Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

Kinderyoga – die ideale Freizeitbeschäftigung für überforderte Kinder

Von Melanie, veröffentlicht am 10/08/2018 Blog > Sport > Yoga > Yoga für Kinder: Übungen & Tipps für Eltern

Yoga wird immer populärer, das ist allseits bekannt. In den meisten Städten gibt es zahlreiche Kursangebote für Yoga.

In unserem hektischen Zeitalter haben viele Menschen erkannt, wie wohltuend und gesundheitsfördernd die regelmäßige Praxis von Yoga sein kann.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben zudem die therapeutische Wirkung von Yoga belegt: Mithilfe dieser uralten aus Indien stammenden Lehre können sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden geheilt bzw. gelindert werden:

Reduktion von Muskel-, Gelenkschmerzen vor allem im Bereich Rücken und Nacken, Bekämpfen von Hypertonie, Adipositas und Hyperlipidämie, Depressionen, Schlafstörungen, Essstörungen usw. – die Liste ist unendlich lang!

Und jetzt gibt es einen neuen Trend: Yoga für Kinder.

Da könnte man zunächst meinen, dass dies wieder so ein Eso-Ding für übermotivierte Mütter ist, oder?

Ganz und gar nicht. Neue Studien zeigen, dass auch unsere Kleinsten von dieser Praxis profitieren.

Neben der Verbesserung der muskulären Leistungskraft baut Yoga bei Kindern nachweisbar Spannungen ab, verbessert die Koordinationsfähigkeit sowie die Konzentration.

Wir sind diesem Phänomen nachgegangen und möchten Dir im Folgenden vorstellen, welche positiven Auswirkungen Yoga auf unseren Nachwuchs hat, ab welchem Alter Yoga für Kinder Sinn macht und wie sich Yoga für Kinder von normalem Yoga unterscheidet.

Die Vorteile von Kinderyoga

Wenn Du selbst Kinder hast, hast Du bestimmt selbst schon festgestellt, dass das Computerzeitalter auch den Alltag unserer Kinder bestimmt.

Schon die Kleinsten spielen mit Mamas Smartphone und viele Kinder bzw. Jugendliche verbringen ihre Freizeit mit Videospielen am Computer oder pflegen ihre Social Media Accounts.

Das führt zu Bewegungsmangel und Haltungsproblemen.

Ein typisches Bild des Computerzeitalters! | Quelle: Pixabay

Dazu kommt der Leistungsdruck in der Schule bzw. zahlreiche außerschulische Aktivitäten, die übermotivierte Eltern ihren Kids aufhalsen.

Von Geburt an werden die Kleinen quasi schon überfordert: Sie müssen gute schulische Leistungen bringen, erfolgreich Sport treiben, ein Instrument lernen, eine oder am besten zwei Fremdsprachen beherrschen usw.

Der Terminkalender unserer Kinder ist oft vollgepackter als der eines Topmanagers!

Immer mehr Kinder sind daher schon gestresst und entwickeln sogar Depressionen.

Und leider verlieren unsere Kinder die Fähigkeit, sich selbst zu erfahren, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, einfach zu spielen.

Ein weiteres Phänomen unserer Gesellschaft sind Kinder mit ADHS etc., Kinder, die nicht mehr zur Ruhe kommen, Konzentrationsprobleme haben oder sogar aggressives Verhalten zeigen.

Yoga für Kinder bietet hier einen hervorragenden Ausgleich.

Die spielerisch gestalteten Übungen des Kinderyogas verhelfen den Kindern zu einem stabilen körperlichen und psychischen Gleichgewicht.

Es verbessert die Motorik, das Körpergefühl und die Körperwahrnehmung. Die Muskulatur wird gedehnt und gestärkt, die Kinder werden kräftiger und flexibler.

Die Yoga Übungen verhelfen zu einem geraden Rücken, die Koordination, Kraft und Ausdauer werden verbessert.

Yoga Übungen können auch übergewichtigen Kindern und Jugendlichen beim Abnehmen unterstützen.

Und das Gute: Beim Yoga gibt es keinen Wettbewerb, also auch keinen Leistungsdruck.

Mit Yoga können unsere gestressten Kinder zur Ruhe kommen! | Quelle: Visualhunt

Durch die Atem- und Entspannungsübungen lernen die Kinder, zu relaxen, und Stress abzubauen. Gleichzeitig nehmen die Lernfähigkeit und Konzentration zu.

Außerdem tragen die Übungen dazu bei, dass das soziale Miteinander besser funktioniert.

Für welche Kinder ist Yoga geeignet und ab wann kann mein Kind Yoga praktizieren?

Grundsätzlich gilt: Jedes Kind kann Yoga üben.

Du hast einen richtigen Zappelphilipp zu Hause, der nicht stillsitzen kann? Oder schlimmer, Dein Kind hat ADHS?

Dann kann Yoga Deinem Kind helfen, zur Ruhe zu kommen, zu entspannen.

Viele Kinderpsychologen und Ärzte empfehlen diese Mischung aus Körper- und Entspannungsübungen ausdrücklich.

Yoga könne helfen, die schnell schwankende Aufmerksamkeit bei ADHS-Kindern zu verbessern, das belegt eine Studie der Kinder- und Jugendtherapeutin Nicole Goldstein.

Ist Dein Kind im Gegenzug eher ruhig und schüchtern, können etwas aktivierendere Übungen Deinem Kind helfen, selbstbewusster zu werden.

In welchem Alter ist Yoga für Kinder sinnvoll?

Es gibt auch keine Altersbeschränkungen beim Kinderyoga: Viele Mütter nehmen nach der Geburt ihre Babys bereits zum Mutter-Kind-Yoga mit. Die innere Ruhe der Mutter wird dann schon auf das Baby übertragen.

Viele Kleinkinder imitieren die Übungen und machen sie ganz natürlich nach.

Doch richtig sinnvoll ist Kinderyoga erst ab vier oder fünf Jahren. Davor ist die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder zu kurz, bis 4 Jahren ist lediglich eine rein spielerische Herangehensweise möglich.

Mit 5/6 Jahren ist ein Wechsel zwischen Yoga-Übungen, Geschichten und Spielen gut geeignet. Grundschulkinder können dann schon einer „richtigen“ Yogastunde folgen.

Meditation oder tiefenwirkende Atemübungen sind eher etwas für Kinder ab zehn Jahren.

Psychologen sind der Meinung, dass das Gehirn vorher nicht ausreichend entwickelt ist und die Kinder nicht in der Lage sind, bewusst zu meditieren.

Die Unterschiede zwischen Kinderyoga und Erwachsenenyoga

Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen beim Yoga mit Kind:

  • Die spielerische Methode, die mit anderen Elementen verbunden werden kann (Klangschalen, Musik, erzählen, Austoben lassen, Trommeln, Massage, Tanzen, Bewegungsspiele etc.). Diese Art, Kinderyoga zu unterrichten, ist insbesondere für Kleinkinder geeignet.
  • Reines Hatha Yoga: Die klassischen Yoga Übungen werden in diesem Fall an die Bedürfnisse von Kindern angepasst, so dass Kinder richtig Spaß dabei haben.

Damit eine klassische Hatha-Yoga-Stunde kindgerecht wird, müssen einige Besonderheiten berücksichtig werden.

Die Anfangsentspannung ist in der Regel kürzer. | Quelle: Pixabay

Eine „normale“ Yogastunde besteht in der Regel aus Asanas (Yogastellungen), Atemübungen, Tiefenentspannung, eventuell Meditation.

  • Bei Kinderyoga ist die Anfangsentspannung typischerweise etwas kürzer
  • Es werden weniger Atemübungen ausgeführt
  • Sonnengruß und Aufwärmübungen dagegen sind wichtiger
  • Bei den Asanas, den Yoga Stellungen, verlangen Kinder nach mehr Abwechslung, Kinder können die Asanas nicht so lange halten, sie müssen daher variiert werden
  • Die Tiefenentspannung ist auch kürzer. Kinder können nämlich die Augen nicht so lange geschlossen halten. Oft ist es gut, die Tiefenentspannung mit einer Phantasiereise anzureichern
  • Meditation mit Kindern ist typischerweise auch recht kurz oder wird weggelassen
  • Kinder sind jedoch flexibler und beweglicher als Erwachsene, bestimmte Übungen fallen ihnen leichter und sie machen schneller Fortschritte

Auch im Unterrichtsstil unterscheidet sich eine Kinderyogastunde von einer „normalen“ Stunde:

  • Der Yogalehrer, die Yogalehrerin, muss noch präsenter sein
  • Die Ansagen müssen sehr klar sein
  • Man kann kein „festes Programm abspulen“: ein spontanes Eingehen auf die Kinder ist besonders erforderlich

Bei Yoga für Erwachsene werden die Haltungen genau erklärt. Kinder lieben es allerdings, den Trainer nachzuahmen, und machen die Übungen am liebsten sofort selbst.

Macht ein Erwachsener den herabschauenden Hund, erklärt der Lehrer vorab genau die Fuß- und Handposition. Kleinkinder springen dagegen direkt in den Hund und bellen laut!

Hilfreich ist natürlich, dass viele Yogastellungen sehr anschauliche Namen haben, die Kinder ansprechen: Kobra, Katze, Hund usw. Man kann auf die Tiere und deren Eigenschaften eingehen, Geschichten und Spiele dazu erfinden.

Kindern sollte auch die Wirkung der Asanas erklärt werden.

Allerdings sollte man auf zu komplizierte Fachbegriffe verzichten, sondern eher den konkreten Nutzen für die Kinder herausstellen: Zum Beispiel, wenn Du diese Übung machst, kannst Du besser schlafen etc.

Mit größeren Kindern kann es auch schon etwas anspruchsvoller zugehen.

Ältere Kinder bzw. Jugendliche verlieren den Spaß am Yoga, wenn sie sich langweilen, weil die Übungen zu einfach oder zu kindisch sind.

Schließlich sind sie es auch gewöhnt, dass man sportliche Leistungsfähigkeit von ihnen verlangt. Also ein wenig Leistungsdenken schadet nicht.

Wie sieht eine typische Kinder Yoga Stunde aus?

Wie gesagt, kann für die Stunde ein Thema gewählt werden bzw. die Übungen können in eine Geschichte eingebettet werden (zum Beispiel: Reise nach Indien, Indianeryoga usw.).

Das ist insbesondere für kleinere Kinder geeignet. Diese Herangehensweise ist natürlich kein Muss, es kann auch einfach klassisches Yoga unterrichtet werden.

Die Nachfrage nach Yogakursen für Kinder wird immer größer. | Quelle: Visualhunt

Unabhängig davon, sieht eine typische Kinderyogastunde beispielsweise folgendermaßen aus:

Die Stunde dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten und besteht aus folgenden Teilen:

Anfangsentspannung: Es geht darum, alle Körperteile loszulassen und zu entspannen, tiefe Bauchatmung wird gelernt.

Atemübungen: Kindern wird vor allem Schnell- und Wechselatmung beigebracht. Das hilft bei Konzentrationsschwierigkeiten und bringt neue Energie.

Sonnengruß: Bei Kindern ist der Sonnengruß besonders beliebt. Der Sonnengruß ist eine Bewegungsabfolge im Yoga, die insgesamt aus 12 Bewegungen besteht. Diese Übungen werden nacheinander ausgeführt und kommen ganz besonders gut dem Bewegungsdrang von Kindern entgegen.

Der Sonnengruß kann von einem Gedicht oder einem Lied begleitet werden.

Hier ein Beispiel von Lena Raubaum!

Der Sonnengruß – von Lena Raubaum (mit Bewegungen)

 (Hände falten)

Guten Morgen, liebe Sonne, ich möchte dich begrüßen.
Guten Morgen, liebe Sonne, diesen Tag werd’ ich genießen.
Liebe Hände, seid ihr munter? Erst will ich mich richtig strecken, (Arme heben)
und dann beug ich mich hinunter, (Oberkörper nach vorne beugen)
um die Füße aufzuwecken. (Hände neben die Füße)
Guten Morgen, rechtes Bein,  dich zu sehen, das ist nett. (rechtes Bein nach hinten stellen)
Zu dir stell‘ ich das linke Bein, (beide Beine nach hinten stellen)
dann seh‘ ich aus wie ein Brett!
Knie, Beine, Bauch und meine Stirn begrüße ich,
dazu meinen lieben Bauch. (Knie abstellen, dann auf den Bauch legen)
Meinen Kopf, den hebe ich und meinen Brustkorb auch. (Brustkorb und Kopf heben)
Wem schicke ich noch einen Gruß?
dem Hintern, ab jetzt in die Höh‘! (Popo nach oben strecken -> nach unten schauender Hund!)
Zwischen die Hände den rechten Fuß. (rechten Fuß nach vorne zwischen die Hände stellen)
Hallo Knie, schön, dass ich dich seh‘!
Den linken Fuß dazugestellt, (Beide Füße zwischen die Hände stellen)
den Rücken mach ich rund. (Oberkörper beugen)
Guten Morgen, liebe Welt, (Arme nach oben)
ich bin munter und gesund. (Hände wieder vor dem Brustkorb falten)
Copyright Lena Raubaum

Nach dem Sonnengruß folgen die Asanas (Yogastellungen).

Dazu gehören insbesondere Kopfstand, Schulterstand, Pflug, Fisch, Vorwärtsbeuge, Kobra, Heuschrecke, Bogen, Drehsitz, Krähe, stehende Vorwärtsbeuge, Dreieck, Hund, Katz.

Je nach Alter müssen manche Asanas (z.B. Kopfstand) ersetzt werden (z.B. Hund).

Die klingenden Namen der Asanas „Sonnengruß“, „Katze“, „Hund“, „Drache“, „Baum“, „Berg“ oder „Löwe“ appellieren an die Nachahmungsliebe der Kinder.

Durch die Begriffe haben sie eine Vorstellung und können die Körperstellung dann leichter nachempfinden. Und für die Yogalehre ist es leichter, eine Geschichte dazu zu erfinden.

Die klingenden Namen der Asanas sind für Kinder gut geeinget. | Quelle: Visualhunt

Durch die Asanas werden Motorik und die eigene Körperwahrnehmung geschult, außerdem werden Konzentration und Lernverhalten gefördert.

Zum Schluss kommt die Tiefenentspannung – das kann die klassische Yoga Tiefenentspannung sein oder auch Autogenes Training, sie kann auch durch eine Phantasiereise ersetzt werden.

Eine Meditation ist für kleine Kinder noch nicht geeignet und sollte durch eine Konzentrationsübung ausgetauscht werden.

Gibt es eine Verletzungsgefahr?

Das Verletzungsrisiko beim Kinderyoga ist sehr gering. Anders als bei anderen Sportarten wird im Yoga nur mit dem eigenen Körper gearbeitet.

Außerdem haben die meisten Kinder ein gesundes Körpergefühl – sie spüren instinktiv, wie weit ihnen eine Haltung gut tut oder nicht.

*

Fazit: Einfach mal loslassen und entspannen.

Dies wird auch für unsere Kleinsten, die leider schon einen viel zu stressigen Lebensalltag bewältigen müssen, immer wichtiger.

Yoga ist daher die ideale Freizeitbeschäftigung für sie!

Wenn Du abends gestresst von der Arbeit heimkommst und Dich ein schreiendes Kind erwartet, das einfach nicht ins Bett gehen möchte, dann solltest Du am besten gleich Kinderyoga ausprobieren!!

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar