Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

Noten Lesen Lernen am Klavier: Schritt für Schritt erklärt

Von Clara, veröffentlicht am 10/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Wie muss man Klaviernoten Lesen?

Heutzutage wird ein musikalisches Werk niedergeschrieben und dann veröffentlicht, damit andere Musiker es spielen können.

Diese Verbreitung von Musiknoten begann 1450 mit der Erfindung des Buchdrucks.

Von da an war die Musiktheorie also nicht mehr ausschließlich den Geistlichen und den großen Musikakademien vorbehalten.

Jedermann war nun in der Lage, die Musik und ihre Sprache zu erlernen.

Bassschlüssel, Tonart, Violinschlüssel, Rhythmik, Notenlesen, Musiknotation, Notenbezeichnungen – Musik zu lesen, war jetzt möglich.

Doch um ein Instrument und die Musiktheorie zu erlernen, führt meist kein Weg am Musikunterricht vorbei.

Klavierunterricht, Gitarrenkurse und Musikunterricht sowie musiktheoretische Übungen geben den Takt eines Musikerlebens vor.

Musiknoten lesen zu können geschieht nicht über Nacht. Um Piano spielen zu können wie Mozart, Beethoven oder Schubert bedarf es Zeit!

Das Erlernen der Musiktheorie, auch Musiklehre genannt, setzt einige Kenntnisse voraus. Klaviernoten zu lesen ist jedoch nicht so kompliziert, wie man es sich vielleicht vorstellt.

Allerdings sind hierzu mehrere Schritte notwendig.

Man muss den Text mehrfach durchgehen, bevor man sein Ziel erreicht und endlich das Musikstück auf dem Klavier spielen kann.

Ob Gitarrist, Pianist oder Violinist – jetzt bist Du an der Reihe!

Was bedeutet es, Klaviernoten zu lesen?

Zwar gehen die musiktheoretischen Grundlagen auf einige griechische Intellektuelle der Antike zurück, die ersten Notenblätter wurden jedoch im Mittelalter verfasst, um die gregorianischen Gesänge schriftlich festzuhalten. Mithilfe der sogenannten Neumen kennzeichneten die Sänger die Tonhöhe der Noten.

Mehrere Jahrhunderte später nutzen Musiker und Sänger noch immer Musiknoten, auch wenn sich die Notenschrift inzwischen etwas weiterentwickelt hat.

Wie definiert man Musiknoten?

Die Musik-Website musicmot.com schlägt folgende Definition vor:

„Musiknoten sind eine „Abfolge von Zeichen – auch Notation genannt – , die gedruckt auf Papier vorliegen oder mithilfe von Software auf einem Computerbildschirm dargestellt werden und die es den Instrumentalisten ermöglichen, die Komposition auf den vom Komponisten genannten Instrumenten zu spielen. Musiknoten können nur für einen Teil des Stücks oder für das Gesamtwerk geschrieben werden.“

Musiknoten dienen dazu, die komponierte Musik schriftlich zu fixieren. Musiknoten zu lesen bedeutet also, die Zeichen, aus denen sich das Notenblatt zusammensetzt, zu entziffern, um beim Klavierspiel die richtigen Töne zu treffen.

Es handelt sich um eine echte internationale Musiksprache. Eine eigene Sprache, die man erlernen muss, um sie zu entschlüsseln.

Im Gegensatz dazu stehen Improvisationsmusik und die Tradition der mündlich überlieferten Musik, die von Musiker zu Musiker weitergegeben wird.

Lange Zeit hat in erster Linie die klassische Musik von Musiknoten Gebrauch gemacht.

Ein Musikstück wird mithilfe von Noten auf Notenzeilen dargestellt. Die Gesangs- und Instrumentalteile sind für Solisten oder Instrumentalistengruppen bestimmt.

Musiknoten haben für alle Instrumente eine große Bedeutung. Stücke auf dem Klavier werden nach Noten gespielt. | Quelle: Unsplash

Auch wenn viele Musiker heutzutage dank Grifftabellen oder ihres musikalischen Gehörs auf Musiknoten verzichten, sind sie doch für eine gute musikalische Praxis unerlässlich.

Sie dienen den Musikern als Orientierung und erleichtern ihnen das Erlernen eines Stücks.

Schritt 1: Die Klaviernoten als Ganzes lesen

Bevor man am Klavier Tasten drückt oder auf der Gitarre in die Saiten haut, muss sich jeder gute Musiker mit seinen Noten befassen.

Als erstes beginnt man, indem man die Musiknoten rasch überfliegt.

Hast Du also einmal Klaviernoten gefunden, solltest Du die Noten zunächst lesen, auch wenn Du nicht alles verstehst.

Aber Achtung, Spielen verboten!

Achte bei der ersten Durchsicht aufmerksam auf den Takt und lies die Noten vollständig, ohne dabei zu versuchen, sie auf Deinem Instrument wiederzugeben.

So kannst Du Dir einen ersten Gesamtüberblick über das Stück, das Du spielen möchtest, verschaffen.

Achte auf die Pausen und die rhythmischeren Passagen. Ziel ist es, die Komplexität des Stückes zu erfassen, und zwar vom Anfang bis zum Schluss.

Musiknoten liest man von links nach rechts, wie einen Text. Sofern Deine Muttersprache nicht Arabisch ist, sollte Dich das zunächst nicht durcheinanderbringen.

Die Musiknoten besteht aus Notenzeilen:

Die Notenzeile besteht aus fünf parallelen Linien mit je gleichem Abstand zwischeneinander. Man unterscheidet zwischen „Linien“ und „Zwischenräumen“ (zwischen zwei Linien).

Noten, die übereinander liegen, werden gleichzeitig gespielt. Hierbei handelt es sich um Akkorde.

Das heißt, die obere Notenzeile steht für gewöhnlich für die Melodie (die am Klavier von der rechten Hand gespielt wird), während die untere die Akkorde abbildet (die am Klavier von der linken Hand gespielt werden).

Gibt es eine einheitliche Darstellung von Noten beim Klavierspielen? Die Darstellung von Klaviernoten in zwei Zeilen entspricht den beiden Händen. | Quelle: Unsplash

Jetzt, da die Grundlagen erklärt sind, wartet der zweite Schritt auf Dich!

Schritt 2: Lies die Klaviernoten genauer

Bei diesem zweiten Schritt solltest Du die Klaviernoten gründlicher lesen. Das heißt, Du achtest auf das Tempo, den Notenschlüssel, die Taktart, die Vorzeichen und die Versetzungszeichen (vorgezeichnetes Kreuz oder b),…

Eine der ersten Lektionen, die man lernt, wenn man sich mit der Musiktheorie auseinandersetzt, ist das Beherrschen der Noten. C, D, E, F, G, A, H – alles Noten, von denen Du gewiss schon einmal gehört hast.

Und zwar ganz bestimmt! Denk einfach an den Musikunterricht in der Schule zurück, als Du mit Deiner unmöglichen Blockflöte Deine Klassenkameraden traktiert hast, wenn der Lehrer einmal nicht hingeschaut hat.

Damals hast Du gelernt, die Noten einer kostenlosen Klavierpartitur zu lesen.

Ein kurzer Blick in Dein Heft oder in ein Musiktheoriebuch und schon bist Du wieder Profi in Sachen Notenlesen.

Alles was Du nun tun musst, ist, die Noten auf Deinem Notenblatt zu entziffern.

Allerdings ist ein weiterer Aspekt ebenfalls wichtig: der Notenwert.

Auf dem Notenblatt sind die Notenzeilen durch Takte gegliedert, die wiederum Noten enthalten, die für eine bestimmte Tonlänge stehen.

Man muss also verstehen, was die halben Noten sowie Viertel- und Achtelnoten usw. bedeuten.

Während eine halbe Note zwei Viertelnoten entspricht, entspricht eine Viertelnote zwei Achtelnoten. Und so weiter.

Ohne den Rhyhtmus zu verstehen, ist das Klavierspielen nicht möglich. Ein Metronom kann Dir dabei helfen, im Takt zu bleiben. | Quelle: Visualhunt

Jetzt bist Du bereit für ein Musikdiktat!

Schritt 3: Den Rhythmus der Klaviernoten erfassen

„Ich halte den Rhythmus für einen äußerst wichtigen, wenn nicht sogar für den wesentlichen Teil der Musik; ich glaube, dass der Rhythmus wahrscheinlich noch vor der Melodie und der Harmonie existierte.“, so der französische Komponist Olivier Messiaen.

Der Rhythmus ist zweifellos die Basis, die es zu beherrschen gilt, bevor man den Rest der Musiknoten entschlüsselt.

Wenn Du den Rhythmus des Stückes nicht beherrschst, bringt es nichts, weiterzugehen.

Dies ist der Grund für die langen Klatschübungen im Musik- und Theorieunterricht in der Schule oder in der Klavierstunde.

Wenn Du Dir das Musizieren am Klavier selbst beibringen möchtest, übe, indem Du mit den Füßen oder den Händen klopfst, um den richtigen Rhythmus zu finden.

Das Tempo wird durch zwei Faktoren bestimmt: den Takt und die Taktart.

Zum einen bezeichnet der Takt die rhythmische Gliederung eines Musikstücks in seiner ganzen Länge. Zugleich ist mit dem Takt die Unterteilung eines Musikstücks in Abschnitte gleicher Dauer gemeint.

Diese Unterteilung wird anhand von senkrechten Balken auf der Notenzeile markiert, die man Taktstriche nennt.

Die Taktzahl steht ganz vorne an der Notenzeile, direkt nach dem Bass- oder Violinschlüssel.

Die häufigste Taktzahl ist der Viervierteltakt. Das heißt, man muss vier Schläge pro Takt zählen. Jeder Schlag entspricht dabei einer Viertelnote.

Deine Aufgabe ist es dann, die Schläge beim Lesen zu zählen. Klopfe den Rhythmus mit Deinem Fuß, damit Du ihn Dir besser vorstellen kannst.

Schritt 4: Die Melodie der Klaviernoten verstehen

Nach dem Rhythmus kommt die Melodie. Die Melodie lässt sich in etwa wie folgt definieren:

Abfolge von aufeinanderfolgenden Tönen unterschiedlicher Höhe, die ein Ganzes bilden, sodass sie sowohl auf geistiger als auch auf emotionaler Ebene als ansprechend empfunden werden.

Diese aufeinanderfolgenden Töne sind die Musiknoten.

Um sich die Melodie einzuprägen, muss man also eine Note nach der anderen lesen. Aber vergiss nicht den Rhythmus des Klavierstücks für Anfänger, den Du Dir gerade angeeignet hast.

Wenn die Takte aus zwei Notenzeilen bestehen, kann es einfacher sein, mit der oberen Notenzeile zu beginnen (der Melodie), bevor Du Dich der unteren Notenzeile widmest, die die Akkorde enthält.

Melodie und Akkorder ergänzen sich beim zweihändigen Klavierspiel. Die Melodie wird am Klavier von der rechten Hand gespielt, während die linke die Begleitung übernimmt. | Quelle: Visualhunt

Versierten Musikern bereitet es hingegen keine Mühe, die beiden Notenzeilen gleichzeitig zu lesen.

Versuche doch einmal, laut zu lesen, das kann Dir helfen.

Und stocke nicht zwischendurch. Fahre fort, auch wenn Du einen Fehler machst. Es geht nur darum, Dir die Melodie, die Du spielen möchtest, bewusst zu machen.

Um den Überblick zu behalten, solltest Du darauf achten, welcher Schlüssel am Anfang der Notenzeile steht. Dieser hilft Dir dabei, Dich zurechtzufinden und zu wissen, auf welcher Linie sich die Note G befindet.

Während sich das G beim Violinschlüssel auf der zweiten Linie von unten befindet, liegt es beim Bassschlüssel auf der ersten Linie.

Schritt 5: Die Klaviernoten auf einem Instrument spielen

Endlich ist der lang ersehnte Moment da! Nun gilt es, die Partitur und alles, was Du zuvor erarbeitet hast, auf Deinem Instrument zu spielen.

Geh ruhig heran und lies die gesamte Partitur, wenn Du sie auf dem Instrument wiedergibst.

Entspanne Dich und nimm eine aufrechte Haltung ein, um so wenig Fehler wie möglich zu machen. Es handelt sich um ein erstes Vom-Blatt-Spielen mit Deinem Instrument.

Anschließend wirst Du die etwas schwierigeren Passagen üben müssen.

Ganz gleich ob Flügel, Keyboard, Gitarre, Querflöte, Orgel, Cello, Bass oder Geige – die Musiknoten ändern sich nicht.

Ein großer Vorteil und ein gutes Argument, um Dich gleich hinter die Musiktheorie zu klemmen.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar