Zahlreiche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich jedes Jahr für ein Studium der Rechtswissenschaften und das obwohl der Studiengang in Deutschland als besonders schwer gilt.

An die Universität lockt sie vor allem die Aussicht auf den Beruf des Anwalts bzw. der Anwältin.

Der Anwaltsberuf gilt als besonders anspruchsvoll und damit prestigeträchtig, aber auch als ziemlich sicherer Beruf – denn Anwälte und Anwältinnen werden immer gebraucht. Anwälte gibt es wie Sand am Meer und dennoch findest Du genügend Jobs!

Darüber hinaus lockt der Beruf in der Anwaltschaft mit einen Versprechen auf Karriere, einem guten bis sehr guten Gehalt und vielseitigen Tätigkeitsmöglichkeiten.

Aber was macht ein Anwalt eigentlich genau, außer tolle Reden vor Gericht zu schwingen, wie wir es aus beliebten Serien wie Suits oder White Collar kennen?

In diesem Artikel stellen wir Dir den Beruf des deutschen Anwalts einmal etwas genauer vor. Du erfährst, was zu Deinen täglichen Aufgaben und Tätigkeiten gehört, wo Du als Anwalt / Anwältin arbeiten kannst und welche Voraussetzungen Du erfüllen musst, um überhaupt eine Zulassung von der Rechtsanwaltskammer zu bekommen.

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Aufgaben und Tätigkeiten eines Rechtsanwalts

Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen sind Experten und Expertinnen des Rechts und sind dementsprechend dazu befugt, Rechtsberatung und Rechtsbeistand zu leisten.

So weit klar, aber was bedeutet es, Rechtsberatung und Rechtsbeistand zu leisten und welche Aufgaben und Tätigkeiten gehören zum Alltag eines Anwalts / einer Anwältin?

Wir haben Dir die Haupttätigkeiten einmal aufgelistet:

  • Juristische Beratung: Du berätst Deine Mandantinnen und Mandanten zu rechtlichen Fragen, Problemen und Rechtslagen, zu ihren Rechten und Pflichten etc. Im Falle eines Prozesses vor Gericht gehört dazu auch dem Mandant / der Mandantin eventuelle Ansprüche und Gegenansprüche aufzuzeigen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, aber auch bezüglich der Erfolgschancen sowie möglicher anfallender Kosten zu informieren.
  • Juristischer Beistand: Du vertrittst Deine Mandanten und Mandantinnen (einzelne Personen, Personengruppen oder aber juristische Personen) in sämtlichen Rechtsangelegenheiten vor Behörden und Gerichten. Dank Deiner breiten juristischen Kenntnisse kannst Du ihnen zu ihrem gesetzlichen Recht verhelfen. Allerdings besteht nicht bei allen Prozessen vor Gerichten eine Anwaltspflicht, das heißt, für manche Verfahren können Personen auch ohne juristischen Beistand vor Gericht erscheinen. Außerdem trägst Du aktiv zur Aufklärung von Sachverhalten bei und nimmst für Deine Mandantinnen und Mandanten Prozesshandlungen vor wie beispielsweise das Einlegen von Rechtsmitteln.
  • Organ der Rechtspflege: Laut Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) bist Du als Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin "autarkes Organ der Rechtspflege". In dieser Funktion berätst und vertrittst Du nicht nur Deine Mandantinnen und Mandanten, Du unterstützt auch den Richter bzw. die Richterin vor Gericht bei der Rechtsfindung.
  • Abschluss außergerichtlicher Vergleiche: Manchmal schaffen es die Parteien eines Rechtsstreits sich außerhalb des Gerichts zu einigen. In einem solchen Fall wird ein sogenannter Vergleich zwischen den streitenden Parteien abgeschlossen. Hier können Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen auch als Mediatoren fungieren und zwischen den Parteien des Rechtsstreits vermitteln und sie so zur Einigung führen.
Streitende Parteien können auch außergerichtlich einen Vergleich schließen.
Anwälte gehen auch außergerichtlichen Tätigkeiten wie der Mediation zwischen den Parteien nach. | Quelle: Pexels
  • Rechtsgestaltung und -überprüfung: Das ist vor allem bei Rechtsgeschäften und Verträgen notwendig. Du gestaltest die Verträge und überprüfst, ob alle rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind und keine Hinderungsgründe vorliegen. Das kann manchmal ganz schön kompliziert sein und schnell zu Fehlern führen. Deshalb wird die Hilfe eines Anwalts oder einer Anwältin gerade im Bereich der Wirtschaft gern in Anspruch genommen.

Selbstverständlich sind Deine täglichen Aufgaben sehr stark davon abhängig, in welchem Berufsfeld Du arbeitest.

Berufsfelder: wo kann ich als Rechtsanwalt arbeiten?

Die Berufsfelder für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind wirklich zahlreich und vielseitig. Darüber hinaus hast Du die Wahl, ob Du Dich lieber selbstständig machen oder eine Anstellung suchen möchtest.

Im Folgenden möchten wir Dir ein paar der beliebtesten Berufsfelder vorstellen:

Arbeiten in einer Kanzlei

Der klassische Weg ist der in eine Anwaltskanzlei.

Du kannst Dich nach dem Studium selbstständig machen und eine eigene Kanzlei gründen, Du kannst Dich aber auch mit anderen Rechtsanwälten und -anwältinnen zusammentun.

Entweder ihr teilt Euch lediglich ein Büro oder Ihr schließt auch zu einer sogenannten Anwaltssozietät zusammen.

Du kannst aber auch einfach als Angestellte bzw. Angestellter in einer solchen Sozietät anfangen.

In einer Sozietät bist Du nicht alleine und arbeitest mit anderen Anwälten zusammen.
Der Vorteil an solchen Sozietäten: Du kannst immer Kollegen und Kolleginnen, mit denen Du Dich beraten kannst. | Quelle: Pexels

Außerdem hast Du noch die Wahl zwischen Kanzleien, die eher regional arbeiten und Kanzleien die überregional oder sogar international tätig sind. Bei letzteren sind in der Regel zusätzlich gute Englischkenntnisse gefragt. Denke also schon während dem Studium darüber nach, Kurse in Rechtsenglisch zu besuchen.

Dann gibt es natürlich noch verschiedene Spezialisierungen. Manche Kanzleien sind auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisiert, während andere verschiedene Rechtsgebiete abdecken. Hier kannst Du Dich zwischen verschiedenen Abteilungen entscheiden.

Welches Rechtsgebiet interessiert Dich? Wie wäre es mit einem Fachanwalt in Arbeitsrecht oder Familienrecht?

In den großen Sozietäten wirst Du auf jeden Fall die richtige Tätigkeit und das passende Rechtsgebiet für Dich finden!

Unternehmen, insbesondere aus der Wirtschaftsbranche

Arbeitest Du in der Rechtsabteilung eines Unternehmens, wirst Du eher weniger Rechtsberatung für Privatpersonen vornehmen. Deine primäre Aufgabe ist vielmehr, das Unternehmen rechtlich zu beraten.

Du bist verantwortlich für die Gestaltung und rechtliche Überprüfung von Verträgen, Du regelst den Erwerb und die Fusion von Gesellschaften, bist Ansprechpartner/in bezüglich gewerblichem Rechtsschutz, beantwortest Fragen zum Arbeits- und Sozialrecht und vieles mehr.

Deine Tätigkeiten sind also auch innerhalb eines Unternehmens sehr vielseitig und komplex.

Du kannst aber auch in der Rechtsberatung bei Wirtschafts- und Buchführungsgesellschaften oder Verbänden und Organisationen wie zum Beispiel im Banken- und Finanzwesen oder in der Pharmaindustrie arbeiten.

Was macht eigentlich ein Wirtschaftsjurist?

Ausbildung und Voraussetzungen: wie kann ich Rechtsanwalt werden?

Um Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt zu werden, benötigst Du eine entsprechende Zulassung der Rechtsanwaltskammer.

Voraussetzung hierfür ist das erfolgreiche Durchlaufen der juristischen Ausbildung. Dazu gehören das Studium der Rechtswissenschaften, das Referendariat und zwei bestandene juristische Staatsexamen, nämlich das erste nach dem Studium und das zweite nach dem Referendariat.

Das Jura Studium

Du kannst Jura an zahlreichen verschiedenen Universitäten in ganz Deutschland studieren. Auch wenn die Zulassungsvoraussetzungen und die möglichen Schwerpunktsetzungen variieren, verläuft das Jurastudium grundsätzlich recht ähnlich.

In der Regel dauert das Studium ca. 8 Semester, wobei die meisten Studierenden 10 Semester studieren, da sie sich meistens zwei Semester Zeit nehmen, um sich auf das Erste Juristische Staatsexamen vorzubereiten.

Nach bestandenem Ersten Juristischen Staatsexamen folgen ca. zwei Jahre Referendariat. Das ist der praktische Teil der Ausbildung. Du durchläufst verschiedene Stationen und gewinnst so einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag eines Juristen bzw. einer Juristin. Gegen Ende des Referendariats steht dann noch das Zweite Juristische Staatsexamen an.

Erst wenn Du auch das bestanden hast, kannst Du Dich Volljurist bzw. Volljuristin nennen und Dir Deine Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer holen.

Für die klassischen juristischen Jobs reicht ein Bachelor oder Master nicht.
Richterin oder Richter kannst Du nur mit abgeschlossenem Jurastudium auf Staatsexamen werden! | Quelle: Unsplash

Die klassischen juristischen Berufe wie Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Richter / Richterin, Staatsanwalt / Staatsanwältin sowie Notar / Notarin kannst Du nur mit einem abgeschlossenen klassischen Studium der Rechtswissenschaften auf Staatsexamen ausüben.

Ein Bachelor- oder Masterabschluss, also Bachelor of Laws oder Master of Laws, reichen hierfür nicht aus. Mit diesen Abschlüssen bist Du aber zumindest für eine juristische Tätigkeit in einem Unternehmen, einem Verband oder einer Organisation qualifiziert.

Sonstige Voraussetzungen

Neben den formalen Voraussetzungen gibt es auch noch einige Charaktereigenschaften, die Du als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt unbedingt mitbringen solltest:

  • Sehr gute Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit (sowohl mündlich als auch schriftlich): Klassische Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen müssen in der Regel viel mit Menschen kommunizieren, darunter vor allem auch viele Nicht-Juristen. Dementsprechend ist es wichtig, dass Du Dich klar und verständlich ausdrücken kannst, sodass auch ein juristischer Laie den Sachverhalt verstehen kann.
  • Logisches Denkvermögen: Es wird oft angenommen, dass es im Jurastudium ausschließlich um trockenes Auswendiglernen geht. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Im Studium der Rechtswissenschaften ist vielmehr logisches Denken gefragt, denn vieles kannst Du nicht auswendig lernen, Du musst es verstehen, um es in der Praxis und im Beruf anwenden zu können.
  • Analytischer Verstand: Du musst Sachverhalte Schritt für Schritt prüfen, darfst dabei nichts übersehen und musst oft abstrakt denken, um den Überblick zu behalten.
  • Fleiß- und Selbstdisziplin: Da gilt vor allem, aber eben nicht nur im Studium. Auch in Deinem juristischen Alltag wirst Du viel Zeit am Schreibtisch über Sachverhalten und Gesetzen verbringen. Da ist Durchhaltevermögen gefragt.
Die meiste Zeit verbringt ein Anwalt wohl am Schreibtisch oder vor Gericht.
Je nach Tätigkeitsfeld verbringst Du als Anwalt auch viel Zeit im Büro am Schreibtisch. | Quelle: Pexels
  • Organisationstalent und sorgfältiges Arbeiten: Gerade im juristischen Bereich gibt es stets zahlreiche Formalitäten und Fristen einzuhalten. Es ist Deine Aufgabe, sicherzustellen, dass immer alles ordentlich und rechtzeitig erledigt ist.
  • Freude am Lernen: Ja, auch nach dem Studium bist Du mit dem Lernen nicht durch, denn Gesetze und andere rechtliche Vorgaben ändern sich laufend. Du solltest deshalb unbedingt immer auf dem neuesten Stand bleiben. Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen lernen also ein Leben lang.

Wir hoffen, der Artikel hat Dir gefallen und wir konnten Dich vom Beruf des Rechtsanwalts überzeugen.

Ansonsten könntest Du noch einen Blick in unseren Leitfaden zu juristischen Berufen werfen. Dort findest Du weitere spannende Berufsmöglichkeiten für nach dem Studium!

Vielleicht willst Du ja doch lieber Staatsanwalt oder Staatsanwältin werden?

Oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Dann entdecke hier alternative Berufe für Jura.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.