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Geschichte Japans: Die großen japanischen Kaiser.

Von Florence, veröffentlicht am 11/09/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Wer sind die größten Kaiser in der Geschichte Japans?

„Fleiß kann nie von der Armut eingeholt werden.“ Japanisches Sprichwort

Für die Japaner/innen hat die soziale Herkunft ursprünglich nicht allzu viel Bedeutung gehabt. Das hat sich natürlich verändert, aber die Idee, dass Taten und Fleiß einen Menschen ausmachen, besteht immer noch.

In Japan leben derzeit in etwa 2,3 Millionen Ausländer/innen. Mehr als 6700 davon sind Deutsche!

Japan ist sehr eigen. Bevor Du also nach Japan auswanderst, solltest Du vor allem eines tun: Dich über die japanische Kultur und Geschichte informieren!

In Deinem Japanisch Kurs wird Dir die Lust kommen, den Fuji Berg zu besuchen, ein Meer von blühenden Kirschblüten zu betrachten, Sake in einer Bar zu trinken… Du solltest dabei aber nicht vergessen, auch etwas über die japanischen Rituale und Umgangsformen zu lernen, sonst wirst Du schnell ins Fettnäpfchen treten.

So integrierst Du Dich auch besser und schneller in Deiner neuen Wahlheimat.

Kennst Du die Geschichte des japanischen Kaiser?

Wer steht an der Spitze Japans und welche Rolle spielt der Kaiser?

Japan ist eine parlamentarische Monarchie und die älteste Erbmonarchie der Welt.

Wie in den meisten demokratischen Ländern sind die Gewalten hier geteilt. Es gibt:

  • Die Exekutive: das Kabinett unter Führung des Premierministers,
  • Die Legislative: das Zweikammerparlament,
  • Die Judikative: an der Spitze befindet sich der Oberste Gerichtshof.

So funktioniert das Land seit der Verkündung und dem Eintreten der Verfassung von 1947. Japan ist ein zentralistischer Staat, die 47 Präfekturen können jedoch klar umrissene Aufgaben selbst durchführen. Der Kaiser ist Symbol des Staates und der Einheit des Volkes und besitzt keine politische Macht.

Weißt Du wie der japanische Kaiser heißt? Der enge Kreis der kaiserlichen Familie im Jahre 2013. | Quelle: Wikimedia Commons

Im modernen Japan, also seit der Verfassung von 1947, ist das Amt des Kaisers also  zeremonieller Natur. Er ist nicht Staatsoberhaupt. Zu seinen Aufgaben gehört die Ernennung des von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und des Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, die Verkündung der Gesetze und die Einberufung des Parlaments.

Der amtierende Premierminister ist Shinzō Abe. Er wird vom Parlament unter den Abgeordneten beider Kammern gewählt.

Wusstest Du, dass der japanische Kaiser auch der oberste Priester des Shintō, der ältesten Religion des Landes, ist?

Zu welcher Jahreszeit solltest Du Japan besuchen?

Wo wohnt der japanische Kaiser?

Der Kaiser wohnt im Kaiserpalast Tokio, dem Palast im Herzen Tokios. Die Familie wohnt mit dem Kronprinz im Akasaka Palast in Tokio.

Das Alltagsleben der kaiserlichen Familie wird vom kaiserlichen Hofamt organisiert. Dieses Amt kontrolliert sowohl den Zeitplan, wie auch die Güter der hoheitlichen Familie.

Der aktuelle Kaiser, Naruhito, steht in der Kontinuität des Yamato Geschlechts, denn seit der Begründung des Yamato-Reichs (250 bis 710) fand kein Dynastienwechsel mehr statt. Er besteigt den Chrysanthemen-Thron.

Du möchtest den Kaiserpalast besuchen gehen? Dann brauchst Du erst einmal ein japanisches Visum!

Die legendären Kaiser Japans

Die älteste Dynastie der Welt ist im 7. Jahrhundert v. Chr. entstanden. Der erste mythische Kaiser Japans war Jimmu, der der Legende nach der Urururenkel von Amaterasu, der japanischen Sonnengöttin des Shintō war.

Bis 1945 herrschte der Kaiser mit absoluter Macht über Japan.

Kennst Du den legendären Kaiser Jimmu? Der legendäre Kaiser Jimmu wurde während seiner Eroberung Japans dem Mythos nach von der Krähe Yatagarasu geführt. | Quelle: Wikimedia Commons

Die japanischen Kaiser wurden lange als lebende Götter und Repräsentanten des Shintō anerkannt. Die sogenannten mythischen Kaiser sind meist im Kojiki verzeichnet, der ersten umfangreichen japanischen Schriftquelle. Diese „Aufzeichnung alter Geschehnisse“ beschreibt die Mythologie und Frühgeschichte Japans.

Sie werden als mythisch betrachtet, weil die Lebensdaten als unsicher gelten und in manchen Fällen auch nicht überprüft werden können:

  • Jimmu : -660 -585,
  • Suizei : -581 -549,
  • Annei : -549 -511,
  • Itoku : -510 -477,
  • Kosho : -475 -393,
  • Koan : -392 -291,
  • Korei : -290 -215,
  • Kogen : -214 -158,
  • Kaika : -157 -98,
  • Sujin : -97 -30,
  • Suinin : -29 +70,
  • Keiko : 71 – 130,
  • Seimu : 131 – 191,
  • Chuai : 192-200.

Die Kaiserin Jingu wurde vom Kaiser Meiji von der offiziellen Liste gestrichen. Der Legende nach soll sie von 209 bis 269 geherrscht haben.

Die Geschichte der japanischen Kaiser ist eng mit der Mythologie verwoben. Deswegen besteht über die tatsächliche Existenz dieser mythischen Kaiser auch oft noch Zweifel.

Die Schriften, die von diesen Kaisern erzählen, haben oft die japanischen Mythen, und somit die kulturellen Grundlagen Japans mit geschaffen.

Die historischen Kaiser Japans

Der erste Kaiser von dem Historiker/innen sicher sagen können, dass er gelebt hat, war Ōjin.

Er ist der erste historische Kaiser und hat von 270 bis 310 geherrscht. Obwohl seine Regierungszeit extrem friedlich war, gilt sein Geist als im Kriegsgott Hachiman manifest.

Die japanische Antike

Nach Ōjin haben sich viele japanische Kaiser abgelöst. Diese Zeit nennt man die japanische Antike:

  • Die Kofun-Zeit von 400 bis 539,
  • Die Asuka-Zeit von 539 bis 715,
  • Die Nara-Zeit von 710 bis 794,
  • Die Heian-Zeit von 794 bis 1185.

Was den Beginn der Antike betrifft, sind die Zeitangaben schwer überprüfbar und werden somit oft noch angezweifelt. Die Machtübergabe findet innerhalb der Familie statt, aber es ist nicht immer der älteste Sohn, der auf seinen Vater folgt. Die Nachfolge folgte im Mittelalter noch anderen Traditionen, und so war es oft sogar der jüngste Sohn, der den Thron bestieg.

Manchmal wurde sogar der Cousin, der Bruder oder der Onkel zum Nachfolger des Kaisers gekrönt.

Es gab wohl auch Kaiserinnen, vor allem in der Asuka- und in der Nara-Periode. Heute dürfen Frauen jedoch keine Kaiserinnen mehr werden.

Um 794 erscheint ein neuer Herrschertitel, mit dem sich der Kaiser fortan seine Macht teilen musste: der Shogun. Das ist ein japanischer Militärtitel für Anführer aus dem Kriegeradel der Samurai. Der Shogun-Titel wurde ab 1192 weitervererbt.

Das letzte Shōgunat Meiji war das von Tokugawa. In der Meiji-Zeit, genauer im Jahre 1868 wurde das Shōgunat aufgegeben. Der Kaiser hat somit wieder seine volle Macht erlangt.

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Das feudale Zeitalter

1198 hat in Japan das feudale Zeitalter begonnen.

Die feudale Zeit endet mit der Thronfolge von Meiji im Jahre 1852. In gewisser Hinsicht haben feudale Elemente aber bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der japanischen Kapitulation weiter existiert.

Kennst Du den letzten Kaiser von China? Aisin Gioro Puyi war bis 1912 der letzte Kaiser von China. | Quelle: Wikimedia Commons

Das ist auch das Zeitalter der Samurai/Bushi oder der buke, wie diese Krieger vor 1600 oft noch genannt wurden. Heute gibt dieser Ehrentitel jedoch nicht mehr das Recht auf Privilegien. 1876 wurde den Samurai das Tragen ihrer traditionellen Tracht mit den zwei Schwertern in der Öffentlichkeit untersagt und ihre Privilegien wurden ihnen entzogen. Aber viele große Samurai Familien, wie z.B. das Haus Honda, haben in der japanischen Wirtschaft und Politik auch heute noch großen Einfluss.

Im Japanisch Kurs wirst Du auch lernen, dass Japan auch damals schon eine der asiatischen Großmächte war. Die Kaiser haben wie heute auch noch bis zu ihrem Lebensende geherrscht. Danach wurde der Thron vom Kronprinzen oder einem anderen auserwählten Mitglied der kaiserlichen Familie bestiegen.

Die Moderne

Die Edo-Zeit markiert den Beginn der Prä-Moderne. Die japanische Gesellschaft wird in dieser Zeit mehreren Modernisierungen unterzogen. In dieser Epoche gab es drei verschiedene Kaiser:

  • Meiji: von 1867 bis 1912,
  • Taisho: von 1912 bis 1926,
  • Showa: von 1926 bis 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich vieles für Japan verändert. Nach Pearl Harbor und dem Bombenabwurf auf Nagasaki und Hiroshima muss das japanische Kaiserreich kapitulieren. Für Japan fängt eine neue, modernere Periode an.

Japan muss dem Druck der westlichen Länder und der Vereinigten Staaten nachgeben und sich Stück für Stück modernisieren.

Der Kaiser Showa saß weiterhin von 1945 bis 1989 auf dem Thron. Wie sein Vorgänger auch hat er bis zu seinem Tod über Japan geherrscht.

Sein Sohn Akihito ist 1989 zum Kaiser ernannt worden. Er war somit der 125. Kaiser Japans.

Er dankte am 30. April 2019 ab. Seine Regierungsdevise trug den Namen Heisei (平成, „Frieden überall“).

Der aktuelle japanische Kaiser ist sein Sohn Naruhito. Seine Regierungsdevise trägt den Namen Reiwa (令和, „schöne Harmonie“).

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Warum der letzte Kaiser abgedankt hat

Der ehemalige Kaiser Akihito war der erste Kaiser seit 200 Jahren, der  Zeit seines Lebens abgedankt hat und den Kaiserthron verlassen hat.

Das letzte Mal, dass das passiert ist, war im Jahr 1817. Damals hat der Kaiser Kokaku abgedankt.

Kennst Du den letzten japanischen Kaiser Akihito? Die Hochzeit von Akihito und Michiko in 1959. | Quelle: Wikimedia Commons

Aber warum hat sicher Akihito überhaupt dazu entschlossen, vorzeitig den Kaisertitel abzugeben?

In Japan ist es normalerweise üblich, dass ein Kaiser bis zu seinem Tod sein Amt nicht verlässt. Akihito hat sich jedoch aufgrund vieler gesundheitlicher Beschwerden dazu entschlossen, mit dieser Tradition zu brechen. Er hatte unter anderem eine Prostatakrebs Operation in 2003, sowie eine Herzoperation in 2012.

Er hat seine Abdankung 2016 öffentlich erklärt und mitgeteilt, dass er sich Sorgen darüber mache, ob er noch seine kaiserlichen Pflichten auf zufriedenstellende Art und Weise ausführen könne.

Akihito sind tatsächlich bei mehreren Zeremonien immer wieder kleine Fehler unterlaufen, er fühlte sich seiner Aufgabe als Kaiser also nicht mehr gewachsen.

Am 30. April 2019 hat Akihito den Thron offiziell seinen ältesten Sohn Naruhito überlassen. Der ist 57 Jahre alt und hat den Äranamen/die Regierungsdevise Reiwa (令和, „schöne Harmonie“) ausgerufen.

Akihito war für die Japaner/innen der Inbegriff eines modernen und pazifistischen Kaisers und ist bei dem japanischen Volk sehr beliebt. Er war bescheiden und hat die Nähe zu seinem Volk gesucht.

Die meisten Japaner/innen haben deswegen die für die Kultur doch ungewöhnliche Abdankung ihres Kaisers unterstützt.

Der Premierminister Shinzo Abe hat wegen dieser starken Unterstützung des Volkes die Abdankung doch noch mitgetragen. Er ist ein treuer Anhänger des Shintoismus (der wichtigsten Religion in Japan) und war ursprünglich gegen die Abdankung des Kaisers.

Ein Tag nach der Abdankung von Akihito, am 1. Mai 2019 wurde der neue Kaiser, Naruhito, gekrönt.

Wie lange solltest Du nach Japan reisen?

Definition: die „großen Kaiser“ Japans

Der japanische Kaiser übernimmt keine Funktion in den Angelegenheiten der Regierung. Seine Rolle ist symbolisch, genauso wie die der englischen Queen z.B. Allerdings war das nicht immer so. Vor 1945 hatte der Kaiser volle Herrschergewalt und war das politische Landesoberhaupt.

Was ist ein Shogun?

Shogun heißt „Barbaren unterwerfender großer General/Generalissimus“. Für mehrere Jahrhunderte, vom 12. bis 19. war der Shogun immer wieder ein starker Machtkonkurrent für den Kaiser. Shogun ist ein Militärtitel für Anführer aus dem Kriegeradel der Samurai.

Was ist der Shintoismus?

Der Shintoismus heißt auf Deutsch „der Weg der Götter“. Der Shintoismus ist die älteste Religion Japans und zusammen mit dem Buddhismus auch die wichtigste.

Der Shinto ist vieldeutig und polytheistisch und im Gegensatz zum Buddhismus mehr Diesseits bezogen. Er besitzt keine heiligen religiösen Schriften und wird vor allem mündlich überliefert. Es gibt außerdem weder eine Gründerfigur noch ein konkretes Dogma.

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