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Welche Ausbildungen zum/r Tanzlehrer/in gibt es?

Von Anna, veröffentlicht am 28/05/2019 Blog > Sport > Tanzen > Brauche ich ein Diplom, um Tanzlehrer zu werden?

„Tanzen ist eine der intelligentesten und vollkommensten Kommunikationsmöglichkeiten.“ – Paulo Coelho

Von seiner Leidenschaft leben zu können, ist der Traum eines jeden Künstlers. Und viele möchten auch gerne ihre Leidenschaft und ihr Können an andere weitergeben. Im Bereich Tanzen bedeutet das zu verbinden, Tanzlehrer/in zu werden.

Doch in der Regel reicht es nicht aus, einfach nur selbst ein guter Tänzer bzw. eine gute Tänzerin zu sein. Wie für jeden Lehrberuf braucht es auch die richtigen didaktischen Ansätze. Und diese kann man in Form einer Ausbildung erlernen. Positiver Nebeneffekt: ein Zertifikat, das belegt, dass man qualifiziert ist, Tanzen zu unterrichten!

Finde hier heraus, welche Diplome und Zertifikate es im Bereich Tanzen gibt und welche davon in welchem Fall sinnvoll sind.

Warum ist es ein Vorteil, eine Ausbildung zum Tanzlehrer zu machen?

Sicherheit und Selbstbewusstsein

Wie ein klassischer Lehrer an einer Schule braucht auch eine Tanzlehrerin bestimmte didaktische Ansätze und die Fähigkeit, Schülerinnen und Schülern bei ihren tänzerischen Problemen zuzuhören und zu helfen. Nur so kann man sein Wissen und Können erfolgreich vermitteln.

Wie ist die Gesetzeslage für Tanzlehrer in Deutschland? In Deutschland ist der Begriff „Tanzlehrer/in“ nicht geschützt. | Quelle: Visualhunt

„Einfach nur gut tanzen zu können, reicht nicht. Ich muss meinen Schülerinnen und Schülern auch erklären können, wie sie ihren Ausdruck verbessern können, Tanzschritte am besten üben, was mit der Haltung nicht stimmt usw.“ – Leon, 29.

Wenn man Tanzkurse geben möchte, ist es also hilfreich, nicht nur eine bestimmte Tanzform zu beherrschen, sondern mehrere, plus die zugehörige Didaktik. Wenn man eine professionelle Ausbildung zum/zur Tanzlehrer*in oder z.B. ein Tanzpädagogik-Studium macht, kann man sich sicher sein, dass man weiß, was man tut und steht nicht plötzlich vor zu schwierigen Herausforderungen.

Mehr Glaubwürdigkeit gegenüber den Lernenden

In Deutschland sind auch heute viele noch der Meinung, dass ein Lehrer ohne Ausbildung kein richtiger Lehrer ist. Man muss allerdings sagen, dass der Beruf der Tanzlehrerin in Deutschland nicht geschützt ist. Das heißt, der Beruf zählt zu den freien Berufen. Um ihn ausführen zu können, braucht man eine bestimmte Begabung oder Qualifikation, aber nicht zwingend eine offizielle Ausbildung.

In der Praxis ist es aber oft so, dass potentielle Kundinnen und Kunden sehen wollen, was eine bestimmte Person zur Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit befähigt. Deshalb ist es gerade für Personen, die privat Tanzkurse geben oder eine Tanzschule eröffnen wollen, extrem sinnvoll, eine abgeschlossene Ausbildung zur Tanzlehrerin oder ein Tanzstudium absolviert zu haben. Es macht sich einfach gut im Lebenslauf und vermittelt den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl von Professionalität.

Im Allgemeinen sind folgende Punkte hilfreich, um bei den Schülern professionell und glaubwürdig rüberzukommen:

  • Abgeschlossene Ausbildung/Studium
  • Viel Erfahrung als professionelle*r Tänzer*in
  • Mitglied einer Tanzformation
  • Jahrelange Erfahrung als Tanzlehrer*in
  • Ein aussagekräftiges LinkedIn-Profil
  • Positive Bewertungen auf Plattformen wie Superprof
  • Mehrere Tanzstile beherrschen

Wenn Du keinen offiziellen Abschluss als Tänzer und Tanzlehrerin hast, solltest Du möglichst viele der anderen Punkte erfüllen, um trotzdem gebucht zu werden.

Und natürlich gibt es auch einfache Anfängerkurse, bei denen nicht so viel Wert auf einen Abschluss gelegt wird, wenn offensichtlich ist, dass Du Dein Handwerk beherrschst. Auch Kinderkurse und tänzerische Früherziehung können häufig ohne Zertifikat unterrichtet werden, wobei dabei eine Ausbildung oder ein Studium in Tanzpädagogik natürlich von Vorteil wären.

Wenn Du allerdings Fortgeschrittenenkurse und Tanzformationen unterrichten willst, die bei Wettkämpfen antreten, wirst Du in der Regel nicht um eine gewisse Grundausbildung herumkommen. Außer natürlich Du bist so ein Naturtalent, dass Du Deine Arbeitgeberin oder potentielle Kunden sofort begeistern und von Dir überzeugen kannst!

Tanzkurse an einer akkreditierten Tanzschule geben können

In Deutschland ist der Beruf „Tanzlehrer/in“ zwar nicht geschützt, aber wie so oft bei freien Berufen gibt es Berufsverbände, die sich auf gewisse Standards einigen und entsprechende Ausbildungen anbieten, die dann zu einer Zertifizierung der Lehrkräfte durch den Verband führen (so ist das zum Beispiel auch bei Yoga-Lehrer*innen oder auch Übersetzer*innen).

Warum sollte ich eine Ausbildung beim ADTV machen? Eine Akkreditierung durch einen anerkannten Berufsverband verleiht Autorität. | Quelle: Visualhunt

In Deutschland sind im Tanzbereich insbesondere zwei Verbände federführend: der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband e.V. (ADTV) und der Berufsverband Deutscher Tanzlehrer e.V. (BDT). Beide bieten eine je 3-jährige Ausbildung zum/r Tanzlehrer/in an (Genaueres folgt im nächsten Kapitel), die bei erfolgreichem Abschluss zum Titel „Tanzlehrer/in (BDT)“ oder „ADTV-Tanzlehrer/in“ führt.

Der Vorteil an einer solchen Ausbildung ist natürlich, dass man einen offiziellen Abschluss (Zertifikat, Akkreditierung) und somit mehr Chancen hat, eine Anstellung in einer entsprechenden Tanzschule zu finden (manche ADTV-Tanzschulen stellen z.B. nur ADTV-Tanzlehrende ein). Außerdem kann man damit natürlich auch eine eigene akkreditierte Tanzschule gründen und führen.

Wie und wo kann ich eine duale Ausbildung zur Tanzlehrerin für Gesellschaftstänze machen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine professionelle Ausbildung im Bereich Tanzpädagogik/Tanzlehrer zu erhalten: von Seminaren & Workshops über Ausbildungen bis hin zum Studium.

Schauen wir uns zunächst einmal die dualen Grundausbildungen für Gesellschaftstanzlehrer/innen der beiden großen deutschen Tanzlehrerverbände, ADTV und BDT, an. Diese gliedern sich mit ihrer Dauer von 3 Jahren und einem theoretischen und praktischen Teil nahtlos in das deutsche Erfolgsmodell der dualen Ausbildung ein.

BDT

Der BDT bietet Tanzlehrerausbildungen mit unterschiedlichem Fokus an. Möglich ist die Ausbildung zum/r Gesellschaftstanzlehrer/in, Kindertanz-Fachlehrer/in, Hiphop-Fachtanzlehrer/in, Discofox-Fachtanzlehrer/in, und Latino-Fachtanzlehrer/in. Während die letzteren jeweils nur 1 Jahr lang gehen und voraussetzen, dass man bereits eine Grundausbildung als Tanzlehrer/in hat, ist die Ausbildung zur Lehrkraft für Gesellschaftstänze eine 3-jährige Basisausbildung, die man von Grund auf lernen kann.

Sie umfasst laut eigenen Angaben „eine grundlegende Schulung der tänzerischen und didaktischen Fähigkeiten, die zum Unterrichten von Tanz notwendig sind.“ Absolviert wird die Ausbildung an einer BDT-Ausbildungsschule und nach jedem Ausbildungsjahr gibt es eine Zwischenprüfung, die es zu bestehen gilt. Nach erfolgreichem Abschluss darf man sich „Tanzlehrer/Tanzlehrerin (BDT)“ nennen.

ADTV

Auch beim ADTV dauert die Grundausbildung zum/r Tanzlehrer/in 3 Jahre und es finden jährlich Zwischenprüfungen statt. Der praktische Teil erfolgt in einer der zahlreichen anerkannten ADTV-Ausbildungsschulen. Voraussetzung für die Ausbildung ist Volljährigkeit, ein allgemeinbildender Schulabschluss (in der Regel mindestens Mittlere Reife nötig) und Kenntnisse im Welttanzprogramm (WTP).

Zusätzlich zur Grundausbildung Gesellschaftstanz kann man auch hier weitere Spezialausbildungen anhängen: ADTV-Fachtanzlehrer für Boogie und Rock’n’Roll, Fachtanzlehrer für Discofox, Tanzspezialist für HipHop, Kindertanzlehrende, ADTV-Instructor für Rollstuhltanz, Tanzspezialist für Salsa und Latinotänze, ADTV-Fachtanzlehrer für Steptanz, ADTV-Fachtanzlehrer für Tango Argentino, ADTV-Dance4Fans/Videoclip Instructor, West Coast Swing.

Nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung ist man akkreditierte/r ADTV-Tanzlehrer/in.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es im Bereich Tanzpädagogik?

Abgesehen von einer klassischen Tanzlehrerausbildung bei den Berufsverbänden kann man auch eine Ausbildung und/oder ein Studium in Tanzpädagogik machen. Der Fokus kann dabei sowohl auf allgemeiner Didaktik für Sport- und Freizeittanz liegen (Beruf: klassische Tanzlehrerin) als auch auf dem gesundheitlichen Aspekt, also Bewegungs- und Tanztherapie (Beruf: Tanztherapeut).

Wie kann ich mich beim Tanzen spezialisieren? Für den Bereich Kindertanzen gibt es extra Weiterbildungen. | Quelle: Pixabay

Bachelor of Arts und Master of Arts in Tanzpädagogik und/oder Choreographie

An verschiedenen Hochschulen kann man das Fach Tanzpädagogik studieren. Auch wenn der genaue Fokus und die Studienprogramme variieren, geht es doch in der Regel darum, theoretische und praktische Grundkenntnisse in folgenden Bereichen zu vermitteln: Bewegung und Kommunikation, Theorie des Tanzens, Geschichte des Tanzens, Tanzmedizin, Tanztherapie.

Manche Hochschulen bieten zusätzlich Wahlfächer in Musik und Schauspiel an. Oder es ist genau andersherum: Man studiert Schauspiel & Tanz, wobei Tanzpädagogik dabei ein Modul bzw. die Spezialisierung ist. Die Möglichkeiten sind vielfältig und einer eigenen Schwerpunktsetzung wird in der Regel viel Raum geboten.

Übrigens: Es gibt im sozialen/gesundheitlichen Bereich auch duale Studiengänge mit Bezug zum Tanzen, z.B. „B.A. Bewegungspädagogik und Tanz in Sozialer Arbeit“ an der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam. Das hat den Vorteil, dass Du Gelerntes gleich anwenden kannst und während des Studiums schon Geld verdienst!

Unter anderem an folgenden Hochschulen kann man einen „regulären“ B.A. und/oder M.A in Tanzpädagogik (o.Ä.) machen: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, Folkwang Universität der Künste (Essen), Palucca Hochschule für Tanz (Dresden), Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Eher an schönen Choreos interessiert? Wenn man bereits einen einschlägigen Bachelor hat, kann man auch einen Master Choreorgraphie dranhängen! Dann ist man auf jeden Fall topqualifiziert, andere auszubilden und seine eigenen Projekte zu inszenieren.

Der Vorteil an einem Studium liegt auf der Hand: Man hat einen (auch international) anerkannten Hochschulabschluss: einen B.A. oder sogar M.A. Damit ist man auf jeden Fall offiziell qualifiziert und die Eignung wird einem in der Regel nicht so leicht abgesprochen. Nachteil: Wenn Dir das Akademische nicht so liegt, wird es Dir vermutlich nicht so gefallen, dass Seminararbeiten und eine Abschlussarbeit nötig sind, um einen Hochschulabschluss zu erhalten.

In diesem Fall ist eine Ausbildung zur Tanzpädagogin vielleicht eher Dein Ding …

Ausbildung in Tanzpädagogik

Man muss nicht unbedingt an eine Hochschule, um Tanzpädagoge/in zu werden. Verschiedene Einrichtungen und Institutionen bieten auch Ausbildungen an.

Hier ein paar Beispiele:

  • IEK: Ausbildung zum/zur „Tanztherapeut(in) und Bewegungstherapeut(in)“/ „Tanzpädagoge(-in) und Bewegungspädagoge(-in)“; Abschluss: Zertifikat des IEK
  • Tanzloft Berlin: Zertifizierte Ausbildung Tanzpädagogik; Abschluss: Zertifikat geprüfter Tanzpädagoge/geprüfte Tanzpädagogin
  • Akademie für Tanzpädagogik: Ausbildung zur Tanzpädagogin / zum Tanzpädagogen • AfT; Abschluss: Zertifikat der AfT

Insgesamt verhält es sich mit den Ausbildungen im Bereich Tanzpädagogik aber wie mit den Ausbildungen zur Tanzlehrkraft: Die Berufe und Bezeichnungen sind nicht geschützt und die Ausbildungsstandards somit nicht staatlich vorgegeben. Jeder Verband, jede Institution wendet eigene Kriterien an und stellt eigene Zertifikate aus.

Trotzdem verleiht es natürlich eine gewisse Autorität, wenn man einen „Schein“ in der Hand hat und nachvollziehbar ist, dass eine bestimmte Ausbildung und Prüfungen erfolgreich absolviert wurden.

Weiterbildungen, Spezialisierungen & Workshops

Abgesehen von den eben genannten Ausbildungen, die gezielt auf eine Bezeichnung im Bereich Tanzpädagogik hinführen, gibt es natürlich zahlreiche weitere Aus-, Weiterbildungsprogramme, Workshops und Seminare verschiedener Anbieter. Sei es unterschiedliche Formen der Tanztherapie, spezielle Weiterbildungen für bestimmte Zielgruppen (z.B. Kinder, Menschen mit Behinderung) oder Workshops zu bestimmten Tanzrichtungen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und Anbieter gibt es wie Sand am Meer …

Du hast Dir das Tanzen selbst beigebracht? Auch ohne Ausbildung kann man seine Leidenschaft mit anderen teilen. | Quelle: Pexels

Wie kann ich ohne Ausbildung und Zertifikate Tanzkurse geben?

Du möchtest Deine Leidenschaft an andere weitergeben, hast aber keine offizielle Ausbildung? Kein Problem, auch das ist möglich!

Wie bereits erwähnt, sind die Berufe „Tänzer/in“ und „Tanzlehrer/in“ nicht geschützt. Man kann sich also auch alles selbst beibringen (z.B. mithilfe von Online-Tutorials) und wenn man beim Vortanzen brilliert, ist es den Auftraggebern vielleicht egal, woher dieses Können kommt und ob es offiziell oder in Eigenregie und hier und da erworben wurde.

Insbesondere wenn Du selbständig arbeiten möchtest, kannst Du Deine Dienste im Bereich Tanzen ohne Weiteres anbieten. Wie oben bereits erwähnt, gibt es dabei einige Punkte, die eine Rolle spielen können, z.B. Deine Erfahrung. Hast Du vielleicht jahrelang selbst im Verein und auf Turnieren getanzt oder Privatworkshops bei bekannten Tanzgrößen gemacht? Je nach Tanz- und Unterrichtart zählt das sicherlich mehr als irgendein Zertifikat …

Hast Du Lust, es auszuprobieren? Dann erstelle jetzt Dein eigenes Profil bei Superprof, trag Deine Erfahrungen, Dein Angebot und Deinen Preis ein, und schon kann es losgehen mit der Schülersuche.

Viel Spaß und Hals- und Beinbruch!

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