Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

So organisierst Du Deinen ersten Tanzkurs!

Von Anna, veröffentlicht am 31/05/2019 Blog > Sport > Tanzen > Wie kannst Du deinen Tanzkurs als Lehrer organisieren?

„Der Zustand des Tanzens: eine Art Trunkenheit, die vom Langsamen ins Delirium führt, von einer Art des mystischen Loslassens zu einer Art Heftigkeit.“ – Paul Valéry

Tanzen ist kein Beruf, sondern eine Berufung, eine Leidenschaft, die nicht wenige unserer Landsleute beflügelt. Einige professionelle Tänzerinnen und Tänzer träumen davon, ihre Fähigkeiten an andere weiterzugeben: Sie wollen Tanzen unterrichten. Doch selbst die begabtesten und erfahrensten Choreographen haben vielleicht etwas Bammel vor ihrer ersten Tanzstunde als lehrende Person. Denn es ist gar nicht so einfach, einen Tanzkurs gut zu planen und strukturiert durchzuführen.

Hier unser Mini-Guide mit einigen Tipps, wie Du Deinen privaten Tanzkurs organisieren kannst, sodass er ein voller Erfolg wird!

Den Tanzkurs nach Deinen Vorlieben und Fähigkeiten gestalten

Den richtigen Tanzstil wählen

Wenn Du vom Tanzkursgeben langfristig leben können willst, ist es vor allem wichtig, dass es Dir selbst auch Spaß macht!

Bist auch Du tanzbegeistert? Teile Deine Leidenschaft! | Quelle: Pixabay

 

Wichtig ist, dass Du nicht etwas gegen Deine Intuition machst, nur weil Du denkst, das wird erwartet, oder das bringt die meisten Schüler. Trotzdem ist es natürlich so, dass Du überprüfen musst, ob es für Deine spezielle Tanzrichtung einen Markt gibt. Standardtanzen (Gesellschaftstänze), Lateinamerikanische Tänze, Jazz und Modern Dance sowie HipHop-Tanzen sind in Deutschland besonders beliebt. Auch ein Tanzkurs für Anfänger kommt immer gut (denn damit greifst Du auch gleich die verlobten Paare ab, die sich auf den Hochzeitstanz vorbereiten wollen).

Doch wenn Dir diese Richtungen nicht so sehr liegen und Du dabei keinen Spaß hättest, bringt es nichts, sich in eine Form pressen zu lassen! Du kannst durchaus auch aus der Masse ausscheren und Dich in einer Nische einrichten …

Abgesehen von der Erfahrung und dem Können in einer bestimmten Tanzrichtung spielt auch die Originalität, also das besondere Etwas eines Tanzkurses eine Rolle, wenn man auf dem Markt erfolgreich sein will. Und während manche Tanzlehrer sich in verschiedenen Bereichen wohlfühlen und sich den Anliegen ihrer Schüler anpassen können, konzentrieren sich andere lieber auf die eine Tanzart, die ihnen am besten liegt und am meisten Spaß macht. Beides hat seine Vor- und Nachteile …

Doch es ist nie gut, seinen Schülerinnen etwas vorzuspielen, Du solltest schon mit ganzem Herzen dabei sein – denn das markt man auch!

Welche Art von Tanzkurs willst Du also anbieten?

  • Tanzkurs Stepptanzen
  • Tanzkurs/Sportkurs (Zumba, Latinfitness, Capoeira)
  • Tanzkurs Argentinischer Tango
  • Tanzkurs Salsa
  • Tanzkurs Hip-Hop
  • Tanzkurs Cha, Cha, Cha
  • Tanzkurs Bachata
  • Tanzkurs Hochzeitstanz
  • Tanzkurs Orientalischer Bauchtanz
  • Tanzkurs Flamenco
  • Tanzkurs Swing
  • Tanzkurs Rock ‚n‘ Roll
  • Tanzkurs Jazz Dance
  • Tanzkurs Ballett
  • Tanzkurs Discofox
  • Tanzkurs Gesellschaftstänze
  • usw.

Wichtig ist dabei, dass Du die Marktsituation kennst. Bietest Du einen Tanz an, für den es viele Lehrer*innen gibt, aber auch die Nachfrage groß ist? Dann ist das super. Oder Du hast ein Nischenangebeot, also wenig Konkurrenz? Auch das ist top. Schwierig wird es nur, wenn es für Deinen Tanzkurs gar keine Nachfrage gibt …

Insgesamt gilt aber: Mach aus Deinem Talent und Deinem persönlichen Tanzstil etwas Besonderes, sodass Du die Leidenschaft an andere weitergeben kannst!

Das Niveau des Tanzkurses festlegen

Wenn man privaten Tanzunterricht gibt, geht es darum, eine hochwertige Dienstleistung anzubieten, für die man entsprechend qualifiziert ist.

Gerade am Anfang, wenn man verzweifelt auf der Suche nach Kundschaft ist, kann es passieren, dass man Kurse auf einem Niveau anbietet, für das man eigentlich nicht ausreichend qualifiziert ist. Man traut sich einfach nicht, Nein zu sagen. Ein großer Fehler! Denn wenn der Schüler/die Schülerin selbst schon ein gewisses Niveau hat, fliegt schnell auf, wenn Du bluffst. Das kann auch über diesen Kunden hinaus negative Folgen haben, z.B. wenn Du deswegen schlechte Bewertungen erhältst.

Deswegen ist es wichtig, genau das Niveau zu finden, bis zu dem hin man Kurse geben kann. Wenn Du Dir Deiner Sache sicher bist, fühlst Du Dich wohler und das strahlt auch auf Deine Schülerinnen und Schüler ab.

Hast Du eine Nische für Dich gefunden? Kannst Du eine besondere Tanzform anbieten? | Quelle: Visualhunt

Pass aber auch auf, dass wenn Du schon ein recht hohes Niveau hast, Du Deine Lernenden nicht überforderst, wenn es sich um einen Tanzkurs für Anfänger handelt! Denn auch das ist eine Kunst: Die richtige Geschwindigkeit für einen Anfängertanzkurs finden, obwohl man selbst viel besser ist.

Wenn Du bei der tänzerischen Früherziehung oder einem Zumba-Kurs für Anfänger z.B. gleich mit Deiner super ausgefeilten Choreo ankommst, ist diese vielleicht noch zu schwierig und die Kinder oder erwachsenen Schülerinnen schnell frustriert. Geduld ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg!

Und welcher Typ Tanzlehrkraft bist Du?

  • Der Autodidakt: Du hast Dir das Tanzen selbst beigebracht oder verschiedene Kurse gemacht, aber keine professionelle Ausbildung?
  • Die Studentin: Du studierst Schauspiel, Tanzen, Tanzpädagogik oder Choreographie und willst Dir nebenbei etwas mit Tanzunterricht dazu verdienen ?
  • Der ausgebildete Tanzlehrer: Du hast eine Ausbildung zur Tanzlehrerin durchlaufen (ADTV oder BDT) oder Tanzpädagogik (o.Ä.) studiert?

Je nachdem, was Dein Niveau ist, bist Du vielleicht auch mehr oder weniger qualifiziert, auf bestimmten Stufen zu unterrichten. Bist Du selbst noch Student? Dann ist ein Anfängerkurs Tanzen vielleicht gut für den Einstieg. Hast Du einen Master in Choreographie und viel Erfahrung? Dann kannst Du auch hochqualifizierte Privat-Workshops für professionelle Tänzerinnen und Tänzer geben.

Die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten Deines Privatunterrichts erkennen

Wenn Du zu Hause Tanzunterricht geben willst, ist es klar, dass Du nicht das gleiche Niveau wie in einer Tanzschule mit professionellem Raum (Boden, Spiegel usw.) erreichen kannst.

Deshalb ist es wichtig, dass Du von Anfang ehrlich zu Dir und Deinen Kunden bist und ihr euch darüber im Klaren seid, was ihr zusammen erreichen könnt und was eher nicht geht. Das strahlt auch Glaubwürdigkeit und Professionalität aus!

Wenn Du z.B. bei Dir oder dem Schüler zu Hause im Keller oder der Garage Tanzkurse geben willst, kommen Gruppen nicht wirklich infrage. Wenn ein Paar zum Tanzen Platz hat, ist das schon gut.

Und wie sieht es mit der Zielgruppe aus? Du hast noch nie mit Kindern gearbeitet und weißt nicht, worauf man bei der tänzerischen Früherziehung achten muss? Dann biete lieber keine Kurse für Kinder an oder alle Beteiligten werden schon bald enttäuscht werden.

Wenn Du also Deine Kleinanzeige (auf ebay Kleinanzeigen, Quoka oder Superprof) entwirfst, rede von Anfang an Klartext. So ersparst Du Dir auch unpassende Anfragen, deren Beantwortung Dich nur wertvolle Zeit kostet (die man als Freiberufler in der Regel nicht wirklich hat …).

Die Herausforderungen für frischgebackene Tanzlehrer*innen

Im Vorfeld selbst viel Tanzen üben

Die beste Vorbereitung für Deinen Tanzkurs ist natürlich, selbst viel zu üben und zu trainieren, sodass Du die verschiedenen Bewegungen und Figuren perfekt vormachen kannst.

Doch wahrscheinlich müssen wir das Dir als Tanzbgeisterte/r nicht sagen. Sicherlich nutzt Du sowieso schon jede Gelegenheit, die Hüften zu schwingen – sei es an der Uni, im Verein, bei Dir zu Hause, auf einem Flashmob oder abends in einem Club, oder?

Sobald Du weißt, wie Deine erste Tanzlektion aussehen soll, hilft es auch, sich die Abfolge immer wieder vor Augen zu führen. So übst Du innerlich Deine erste Stunde und wenn es dann so weit ist, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Welche Art von Tanzkurs willst Du geben? Wäre ein Kindertanzkurs etwas für Dich? | Quelle: Pexels

Eine gute Idee ist auch, Kolleginnen und Kollegen oder Freunde und Verwandte zu fragen bzw. die erste Stunde mit ihnen durchzugehen. Denn denk dran: Feedback ist ein Geschenk! Und in der Regel fallen Außenstehenden Dinge auf, an die Du selbst vielleicht nicht unbedingt gedacht hättest …

Und natürlich müssen wir Dich als Tanzprofi nicht daran erinnern, wie wichtig das Aufwärmen vor dem Tanzunterricht ist. Denn auch, wenn sich hauptsächlich Deine Schülerinnen bewegen, willst Du Dir ja trotzdem nicht gleich etwas zerren, solltest Du eine Übung oder einen Teil der Choreo vormachen.

Und schließlich wird auch wärmsten empfohlen, sich die Musik auf die man die Tanzlektion abhalten will, vorher mehrere Male anzuhören. So geht Dir der Rhythmus in Fleisch und Blut über und Du kannst Dir die Abfolge noch besser merken. A propos Musik: Tanzschüler fragen oft nach geeigneten Stücken, um selbst zu Hause zu üben. Deswegen ist es immer gut, wenn man ein paar Klassiker pro Tanzstil aus dem Ärmel schütteln kann!

Bist Du bereit? Dann Ausgangsposition einnehmen und Musik ab!

Welche didaktischen Dinge es zu beachten gilt

Diejenigen unter euch, die eine Ausbildung zum/zur Tanzlehrer/in absolviert haben oder im Bereich Tanzpädagogik qualifiziert sind, werden es bestätigen können: Beim Tanzunterrichtgeben sind die didaktischen Fähigkeiten mindestens genauso wichtig wie die tänzerischen Skills.

Denn wenn Du nicht weißt, was Deine Schüler falsch machen bzw. wie sie sich verbessern können, werdet ihr schnell in einer Sackgasse landen. Ein guter Tipp hier, eine Eselsbrücke da – das ist für Tanzschüler Gold wert! Und diese Dinge gilt es eben zu erlernen und richtig anzuwenden, wenn man eine gute Tanzlehrerin sein möchte.

Um didaktisch auf der Höhe zu sein, braucht man als Tanzlehrer Kompetenzen auf folgenden Gebieten:

  • Tanzpädagogik
  • Geschichte des Tanzens
  • Die verschiedenen Musikrichtungen
  • Verschiedene pädagogische Ansätze
  • Anatomie und Körperkunde
  • Bewegung und Ausdruck
  • Choreographie
  • uvm.

Am besten lernst Du all diese Aspekte natürlich, wenn Du eine professionelle Ausbildung zum/zur Tanzlehrer/in machst oder sogar ein Studienfach mit Bezug zu Tanz bzw. Tanzpädagogik studierst. Mehr Infos zu den verschiedenen Möglichkeiten findest Du hier.

Eine enge Betreuung Deines Tanzschülers

Es gibt gute Gründe, warum Tänzerinnen und Tänzer gerne Privatstunden bei Tanzprofis nehmen: die individuelle und maßgeschneiderte Betreuung und persönliche Bindung zum Tanz-Coach!

Ob Flamenco, Standardtanz, Lateinamerikanische Tänze oder Ballett: Privatunterricht bedeutet auch immer ein Vertrauensverhältnis, intensiven Unterricht und einen schnellen Fortschritt. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Schülerinnen und Schüler genau beobachtest, ihre Stärken und Schwächen analysierst und die Lektionen entsprechend anpasst.

Dafür ist es natürlich nötig, dass ihr regelmäßig gemeinsam übt – sei es in einem wöchentlich stattfindenden Kurs oder einem Intensivworkshop, bei dem ihr sogar täglich zusammenarbeitet.

Außerdem kann man durchaus auch bei einem Tanzkurs Hausaufgaben geben! Kleine Übungen und Tanzsequenzen, die die Schülerin bis zum nächsten Mal wiederholen soll, können wahre Wunder bewirken …

Der Ablauf Deiner ersten Tanzlektion

Die Erwartungen Deiner Schüler*innen abstecken

Auf Superprof bietet die absolute Mehrheit der Lehrkräfte eine erste Stunde gratis an, sodass Schüler*innen erstmal reinschnuppern können.

Diese Einführungsstunde ist perfekt dazu geeignet, herauszufinden, ob ihr zueinander passt und was genau die Erwartungen und Ziele auf Schüler-, aber auch auf Lehrerseite sind. Worauf wollt ihr gemeinsam hinarbeiten?

Die Zielsetzungen von Interessenten an einem Tanzkurs können ganz unterschiedlich sein:

  • Vom Tanzkurs-Anfänger zur fortgeschrittenen Tänzerin oder sogar Tanzprofi
  • Vorbereitung auf einen Tanzball oder die Hochzeit
  • Eine Choreo vorbereiten (für eine Aufführung, JGA usw.)
  • Einen Flashmob organisieren
  • Für einen Tanzwettbewerb trainieren
  • Sich auf ein Vortanzen/Aufnahmeprüfung vorbereiten
  • uvm.

Bei der ersten Tanzlektion wird also vielleicht gar nicht so viel getanzt, sondern erstmal ein Grundverhältnis aufgebaut und Ziele abgesteckt. Aber natürlich wäre es schön, wenn noch ein bisschen Zeit für Tanzübungen wäre, denn die Schülerin soll ja auch sehen, wie Dein Unterrichtsstil ist.

Ort, Material und Musik

Einen geeigneten Ort für privaten Tanzunterricht zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Denn im Gegensatz zu Mathenachhilfe reicht dafür kein Schreibtisch mit zwei Stühlen …

Manche Tanzlehrer haben einen eigenen Sport- bzw. Tanzraum bei sich zu Hause. Doch oft ist dies nicht der Fall und dann muss man vielleicht überlegen, ob man etwas Geeignetes mietet. Wenn dies der Fall ist, hat das natürlich einen Einfluss auf den Preis der Tanzstunde. Außer natürlich Du hast eine Möglichkeit, irgendwo umsonst einen Raum zu nutzen (z.B. über Deinen Tanzverein). Auch Turnhallen und Sportzentren können geeignet sein, frag doch einfach mal bei der Stadt nach, vielleicht gibt es ja noch einen kleinen Slot für Dich im Belegungsplan …

Sobald Du einen geeigneten Ort gefunden hast, kann es eigentlich auch schon losgehen! Wobei, Moment: Was ist mit der Musik und der passenden Ausrüstung? Auch das kannst Du in der ersten Stunde abklären. Gibt es bestimmte Künstler oder eine bestimmte Musikrichtung, die Dein Schüler bevorzugt? Und hat er/sie die nötige Ausrüstung (Schuhe, Kleidung usw.)? Als Profi kannst Du dabei eine gute Hilfestellung geben!

Bist Du bereit? Dann bereite jetzt Deine erste Tanzlektion vor und los geht’s!

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...
avatar