"Eine andere Sprache zu lernen, bedeutet nicht nur andere Wörter für die gleichen Dinge, sondern auch eine andere Art zu denken zu lernen."

– Flora Lewis

Man kann es nicht oft genug sagen: Englisch hat sich in unserem Alltag durchgesetzt; als unumgängliche Säule, ein Arbeits- und Kontaktwerkzeug, um Menschen kennenzulernen und im Ausland zurechtzukommen.

In Deutschland hat man leicht Zugang zu Privatunterricht, Sprachaufenthalten oder einen Englisch Online Kurs. Meistens wird dabei eine ähnliche Art von Englisch gelehrt. Man darf aber nicht vergessen, dass Englisch eine unglaublich reiche Sprache ist, die auf allen Kontinenten gesprochen wird und in mehreren Staaten die offizielle Landessprache ist.

Laut Lingoda ist Englisch in 67 Ländern als offizielle Sprache anerkannt und wird von mehr als 400 Millionen Menschen gesprochen. Ein guter Grund sich für die verschiedenen Formen dieser Sprache zu interessieren.

In jeder Region hat sich das Englisch eigenständig weiterentwickelt, sodass verschiedene Varianten der englischen Sprache entstanden sind. Ich nehme Dich mit auf eine kleine Weltreise, um die englischen Akzente und Dialekte gemeinsam zu entdecken.

Was ist australisches Englisch?

Australien mit seinen Kängurus und wunderschönen Landschaften, surfen an Traumstränden – das lässt Dich träumen, nicht wahr? Du wirst aber schnell feststellen, dass das australische Englisch etwas anders ist als das Englisch, das in Großbritannien oder den USA gesprochen wird. Aber was genau ist Australian English?

Es handelt sich dabei um nichts anderes als eine von vielen Varianten der englischen Sprache. Aber keine Panik: einmal vor Ort, wirst Du Dich mit Schulenglisch gut durschlagen können und Dich schnell an den Akzent und die Eigenheiten gewöhnen.

Ganz egal ob Du einen Sprachaufenthalt oder eine Rundreise, alleine oder mit Freunden, machst, das Entdecken der Kultur und Lernen der Sprache gehen Hand in Hand.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht werden drei Formen des australischen Englisch unterschieden, die häufig die soziale Schicht oder den Bildungshintergrund des*der Sprecher*in abbilden.

Unterscheiden werden Broad -ein Englisch mit starkem Akzent-, das general -australisches Standard Englisch mit schwächerem Akzent- und das gehobene cultivated English. Die drei Kategorien spiegeln den Reichtum des australischen Englisch, sollten aber auch für Anfänger*innen kein allzu großes Hindernis darstellen.

Die Entstehung eines typischen australischen Englisch liegt in der historischen Entwicklung des Landes. In Folge der Gründung der Kolonie New South Wales kam es zu einer Vermischung von Englisch, Irisch und Deutsch.

Australien ist erst seit 1901 unabhängig. Ursprünglich wurde ein britisches Englisch gesprochen, das sich mehr und mehr amerikanisiert hat. Schließlich verselbstständigte sich die Entwicklung und das australische Englisch schuf sich einen eigenen Wortschatz, die charakteristische Aussprache und damit auch eine eigene Identität.

Das Opernhaus ist ein Symbol für Sydney und Australien.
Das Opernhaus von Sydney, schöne Strände und Australian English - bist du bereit für einen Sprachaufenthalt am anderen Ende der Welt? | Quelle: Johnny Bhalla via Unsplash

Unter den sprachspezifischen Besonderheiten finden sich Worte, die typisch australisch sind. Bevor Du Dich auf die Reise begibst, kannst Du Dir schon mal folgende Ausdrücke merken:

  • Mate: Ins Deutsche übersetzt bedeutet es so viel wie „Kumpel“. Du wirst es oft zum Abschluss eines Satzes hören; auch von Leuten die Du gerade erst kennengelernt hast. In Australien wird fast jeder als „mate“ bezeichnet, unabhängig von Alter oder Geschlecht.
  • G’day (Good day): Du denkst es Dir bereits: Guten Tag! Kurz und trotzdem freundlich, ist es die gängigste Begrüßungsform.
  • Aussie: In Australien werden gerne und oft Abkürzungen verwendet. Ein „Aussie“ ist ganz einfach ein*e Australier*in.
  • Drongo: Ich hoffe, dass Du dieses Wort nicht so oft brauchen wirst. Es heißt so viel wie „Idiot“ oder „Depp“.

Wenn Du einmal dort bist, wirst Du natürlich noch viele weitere kennenlernen. Auch wirst Du schnell merken, dass sie, um richtig gut zu klingen, mit australischem Akzent ausgesprochen werden müssen. Aber wie klingt der genau?

Der größte Unterschied zu anderen Varianten des Englisch liegt in der Aussprache der Vokale. Der Buchstabe „a“ beispielsweise, wird oft eher wie ein „i“ oder „eh“ ausgesprochen: Man sagt also eher „kit“ oder „ket“ als „cat“; „daye“ anstatt „day“ und „mate“ wird „mayete“ ausgesprochen.

Es braucht etwas Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Die Leute sind aber in der Regel sehr freundlich und aufgeschlossen. Sie werden sich Mühe geben, deutlich zu sprechen und Dir dabei helfen, Dich schnell einzuleben.

Die Besonderheiten des schottischen Englisch

Um eine Sprache zu lernen, gibt es nichts Besseres als sich mit Muttersprachler*innen zu unterhalten. In Cambridge, Irland oder Schottland wirst Du gute Englischlehrer*innen finden. Aber nicht alle englischen Dialekte sind gleich einfach zu verstehen; so lautet jedenfalls das gängige Klischee.

Als für Neulinge besonders schwierig gilt das schottische Englisch. Schauen wir uns also mal an, worin die Besonderheiten liegen und wie Du Dich daran annähern kannst.

Das Scottish English, auch Scottish Standard English genannt ist das Produkt einer Vermischung von britischem Englisch und der westgermanischen Sprache Scots, die ab dem 17. Jahrhundert stattgefunden hat.

Seither hat sich das schottische Englisch natürlich weiterentwickelt und seine eigene mündliche Ausdrucksweise und Aussprache geschaffen. Es ist wichtig anzumerken, dass es auch in Schottland je nach Region verschiedene Dialekte gibt, die alle auf ihre eigene Art mit der Englischen Sprache umgehen.

Mit dem Zug durch die Highlands - auf der Reise wirst Du verschiedenen Englisch Dialekten begegnen.
Auf einer Reise durch Schottland kannst Du den schottischen Akzent kennenlernen. | Quelle: Jack Anstey via Unsplash

Nichtsdestotrotz können einige typisch schottische Eigenheiten benannt werden, die Du überall im Land hören wirst. Häufig wird beispielweise die Verkleinerungsform -der Diminutiv- benutzt, indem „ie“ am Ende eines Worts angehängt wird: der kleine Junge ist ein „laddie“ (lad+ie), das kleine Mädchen eine „lassie“ (lass+ie).

Weitere klischeehafte Eigenheiten des schottischen Englisch sind das gerollte „r“ und die Aussprache der Vokale (häufig etwas kürzer als in anderen Varianten des Englisch).

Um Dich an den Akzent und das spezifische Vokabular zu gewöhnen, kannst Du Dir die lokalen Medien zu Hilfe nehmen. Mit dem Radiosender BBC Scotland hast Du einen starken Verbündeten, um nicht nur die Sprache, sondern auch die schottische Kultur kennenzulernen.

Herkunft und Eigenheiten des irischen Englisch

Auch Irland ist ein interessantes Land, wenn es darum geht, Englisch zu lernen und seine verschiedenen Variationen zu entdecken und verstehen. Neben Englisch ist Irisch (auch Irisch-Gälisch) die zweite offizielle Amtssprache.

Auch in Irland gibt es so viele verschiedene Dialekte wie Regionen. Trotzdem entstand ein einigermaßen einheitliches Englisch, als ab dem 13. Jahrhundert die ersten Kolonisten die Sprache mitgebracht haben. Im Laufe der Zeit hat sich das Englisch eine irische Identität geschaffen und verbreitete sich ab dem 17. Jahrhundert, vor allem in den gehobenen Gesellschaftsschichten, immer weiter über das Land.

Die irisch-gälische Sprache galt damals als die Sprache der armen und weniger gebildeten Menschen. Um in der Gesellschaft aufsteigen zu können, war es also notwendig Englisch zu lernen und so wurde Irisch immer weiter zurückgedrängt; aber nicht ohne seine Spuren im irischen Englisch zu hinterlassen.

Der Einfluss des Irisch wird vor allem im Wortschatz deutlich, wo einige Worte und Ausdrücke unverändert übernommen wurden. Du wirst in Irland wahrscheinlich genauso oft „Dia duit“ (wörtlich: Gott mit Dir) wie „hello“ hören.

Der Dudelsack steht wie der irische Akzent für den Klang Irlands.
Das Irish English ist eng mit der irischen Kultur verbunden. | Quelle: Johnny Cohen via Unsplash

Auch der irische Akzent unterscheidet sich von anderen Varianten des Englisch. Für Anfänger*innen kann er im ersten Moment etwas schwierig und gewöhnungsbedürftig sein. Aber wie bei allen anderen Akzenten braucht es einfach etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Beispielsweise wird ein „g“ am Ende eines Wortes, wie „morning“ oder „walking“, in der Regel nicht ausgesprochen. Alle anderen Konsonanten werden aber klar ausgesprochen. Dadurch kann man, mit etwas Konzentration, auch trotz der schnellen Sprechgeschwindigkeit sein Gegenüber gut verstehen.

Eine andere Auffälligkeit ist die Aussprache der Vokale, die in der Regel weicher ist als in anderen Formen der englischen Sprache. Das typische Beispiel dafür ist der „aye“-Laut, der eher wie „oi“ klingt. Das Land nennt sich also nicht Ireland, sondern Oireland.

Um die irische Kultur und das irische Englisch etwas besser kennenzulernen, kannst Du Bücher von James Joyce oder Oscar Wilde lesen, oder Dich mit Zeitungen wie The Irish Times oder Metro Éireann auf Deinen Aufenthalt in Irland vorbereiten.

Wenn Du eher daran interessiert bist, Dich an den Akzent zu gewöhnen, kannst Du im Internet Podcasts zu vielseitigen Themen finden; es wird bestimmt etwas dabei sein, das Dich interessiert. Radio oder Fernsehsendungen findest Du bei der staatlichen irischen Rundfunkanstalt RTÉ (Raidió Teilifís Éireann).

Was ist American English?

Amerikanisches Englisch ist Dir wahrscheinlich schon sehr vertraut. Wir hören es täglich und überall. Durch Serien, Filme, Fernsehsendungen und Werbungen ist es auch in deutschen Wohnungen sehr präsent. Dadurch ist es die Englisch Variante, die für Nichtmuttersprachler*innen wahrscheinlich am einfachsten zu lernen ist.

Auch die ehemaligen Präsidenten der USA sprachen American English.
Das American English ist ein Spiegel der amerikanischen Geschichte. | Quelle: Pixabay

Aber was sind die Besonderheiten des American English und inwiefern unterscheiden sich britisches und amerikanisches Englisch?

Auch hier lohnt sich ein Blick in die Geschichte: Die USA sind ein relativ junges Land. Die englische Sprache wurde zur Zeit der Kolonialisierung von englischen und irischen Siedler*innen mitgebracht. Fern ihres Ursprungs hat sich die Sprache eigenständig weiterentwickelt und ist schließlich, wie das Land selbst, unabhängig geworden.

Die deutlichsten Unterschiede zwischen American English und British English finden sich in der Aussprache, die gerne Wörter zusammenzieht und verknappt, dem typisch amerikanischen Wortschatz (zum Beispiel „apartment“ anstatt „flat“ oder „yard“ anstelle von „garden“) und der Rechtschreibung (amerikanisch: color, theater; britisch: colour, theatre).

Welche Variante Du in der Schule gelernt hast, hängt von den Lehrer*innen und dem verwendeten Lehrmittel ab. Vielleicht wurden Dir genau diese Unterschiede ja bereits erklärt.

Wenn Du Dich jenseits von Forrest Gump und The Walking Dead in der US-amerikanischen Sprache und Kultur weiterbilden möchtest, kannst Du zu Büchern von Ernest Hemingway oder Jack Kerouac greifen, ab und zu The New York Times aufschlagen oder CNN schauen.

Englisch ist über den ganzen Globus verbreitet und die meistgesprochene Sprache der Welt. Aber Du siehst, es ist keineswegs eine langweilige Sprache, die überall gleich klingt. Ihre Vielseitigkeit und ihr Reichtum erlauben es Dir, in die Kultur und Geschichte der jeweiligen Region einzutauchen.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.