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Wo kann ich Tanzkurse geben?

Von Anna, veröffentlicht am 23/05/2019 Blog > Sport > Tanzen > Wo findest Du den geeigneten Ort für Deinen Tanzkurs!

„Man sollte jeden Tag tanzen, auch wenn es nur in Gedanken ist.“ – Nahman de Braslaw

Tanzen ist eine unglaublich vielfältige Sport- und Kunstform, die sich auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreut. Immer mehr Menschen möchten die Leidenschaft zum Beruf machen und ihre Leidenschaft an andere weiter geben, indem sie selbst Tanzlehrer*in werden. Sei es Standardtanzen (Gesellschaftstanz), Lateinamerikanische Tänze oder Salsa – von seinem Traumjob leben zu können, ist eine wundervolle Sache.

Doch wie kann man selbst Tanzkurse geben?

In Deutschland existieren unterschiedliche Strukturen, in denen man seine Choreographien oder festgelegten Tanzschritte als professionelle*r Tanzlehrer*in unterrichten kann.

Superprof zeigt Dir hier einige Möglichkeiten auf, sodass auch Du Deine Leidenschaft zum Beruf machen kannst!

In einer Tanzschule Tanzkurse geben

Du möchtest Dein Hobby zum Beruf machen? Das trifft sich gut, denn im ganzen Land gibt es Tanzschulen, die Lehrerinnen und Lehrer suchen!

Wenn Du Foxtrott, Cha-Cha-Cha, Walzer & Co. im Rahmen einer Anstellung in einer Tanzschule unterrichtest, hast Du feste Arbeitszeiten, ein regelmäßiges Einkommen und damit natürlich mehr Planungssicherheit als als Freiberufler*in. Allerdings ist es so, dass nicht alle Tanzschulen Tanzlehrende als Vollzeitkraft benötigen: Oft erhält man nur eine Teilzeitstelle mit einigen Stunden pro Woche. Und dies gilt auf dem Land noch mehr als in der Stadt. Ausnahmen bestätigen aber die Regel und gerade, wenn man sich als Tanzlehrer-Azubi bewirbt, ist das oft auch als Vollzeitstelle möglich (denn man hat ja noch den Theorieunterricht).

Die größten Chancen, angestellt zu werden, hat man mit Ballett, Standardtanz, Jazz und Modern Dance (JMD) und Hip Hop/Street Dance. Die Gründe sind vielfältig: Kurse im Standardtanzen werden noch von vielen Schulen organisiert und sind bei älteren Menschen beliebt. Ballett und JMD werden von Menschen bevorzugt, die vielleicht später mal professionelle Tänzer*innen werden wollen. Und viele junge Menschen wollen Tanzkurse in coolen, jungen Tanzformen nehmen. Hip Hop/Street Dance hat dabei den Vorteil, dass sowohl Jungs als auch Mädchen sich für die Ausdrucksform begeistern können. Es ist wie immer eine Frage von Angebot und Nachfrage …

Welche Tanzform ist beliebt? Street Dance ist bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebt. | Quelle: Pexels

Wenn man mehrere Tanzformen anbieten kann, ist das natürlich noch besser, weil man dann mehr Kurse abdecken kann und so für potentielle Arbeitgeber attraktiver ist. So kann man es vielleicht auch auf mehr Wochenstunden in einer Tanzschule bringen.

In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Tanzschulen:

  1. ADTV-Tanzschulen (Leiter*in muss Mitglied im Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband e.V. sein)
  2. BDT-Tanzschulen (Leiter*in muss Mitglied im Berufsverband Deutscher Tanzlehrer e.V. sein)
  3. Freie Tanzschulen (keine Voraussetzung, da der Beruf der Tanzlehrer*innen nicht geschützt ist)

ADTV-Tanzschulen und BDT-Tanzschulen können sich außerdem freiwillig klassifizieren lassen. Dies geht über die DTK (Deutsche Tanzschulklassifizierung).  Das System vergibt dabei auf Grundlage von festgelegten und transparenten Kriterien Sterne von 1 bis 5 (also ganz ähnlich wie bei Hotels). Das kann für Dich vielleicht ein Kriterium bei der Auswahl zwischen verschiedenen Arbeitgebern sein.

Um in einer Tanzschule der Kategorie 1 oder 2 unterrichten zu können, ist es in der Regel notwendig, mindestens eine Tanzlehrerausbildung bei einem der beiden Tanzverbände absolviert zu haben (wenn man Tanzen studiert hat, ist das natürlich auch super). Bei großer Nachfrage wird man vielleicht auch aufgrund anderer Erfahrungen im Lebenslauf eingestellt, aber es ist immer besser, wenn man eine anerkannte Ausbildung absolviert hat – vor allem bei einem Beruf, der offiziell nicht geschützt ist (im Gegensatz zu Handwerksberufen, Gesundheitsberufen usw.).

Außerdem muss einem natürlich bewusst sein, dass nur, weil man selbst gut tanzen kann, das nicht unbedingt heißt, dass man Tanzen auch gut unterrichten kann. Pädagogische und didaktische Ansätze sind wichtig und ein guter Umgang und Erfahrung mit speziellen Zielgruppen (z.B. Kindern & Jugendlichen) von Vorteil.

Auf der Jobbörse des ADTV findest Du Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze oder schon fertig ausgebildete ADTV-Tanzlehrer*innen.

Übrigens: Auch die ADTV-Tanzlehrerinnen und -lehrer müssen ja von jemandem ausgebildet werden. Wenn Du also schon etwas mehr Erfahrung hast, kannst Du Dich vielleicht bei der TLA, der Tanzlehrer-Akademie des ADTV, bewerben und so in einer der vielen Ausbildungsschulen Lehren lehren!

In einem Verein Tanztrainer*in werden

Abgesehen von den Tanzschulen sind auch Tanzvereine und Tanzclubs in Deutschland beliebt. Dabei können diese recht unterschiedlich sein: Von den Tanzstilen über die Kursangebote bis hin zu den Mitgliedern herrscht eine enorme Vielfalt. Außerdem gibt es sowohl reine Tanzvereine als auch allgemeine Sportvereine, die eben auch eine Tanzabteilung beinhalten.

Wie kann ich an Tanzwettbewerben teilnehmen? Vereine suchen oft professionelle Tanztrainerinnen für ihre Leistungstänzer. | Quelle: Pixabay

In einem Tanzverein Unterricht/Training zu geben, kann unterschiedliche Ausprägungen haben: Entweder man tut dies ehrenamtlich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung (dann ist es eher ein Hobby, kleiner Nebenjob) oder man wird konkret als professionelle*r Tanzlehrer*in engagiert, hat mehr Wochenstunden und entsprechend ein Anstellungsverhältnis. Letzteres ist in der Regel dann der Fall, wenn es sich um Sporttanzen handelt und die Paare/Mannschaften auch bei Wettbewerben erfolgreich sein wollen.

Im Verein kann es sein, dass man seine eigenen Choreographien anbieten kann, oder man muss sich an bestimmte Programme (und eventuell Wettkampfbestimmungen) halten. In jedem Fall ist der Unterricht sehr vielfältig und man kann sich wirklich voll ausleben und das unterrichten, was man selbst gerne und gut tanzt. Standardtanzen, Latein, Rhythmische Sportgymnastik oder doch Rock’n’Roll – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Und auch was die Zielgruppe angeht, hat man hier alle Möglichkeiten: Tänzerische Früherziehung oder Kinderkurse, die Aktivenmannschaft oder Seniorentanzkurse? Alles möglich!

Hier eine kleine Auswahl an Tanzstilen, die in Vereinen unterrichtet werden können:

  • Jazz und Modern Dance (JMD)
  • Merengue
  • Hip Hop Dance/Street Dance
  • Break Dance
  • Salsa
  • Orientalischer Bauchtanz
  • Sporttanzen/Wettkampftanzen
  • Wiener Walzer
  • Gesellschaftstänze/Hochzeitstanz
  • Irish Line Dance
  • Cha-Cha-Cha & Co.
  • Ballett
  • uvm.

Eine sehr beliebte Form des Tanzens und gleichzeitig Fitness ist seit einigen Jahren auch Zumba. Diese Form ist allerdings speziell, da ZUMBA® ein geschützter Markenname ist. Wenn man es unterrichten will, braucht man also eine spezielle Ausbildung und Lizenz. Alle Informationen zur Ausbildung zum/zur Zumba-Trainer*in findest Du hier.

An einer Hochschule oder Tanzakademie Tanzen unterrichten

Du bist schon länger ein*e erfahrene*r Tanzlehrer*in? Dann wäre der nächste Schritt vielleicht, professionelle Tänzerinnen und Tänzer auszubilden.

Wie in vielen anderen Ländern auch, gibt es in Deutschland staatliche Tanzhochschulen und Tanzakademien. Oft sind diese speziell auf Ballett ausgelegt, aber auch andere Tanzformen können unterrichtet werden. Häufig findet sich eine solche Ausbildung als ein Fachbereich an Kunsthochschulen oder als ein Teil einer Schauspielausbildung.

Wie kann ich Tanzen studieren? Ballett kann man auch an staatlichen Tanzakademien und -hochschulen lernen und unterrichten. | Quelle: Pixabay

Hier einige Beispiele für staatliche Tanzhochschulen und -akademien in Deutschland:

  • Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, Abteilung Tanz
  • Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin (HZT)
  • Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik, Abteilung Tanz
  • Palucca Hochschule für Tanz Dresden
  • Folkwang Universität der Künste, Abteilung Tanz, Essen
  • Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK), Ausbildungsbereich Zeitgenössischer und Klassischer Tanz
  • Justus-Liebig-Universität Giessen, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (ATW)
  • Ballettschule Hamburg / Ballett John Neumeier, staatlich anerkannte Berufsfachschule für Ballett
  • Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Tanz und Bewegungskultur
  • Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT), Hochschule für Musik und Tanz Köln
  • Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim – Akademie des Tanzes
  • Hochschule für Musik und Theater München
  • Ballett Akademie, München
  • John Cranko-Schule, Ballettschule und staatliche Ballettakademie/Berufsfachschule, Stuttgart

Solche Einrichtungen suchen auch immer wieder qualifizierte Tanzlehrer, um angehende professionelle Tänzer*innen auszubilden. In einem solchen Umfeld profitierst Du von einer staatlichen Struktur und geregelten Verhältnissen und an Hochschulen, die auch andere Fakultäten haben, von einem spannenden interfakultären Austausch und pulsierenden Studentenstädten.

Privat Tanzunterricht geben

Wenn Du nicht unter jemand anderem arbeiten willst oder einfach nur so ein bisschen nebenbei Privatunterricht Tanzen geben willst, ist das natürlich auch möglich. Dafür musst Du dann allerdings selbständig erwerbend sein, also als Freiberufler arbeiten dürfen.

Salsa, Standardtanz, Hochzeitstanz, Personal Trainer für Hip Hop oder Ballett? All das ist möglich, wenn Du einen Raum hast, in dem ihr trainieren könnt und Du zahlungswillige Kundinnen und Kunden findest. Für Street Dance tut es vielleicht auch eine Garage, aber allgemein sollte man schon einen geeigneten Raum haben, idealerweise mit Parkettboden und Spiegeln, sodass die Lernenden auch sehen, wie flott die Sohle ist, die sie da aufs Parkett legen.

Das Gute am Privatunterricht ist, dass Du komplett frei bist in Deinem Angebot und der Gestaltung der Tanzlektionen. Willst Du Gruppen unterrichten oder vielleicht Paaren bei der Vorbereitung auf den Hochzeitstanz helfen? Oder geht es Dir eher darum, Kindern den Spaß am Tanzen näher zu bringen und sie auf einen ersten richtigen Tanzkurs vorzubereiten? Das ist ganz allein Deine Entscheidung!

So kannst Du auf Deinen Tanzkurs bzw. Dein Tanzangebot aufmerksam machen:

  • Kleinanzeigen in lokalen Zeitungen
  • Aushänge in Schulen/Läden/im Stadthaus usw.
  • Aushänge in der Nähe von Tanzschulen (oder bei einem speziellen Angebot, das keine Konkurrenz darstellt, erlauben die Tanzschulen vielleicht sogar, dass du dort Aushänge machst)
  • Kleinanzeigen online (ebay Kleinanzeigen, Facebook, QUOKA.de usw.)

Und natürlich gibt es auch unsere Plattform Superprof, die speziell dafür gedacht ist, dass sich Privatlehrer*innen und Schüler*innen finden! Leg Dir einfach ein Profil an, gib Deine Erfahrung, eventuelle Zertifikate, Ziele, Angebote und Deinen Preis pro Stunde ein und los geht’s! Wenn Du dann schon einige Stunden gegeben hast, bekommst Du hoffentlich auch positive Bewertungen, was es dann noch wahrscheinlicher macht, gefunden und kontaktiert zu werden – eine positive Aufwärtsspirale!

Zur Orientierung: Auf Superprof kostet eine Unterrichtseinheit Klassischer Tanz (60 Minuten) in München z.B. im Schnitt 18 €, in Berlin 14 €.

Du willst Dein eigener Chef sein? Tanzen kann man auch gut privat unterrichten. | Quelle: Pexels

Bist Du bereit? Dann leg jetzt Dein Profil an und los geht’s!

Eine eigene Tanzschule aufmachen

Und für die ganz mutigen unter euch gibt es natürlich noch die Möglichkeit, eine eigene Tanzschule zu eröffnen! Du bist ein*e erfahrene*r Tanzlehrer*in, hast unternehmerisches Geschick und das nötige Kapital und Kreditwürdigkeit, um die Gründung einer eigenen Firma zu wagen? Dann ist eine eigene Tanzschule vielleicht genau Dein Ding! Du bist Dein eigener Boss, kannst also selbst entscheiden, was Du anbietest, wen Du einstellst und wie die Ausrichtung Deines Etablissements sein soll.

Der Nachteil ist natürlich, dass Du das unternehmerische Risiko trägst, Dein Einkommen besonders am Anfang sehr unsicher ist und Du (auch insbesondere zu Beginn) sehr viel Zeit und Energie reinstecken musst, damit Deine Schule ein Erfolg wird. Aber dafür ist es dann „Dein Baby“! Finde hier heraus, was Du über die juristische Form und Formalitäten einer eigenen Tanzschule wissen musst.

Bist Du bereit? Dann mach jetzt Deine Leidenschaft zum Beruf!

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