Du studierst gerade Jura oder überlegst, ob Du ein Studium der Rechtswissenschaften aufnehmen solltest?

Zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten entscheiden sich jedes Jahr für diesen Weg.

Das liegt vor allem an den guten Gehaltsaussichten und vielseitigen beruflichen Möglichkeiten.

Neben den klassischen juristischen Berufen wie Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Richter / Richterin, Staatsanwalt / Staatsanwältin und Notar / Notarin, hast Du als Jurist bzw. Juristinnen auch zahlreiche Möglichkeiten auf eine Karriere in Unternehmen, Verbänden oder Organisationen.

Die Möglichkeiten sind wirklich zahlreich und vielseitig!

Dich hat der Beruf des Staatsanwalts schon immer gereizt und Du kannst Dir Dich selbst sehr gut vor Gericht vorstellen, weißt aber eigentlich gar nicht so genau, was man als Staatsanwältin oder Staatsanwalt eigentlich macht?

Kein Problem, denn genau darum geht es in diesem Artikel. Lies einfach weiter und erfahre, welche Voraussetzungen Du erfüllen solltest, um Staatsanwalt / Staatsanwältin zu werden und wie Dein Arbeitsalltag und Deine Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft so aussehen würde.

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Was ist eigentlich ein Staatsanwalt?

Man kennt sie hauptsächlich als schillernde Figuren in Filmen und Serien, die man vor Gericht antrifft und die stets beeindruckende Reden halten: die Staatsanwälte!

Aber was ist eigentlich ein Staatsanwalt bzw. eine Staatsanwältin? Sind Staatsanwälte und Staatsanwältinnen das gleiche wie Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen?

Ja und nein, denn Staatsanwältinnen und -anwälte sind ebenso Volljuristinnen und -juristen wie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, allerdings ist ihr Aufgabenbereich ein anderer.

Ein Staatsanwalt vertritt als Organ der Rechtspflege den Staat vor Gericht.
Ein Staatsanwalt ist wie der Rechtsanwalt ein Organ der Rechtspflege. | Quelle: Unsplash

Anwälte und Anwältinnen sind Organe der Rechtspflege, die vor allem für die Rechtsberatung und den Rechtsbeistand zuständig sind. Sie beraten Mandanten und Mandantinnen in sämtlichen Rechtsfragen und stehen ihnen vor Gericht bei.

Die Staatsanwaltschaft ist dagegen ein Organ der Rechtspflege, das für die Verfolgung und Vollstreckung von Straftaten zuständig ist.

Ok, und was bedeutet das?

Das bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft in Strafsachen ermittelt und auch Anklage vor Gericht erhebt.

Staatsanwälte und Staatsanwältinnen sind somit quasi die obersten Vertreter/innen einer Anklage bei Gericht, sie sind Kläger/innen im Namen des Staates und zwar immer dann, wenn es um Straftaten geht wie beispielsweise Diebstahl, Tötungsdelikte oder Verkehrsdelikte.

Aufgaben der Staatsanwaltschaft

Als Staatsanwalt bzw. Staatsanwältin hast Du vor allem drei Aufgaben: Du agierst sowohl als Ermittlungsbehörde als auch als Anklagebehörde sowie Vollstreckungsbehörde.

Alle drei Aufgaben ziehen allerdings eine ganze Reihe an verschiedenen Tätigkeiten mit sich.

Was die Aufgaben der Staatsanwaltschaft genau beinhalten erfährst Du im Folgenden.

Die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde

Als Ermittlungsbehörde arbeitest Du meistens eng mit der Polizei zusammen, denn wie der Name schon sagt, geht es in dieser Funktion darum, bei Straftaten oder potentiellen Straftaten zu ermitteln.

Dabei gilt in Deutschland das sogenannte Legalitätsprinzip. Das Legalitätsprinzip besagt, dass ein Staatsanwalt bzw. eine Staatsanwältin von Amts wegen dazu verpflichtet ist, sobald ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt.

Ein Anfangsverdacht liegt vor, wenn ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat gegeben sind.

Wie die Staatsanwaltschaft von dem Verdachtsfall Erkenntnis erlangt, spielt dabei keine Rolle – durch Strafanzeige oder privat.

Dann wird von der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft dann gemeinsam mit der Polizei.

Während der Staatsanwaltschaft die Leitung des Verfahrens ("Herrin des Ermittlungsverfahrens") obliegt, übernimmt die Polizei eher die praktischen Aufgaben der Ermittlung.

Zu den Ermittlungshandlungen gehören zum Beispiel:

  • Die Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen
  • Die Durchsuchung von Räumlichkeiten
  • Die Beschlagnahme von Gegenständen
  • Die vorläufige Festnahme von Verdächtigen
  • Etc.

Für die meisten Maßnahmen ist ein richterlicher Beschluss nötig, der von der Staatsanwaltschaft beim zuständigen Richter bzw. Richterin beantragt wird.

Die Staatsanwaltschaft führt zusammen mit der Polizei die Ermittlung.
Die Staatsanwaltschaften arbeiten eng mit der Polizei zusammen. | Quelle: Pexels

Ausgenommen vom Legalitätsprinzip sind die sogenannten absoluten Antragsdelikte, also Straftaten, die nur auf Antrag verfolgt werden. Ob ein Delikt ein solches Antragsdelikt ist, kannst Du ganz einfach im StGB nachschauen.

Wird ein Staatsanwalt bzw. eine Staatsanwältin bei Verdacht auf ein Offizialdelikt (das ist das Gegenteil von Antragsdelikt) nicht tätig, macht er oder sie sich wegen Strafvereitelung im Amt nach § 258a StGB selbst strafbar.

Selbstverständlich überprüft die Staatsanwaltschaft als objektive Behörde sämtliche Beweise, neben belastenden also auch entlastende.

Ebenso wie die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleiten kann, kann sie es natürlich auch wieder einstellen, sollte sich der Verdacht nicht begründen, also kein hinreichender Tatverdacht vorliegen, vgl. § 170 StGB.

Ein hinreichender Tatverdacht liegt vor, wenn die Beweislage eine Verurteilung des / der Beschuldigten wahrscheinlich macht.

Nach dem Opportunitätsprinzip kann die Staatsanwaltschaft ein Verfahren außerdem einstellen, wenn nur eine geringe Schuld vorliegt oder weitere Straftaten, die weitaus schwerwiegender sind.

Besteht hinreichend Tatverdacht wird die Staatsanwaltschaft öffentliche Klage erheben. Dann wird sie in ihrer Funktion als Anklagebehörde tätig.

Die Staatsanwaltschaft als Anklagebehörde

Bei den sogenannten Offizialdelikten hat die Staatsanwaltschaft ein sogenanntes "Anklagemonopol" inne, denn nur sie kann in diesen Fällen wegen einer Straftat Klage erheben.

In der Hauptverhandlung vor Gericht vertritt die Staatsanwaltschaft dann den Staat.

Dazu gehört das Verlesen der Anklageschrift, das Vorbringen von Beweisen, die Befragung von Zeugen und Zeuginnen, das Vortragen des Schlussplädoyers sowie das Stellen eines Antrags zum Urteil

Als objektive Behörde kann die Staatsanwaltschaft natürlich auch auf Freispruch plädieren.

Die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde

In der Funktion als Vollstreckungsbehörde kümmerst Du Dich als Staatsanwältin oder Staatsanwalt um alle Maßnahmen, die mit der Vollstreckung einer gerichtlichen Entscheidung zusammenhängen.

Du leitest die Vollstreckung ein und überwachst sie. 

Das kann zum Beispiel die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe sein, aber auch die Vollstreckung von Fahrverboten und das Eintreiben von Ordnungs- und Zwangsgeldern.

Die Staatsanwaltschaft ist auch Vollstreckungsbehörde.
Die Staatsanwaltschaft sorgt auch dafür, dass richterliche Entscheidungen vollstreckt werden. | Quelle: Pexels

Zusammenfassend kann man also sagen, zu den Aufgaben der Staatsanwaltschaft gehört:

  • Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens bei Vorliegen eines Anfangsverdachts
  • Die Leitung des Ermittlungsverfahrens
  • Die Beweisaufnahme (Diese Tätigkeit übernimmt zwar zum größten Teil die Polizei, die Staatsanwaltschaft kann sich aber in bestimmten Fällen daran beteiligen)
  • Das Einholen von richterlichen Beschlüssen
  • Das Einholen von Auskünften bei Behörden
  • Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens
  • Das Erheben einer Anklage, also auch das Erstellen von Strafanzeigen und Strafanträgen
  • Die gerichtliche Vertretung des Staates
  • Das Einlegen von Rechtsmitteln bei Unzufriedenheit mit dem Urteil
  • Die Einleitung und Überwachung der Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen

Wie kann ich Staatsanwalt werden?

Wie auch bei den anderen klassischen juristischen Berufen wie Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Richter / Richterin und Notar / Notarin ist eine abgeschlossene juristische Ausbildung Grundvoraussetzung.

Das bedeutet:

  • ein abgeschlossenes Jurastudium
  • ein bestandenes Erstes Juristisches Staatsexamen
  • ein abgeschlossenes Referendariat
  • ein bestandenes Zweites Juristisches Staatsexamen

Hast Du die juristische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, bist Du Volljuristin bzw. Volljurist.

Das bedeutet, Du bist grundsätzlich zum Richteramt befähigt und somit auch für das Amt eines Staatsanwalts bzw. einer Staatsanwältin.

Das Jurastudium dauert in der Regel 8 Semester. Danach nehmen sich die meisten Studierenden zwei Semester Zeit zum Lernen und schreiben dann das Erste Juristische Staatsexamen.

Ist das Examen bestanden folgt der praktische Teil der juristischen Ausbildung: das Referendariat.

Das Referendariat dauert ca. 2 Jahre und ist in verschiedene Stationen aufgeteilt, damit Du verschiedene Bereiche aus dem juristischen Alltag kennenlernst.

Am Ende des Referendariats steht dann das Zweite Juristische Staatsexamen an.

Willst Du Staatsanwalt werden, musst Du Jura studieren.
Für eine Karriere in der Staatsanwaltschaft ist ein Jura Studium erforderlich. | Quelle: Pixabay

Mittlerweile kann man Jura auch auf Bachelor oder Master studieren, dann erlangt man einen Bachelor of Laws oder eben einen Master of Laws.

Dieser Abschluss ist für eine Karriere in der Staatsanwaltschaft allerdings nicht ausreichen.

Möchtest Du Staatsanwältin bzw. Staatsanwalt werden, solltest Du neben einem abgeschlossenen Jurastudium und sehr guten Noten (in Bayern solltest Du beispielsweise mindestens 8 Punkte vorweisen können), aber noch weitere Voraussetzungen mitbringen:

  • Kommunikationstalent und Sozialkompetenz: Während des Ermittlungsverfahrens musst Du mit Zeugen und Zeuginnen, Sachverständigen, Polizei und Richter bzw. Richterin kommunizieren. Dementsprechend wichtig ist, dass Du Dich gut und gewählt ausdrücken kannst, sodass Dich Dein Umfeld auch problemlos versteht.
  • Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen: Vor Gericht musst Du Plädoyers halten, Zeugen und Zeuginnen befragen und Dich mit den anderen Parteien des Prozesses austauschen. Du vertrittst den Staat und solltest deshalb entsprechend selbstbewusst auftreten. Außerdem möchtest Du im Verfahren ja von Deinen Argumenten überzeugen. Du solltest Dich also auch durchsetzen können.
  • Argumentationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick: Du hast die Anklage erhoben und vertrittst den Staat vor Gericht. Natürlich möchtest Du einen bestimmten Ausgang des Verfahrens erreichen. Dafür solltest Du aber auch Verhandlungsgeschick und Argumentationsfähigkeit beweisen.
  • Entscheidungsfähigkeit: Du solltest auch vor größeren Entscheidungen nicht zurückschrecken, denn Du entscheidest, ob ein Ermittlungsverfahren vor Gericht geht oder eingestellt wird oder für welche Strafe Du plädierst.
  • Belastungsfähigkeit: Der Beruf des Staatsanwalts ist nicht nur stressig und zeitaufwendig, sondern auch mit viel Verantwortung verbunden. Dieser Belastung solltest Du standhalten können.

Als Vertreter bzw. Vertreterin der Justiz in Deutschland solltest Du außerdem die deutsche Staatsangehörigkeit vorweisen können.

Wirst Du für die Staatsanwaltschaft zugelassen, durchläufst Du zunächst einmal die gleiche Laufbahn wie Richter oder Richterinnen.

Das bedeutet, dass Du zunächst einmal als Richterin oder Richter auf Probe arbeiten wirst. Erst nach 3-5 Jahren kannst Du dann zum Staatsanwalt oder zur Staatsanwältin auf Lebenszeit ernannt werden.

Übrigens auch die Gehaltsaussichten von Staatsanwälten und Staatsanwältin sehen rosig aus. Im Schnitt verdient man in der Staatsanwaltschaft zwischen 3.500 - 5.000 Euro netto im Monat. Na, wenn das nicht mal verlockend klingt!

Hat Dich der Beruf des Staatsanwalts noch nicht 100%ig überzeugt, dann schau doch mal in unseren Guide rund um juristische Berufe.

Dort findest Du alle klassischen Berufe, welchen Du nach dem Jura Studium nachgehen kannst.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.