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Nähen, von den Anfängen bis heute!

Von Elissa, veröffentlicht am 20/08/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Nähen und Stricken > Die Geschichte des Nähens kurz erklärt!

Wie entstand das Handwerk Nähen?

Wie kam die Modewelt zu Prêt-à-porter und Haute Couture?

Modenschauen? Wenn man auch erzählen würde, dass Mode mit der Geschichte der Titanic verbunden ist, würdet ihr es glauben?

Von dem primären Bedürfnis, Kleidung zum Selbstschutz herzustellen, hat sich das Entwerfen von Kleidung und das Nähen zu einer kommerziellen Beschäftigung entwickelt, aber auch zu einem Luxusgut mit Prêt-à-porter und Haute Couture.

Von Tierhäuten bis hin zu Victoria’s Secret, Superprof startet einen Anlauf auf die große Geschichte des Nähens!

Ein bisschen zur Geschichte des Nähens

Mode, Modenschauen, schöne Kleider und raffinierte Schnitte, alles beginnt gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Der Engländer Charles Frederick Worth gilt als Begründer der Haute Couture. Der Brite hatte auch eine eigene Firma im Herzen von Paris gegründet. Er war der erste Modeschöpfer oder Modedesigner seiner Art.

Das Jahr 1868 war ein Wendepunkt in der Welt der Textilherstellung mit der Gründung der weltweiten Vertretung der Haute Couture, dem Verband Chambre Syndicale de la Couture Française in Paris. Damit wurde Paris zum internationalen Zentrum der luxuriösen Damenmode und zieht Modedesigner aus aller Welt an.

Zahlreiche Modeschöpfer kamen in die französische Hauptstadt und gründeten Modehäuser. Einige Beispiele sind Jeanne Lanvin, Guy Laroche oder Jean Patou.

Der Brite Charles Worth spielt eine wichtige Rolle für die Haute Couture. Die Geschichte der Haute Couture ist eng mit dem Briten Charles Worth verbunden. |Quelle: Pixabay

Eine Zahl zeigt das Aufkommen der Mode und Näherei:

Die Zahl der Näherinnen explodiert mit 1636 Arbeitern, die 1895 im Verzeichnis aufgeführt wurden, während diese Zahl 1850 nur 158 betrug!

Die erste Modeschöpferin, die ihre Mode von Mannequins auf einem Catwalk vorführen ließ, war die Britin Lady Duff Gordon, die damit begann, ihre neuen Kollektionen zu festgelegten Terminen zu präsentieren. Das besondere an ihrer Geschichte ist, dass die Modedesignerin und ihr Mann zu den Überlebenden des Untergangs der Titanic zählen. 

In den darauffolgenden Jahren zerbrach ihr Mode-Imperium, unter anderem auch an den Folgen des Unglücks, da sie damit zu kämpfen hatte, nicht mehr Passagiere gerettet zu haben, obwohl ihr Rettungsboot noch lange nicht voll war.

Aber kehren wir zur Geschichte der Näherei und Mode zurück. Die Idee der Modenschauen wurde von so vielen Modehäusern aufgegriffen, dass die Chambre syndicale de la Couture einen Präsentationskalender für Modenschauen erstellen konnte. So entstand die Modebranche und entwickelte sich sehr schnell.

Mittlerweile beherbergt der Dachverband Fédération de la Haute Couture et de la Mode drei Gewerkschaftskammern (Haute Couture, Prêt-à-porter-Mode für Damen und Prêt-à-porter-Mode für Herren).

Haute Couture, eine geschützte Bezeichnung

In Frankreich ist der Begriff Haute Couture rechtlich geschützt. Die großen Modehäuser wie Christian Dior, Chanel oder Jean Paul Gaultier müssen jede Saison eine Reihe von Kriterien erfüllen, um den Begriff für ihre Kollektionen verwenden zu dürfen:

  • Die Mode muss von Hand in einem Atelier gearbeitet sein, das seinen Sitz in Paris hat
  • Das Team aus Nähern und Modedesignern muss aus mindestens 20 Mitarbeitern bestehen
  • Der Modeschöpfer muss mindestens 35 Modelle pro Kollektion kreieren

Die erteilte Genehmigung ist nur ein Jahr gültig und muss ständig erneuert werden.

Die großen Fortschritte beim Nähen

Die Vorfahren der heutigen Menschen nutzten die natürlichen Ressourcen und ihre Umwelt, um Kleidung und ein Dach über dem Kopf herzustellen. Die Rohstoffe, die sie verwendeten, waren hauptsächlich Tierleder von Kühen, Bisons und Schafen, die in der Sonne gegerbt und getrocknet wurden, um sie dann mit Nadeln aus kleinen Knochen oder Tiersehnen zusammenzufügen. Einige Nähnadeln wurden auch aus Elfenbein (Elefanten) hergestellt.

Wenn man einen historischen Rahmen setzen müsste, dann wäre der vor etwa 21.000 Jahren in der Altsteinzeit, als sich die Verwendung von Knochen- und Elfenbeinnadeln ausbreitete.

Die Häute mit dem Fell wurden zusammengenäht und sollten vor allem Männer vor der Kälte schützen. Leder wurde auch zum Schutz, aber vor allem zum Errichten von Häusern verwendet, wie bei den Tipis der amerikanischen Ureinwohner, wobei hierfür relativ komplexe Nähmethoden verwendet wurden. Die Indianer nähten auch Lederschuhe, die berühmten Mokassins, um im Schnee zu laufen und ihre Füße vor der Kälte zu schützen.

Mokassins wurden aus Tierhäuten genäht. Die ersten Mokassins aus Tierhäuten wurden mit Knochennadeln genäht. |Quelle: Pixabay

In bestimmten Teilen Afrikas verwendeten die Menschen Pflanzenblätter, die sie zusammennähten, um die ersten Körbe herzustellen. Wenn man nach den ersten Kleidungsstücken sucht, die aus Naturfasern hergestellt und genäht wurden, muss man bis in die Zeit 4000 Jahre v.C. gehen.

Dann kommt nämlich die Zeit des Mittelalters, als die reichsten Europäer Näherinnen und Schneiderinnen beauftragten, Kleidung herzustellen. Das Nähen wurde die meiste Zeit Frauen anvertraut.

Ein wichtiges Datum ist das Jahr 1830, denn hier erfand der Franzose Barthélémy Timonnier die erste Nähmaschine, die sechsmal schneller als per Hand nähen konnte. Sein Unternehmen fertigte Uniformen für die französische Militärverwaltung an.

Eine weitere prägende Erfindung in der Geschichte des Nähens ist die des Amerikaners Walter Hunt, der 1834 die erste Maschine entwickelte, die mit zwei Fäden arbeitete und auch ein Schiffchen besaß, das zur Verknotung der Fäden dient.

Die Werkzeuge einer Näherin

Mehr als Nadel und Faden braucht man nicht zum Nähen? Weit gefehlt…Zum Nähen braucht man viele Werkzeuge, wie beispielsweise Stricknadel, Fingerhut, Nadeln, Nadelkissen, Nähschere, Nähmaschine, Strickmaschine, Overlock, Auftrenner und Unterspulen.

Jede Näherin, die etwas auf sich hält, besitzt eine Nähmaschine. Eine Nähmaschine zählt zur Grundausstattung einer Näherin. |Quelle: Pixabay

Zu den Nähmaterialien gehören außerdem Knöpfe, Reißverschlüsse, Pailletten, Muster, Stoffe und Gummibänder 

Wenn ihr lernen möchtet, wie man näht, dann solltet ihr gleich zu Beginn lernen, wie man folgende Dinge näht: ein Knopfloch, den Schultergurt, die Kapuze, den Bund, den Kragen, die Ärmel, den Ausschnitt und das Armloch.

Modenschauen: Ausdruck der Haute Couture

Alle großen Modedesigner und Modehäuser zeigen mindestens zweimal im Jahr ihre Kollektionen, um ihre Kreationen zu präsentieren. Diese Modeschauen der Haute Couture sind Anlaufstelle für die Crème de la Crème der Modewelt: Modedesigner, Zeichner, Modeschöpfer, Models, Modezeitschriften (Elle, Vogue…)

Jedes Jahr sind die Modenschauen Schauplatz verschiedener Kämpfe: welches Modehaus hat die schönsten Models unter Vertrag, wer hat das schönste Abendkleid entworfen und welcher Designer ist der Verlockung des Geldes erlegen und hat das Label gewechselt.

An Models präsentiert, sind die Kreationen sehr elegant, auch wenn man manchmal den täglichen Gebrauch bestimmter Outfits bezweifeln darf.

Für Modedesigner sind Fashion Weeks sehr wichtig. Fashion Weeks in den großen Modestädten zählen zu den wichtigsten Terminen für die Modedesigner. |Quelle: Pixabay

Die Arbeit der Haute Couture ist nicht unbedingt rentabel. Echte Haute Couture Teile sind manchmal mehr als 100 000 Euro wert und nur ein wenige hundert Menschen auf der Welt haben die Mittel, um diese besonderen Teile der Haute-Couture-Kollektion zu kaufen.

Das Ziel der großen Modehäuser ist es, gesehen zu werden und ihr Image zu verbessern. Das Modehaus verkauft auch oft prêt-à-porter Mode, wie Mode-Accessoires (Handtaschen von Louis Vuitton) oder Parfüm (Chanel, Christian Dior, Giorgio Armani).

Die Fashion Week ist eine Veranstaltung für etwa eine Woche, die zwei Mal pro Jahr stattfindet (für jede Kollektion: Frühling-Sommer und Herbst-Winter) . Hier können Designer und Modeschöpfer ihre neuen Konfektionskollektionen präsentieren. Fashion Week gibt es in 4 europäischen Städten (London, Mailand, Paris und Berlin) und in einer amerikanischen (New York).

Die wichtigsten Fashion Weeks, auch „Big Four“ genannt, finden in New York, London Mailand und Paris statt.

Kennt ihr die großen Modedesigner? Fendi, Valentino, Elise Saab, Zuhair Murad, Yves Saint Laurent, Jean-Paul Gaultier, Maison Margiela, Maison Schiaparelli, Franck Sorbier, Giorgi Armani, Stéphane Rolland, Yanina Couture, Chanel , Christian Dior, Gucci, Louis Vuitton, Prada.

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