Wenn man an das Jura Studium denkt, verbindet man die Ausbildung meist mit Jobs wie Rechtsanwalt / Rechtsanwältin, Richter /Richterin, Staatsanwalt /Staatsanwältin oder Notar und Notarin.

Tatsächlich hast Du neben diesen klassischen juristischen Berufen aber noch viele weitere tolle Karrieremöglichkeiten.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Ausbildung zur Wirtschaftsjuristin bzw. zum Wirtschaftsjurist? Die Ausbildung ist noch recht neu und wird erst seit den 90ern in Deutschland angeboten, dennoch sind Wirtschaftsjuristen und Wirtschaftsjuristinnen sehr gefragt!

Vielleicht bist Du auch durch das Erste Juristische Staatsexamen gefallen und suchst nun nach einer Alternative, um doch noch im juristischen Bereich arbeiten zu können. Dann bist Du hier genau richtig!

Klingt toll! Aber wie werde ich Wirtschaftsjurist? Muss ich dafür Jura studieren? In welchem Bereich kann ich dann arbeiten? Was wären meine Aufgaben? ... Fragen über Fragen ...

Diese Fragen und wahrscheinlich noch mehr beantworten wir in diesem Artikel. Hier erfährst Du, was ein Wirtschaftsjurist ist, was seine Aufgaben sind und wie man überhaupt Wirtschaftsjurist werden kann.

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Und los geht's

Was ist ein Wirtschaftsjurist?

Wirtschaftsjuristen sind Juristen, die neben der rechtlichen Expertise auch ein gutes Verständnis für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mitbringen.

Anders als bei der klassischen juristischen Ausbildung wird der Fokus hier nämlich nicht auf die gerichtliche Tätigkeit im späteren Job, sondern den Zusammenhang von Recht und Wirtschaft gelegt.

Darüber hinaus hat der Studiengang Wirtschaftsrecht eine ausgeprägte internationale Ausrichtung. Auch das kommt im klassischen Jura-Studium mit Blick auf die Anstellung in einem Unternehmen mehr als zu kurz.

Damit eignen sich Wirtschaftsjuristen und Wirtschaftsjuristinnen ideal für die Tätigkeit in Unternehmen in der freien Wirtschaft.

Meist findet man sie dort in den jeweiligen Rechtsabteilungen, wo sie dank ihrer juristischen und wirtschaftlichen Kenntnisse zwischen den verschiedenen Abteilungen vermitteln können.

Als Wirtschaftsjurist findest Du zum Beispiel einen Job in einem Unternehmen der freien Wirtschaft.
Die meisten Wirtschaftsjuristen arbeiten in kleineren oder größeren Unternehmen. | Quelle: Unsplash

Wirtschaftsjuristen und Wirtschaftsjuristinnen haben neben kleineren und größeren Unternehmen aber noch deutlich mehr Tätigkeitsmöglichkeiten. Sie können auch Jobs in folgenden Bereichen finden:

  • Industrie, Handwerk und Dienstleistung
  • Groß- und Einzelhandel
  • Banken, Kreditinstitute, Finanzdienstleister und Versicherungen
  • Öffentlicher Dienst und Öffentliche Verwaltung
  • Wirtschaftsprüfung
  • Steuerberatung
  • Hochschule
  • Wirtschaftsverbände und -kammern
  • Etc.

Übrigens: Der bedarf an Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen ist enorm hoch, da sich jedes Unternehmen gezwungenermaßen mit zahlreichen rechtlichen Fragen und Problem auseinandersetzen muss. Das fängt schon bei der Gründung des Unternehmen an. GmbH, AG, OHG...??

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Was machen Wirtschaftsjuristen?

Als Wirtschaftsjuristin bzw. Wirtschaftsjurist arbeitest Du meistens für ein Unternehmen aus der Wirtschaftsbranche. Du bist grob gesagt dafür zuständig, das Unternehmen in verschiedenen rechtlichen Angelegenheiten zu beraten und zu vertreten.

Was letztendlich Dein konkreter Job ist, hängt allerdings eng mit dem Unternehmen und den Bedürfnissen Deines Arbeitgebers zusammen. Während Du in einem kleinen Unternehmen quasi für alle Rechtsangelegenheiten zuständig bist, wirst Du in einem größeren Unternehmen ein bestimmtes Spezialgebiet haben, das feste Aufgaben definiert.

Zu Deinem Job als Wirtschaftsjurist gehört auch die steuerrechtliche Beratung des Unternehmens.
Wirtschaftsjuristen beraten vor allem Unternehmen in rechtlichen Angelegenheiten. | Quelle: Unsplash

Dennoch haben wir im Folgenden mal ein paar typische Aufgaben zusammengefasst, die Dich als Wirtschaftsjurist oder Wirtschaftsjuristin in einem Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten:

  • Vertragsgestaltung und Vertragsprüfung wie Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen
  • Rechtliche Prüfung und Begutachtung betrieblicher Änderungen
  • Gerichtsverhandlungen vorbereiten
  • Unterstützung bei steuerrechtlichen Fragen
  • Überwachung und Koordinierung betrieblicher Abläufe wie Buchhaltung überprüfen oder Abrechnungen und Jahresabschlüsse vorbereiten
  • Etc.

Welche Berufe gibt es noch für Juristen? Hier erfährst Du mehr!

Wie kann ich Wirtschaftsjurist werden?

Gerade bei den besonders hoch angesehenen juristischen Berufen wie Richter/in oder Staatsanwalt/-anwältin sind ein Studium der Rechtswissenschaften, das Durchlaufen des Referendariats und das erfolgreiche Bestehen des Ersten und Zweiten Juristischen Staatsexamens zwingend.

Ohne beide Staatsexamen bekommst Du nämlich nicht den Titel Volljurist/in und damit fehlt Dir die nötige Befähigung für das Richteramt. Die brauchst Du zwingend, wenn Du Richter/in, Notar/in oder Staatsanwalt/-anwältin werden möchtest.

Anders beim Beruf des Wirtschaftsjuristen.

Um Wirtschaftsjurist oder Wirtschaftsjuristin zu werden, musst Du nicht Jura auf Staatsexamen studiert haben. Es reicht auch ein Wirtschaftsrecht-Studium mit Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.).

Den Studiengang kannst Du ganz klassisch als Präsenzstudium an einer Hochschule (Fachhochschule oder Universität) absolvieren. Mittlerweile gibt es aber auch die Möglichkeit des Fernstudiums für Wirtschaftsjuristen.

Bachelor of Laws (LL.B.)

Das Bachelor-Studium dauert in der Regel 6 bis 8 Semester.

Wie auch das klassische Jura-Studium ist der Bachelor of Laws in ein Grund- und ein Schwerpunktstudium unterteilt. Dabei machen die Rechtswissenschaften mindestens 50% der Studieninhalte aus. Mindestens 25% sind Wirtschaftswissenschaft. Die restlichen 25% kannst Du fächerübergreifend belegen.

Im Grundstudium lernst Du zunächst einmal die Basics. Das könnten Folgende sein:

  • Zivilrecht (BGB AT, Schuldrecht, Sachenrecht)
  • Öffentliches Recht (Staats- und Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht)
  • Unternehmensrecht wie Handels-, Arbeits-, Sozial-, Wettbewerbs-, Versicherungs-, Kartell-, Konzern-, Insolvenz- und Steuerrecht
  • Wirtschaftsstrafrecht
  • Internationales und Europarecht
  • Vertragsgestaltung, Vertrags- und Produkthaftung
  • Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre wie Mikro- und Makroökonomie, Unternehmensführung, Logistik, Marketing und Personalwesen
  • Grundlagen des Managements
  • Rechnungswesen
  • Bilanzierung und Controlling
  • Meist auch noch Rechts- und Wirtschaftsenglisch

Die Aufzählung ist natürlich keinesfalls abschließend. Die Inhalte und der Aufbau hängen von der jeweiligen Hochschule ab, an der Du studierst.

Im Schwerpunktstudium kannst Du dann Deine persönlichen Interessen verfolgen und Dich schon eimal ein wenig in eine Richtung spezialisieren, zum Beispiel im Bereich des Arbeits- und Personalrechts, der Steuer- und Finanzdienstleistungen oder im internationalen Wirtschaftsrecht.

Welche Schwerpunkte zur Auswahl stehen, variiert selbstverständlich von Hochschule zu Hochschule und kann dementsprechend sehr unterschiedlich ausfallen.

Master of Laws (LL.M.)

Anschließend kannst Du auch noch einen Master of Laws (LL.M.) anhängen. Das gibt Dir die Möglichkeit, Dich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet zu spezialisieren und erhöht Deine Chance nach dem Studium eine der heißbegehrten Stellen im Management zu ergattern.

Der Master of Laws baut auf dem Bachelor of Laws auf und dauert in der Regel noch einmal 2 bis 5 Semester.

Der Master of Laws (LL.M.) ist auch für Volljuristen eine sinnvolle Weiterbildung und Zusatzqualifikation. | Quelle: Unsplash

Ein kleiner Tipp: Du kannst den Master auch teilweise oder komplett im Ausland absolvieren. Das wird gerade von internationalen Unternehmen der freien Wirtschaft gerne gesehen. Viele Bereiche im Unternehmen finden in Englischer Sprache statt. Hervorragende Englischkenntnisse sind deshalb häufig zwingendes Kriterium für eine Einstellung.

BBL und MBL

Eine weitere Möglichkeit sind der sogenannte Bachelor of Business Law (BBL) und der Master of Business Law (MBL).

Im Großen und Ganzen decken sich der Bachelor und Master of Business Law mit dem Bachelor und Master of Laws. Erstere sind allerdings noch mehr auf Internationales Recht fokussiert. 

Oft finden auch die Vorlesungen in englischer Sprache statt.

Bist Du Dir noch nicht ganz sicher, was Du nach dem Studium machen möchtest, kannst Du auch zunächst einmal das klassische Jura-Studium beginnen. Entscheidest Du Dich dann für eine Karriere als Wirtschaftsjurist/in, kannst Du nach dem Ersten oder Zweiten juristischen Staatsexamen problemlos einen Master of Laws (LL.M.) dranhängen (sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit).

Gerne wird diese Weiterbildung als Zusatzqualifikation im Ausland absolviert. Das bietet sich auch an, wenn Du eine Karriere in einer Großkanzlei (zum Beispiel in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf oder Frankfurt) anstrebst.

Wirtschaftsjurist vs. Volljurist

Du bist gerade mit der Schule fertig, hast Dein Abitur in der Tasche und würdest gerne Jura studieren? Du bist Dir aber nicht sicher, ob Du das klassische Jura-Studium oder lieber ein Wirtschaftsrecht-Studium beginnen sollst? Welcher Studiengang ist besser?

Beide Studiengänge haben ihre Vor- und Nachteile. Primär solltest Du Dir aber zunächst einmal überlegen, was Du mit Deinem Abschluss später beruflich machen möchtest.

Möchtest Du Richter/in, Notar/in oder Staatsanwalt bzw. Staatsanwältin werden, kommst Du um ein klassisches Jura-Studium mit Referendariat und zwei Staatsexamen nicht herum.

Wie oben bereits erwähnt, erlangst Du nur als Volljurist bzw. Volljuristin die Befähigung zum Richteramt und die ist für alle drei Berufe nunmal Voraussetzung. Daran lässt sich nichts rütteln.

Außerdem dürfen nur Volljuristinnen und Volljuristen freiberufliche Rechtsberatung ausüben sowie Mandantinnen und Mandanten vor Gericht vertreten.

In dem Fall müssen Unternehmen auf Volljuristen und Volljuristinnen zurückgreifen, die ja für eben solche gerichtlichen Verfahren gründlichst ausgebildet wurden.

Soll ich Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaften studieren?
Weißt Du jetzt schon, dass Du später bei einem Unternehmen aus der Wirtschafts-Branche arbeiten möchtest, bietet sich der Studiengang Wirtschaftsrecht an. | Quelle: Unsplash

Als Wirtschaftsjurist oder Wirtschaftsjuristin kannst Du das Unternehmen, für das Du arbeitest, also nur vor Gericht vertreten, wenn bei dem jeweiligen Verfahren kein Anwaltszwang herrscht.

Dann können Unternehmen ihre Wirtschaftsjuristen einfach bevollmächtigen und sich so vor Gericht vertreten lassen.

Wieso stellen Unternehmen dann nicht gleich Volljuristinnen und Volljuristen ein? Wieso gibt es den Beruf des Wirtschaftsjuristen / der Wirtschaftsjuristin dann überhaupt?

Der Vorteil eines Wirtschaftsrecht-Studiums liegt ganz klar in der wirtschaftlichen Expertise. Anders als Volljuristinnen und Volljuristen können Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen ein breites betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen vorweisen und so die Unternehmensinteressen optimal berücksichtigen.

Worauf wartest Du noch?! Schau Dir gleich die Stellenangebote an und suche Deine Traum-Anstellung raus!

Wir hoffen, unsere Ausführungen in diesem Artikel haben Dir gefallen und konnten Dir dabei helfen, Dich zu entscheiden, ob so ein Wirtschaftsrecht-Studium vielleicht genau das Richtige für Dich ist!

Lies auch unseren Leitfaden zu juristischen Berufen! Dort findest Du noch mehr Möglichkeiten für Deine juristische Karriere. Vielleicht willst Du ja doch lieber klassischer Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin werden?!

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.