Viele Menschen sind bereits mit den Vorteilen von Yogaposen und Meditation vertraut. Yoga stammt ursprünglich aus Indien, ist aber mittlerweile sowohl im Osten als auch im Westen beliebt. Es handelt sich um einen Weg, der sowohl auf Körper und Geist wirkt: Du kannst Stress reduzieren, während du deine Muskeln kräftigst.

Ein Sonnengruß ist darüber hinaus keinesfalls nur eine Sporteinheit. Yoga zu praktizieren bringt auch therapeutische Effekte mit sich. Yogatherapie bezeichnet eine Disziplin, die Yoga nutzt, um auf mentaler und physischer Ebene Heilung von Erkrankungen zu finden.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns genauer mit der Yogatherapie: Was ist Yogatherapie, wie funktioniert sie und woher stammt sie. Du wirst sehen, wie wertvoll therapeutisches Yoga ist und wie spannend auch die Geschichte der Yogatherapie ist.

Was ist Yogatherapie?

Yogatherapie basiert – wenig überraschend – auf Yoga. Mithilfe von Techniken wie Yogaposen, Atemübungen bzw. Pranayama und Sophrologie heilst du deinen Körper und Geist.

Diese Therapieform wird genutzt, um dein allgemeines Wohlbefinden zu verbessern und um bei körperlichen und mentalen Gesundheitsproblemen zu helfen. Sie wird auch folgendermaßen beschrieben:

„Yogatherapie ist der spezifische Gebrauch von Yogatechniken, um gewissen physischen und mentalen Beschwerden vorzubeugen und sie zu behandeln.“

Yogatherapie wird bei vielen unterschiedlichen Krankheiten angewandt. Yoga und Achtsamkeit können verwendet werden, um wieder in ein körperliches und geistiges Gleichgewicht zu gelangen, um gewisse Körperregionen zu kräftigen und um Entspannung zu finden – alles, ohne medizinische Eingriffe.

Es wurde in der Vergangenheit nachgewiesen, dass die Verbindung von Yoga und Therapie positive Effekte auf Patienten hat, insbesondere auf ihr emotionales und psychologisches Wohlbefinden.

Mit Yogatherapie werden seit 1970 Krankheiten behandelt
Therapeutisches Yoga behandelt Krankheiten mit einem ganzheitlichen Ansatz | Quelle: Unsplash

Yogatherapie Stunden können sowohl privat als auch in der Gruppe stattfinden. Gruppenangebote sind für viele ein guter Weg, um die Yogatherapie mit einem Yogalehrer zu beginnen. Selbstverständlich kann diese Therapieform moderne medizinische Behandlungsmethoden nicht vollständig ersetzen. Vielmehr wird Yogatherapie als Ergänzung und Unterstützung verwendet. Der Fokus liegt dabei oft auf der Entspannung und dem Umgang mit Schmerzen.

Eine kurze Geschichte der Yogatherapie

Der Begriff Yogatherapie wurde im Jahr 1970 von Doktor Bernard Auriol etabliert. Der französische Psychiater und Psychotherapeut, der sich auf verschiedene Bewusstseinsstadien spezialisiert hatte, hatte die Idee, klassische Psychoanalyse aus dem Westen mit östlichen Methoden wie Yoga zu kombinieren.

Er war einer derjenigen, die sich dafür einsetzten, dass Yoga in Frankreich gelehrt wurde. Die Hauptlehre der Yogatherapie basiert auf den Prinzipien von Hatha Yoga. Das bedeutet aber nicht, dass in der Yogatherapie nicht auch andere Yogastile miteinfließen können. Obwohl er auch viel Gegenwind bekam, hat Doktor Auriol gezeigt, dass Menschen in psychiatrischen Einrichtungen von Yogatherapie profitieren können.

Die Geschichte der Yogatherapie begann 1970 in Frankreich
Therapeutisches Yoga wurde in den 1970er Jahren vom französischen Arzt und Psychotherapeut Bernard Auriol entwickelt | Quelle: Unsplash

Nachdem er einen Weg vorgestellt hat, wie die neue Therapieform in der Patientenbehandlung eingesetzt werden kann, hat sich Doktor Auriol aufgemacht, um die Lehre der Yogatherapie in Frankreich zu verbreiten. Infolgedessen wurden zwei Yogatherapie Einrichtungen im Land gegründet:

  • Das Institut der Yogatherapie (IDYT) wurde 1993 von Doktor Lionel Coudron gegründet und erlaubt Pflegekräften und Therapeuten, eine zweijährige Ausbildung zu absolvieren.
  • Die Französische Föderation der Yogatherapie (FFYT) wurde 2014 gegründet und bietet angehenden Yogatherapeuten eine Ausbildung an.

Yogatherapie war damit also in Frankreich geboren und ist mittlerweile auf der ganzen Welt für die enormen Vorteile, die sie auf Körper und Geist haben kann, bekannt.

Die Prinzipien der Yogatherapie

Die meisten Yogatherapie Übungen sind eher simpel gehalten. Das Ziel liegt nicht daran, das Maximum an Anstrengung herauszuholen, aber vielmehr einfache, langsame und bewusste Bewegungen durchzuführen. Yogatherapie soll für jeden zugänglich sein, insbesondere zu denen mit mentalen oder körperlichen Erkrankungen.

Yogatherapie basiert auf etwa 50 fundamentalen Yogaübungen, die vom Yogatherapeuten an den jeweiligen Patienten angepasst werden. Es gibt sieben verschiedene Typen an Übungen: physische, entspannende, meditative, respiratorische und philosophische. Diese stammen aus verschiedenen Yogaarten bzw. Philosophien: Yoga Nidra, Vinyasa Yoga, Iyengar Yoga, Ashtanga Yoga und Ayurveda.

Yogatherapie arbeitet mit Asanas, Pranayama, Meditation und Entspannungsübungen
Yogatherapie beinhaltet verschiedene Achtsamkeitsübungen, Asanas, Atemübungen und Meditation | Quelle: Unsplash

Körperliche Haltungen im Yoga werden Asanas genannt. Aus Asanas bestehen die meisten Übungen, die Patienten in der Yogatherapie machen werden. Außerdem gibt es Atemübungen, bekannt als Pranayama (prana bedeutet so viel wie Atem), welche sowohl für den Körper als auch für den Geist eine Bedeutung haben. Mudras sind weiterhin symbolische und spirituelle Übungen.

Eine Yogatherapie Sitzung verfolgt meistens eine spezifische Reihenfolge an Übungen, die der Yogatherapeut aber an den jeweiligen Patienten anpassen kann. Dies ist eine Auswahl an Übungen, die du während der Sitzung praktizieren könntest:

  • Meditation
  • Seitbeuge
  • Dehnübungen
  • Synchronisiertes Atmen
  • Halbe Schulterbrücke
  • Halasana
  • Sonnengrüße
  • Bauchmassage
  • Savasana

Wie bereits erwähnt, handelt es sich meistens um einfache Übungen, die jeder durchführen kann. Sie erlauben es dir, effektiv an bestimmten Körperbereichen zu arbeiten und dein Immun- und Nervensystem gleichzeitig zu kräftigen.

Es ist leicht, mithilfe von Yogatherapie Gesundheit zu verbessern.

Wie du das meiste aus Yoga herausholst

Um die meisten Benefits von deiner Yogapraxis mitzunehmen, musst du vor allen Dingen regelmäßig praktizieren. Yogatherapie wird nicht funktionieren, wenn du nicht generell einen gesunden Lebensstil pflegst.

Es gibt fünf Hauptsäulen, auf die du dich für deine physische und mentale Gesundheit konzentrieren solltest:

  • Lebensstil
  • Ernährung
  • Soziale Beziehungen
  • Physische Aktivität
  • Mentales Wohlbefinden (emotional und spirituell)

Yogatherapie, auf Sanskrit Yoga Chikitsa genannt, wirkt am besten, wenn du dich gesund ernährst und dann isst, wenn du Hunger hast, sowie wenn du regelmäßig Sport treibst und dadurch dein Immunsystem stärkst. Bezüglich deines mentalen Wohlbefindens ist es wichtig, mit anderen in Kommunikation zu treten und gesunde Beziehungen in deinem Leben zu etablieren.

Meditation ist etwas, das du auch außerhalb deiner Yogatherapie praktizieren solltest. Es wird empfohlen, Meditation in deinen Alltag zu integrieren. Du kannst mit nur wenigen Minuten am Tag an dir selbst arbeiten und psychologischen und physischen Druck so verringern.

Nach und nach wirst du die Effekte der Yogatherapie und einem begleitenden gesunden Lebensstil spüren und du wirst dich besser in deinem Körper und deinem Geist fühlen. Je mehr du regenerierst, desto mehr Vitalität wirst du wahrnehmen, desto besser kannst du mit Schmerz umgehen und desto besser schaffst du es, Erholung zu finden.

Zusammengefasst ist Yogatherapie sowohl eine philosophische als auch eine physische Aktivität. Sie hilft dir, dich wieder zu zentrieren – egal, ob du sie als ergänzende Behandlung zur klassischen Medizin anwendest oder alleinstehend. Du nutzt die uralten indischen Techniken, die entstanden, um physische wie mentale Gesundheit zu erreichen.

Yogatherapie entstand um Heilung und Gesundheit zu finden
Yogatherapie hat eine große Wirkung auf deine Gesundheit und Wohlbefinden | Quelle: Unsplash

Nun weißt du etwas mehr darüber, wie Yogatherapie entstanden ist und wofür sie gut ist. Um mehr darüber zu lernen, kannst du unsere weiteren Artikel über das Thema lesen. Außerdem wird in Yogazentren wie Yoga Vidya Yogatherapie und sogar Ausbildungen dafür angeboten. Oder du belegst private Tutorials bei einem der vielen erfahrenen Yogalehrern und Tutoren auf Superprof. Dabei kannst du zum Beispiel auch mehr über die menschliche Anatomie und die therapeutischen Grundlagen erfahren.

Die meisten Lehrkräfte auf Superprof bieten ihren Unterricht face-to-face, online oder in der Gruppe an. Jede Art des Unterrichts hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Was für dich gut ist, mag für einen anderen nicht funktionieren. Mach dir also Gedanken darüber, was du selbst dir vom Unterricht erhoffst und entscheide, welcher Unterrichtsstil und welcher Lehrer dazu am besten passt.

Face-to-Face Tutorials finden zwischen dir und deinem Tutor statt, niemand anderem. Dies ist großartig, um beispielsweise eine auf dich persönlich zugeschnittene Yogatherapie zu erhalten. Dementsprechend ist diese Art des Unterrichts natürlich auch etwas kostspieliger, da er eben individuell an dich angepasst ist. Gleichzeitig ist es aber auch die effektivste Methode, da es in jeder Unterrichtsminute nur um dich geht.

Online Unterricht funktioniert vor allem gut für akademische Fächer und können auch eine gute Lösung sein, wenn du ein begrenztes Budget hast. Da dein Tutor keine Anreise hat und so mehr Stunden pro Woche durchführen kann, hat er die Möglichkeit, den Stundensatz für den Unterricht entsprechend zu senken. Wenn du lieber einen praktischen „hands-on“ Unterricht hättest, ist diese Form nichts für dich. Hast du aber eine funktionierende Webcam, eine stabile Internetverbindung und ein Mikrofon, dann kannst du so qualitativen Unterricht erleben, ohne dein Bankkonto sprengen zu müssen.

Gruppenunterricht ähnelt traditionellen Yogatherapie Stunden. Du bist dabei nicht alleine im Unterricht. Dadurch, dass es mehrere zahlende Teilnehmer gibt, ist diese Unterrichtsform günstiger als Einzelunterricht. Gleichzeitig ist die Stunde natürlich auch nicht einzig auf deine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Wahrscheinlich haben jedoch die meisten Teilnehmer ähnliche Bedürfnisse und Ziele in der Yogatherapie, zum Beispiel Stress zu verringern oder körperliche Beschwerden zu lindern. Daher könnt ihr gemeinsam von einer bezahlbaren privaten Yogatherapie profitieren – und vielleicht findest du sogar ein paar neue Freunde. Der Nutzen ist also groß!

Schau dich ein wenig auf Superprof nach verschiedenen Lehrkräften bzw. einem Yogalehrer um. Die meisten bieten übrigens die erste Unterrichtsstunde kostenlos an!

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Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.