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Das müsst Ihr draufhaben, um Klavierunterricht geben zu können

Von Tobias, veröffentlicht am 24/05/2018 Blog > Musik > Klavier > Welches Niveau braucht ein Pianist, um Klavierlehrer werden zu können?

Klavierlehrer wird man nicht von heute auf morgen.

Wer aus seinem Hobby einen Beruf machen will, der benötigt viele Jahre, ja manchmal sogar Jahrzehnte!

Es gibt so viele Klavier-Virtuosen wie z.B. J.S. Bach, Ludwig von Beethoven oder auch Frederic Chopin, die als Legenden in die Annalen der Pianisten eingegangen sind.

Frédéric Chopin (1810 – 1849) wurde von seiner Mutter, die selbst schon Pianistin war, im zarten Alter von nur 6 Jahren zum Klavierunterricht eingeschrieben.

Sein Vater schickt ihn dann mit 16 Jahren ans Konservatorium.

Chopins Eltern erkannten sein herausragendes Talent also frühzeitig.

Und das hat sich ausgezahlt, denn: Wer Pianist oder Klavierlehrer werden möchte, sollte so früh wie möglich mit dem Unterricht beginnen.

Ihr seid inzwischen ganz ordentliche Pianisten und wollt Eure Kenntnisse jetzt anderen beibringen, indem Ihr als Klavierlehrer anfangt?

Das ist durchaus möglich und wir verraten Euch in diesem Artikel, ab welchem Niveau das für Euch in Frage kommt, indem wir auf folgende Fragen eine Antwort geben:

Wie gut muss ich eigentlich Klavier spielen können, um selbst Unterricht zu geben?

Welche Zertifikate oder Diplome benötige ich als Klavierlehrer?

Welche Ausbildung und wie viele Jahre Klavierunterricht benötige ich, um zu unterrichten und qualitativ hochwertige Klavierstunden zu geben?

Wir zeigen Euch, wie Ihr Euch fit macht für den Beruf des Klavierlehrers!

Sich als Klavierlehrer in seine Schüler hineinversetzen können

Warum wird man eigentlich Klavierlehrer?

Die Antwort ist oft ganz einfach: „Ich will Klavierlehrer werden, weil ich das Instrument einfach liebe!“.

So einfach ist das aber oft nicht, denn ein guter Klavierlehrer muss sich dem jeweiligen Niveau der Schüler beim Klavier Lernen immer anpassen.

Wer ein Instrument schon seit mehreren Jahren spielt, für den kann eine mögliche Motivation auch das Verlangen sein, anderen Menschen das erlangte Wissen weiterzugeben.

Denn anderen Menschen zu helfen und ihnen eine Freude zu machen ist für viele eine erfüllende Tätigkeit.

Dies stimuliert die pädagogischen Fähigkeiten eines jeden Lehrers, die stets auf die Probe gestellt werden, denn: Manchmal ist es notwendig, ein Stück stark vereinfachen, um es in einer Weise zu erklären, die den Lernenden nicht entmutigt.

Nur dann kann sich Klavier-Unterricht als vorteilhaft für den Schüler erweisen, der das Instrument schnell lernen und von einer effektiven Lehrmethode profitieren möchte.

Genau wie beim Sprachkursen, Gitarrenunterricht, Übungen fürs Schlagzeug oder Trompetenunterricht muss das Niveau des Lehrers hoch genug sein, um Noten und Partituren vereinfacht darstellen zu können.

Manche Noten sind einfach noch zu schwer für manche Schüler Manchmal müsst Ihr schwierige Stücke Euren Schülern anpassen | Quelle: Pixabay

Ein wirklich vorgeschriebenes Niveau, das man erreichen muss, bevor man Unterricht geben kann, gibt es in Deutschland nicht.

Jeder kann theoretisch Klavierunterricht geben.

Natürlich werden dennoch immer einige Kenntnisse vorausgesetzt, zum Beispiel, dass ein Klavierlehrer Stücke immer so aufarbeiten kann, dass sie für den Schüler zugänglich sind.

Ein guter Klavierlehrer sollte zudem sowohl Musiktheorie verinnerlicht haben, Rhythmusgefühl haben und eine ausgefeilte Technik vorweisen können.

Es kommt dabei schon auf einzelne Nuancen an!

Und machen wir uns nichts vor: Bevor man Notenblätter wie Romane einfach ablesen und auf die Tasten des Klaviers übertragen kann, braucht es in aller Regel mehrere Jahre, manchmal sogar zehn oder noch mehr!

Daher ist es wichtig, dass Ihr als angehender Klavierlehrer stets geduldig bleibt und nie die Motivation verliert.

Und ebenso müsst Ihr dann im Unterricht Geduld haben, denn was Eure Schüler spielen, mag Euch dann sehr einfach erscheinen.

Aber keine Angst, daran werdet Ihr Euch schnell gewöhnen!

Aber wo lernt man das eigentlich alles?

Wie kann man sich diese wichtigen Qualitäten als Klavierlehrer aneignen?

Klavierlehrer werden ohne Studium

Wie bei anderen Lehrberufen (Mathelehrer, Sport Coach), gibt es die Möglichkeiten, öffentlich und privat Unterricht zu geben.

Je nachdem, für welche dieser beiden Möglichkeiten Ihr Euch entscheidet, steht Eurer Zukunft als Klavierlehrer nichts im Wege!

Klavierlehrer werden über ein Konservatorium oder eine Musikschule

Wer gern als Klavierlehrer arbeiten möchte, aber nicht die Möglichkeit zu einem Studium oder keine Lust auf die lange Ausbildung hat, kann in einer berufsbegleitenden Zusatzausbildung die entsprechende Qualifikation erwerben.

Diese Ausbildung wird an manchen Musikschulen und Musikakademien angeboten.

Voraussetzung dafür ist natürlich gutes Klavierspiel.

Die Ausbildung dauert zwischen einem und drei Jahren und kann neben dem Beruf absolviert werden.

Wie genau das Ganze abläuft, hängt von der Schule bzw. dem Konservatorium ab, an dem Ihr Euch einschreibt.

Als Klavierlehrer müsst Ihr Euch an jeden Schüler anpassen Wer ausschließlich Unterricht für Kinder geben will, der braucht nicht zwingend ein Studium | Quelle: Pixabay

Der Haken daran: Ohne einen Hochschulabschluss (oder den staatlichen Abschluss einer BFS in Bayern) darf man an staatlichen Musikschulen nicht unterrichten.

Das hat irgendwo auch durchaus seine Berechtigung, weil die staatlichen Musikschulen sich bemühen, Unterricht auf einem gewissen Niveau anzubieten, und sich insofern bemühen, ihre Lehrkräfte nach einem entsprechenden Kriterium auszuwählen.

Diesen Weg solltet Ihr also nicht wählen, wenn Ihr vorhabt, wirklich professionellen Unterricht zu geben und Euren Lebensunterhalt so zu verdienen.

Denn das Angebot an Klavierlehrern ist heute riesig, besonders in den großen Städten.

Um sich von der Masse abzuheben, ist ein Musikstudium heute daher fast unumgänglich.

Theoretisch braucht Ihr nämlich gar keine Ausbildung und daher hilft Euch jedes Zertifikat und jede Ausbildung, die Ihr schon gemacht habt, auf dem Arbeitsmarkt deutlich weiter!

Und für privaten Piano Unterricht beim Schüler zuhause, z.B. vermittelt über Superprof, müsst Ihr natürlich nicht zwangsläufig ein Studium nachweisen.

Klavier studieren – das müsst Ihr beachten

Wer sein Berufsleben wirklich voll und ganz dem Klavier verschreiben will, der kann sich einmal nach einem Studium in dieser Richtung umsehen.

Voraussetzung für ein Studium ist dabei natürlich immer noch das Abitur!

Und bevor Ihr Euch einschreibt, überdenkt Eure Situation noch einmal gründlich: Warum wollt Ihr überhaupt Klavierlehrer werden?

Wollt Ihr anderen Menschen wirklich etwas beibringen oder einfach nur den ganzen Tag Klavier spielen?

Falls letzteres auf Euch zutreffen sollte, dann ist der Beruf des Klavier-Lehrers vielleicht nicht für Euch gemacht und Ihr solltet Euch lieber in Richtung einer Karriere als Profi Musiker orientieren.

Als Pianist stehen Euch viele Türen offen Was erwartet Ihr eigentlich von einer Klavierausbildung? | Quelle: Pixabay

Falls Ihr aber auch die pädagogische Komponente des Berufs schätzt, dann seid Ihr hier richtig.

Aber Achtung: Die Aufnahmeprüfungen haben es in sich!

Hier erwartet man von den jungen Pianistinnen und Pianisten ein gut vorbereitetes Programm und bereits weitgehend erkennbare Ausprägungen einer künstlerischen und pädagogischen Persönlichkeit, die den hohen Anforderungen im Berufsfeld eines Klavierlehrers gerecht werden können.

Auf deutsch gesagt: Ihr müsst es schon ganz schön drauf haben, um überhaupt aufgenommen zu werden!

Der Studienplan sieht neben dem Hauptfach-Unterricht eine solide Ausbildung in allen relevanten Begleitfächern vor, von Musiktheorie über Musikwissenschaft, -physiologie und -pädagogik bis hin zur Berufskunde.

Zur weiteren individuellen Förderung der angehenden Pianisten dient außerdem der Wahlbereich, der Angebote wie Improvisation, Historische Tasteninstrumente, Dirigieren oder Jazz umfasst.

Die Studieninhalte zielen darauf ab, jede Absolventin/jeden Absolventen als umfassend ausgebildete pianistische Persönlichkeit auszubilden, die sich erfolgreich im Berufsfeld des Klavierlehrers behaupten kann.

Klingt super, findet Ihr? Dann müsst Ihr Euch nur noch entscheiden, in welcher Stadt Ihr studieren möchtet, denn das Angebot ist in Deutschland ziemlich groß!

Erst mal stellt sich natürlich die Frage, ob Ihr einen Bachelor (6-8 Semester) oder einen Master (noch einmal 4 Semester obendrauf) machen möchtet.

Vergesst nicht: Je höher Eure Abschluss, desto bessere Chancen habt Ihr auf später auf dem Arbeitsmarkt und je mehr könnt Ihr auch pro Unterrichtseinheit verlangen.

Der Studieninhalt variiert je nach Universität.

An der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin könnt Ihr z.B. den Bachelor of Music „Klavier“ belegen, vorausgesetzt Ihr besteht die schwierige Aufnahmeprüfung.

Ihr müsst hier nämlich von vornherein eine „besondere künstliche Begabung“ haben!

Diese müsst Ihr unter Beweis stellen durch beherrschen von Stücken wie

  • J. S. Bach Präludien und Fugen aus dem „Wohltemperierten Klavier“
  • klassische Sonate (alle Sätze)
  • romantisches Werk, z. B. Chopin Ballade
  • modernes Werk freier Wahl

Von Barock bis Jazz müsst Ihr als Student alles beherrschen Um an der Uni genommen zu werden müsst Ihr von klassisch bis modern alles spielen können | Quelle: Pixabay

Hinzu kommt, dass alle Werke auswendig vorzutragen sind! Ihr solltet also genug Zeit einplanen, um Euch auf die Prüfung vorzubereiten.

Im Studium erwarten Euch dann neben dem Klavierspiel auch Fächer wie „Gehörbildung“, „Grundlagen der Bewegungs- und Atemarbeit“, „Umgang mit Lampenfieber“ und ähnliche Fächer.

Das volle Programm also und sicher nicht immer einfach.

Ein Studium zahlt sich aber in den allermeisten Fällen später einmal aus!

Privater Klavier-Lehrer werden für Unterricht beim Schüler zuhause

Wer privaten Klavierunterricht geben möchte, der braucht in Deutschland keine besonderen Zertifikate oder Qualifikationen.

Jeder kann diesen (Neben-)Beruf theoretisch ausüben!

Natürlich solltet Ihr ein Mindestmaß an Können mitbringen, um nicht weniger gut zu spielen als Eure Schüler.

Das wäre doch recht peinlich, oder?

Man hört immer wieder von so genannten Autodidakten, die sich das Klavierspielen selbst beigebracht haben und besser spielen, als andere, die jahrelange Klavierunterrichtsstunden hinter sich gebracht haben.

Das ist aber die Ausnahme.

Beachtet auch, dass der Preis, den Ihr als Klavierlehrer verlangen könnt, stark von Eurem Können und Euren Zertifikaten abhängen kann.

Auch, wenn Privat Klavierunterricht Geben scheinbar ein ganz einfacher Beruf ist, müsst Ihr doch immer den Markt im Auge behalten.

Und der ist in Deutschland ziemlich gesättigt.

Wie könnt Ihr also unter Beweis stellen, dass Ihr trotz mangelndem Studium und weiterführender Klavierausbildung das Zeug zum Klavierlehrer habt?

Seid beruhigt: Das ist heute möglich! Und zwar dank des Internets und Vermittlungsplattformen wie Superprof.

Hier kann jeder Lehrer ein Profil von sich erstellen und sich und seinen Klavierunterricht genau beschreiben.

Ihr könnt Euch sogar selbst auf Video aufnehmen und dieses dann auf Eurem Profil teilen.

Praktisch ist auch das integrierte Bewertungssystem.

Auf Superprof können Schüler ihre Lehrer bewerten, ähnlich dem Sterne-Bewertungssystem z.B. auf Amazon oder TripAdvisor.

Je besser die Bewertungen, desto höher sind die Chancen, dass Ihr als Klavierlehrer gebucht werden.

Gute Bewertungen verhelfen zu neuen Kunden, auch als Klavierlehrer! Als Klavierlehrer sind Online-Bewertungen ein wichtiges Kriterium | Quelle: Pixabay

Früher musste man sich auf Aussagen verlassen wie „Ich spiele schon seit 10 Jahren Klavier“ oder „Ich kann die 2. Nocturne von Chopin fehlerfrei spielen“.

Heute stehen diesen Behauptungen authentische Bewertungen von Schülern gegenüber, auf die man sich wirklich verlassen kann.

Für Euch als Lehrer heißt das, dass Ihr Euch diese guten Bewertungen aber erst einmal erarbeiten müsst.

Seid freundlich, pünktlich und habt stets ein Ohr für die Probleme Eurer Schüler.

Versucht, Euch in einem so guten Licht wie möglich darzustellen.

Kleine Gesten wie eine kostenlose Probestunde helfen dabei enorm.

Ihr seht schon – auch als Klavierlehrer muss man sein Angebot heutzutage „vermarkten“, um seine Erfolgsaussichten wirklich zu erhöhen (außer natürlich, Ihr seid der einzige Lehrer im Dorf und somit quasi konkurrenzlos 😉 ).

Wir meinen jedoch trotzdem, dass jeder Lehrer zumindest 5 – 6 Jahre aktiv Klavier gespielt haben sollte, um als Lehrer in Frage zu kommen.

Und natürlich kommt es auch auf das Niveau Eures Schülers an.

Wenn sich jemand einen Klavierlehrer nimmt, um die Aufnahmeprüfung an einer Universität zu bestehen, dann kommt Ihr als Lehrer natürlich nur in Frage, wenn Ihr diese Art von Prüfung selbst schon mal erfolgreich absolviert habt.

Eure Kompetenzen als Lehrer solltet Ihr auf Superprof also so genau und detailliert beschreiben, wie möglich.

Missverständnisse sind für beide Parteien ärgerlich und führen auf lange Sicht zu keiner guten Zusammenarbeit zwischen Schüler und Lehrer.

Ehrlichkeit währt auch in diesem Fall am längsten.

Verkauft Euch nicht über Wert und Ihr werdet schon bald die ersten Schüler auf Superprof oder anderen Plattformen finden!

Wir hoffen, dass Euch unsere kleine Übersicht, über die Möglichkeiten, in Deutschland Klavierunterricht geben zu können, von Nutzen sein konnte.

Viel Erfolg beim Unterricht!

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