Die Rechtswissenschaft gilt als einer der schwierigsten Studiengänge an deutschen Universitäten. Der Lernstoff ist sehr umfangreich, der Leistungsdruck hoch und der Konkurrenzkampf unter den Studierenden der Universität groß.

Dennoch nimmt die Beliebtheit des Studiums der Rechtswissenschaft nicht ab.

Das liegt vor allem an den guten und vielfältigen Berufsaussichten nach erfolgreich bestandener Erster und Zweiter Staatsprüfung.

Die klassischen und prestigeträchtigen juristischen Berufe wie Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Richter/in, Staatsanwalt / Staatsanwältin oder Notar/in kann man eben nur mit einem abgeschlossenen Jurastudium ausüben.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Berufsperspektiven für Juristen und Juristinnen. Sie sind vor allem auch in der Wirtschaft an zahlreichen Unternehmen sehr gefragt.

Die Möglichkeiten nach dem Jurastudium sind wirklich nahezu grenzenlos.

In diesem Artikel möchten wir uns aber zunächst einmal auf einen klassischen juristischen Beruf konzentrieren, den des Richters bzw. der Richterin.

Hier erfährst Du, was Du mitbringen musst, um für das Richteramt überhaupt erst einmal in Frage zu kommen und wie der Alltag von Richtern bzw. Richterinnen im Allgemeinen so aussieht.

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Das Jura Studium: so wirst Du Richter

Grundvoraussetzung ist natürlich zunächst einmal das Jurastudium.

Das Jurastudium oder auch Studium der Rechtswissenschaft dauert im Normalfall mindestens 8 Semester. Nach dem achten Semester kannst Du dann erstmals das Erste Juristische Staatsexamen schreiben.

Die meisten Studenten und Studentinnen studieren aber eher 10 Semester, da sie sich nach dem achten Semester noch zwei Semester für die Vorbereitung auf die Staatsprüfung nehmen.

Ist das erste Staatsexamen bestanden, folgt das Referendariat (auch Vorbereitungsdienst genannt), das nach ca. zwei Jahren mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen endet.

Grundvoraussetzung um Richter oder Richterin zu werden ist das vollständige Durchlaufen der juristischen Ausbildung (Universität und Referendariat) sowie das Bestehen beider Staatsexamen.

Um Richter oder Richterin zu werden, brauchst Du beide Juristischen Staatsexamen.
Ohne beide Staatsexamen kannst Du Dir die Bewerbung auf ein Richteramt sparen. | Quelle: Unsplash

Studierst Du Jura auf Bachelor (Bachelor of Laws) oder Master (Master of Laws) hast Du zwar auch einen juristischen Abschluss in der Tasche, erlangst allerdings nicht die Befähigung zum Richteramt.

Überlege Dir also schon vor dem Studium gut, ob Du später vielleicht mal eine richterliche Karriere einschlagen möchtest.

Allerdings reicht das bloße Bestehen der Staatsprüfung allein nicht. Mehr zu den Voraussetzungen für ein Richteramt in Deutschland erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Voraussetzungen für das Richteramt

Richterinnen und Richter treffen in Gerichtsverfahren wichtige Entscheidungen wie zum Beispiel, ob ein Beschuldigter ins Gefängnis muss oder nicht. Du trägst also eine ganz besondere Verantwortung.

Deshalb ist auch die Einstellung von Richtern und Richterinnen an gewisse Voraussetzungen geknüpft. So kann in Deutschland nicht einfach jeder Richter oder Richterin werden.

Mit dem bestandenen Staatsexamen und dem Titel Volljurist bzw. Volljuristin bist Du grundsätzlich zum Richteramt befähigt.

In den meisten Bundesländern gibt es allerdings eine Notengrenze. In Bayern liegt die Notengrenze beispielsweise bei mindestens 8 Punkten, in Berlin bei 7,5 im ersten und 8,5 Punkten im zweiten Staatsexamen.

Fehlt Dir die nötige Note im Staatsexamen, kannst Du Dich in manchen Bundesländern auch durch Weiterbildungen, soziales Engagement und guten Leistungen im Assessment Center profilieren.

Außerdem musst Du die deutsche Staatsangehörigkeit vorweisen können, da Du als Richter/in ja schließlich die rechtsprechende Gewalt in Deutschland ausübst.

Weitere Voraussetzungen für eine Einstellung auf Probe sind außerdem:

  • Sozialkompetenz: Selbstverständlich benötigst Du sehr gute Menschenkenntnisse und musst auch gut mit Menschen umgehen können. Neben den Beklagten und Zeugen im Verfahren musst Du auch eng mit dem zuständigen Staatsanwalt und Verteidiger zusammenarbeiten.
  • Organisationstalent: Du musst zahlreiche Akten und Anträge bearbeiten, Verfahren ansetzen, Fristen einhalten etc. Organisation ist dabei das A und O.
  • Durchsetzungsvermögen: Du bist die größte Autorität im Verfahren, Du fällst am Ende das Urteil. Dafür ist natürlich auch ein gewisses Durchsetzungsvermögen erforderlich.
  • Kommunikationsstärke: Dein Ziel ist es, im Verfahren die Wahrheit herauszufinden. Das funktioniert nicht ohne ordentliche Kommunikation mit den Beteiligten des Verfahrens.
  • Belastungsfähigkeit: Richter und Richterinnen haben nicht nur viel zu tun, ihre Tätigkeit hat auch nachhaltige Auswirkungen auf das Leben anderer. Damit muss man klar kommen, um diesen Beruf ausüben zu können.

Als Richter/in trägst Du große Verantwortung, für die Du auch gewappnet sein solltest.

Als Richter solltest Du ein Organisationstalent mitbringen.
Die Tätigkeit eines Richters bzw. einer Richterin umfasst auch viel Organisatorisches. | Quelle: Pexels

Bei der Entscheidungsfindung musst Du stets neutral sein und darfst Dich von äußeren Einflüssen nicht beeinflussen lassen. Darüber hinaus musst Du auch mit den Konsequenzen Deiner Entscheidungen umgehen können.

Zusätzlich ist der Beruf einer Richterin oder eines Richters auch sehr anspruchsvoll, da äußerste Sorgfalt und Gründlichkeit gefragt sind wie auch das Einhalten zahlreicher Fristen.

Du siehst, der richterliche Beruf erfordert doch einiges mehr als nur gute Noten im Studium.

Erfüllst Du alle Voraussetzungen und wurdest für das Amt des Richters zugelassen, übst Du dieses Amt zunächst einmal 3 bis 5 Jahre auf Probe aus. Ähnlich wie bei einem Beamten oder einer Beamtin.

Nach der Probezeit wirst Du zum Richter bzw. zur Richterin auf Lebenszeit ernannt.

Na, wenn das mal nicht reizvoll klingt?!

Was macht ein Richter eigentlich?

In Deutschland gibt es ja bekanntlich drei Staatsgewalten: die Legislative (Gesetzgebung), die Exekutive (Rechtsausübung) und die Judikative (Rechtsprechung).

Als Richterin bzw. Richter übst Du die rechtsprechende Gewalt, also die Judikative aus. Du sprichst also Recht.

Die Tätigkeit eines Richter oder einer Richterin umfasst demnach:

  • Fallakten bearbeiten: Die Akten der Fälle, die vor Gericht verhandelt werden, müssen gründlich gelesen und für das Verfahren vorbereitet werden.
  • Fachwissen recherchieren: Gegebenenfalls ist es notwendig spezielles Fachwissen zu recherchieren. Auch ein Richter / eine Richterin kann nicht immer alles Wissen.
  • Prüfen, Ablehnen und Gewähren von Anträgen: Zum Beispiel auf Prozesskostenhilfe oder ähnliches.
  • Richterliche Beschlüsse und Anordnungen erlassen: Zum Beispiel Hausdurchsuchungen oder die Beschlagnahme von wichtigen Beweisgegenständen. Staatsanwälte holen diese Beschlüsse und Anordnungen für die Polizei bei Dir ein. Du prüfst, ob dieses Mittel wirklich verhältnismäßig ist.
  • Gerichtsverfahren vorsitzen und führen: Oft treffen im Gerichtssaal Rechtsanwälte und Staatsanwälte aufeinander, Zeugen werden befragt, Angeklagte verhört. Das alles muss koordiniert werden. Auch das ist Deine Aufgabe als Richter/in.
  • Sachverhalte aufklären: Da Du letztendlich das Urteil im Gerichtsverfahren fällen wirst, bist Du als Richter/in auch dazu angehalten, die Wahrheit herauszufinden. Bei der Urteilsfindung ziehst Du deshalb neben Gesetzen auch Beweise wie Zeugenaussagen und Sachverständige heran.
  • Urteile fällen: Als Vorsitzende/r musst Du am Ende des Verfahrens eine Entscheidung treffen – Freiheitsstrafe, Geldbuße oder Freispruch.
  • Praktikant/innen und Rechtsreferendar/innen betreuen und prüfen: Darüber hinaus betreuen Richter/innen auch Praktikant/innen, die während ihres Jurastudiums ein Praktikum am Gericht absolvieren. Auch für die Betreuung und Ausbildung der Rechtsreferendar/innen sind die Richter/innen verantwortlich. Zusätzlich können sie als Prüfer/innen bei den juristischen Staatsexamen fungieren. Manche Richter/innen unterrichten sogar an Universitäten.
Der Beruf des Richters findet nicht nur im Gericht statt, auch im Büro oder an der Universität verbringst Du Zeit.
Als Richter fällst Du nicht nur Urteile im Gericht, Du verbringst auch viel Zeit im Büro über den Akten. | Quelle: Pexels

Wusstest Du, dass Richter/innen sogar Bereitschaftsdienst haben? Das liegt daran, dass die Polizei für viele Tätigkeiten zunächst erst einen richterlichen Beschluss erwirken muss. Damit die Polizei in dringenden Fällen dennoch schnell handeln kann, gibt es den richterlichen Bereitschaftsdienst.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Da Du als Richter oder Richterin ein wahrere Experte auf Deinem Gebiet sein solltest, macht es natürlich wenig Sinn mit Deiner Tätigkeit alle Rechtsgebiete gleichzeitig abzudecken.

Um Dein Fachwissen und Deine Expertise garantieren zu können, entscheidest Du Dich deshalb für ein juristisches Fachgebiet.

Diese juristischen Fachgebiete gibt es in der Justiz zum Beispiel:

  • Privatrecht
  • Strafrecht
  • Familienrecht
  • Arbeits- und Sozialrecht
  • Finanzrecht

Als Richter bzw. Richterin hast Du auch sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten. Du kannst beispielsweise eine Richtertätigkeit am Bunderverfassungsgericht, am Bundesgerichtshof oder sogar am Europäischen Gerichtshof anstreben.

Übrigens: Auch das Gehalt eines Richter kann sich sehen lassen. In der Regel liegt es zwischen 3.500 Euro brutto und 7.500 Euro brutto im Monat.

Die Höhe des Gehalts hängt von Deiner Berufserfahrung sowie Deiner konkreten Stelle ab. Ein Richter an einem kleinen Amtsgericht verdient natürlich etwas weniger als der Vorsitzende Richter des Bundesarbeitsgerichts oder der Präsident des Oberlandesgerichts.

Es gibt auch ehrenamtliche Richter, sogenannte Schöffen oder Laien-Richter.
Ehrenamtliche Richter können den vorsitzenden Richter bei der Entscheidung unterstützen. | Quelle: Pixabay

Wusstest Du, dass es auch sogenannte ehrenamtliche Richter und Richterinnen gibt? Man nennt sie auch Schöffen. Den Begriff hast Du bestimm schon einmal gehört.

Schöffen haben keine Befähigung zum Richteramt, weshalb sie auch Laien-Richter genannt werden. Sie wirken aber dennoch bei der Entscheidungsfindung mit.

Ziel ist es das Vertrauen der Bürger in die Justiz zu stärken, indem normale Bürger und Bürgerinnen bei der Gerichtsbarkeit mitwirken.

Na, hast Du jetzt Lust auf eine Karriere in der Justiz?

Übrigens: In einem anderen Artikel von Superprof findest Du Informationen rund um den Anwaltsberuf!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.