),
  • Ein Dur-Akkord fünften Grades (der fünfte Ton der Tonleiter),
  • Ein Mollakkord des sechsten Grades (der sechste Ton der Tonleiter),
  • Ein Dur-Akkord des vierten Grades (der vierte Ton der Tonleiter).

Dieser Aufbau funktioniert fast immer gut und Ihr könnt wenig falsch machen, wenn Ihr ihn konsequent befolgt.

Die „magic chords“ an sich hintereinander zu spielen ist eigentlich nicht schwer. Die Herausforderung ist es, mit der rechten Hand eine passende Melodie zu spielen.

Der große Vorteil an dieser magischen Akkordreihenfolge ist, dass sie ganz einfach auf andere Tonarten transponierbar ist und man so verschiedenste Stücke spielen kann.

Beginnt man z.B. mit einem E-Dur als Grundakkord (E – G# – B), dann folgt als nächstes B-Dur (B – D# – F#), dann C#- Moll (C# – E – G#) und schließlich A-Dur (A – C# – E).

Und dann alles wieder von vorne!

Diese Akkordfolge wurde unter anderem berühmt durch die australische Band „Axis of Awesome“.

Auf der Tastatur findet man sich gut zurecht, da die Abstände zwischen den Tönen immer die gleichen bleiben.

Ein Tipp für alle, die Schwierigkeiten haben? Zählt mit den Fingern entlang der Noten der C-Skala (C, D, E, F, G, A, B, C) und findet die Akkordfolge.

Jeder Klavier Anfänger wird mit Vergnügen feststellen, dass die meisten musikalischen Hits aus den gleichen vier magischen Akkorden bestehen.

Klavierakkorde für Anfänger

Klavierakkorde sind die Grundlage fürs praktische Klavierspiel.

Wenn man ein Instrument lernt, dann sollte der Spaß und die Leidenschaft in jedem Fall immer im Vordergrund stehen.

Daher sollte man auch immer Stücke spielen, die nicht zu schwierig sind und die einem auch wirklich gefallen.

Ansonsten riskiert man Frust und Demotivation, was vielleicht sogar dazu führen kann, dass man mit dem Klavierspielen wieder aufhört.

Wichtig ist dabei auch, dass man lernt, die Pedale zu bedienen.

Die drei Pedale haben unterschiedliche Funktionen Pedale sind ein entscheidendes Element beim Klavierspielen / Quelle: Visualhunt

Mit ihnen kann man den Klang der Töne verändern.

Wenn Ihr das beherrscht und fit seid mit Euren Akkorden, dann habt Ihr alles, was Ihr braucht, um harmonische Melodien spielen zu können.

Und das geht schon nach wenigen Wochen des Übens!

Hier ist eine Auswahl von bekannten Stücken, die Klavier Anfänger durchaus anpeilen können.

  • „Für Elise“ von Beethoven (nur der erste Teil),
  • „Comptine d’un autre été“ (aus dem Film „die fabelhafte Welt der Amelie“) von Yann Tiersen,
  • „Someone like you“ von Adele
  • „All of me“ von John Legend
  • „Angels“ von Robbie Williams
  • „Candle in the wind“ von Sir Elton John
  • „Reality“ von Lost Frequencies
  • „Photograph“ von Ed Sheeran
  • u.v.m.

Ihr könnt die musikalischen Genres variieren, um eine größere Vielfalt während des Klavierunterrichts zu erreichen.

Während klassische Musikstücke perfekt zum Erlernen des Klavierspielens mit beiden Händen geeignet sind, sind aktuelle Lieder aus den Charts, oft bestehend aus weniger Akkorden, eher für eine Einführung in die Grundlagen des Klaviers zu empfehlen.

Also, ab ans Klavier! Akkorde üben sich nicht von alleine! Und natürlich könnt Ihr auch alternativ am Keyboard lernen.

Ihr werdet sehen, es lohnt sich.

Die besten Apps, um Klavier-Akkorde zu erlernen

Im Zeitalter des Internets sollte man auf jeden Fall auch die Vorzüge von Apps in Betracht ziehen, um schnelle Fortschritte beim Klavierspielen zu machen.

Diese meist kostenlosen Programme könnt Ihr Euch auf Euer Smarthphone, Euer Tablet oder Euren Computer laden.

Für jedes Niveau ist da etwas dabei: vom absoluten Piano Anfänger bis zum Vollblut-Pianisten.

In wenigen Klicks werden diese Apps installiert und helfen Euch dabei, Klavierakkorde und andere Elemente des Klavierspiels zu verinnerlichen.

Der Vorteil?

Ihr könnt von überall aus üben!

Apps sind eine super Ergänzung zum Klavierunterricht! Mit Apps könnt Ihr kostenlos und von überall aus Klavier spielen lernen / Quelle: Pixabay

In der Tat bieten Klavieranwendungen in der Regel „Digitalpianos“ (in Form einer digitalen Tastatur) zum Üben an.

Da nur wenige Schüler die Möglichkeit haben, zu Beginn ihrer Ausbildung ein teures Klavier zu erwerben, ist dies eine gute Möglichkeit, diesen Mangel auszugleichen.

Hier sind einige Apps, mit denen Ihr online Klavier üben könnt:

  • „Steinway Etude“,
  • „Piano Apprentice“, 
  • „Klavierlehrer“,
  • „Flowkey,“
  • „Skoove“,
  • „Perfect Piano“,
  • „Simply Piano“,
  • „My Piano Phone“,
  • „Piano Chords and Scales“
  • „Learn Piano“,
  • „KeyChord“,
  • „JellyNote“,
  • „Pianist HD“, etc.

Achtung! Nicht alle dieser Apps laufen auf allen Betriebssystemen!

Kostenlose Noten, Tabs, Akkorde usw.: Die Apps bieten viele Vorzüge, die Ihr Euch einmal anschauen solltet. Aber natürlich können Sie nie einen echten Klavierlehrer ersetzen!

Denn die pädagogische Komponente, die dieser mitbringt, kann unter keinen Umständen von einem Programm ersetzt werden.

Daher solltet Ihr diese Apps nur als eine Art unterstützende Maßnahme sehen.

Wer es als Pianist/in wirklich weit bringen will, der sollte sich eine/n Klavierlehrer/in nehmen.

Und den/die könnt Ihr z.B. ganz bequem hier auf Superprof finden!

Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Üben!

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