Die Vereinigten Staaten von Amerika – eines der großen Länder der Welt, in dem Englisch die führende Sprache ist. In den fünfzig Staaten, aus denen sich die USA zusammensetzen, wird unterschiedlich gesprochen. Trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten, die sich von anderen Varianten der englischen Sprache unterscheiden.

Man kann also durchaus von einem typisch amerikanischen Englisch sprechen. Häufig findet man es in Serien Blockbuster oder Modemagazinen.

Die Vormachtstellung des American English in der weltweiten Kultur zeigt sich in Statistiken: 85% der Kinofilme, die in der ganzen Welt gezeigt werden, kommen aus den USA.

Wer kennt nicht Star Wars, Sex and the City oder The New York Times? Um nur ein paar Beispiele zu nennen, die das amerikanische Englisch in die Welt getragen haben. Wenn Du wissen möchtest, wie das Englisch der USA entstanden ist, was es von anderen Varianten der englischen Sprache unterscheidet und wie Du es lernen kannst, bist Du hier genau richtig.

Der linguistische Hintergrund des American English

Die USA sind ein vergleichsweise junges Land; die Sprache ist es dementsprechend auch. Das Englisch hat sich, durch die amerikanische Geschichte hindurch, mit den einzelnen Staaten entwickelt.

Die englische Sprache wurde im 17. Jahrhundert von britischen Einwander*innen nach Nordamerika gebracht. Zu diesem Zeitpunkt gab es auf dem amerikanischen Kontinent eine Vielzahl an indigenen Sprachen; aber auch einige europäische Sprachen wie Französisch, Niederländisch, Spanisch, Walisisch oder Irisch waren bereits eingewandert.

Im Zuge der Kolonialgeschichte verbreitete sich die englische Sprache immer weiter über den Kontinent und entfernte sich von ihrem britischen Ursprung. Die Phonologie und Grammatik veränderten sich, der Wortschatz wurde erweitert.

Die Sprachwissenschaft spricht von der Wandlung zu einem amerikanisierten Englisch, das dann später zum Amerikanischen Englisch wurde. Es handelt sich dabei um eine Variante der englischen Sprache, die genau wie Australian oder Scottish English ihre eigenen Charakteristika in Aussprache und Vokabular hat.

Gerade für Nicht-Muttersprachler*innen kann es erstmal verwirrend sein, wie unterschiedlich Englisch je nach Region klingen kann. Wenn man die lokalen Besonderheiten kennt, kann man sich aber schnell daran gewöhnen und sie auch selbst annehmen.

Wir schauen uns die Eigenheiten des American English an, damit Du bestens auf Deinen Aufenthalt in den USA vorbereitet bist. Wenn Du auf der Suche nach noch weiterer "sprachlicher Unterstützung" bist, dann bieten sich ein Online Englischkurs mit einem unserer Englischlehrer per Webcam an. Schau doch mal auf unserer Seite vorbei. Unter unseren Lehrern befinden sich viele Muttersprachler, die Privatunterricht online und vor Ort anbieten.

Die Eigenheiten des amerikanischen Englisch

„Sup!“, „Y’all“ – sagt Dir das was? Hierbei handelt es sich um typisch amerikanische Ausdrücke. Beide sind nichts weiter als Verkürzungen, bei denen mehrere Worte zu einer Silbe zusammengezogen werden: „What’s up?“ und „You all“.

Damit wären wir schon bei einem Beispiel für eine linguistische Besonderheit des amerikanischen Englisch im Allgemeinen: verknappt wird, wann immer es möglich ist. Vielleicht sind Dir ja die Varianten von „going to“, „want to“ oder „don’t know“ schon geläufig: Gonna; wanna; dunno!

Die Freiheitsstatue ist Symbol für das Land und seine Kultur.
Wie die Freiheitsstatue ist der American Accent auf der ganzen Welt bekannt. | Quelle: Ferdinand Stöhr via Unsplash

Das in Nordamerika gesprochene Englisch wird häufig als einfach zu lernende Sprache angesehen. Einfacher als andere Sprachen im Allgemeinen und auch einfacher als das britische Englisch im Besonderen. Das liegt ganz einfach daran, dass wir ihm in unserem Alltag, sei es am Computer oder im Fernseher, oft begegnen und es uns dadurch vertraut vorkommt.

Also: auch wenn der Annahme, dass es eine einfache Sprache sei, ein Irrtum zu Grunde liegt; durch das ständige, oft unbewusste, Wahrnehmen lernen wir, ohne es zu merken. So wird das amerikanische Englisch für viele fast automatisch zu ihrer zweiten Sprache.

Wie in allen Varianten des Englisch basiert die Grammatik auf der des britischen Standartenglisch. Tatsächlich hat aber im Laufe der Zeit im American English eine Vereinfachung stattgefunden. Wie diese genau aussieht, werden wir uns später im direkten Vergleich ansehen.

Das wir den amerikanischen Akzent als leichtverständlich und „normaler“ wahrnehmen als einen schottischen oder australischen, ist auf unsere Gewohnheit zurückzuführen. Wir hören ihn im Alltag einfach häufiger als den British oder Irish Accent.

Andererseits liegt sein Ursprung tatsächlich in einer Vermischung der Akzente der Britischen Inseln und hat einige Merkmale bewahrt, die in England verschwunden sind.

Wie auch in Schottland und Irland wird das „r“ fast immer ausgesprochen (in der Fachsprache werden diese Sprachvarianten als rhotische Akzente bezeichnet). Im Gegensatz dazu gibt es die nicht-rhotischen Akzente (bspw. in England, Wales, Australien (australisches Englisch), Neuseeland und Südafrika), in denen das „r“ nur an bestimmten Positionen im Wort hörbar ist.

Das amerikanische Englisch hat in allen Lebensbereichen eine Vielzahl an neuen Wörtern hervorgebracht, die das Britische Englisch nicht kennt. Einige davon sind so populär, dass sie auch in anderen Sprachen übernommen wurden:

  • Teenager (Jugendliche*r)
  • Caucus (Parteiausschuss, Gremium)
  • Compact car (Kompaktwagen)
  • Belittle (schlechtmachen, verharmlosen)
  • Waterfront (am Wasser)
  • Get the hang of (in den Griff kriegen)
  • Und viele mehr…

Es Dir ist wahrscheinlich bereits aufgefallen: über amerikanisches Englisch zu sprechen, ist kaum möglich, ohne sich auf das British English zu beziehen. Deshalb bietet es sich an, diese beiden Sprachvarianten direkt miteinander zu vergleichen.

Die Unterschiede zwischen British und American English

Fast überall auf der Welt, wo Englisch nicht die offizielle Landessprache ist, wird es als Fremdsprache in Schulen unterrichtet. Nach der Schulzeit lernen viele bewusst oder unbewusst weiter, indem sie beispielweise englischsprachige Filme und Serien in der Originalfassung schauen. Da die meisten davon aus den USA kommen, wird darin auch ein amerikanisches Englisch gesprochen.

Von der amerikanischen Kultur ist nichts so bekannt wie Hollywood und seine Filme.
Hollywood exportierte mit seinen Filmn auch das American English. | Quelle: Nikola Majksner via Unsplash

Wie bereits erwähnt, stammt das amerikanische Englisch vom British English ab und entstand aus einer Vermischung verschiedener Akzente und Dialekte der britischen Inseln. Mit der Zeit hat es sich verselbstständigt und ist von einem amerikanisierten Englisch zu einer eigenen Sprachvariante, dem American English, geworden.

Die Unterschiede im britischen und amerikanischen Englisch zeigen auch Unterschiede in den beiden Kulturen auf.

Ein auffälliger Punkt ist die Orthografie. In den USA schreibt man einige Buchstaben, Silben oder Laute konsequent anders als in Großbritannien:

AmerikanischBritisch
theatretheater
organizeorganise
colorcolour
behaviorbehaviour

Wenn Du einen geschriebenen Text vor Dir hast, wirst Du dadurch schnell erkennen, woher er kommt.

Auch im Wortschatz unterschieden sich die beiden Englischvarianten deutlich voneinander. Hier lassen sich die kulturellen Unterschiede am besten ablesen.

AmerikanischBritischDeutsch
moviefilmFilm
sweaterjumperPullover
apartmentflatWohnung
vacationholidayFerien, Urlaub
(french) frieschipsPommes Frites
flashlighttorchTaschenlampe
sidewalkpavementGehweg
yardgardenGarten
subwayunderground; tubeU-Bahn

Auch in der Grammatik gibt es einige kleine Unterschiede, die aber zu keinen Verständigungsproblemen führen sollten. In den USA wird häufig das Past Tense (auch Past Simple) verwendet, wenn über etwas gesprochen wird, das vor Kurzem passiert ist. Im britischen Englisch muss in diesem Fall das Present Perfect benutzt werden.

Du willst beispielsweise erzählen, dass Du gerade zu Mittag gegessen hast, dann sagst Du in England: „I’ve just had lunch.“ In den USA ist hingegen „I just had lunch.“ ebenfalls korrekt und geläufiger. Du hast Deinen Schlüssel verloren? „I’ve lost my key.“ ist britisch; amerikanisch wäre: „I lost my key.”

Ein weiterer grammatikalischer Unterschied, der Dir häufig begegnen wird, ist das Past Perfekt des Verbs „get“. Aus dem britischen „get-got-got“ wird in den USA „get-got-gotten“.

Der amerikanische Akzent ist so unverkennbar wie die amerikanische Flagge.
Ein Akzent ist auch immer Teil der Identität eines Landes- das gilt auch für American English. | Quelle: Luke Michael via Unsplash

Du siehst, die Grammatik ist kein unüberwindbares Hindernis. Mit etwa Übung gewöhnt man sich sehr schnell an die Unterschiede. Wenn Du sowieso schon öfters US-Englisch hörst, wird sich die amerikanische Variante für Dich automatisch richtig anhören und es sollte Dir leichtfallen, sie zu übernehmen.

Zuhören und selbst sprechen sind der beste und schnellste Weg, sich eine Sprache oder einen Akzent anzueignen. Für amerikanisches Englisch gibt es dazu so viele Hilfsmittel wie für keine andere Sprache; Du wirst problemlos etwas finden, das Dir entspricht und Dich auf Deinem Weg zum perfekten American English begleiten kann.

Hilfsmittel um amerikanisches Englisch zu lernen

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ständig in Bewegung und bringen in einer unglaublichen Geschwindigkeit Neues hervor, das sich schnell in der ganzen Welt verbreitet. Beyoncé, die Freiheitsstatue oder Ernest Hemingway – Du wirst kaum jemanden finden, der nicht irgendetwas aus der amerikanischen Kultur kennt.

Wenn Du in die amerikanische Kultur und Sprache eintauchen willst, machst Du am besten die Medien zu Deinen Verbündeten. Ob in Audio, Video oder schriftlicher Form, sind sie ausgezeichnete Lernhilfen, die Du nach Deinen persönlichen Interessen auswählen kannst.

Eine einfache aber effektive Methode ist es, Filme und Serien in Originalsprache anzuschauen. Verbringst Du nicht sowieso schon viel Zeit damit? Dann nutz Deine Lieblingsfreizeitbeschäftigung gleich dazu, etwas zu lernen. Zu Beginn kannst Du deutsche Untertitel einschalten.

Durch das gleichzeitige Hören der Fremd- und Lesen der Muttersprache, wird Dein Gehirn von alleine eine Verbindung herstellen, sodass Du schon bald das Meiste auch ohne Untertitel verstehen wirst. Wenn Du einen Film oder eine Serie schon mehrmals gesehen hast und gut kennst, kannst Du sie Dir auch gleich ohne Untertitel ansehen.

Und ganz ehrlich: sind Forrest Gump, Breaking Bad und The Walking Dead in Originalsprache nicht sowieso viel besser als in der Synchronfassung? Filme und Serien helfen Dir dabei, die Sprachmelodie und den Satzbau zu verinnerlichen, ohne etwas auswendig lernen zu müssen.

The New York Times ist ein guter Frühstücksbegleiter.
Morgens einfach mal die New York Times aufschlagen und schon beim Frühstück amerikanisches Englisch lernen. | Quelle: Sarah Boudreau via Unsplash

Wenn Du in erster Linie Deinen Wortschatz ausbauen möchtest, wirst Du mit dem Lesen von Büchern am besten vorankommen.

Bei vielen Worten, die Du vielleicht noch nicht kennst, wird sich der Sinn schon allein aus dem Kontext erschließen. Sollte das mal nicht der Fall sein, kannst Du sie in einem Wörterbuch nachschlagen und dann den Satz nochmal lesen. Wenn das Wort danach öfters vorkommt, wird es sich nach und nach einprägen und schließlich in Deinem aktiven Wortschatz landen.

Einen literarischen Sprachaufenthalt kannst Du, je nach Deinem Geschmack, mit William Faulkner, Jack Kerouac oder, etwas aktueller, Toni Morrison erleben.

Die richtigen Worte für den täglichen Gebrauch findest Du vor allem in den Alltagsmedien, wie Radio, Fernsehen oder Zeitungen. Im Internet findest Du ein großes kostenloses Angebot, mit dem Du Dir Deinen persönlichen Sprachkurs zusammenstellen kannst. Mit dieser Methode bist auch immer bestens informiert und kannst Dir nach Belieben einen spezifischen Wortschatz, zum Beispiel in der Börsensprache, aufbauen.

Wenn Du regelmäßig CNN schaust, Whtz-fm hörst oder das Wall Street Journal liest, wirst Du schnell zu einem*einer Expert*in für Tagesaktualität, amerikanische Kultur und US-Englisch.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.