Die Auswahl an juristischen Berufen, die Du nach bestandenem Zweiten Juristischen Staatsexamen anstreben kannst, ist wirklich groß und facettenreich. Die meisten entscheiden sich wohl für den klassischen Weg, sie werden Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin.

Weitere klassische Berufsbilder wären aber auch das Richteramt, die Staatsanwaltschaft oder das Notariat.

Während die meisten sich noch grob etwas unter dem Beruf und der Tätigkeit eines Richters bzw. einer Richterin vorstellen können, wird es in Sachen Staatsanwalt / Staatsanwältin und Notar / Notarin schon etwas schwammiger.

Vor allem der Beruf des Notars / der Notarin ruft bei den meisten nur ein großes Fragezeichen hervor.

Was ist denn eigentlich ein Notar?

Der Notar bzw. die Notarin ist unabhängige/r Träger/in eines öffentlichen Amtes.

Der Notar / die Notarin muss also stets unabhängig und unparteiisch bleiben. Er oder sie wird vom Justizminister ernannt und bekommt vom Staat hoheitliche Befugnisse übertragen, um eine vorsorgende Rechtspflege in Deutschland ausüben zu können.

Das klingt schonmal ziemlich eindrucksvoll, erklärt aber nicht, was Notare und Notarinnen nun eigentlich machen und wieso man ihre Dienste überhaupt benötigt.

Diese und weitere Fragen beantworten wir deshalb in diesem Artikel!

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Braucht man Notare überhaupt?

Die Dienste eines Notars oder einer Notarin sind bekanntlich nicht ganz günstig. Deshalb ist es durchaus berechtigt, sich zu fragen, ob man Notare / Notarinnen überhaupt braucht oder sich die hohen Gebühren doch lieber sparen kann.

Kann ich meinen Hausverkauf nicht einfach selbst regeln? Wieso brauche ich dafür einen Notar oder eine Notarin?

Wie auch beim Rechtsanwalt / bei der Rechtsanwältin lässt sich zum Berufsbild der Notare und Notarinnen sagen: Sie werden immer gebraucht!

Denn ebenso wie in vielen Verhandlungen vor Gericht eine sogenannte Anwaltspflicht besteht, besteht das Erfordernis einer notariellen Beurkundung für eine ganze Reihe von Verträgen und Rechtsgeschäften.

Die meisten Verträge und Rechtsgeschäfte können ganz einfach mündlich oder schriftlich zwischen den Parteien geschlossen werden, ohne dass die Beurkundung durch einen Notar oder eine Notarin erforderlich wäre.

Für manche Rechtsgeschäfte und Verträge wie beispielsweise den Immobilienkauf hat der Gesetzgeber allerdings eine solche Beurkundung für nötig befunden.

Das gilt für besonders bedeutsame Verträge und Rechtsgeschäfte und hat verschiedene Gründe.

Die notarielle Beurkundung erfüllt nämlich eine sogenannte Beweis-, Beratungs- und Warnfunktion.

Viele Verträge sind ohne notarielle Beurkundung unwirksam.
Viele Verträge müssen von einem Notar notariell beurkundet werden. | Quelle: Pixabay

Einmal beweist die notarielle Beurkundung beim Hausverkauf, dass der vereinbarte Kaufpreis für die Immobilie vom Käufer an den Verkäufer gezahlt wurde und dass das Eigentum an der Immobilie vom Verkäufer auf den Käufer übergegangen ist.

Gleichzeitig wird durch die Beurkundung aber auch garantiert, dass die Beteiligten des Rechtsgeschäfts ausreichend beraten und gewarnt wurden.

Dabei ist der Notar oder die Notarin aber kein Rechtberater/in wie der Rechtsanwalt oder die Rechtsanwältin. Die notarielle Beratung beschränkt sich in der Regel auf das Erteilen von Hinweisen bezüglich des vorliegenden Rechtsgeschäfts.

Das heißt, die Vertragsparteien werden über sämtliche Rechte, Pflichten und Konsequenzen aufgeklärt, sodass sie die Reichweite ihrer Entscheidung auch wirklich verstehen.

Es ist aber auch möglich im Vorfeld von einem Immobilienkauf oder anderem eine notarielle Beratung in Anspruch zu nehmen. Der Notar ist allerdings verpflichtet, stets unabhängig und unparteiisch zu sein.

Anders als der Rechtsanwalt / die Rechtsanwältin, der/die ja gerade die Interessen des Mandanten oder der Mandantin vertreten und somit parteiisch sein soll.

Stellt der oder die Notarin Gesetzeswidrigkeiten im Rechtsgeschäft fest, wird die Beurkundung nicht vorgenommen und das Rechtsgeschäft ist unwirksam.

Ohne die notarielle Beurkundung ist der Kaufvertrag also unwirksam.

Willst Du also ein Grundstück oder Immobilien kaufen, kommst Du gar nicht drum herum, die Dienste eines Notars oder einer Notarin in Anspruch zu nehmen.

Das gilt nicht nur beim Kauf und Verkauf von Grundstücken. Gleiches gilt auch für den Erbvertrag, den Ehevertrag usw.

Die Aufgaben eines Notars

Auf die Frage "was ein Notar eigentlich macht" würden die meisten wahrscheinlich antworten: "Ein Notar beurkundet doch den Kauf von Immobilien, oder nicht?!"

Ja, das stimmt. Allerdings bringt das Notariat noch zahlreiche weitere und vielfältige Aufgaben mit sich. Tatsächlich ist die Tätigkeit eines Notars oder einer Notarin recht breit gefächert.

Folgende Aufgaben fallen zum Beispiel in die Tätigkeit eines Notars bzw. einer Notarin:

Notarielle Beurkundungen von Rechtsgeschäften des Grundstücks-, Gesellschafts-, Familien- und Erbrechts

Wie oben bereits gesagt, ist es bei besonders bedeutsamen Rechtsgeschäften Deine Aufgabe, die Parteien auf ihre Rechte, Pflichten und die Folgen des Rechtsgeschäfts hinzuweisen. Du erfüllst damit eine Beratungs- und Warnfunktion.

Zusätzlich dient die notarielle Beurkundung dem Beweis, dass alles mit rechten Dingen vorging, erfüllt also eine sogenannte Beweisfunktion.

Zu dieser Tätigkeit gehört auch, dass Du entsprechende Urkunden entwirfst und im Rahmen der notariellen Beurkunden den Parteien des Rechtsgeschäfts vorliest.

Wollen die Parteien beispielsweise einen Immobilienkaufvertrag oder einen Ehevertrag abschließen, wird dieser unter Anwesenheit aller vom Notar / von der Notarin laut verlesen.

Ich war im Rahmen meiner juristischen Tätigkeit schon öfters mal beim Notar. Niemals zuvor habe ich jemanden so schnell lesen hören! Das ist wirklich ein Erlebnis für sich.

Ist der Vertrag über den Kauf einer Immobilie nicht notariell beurkundet, ist er unwirksam.
Der Kaufvertrag über Immobilien muss immer notariell beurkundet werden. Ansonsten ist er rechtlich unwirksam. | Quelle: Pixabay

Eine solche notarielle Beurkundung ist vor allem bei Rechtsgeschäften des Grundstücks-, Gesellschafts-, Familien- und Erbrechts vorgesehen.

Im Bereich des Grundstücksrechts fällt darunter zum Beispiel der Immobilienkaufvertrag. Außerdem sorgst Du für die Eintragung ins Grundbuch.

Staatliche Register wie das Grundbuchamt oder das Handelsregister verlassen sich bei ihren Eintragungen auf die notariellen Urkunden des Notars / der Notarin.

Im Gesellschaftsrecht sind die Dienste eines Notars bzw. einer Notarin unter anderem für die Gründung (GbR, GmbH, AG etc.) oder Umstrukturierung von Unternehmen notwendig. Außerdem sorgst Du für die Eintragung ins Handelsregister.

Im Rahmen des Familienrechts beurkundest Du beispielsweise Eheverträge, Vorsorgevollmachten und verschiedene Vereinbarungen rund um die Versorgung von Kindern (Sorgerechts- und Unterhaltsregelungen, Adoptionen etc.) Als Notar oder Notarin kannst Du die Parteien aber auch beim Verfassen von Scheidungspapieren oder Ehevereinbarungen beraten.

Im Erbrecht bist Du für die Beurkundung von Erbverträgen sowie die Errichtung und Beurkundung von Testamenten zuständig.

Der Notar bzw. die Notarin vermittelt also sozusagen zwischen den Parteien eines Vertrags bzw. Rechtsgeschäfts.

Auch die Beurkundung von Betreuungs- oder Patientenverfügungen muss durch einen Notar oder eine Notarin beurkundet werden.

Notarielle Beglaubigung von Unterschriften, Handzeichen und Abschriften

Notarielle Beglaubigung? Wo liegt der Unterschied zur notariellen Beurkundung?

Während die notarielle Beurkundung den gesamten Inhalt auf seine Rechtmäßigkeit prüft, also bestätigt, dass alles rechtswirksam ist, bestätigt die notarielle Beglaubigung lediglich die Echtheit von Unterschriften, Handzeichen und Abschriften.

Auch Testamente fallen in den Aufgabenbereich der Notare.
Das Testament kannst Du sogar beim Notar hinterlegen. | Quelle: Pixabay

Eine inhaltliche Prüfung findet hier jedoch nicht statt.

Verwahren von fremdem Vermögen und Urkunden

Bei einem Immobilienkauf können die Parteien auch die Option wählen, die Zahlung des Kaufpreises über den Notar / die Notarin abzuwickeln.

Das bedeutet, dass das Geld nicht direkt an den Verkäufer, sondern auf ein sogenanntes Anderkonto überwiesen wird.

Durch dieses Vorgehen sind die Parteien besser vor Betrug geschützt.

Auch Testamente kannst Du auf Wunsch Deiner Mandanten und Mandantinnen aufbewahren. So sind diese vor dem Verschwinden geschützt.

Ausbildung von Notaranwärtern und -anwärterinnen

Da die Spezialausbildung für das Notariat in einem Notarbüro stattfindet, bist Du natürlich auch für die Ausbildung zukünftiger Notarinnen und Notare zuständig. 

Über einen Zeitraum von drei Jahren schauen sie Dir über die Schulter, arbeiten mit Dir zusammen und sammeln so wertvolle Praxiserfahrung, um später selbstständig als Notarinnen und Notare arbeiten zu können.

Weitere Aufgaben sind:

  • die Durchführung von freiwilligen Versteigerungen
  • die Vermittlung von Nachlassauseinandersetzungen
  • etc.

Voraussetzungen: Wie kann ich Notar werden?

Wie bei allen klassischen juristischen Berufen ist für das Notariat zunächst einmal eine erfolgreich abgeschlossene juristische Ausbildung erforderlich.

Das heißt, um Notar oder Notarin zu werden, musst Du Jura studieren, das erste Staatsexamen bestehen, das Referendariat durchlaufen und auch das zweite Staatsexamen bestehen.

Hast Du das alles geschafft, bist Du Volljurist/in und somit zum Richteramt befähigt. Das ist die Grundvoraussetzung, wenn Du Notar/in werden möchtest.

Für den Antritt des Notariats gibt es allerdings noch zusätzliche Voraussetzungen:

  • Das Absolvieren einer Spezialausbildung in einem Notarbür: Die dauert in der Regel ca. 3 Jahre. Sie dient dazu, nachzuweisen, dass Dir die notarielle Berufspraxis ausreichend bekannt ist, da ein Notar bzw. eine Notarin als Träger/in eines öffentlichen Amtes wirklich für den Beruf qualifiziert sein sollte. Er oder sie repräsentiert sozusagen den Staat.
Der Notar verliest den kompletten Kaufvertrag.
Notare müssen die Beteiligten eines Rechtsgeschäfts ausreichen aufklären. | Quelle: Pixabay
  • Das Ablegen und Bestehen einer notariellen Fachprüfung: Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
  • Vorherige Anwaltstätigkeit: Mindestens fünf Jahre solltest Du bereits als Anwalt bzw. Anwältin tätig gewesen sein, und davon mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung.
  • Das Einhalten der festgelegten Altersgrenze: Willst Du erstmals Notar oder Notarin werden, darfst Du das sechzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben.
  • Jährliche Teilnahme an Fortbildungen der zuständigen Notarkammer in Deutschland: Für mindestens 15 Stunden pro Jahr solltest Du an solchen Fortbildungen teilnehmen.

Kann jeder / jede Notar werden?

Nein. Zumindest nicht in jedem Bundesland. In vielen Bundesländern gibt es nämlich eine Notengrenze. In Bayern wird aktuelle zum Beispiel eine Examensnote von mindestens 8 Punkten verlangt.

Übrigens: Es gibt hauptberufliche Notare und sogenannte Anwaltsnotare. Als hauptberuflicher Notar oder Notarin arbeitest Du ausschließlich in dieser Funktion. Als Anwaltsnotar bist Du ebenfalls als Rechtsanwalt zugelassen.

Na, haben wir Dir eine Karriere im Notariat schmackhaft gemacht? Auch finanziell lohnt sich dieser Karriereweg durchaus!

Was macht eigentlich ein Wirtschaftsjurist?

Willst Du noch mehr über die verschiedenen juristischen Berufe erfahren, dann schau Dir unseren Leitfaden an!

Gibt es abgesehen von den klassischen Berufen auch andere Alternativen für Juristen?

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.