Unsere Körper sind nützliche Werkzeuge. Wir gebrauchen sie jeden Tag und mithilfe von Yoga und Atemübungen können wir noch viel mehr aus ihnen herausholen. Atemübungen sind neben der Meditation und Yoga Asanas ein wichtiger Bestandteil der Yogapraxis. Viele von uns haben Probleme, richtig zu atmen – häufig ohne, dass sie sich dem bewusst sind. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass zwischen 30 und 45 % der Erwachsenen regelmäßig schnarchen aufgrund einer falschen Atemweise. Der Atem ist das Notwendigste, was wir zum Leben brauchen. Während wir einige Tage ohne Wasser und sogar einige Wochen ohne Nahrung auskommen können, sind es nur wenige Minuten, die wir ohne Luft weiterleben können. Atmen bedeutet also Leben. Wir atmen von der ersten bis zur letzten Sekunde unseres Lebens, ununterbrochen und oft ohne, dass wir es mitbekommen. Allein durch den Atem sind wir durchgehend in Bewegung. Leben heißt, in Bewegung zu sein. Über den Einatem nimmst du neue Energie auf und gibst über den Ausatem verbrauchte Energie ab. Der Atem ist faszinierend und erhält in der westlichen Welt oft noch nicht die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Im Yoga jedoch wird auf die Atmung ein großer Fokus gelegt. Pranayama hat hier sogar einen höheren Stellenwert als die Asana-Praxis - diese dient vielmehr der Vorbereitung auf die Atemübung. Wie kannst du also mithilfe von Yoga Herr über deinen Atem werden? Um diese Frage wird es in diesem Artikel gehen. Wir werden aufzeigen, warum die Atmung im Yoga so wichtig ist, welche Rolle Achtsamkeit und die eigene Körperwahrnehmung spielen und wie du während der Yogapraxis atmen solltest. Außerdem zeigen wir dir drei einfache Atemübungen, mit denen du gleich beginnen kannst!“If you want to conquer the anxiety of life, live in the moment, live in the breath.”
– Amit Ray
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Die Bedeutung der Yoga Atmung
Yoga erfreut sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Menschen sind daran interessiert, wie sie „richtig“ Yoga üben. Es gilt zu lernen, wie man den Körper langsam aufwärmt, wie man Achtsamkeitsmeditation oder andere Meditationstechniken im Yoga anwendet und wie man zu jeder Zeit seinen Atem kontrollieren kann. Die yogische Atemarbeit (auch Pranayama genannt) unterscheidet sich von der normalen Atmung: Denn du atmest nicht einfach unbewusst ein und aus, sondern hörst auf deinen Körper, Empfindungen und Schmerzen. Du spürst, wie dein Geist sich durch die tiefe Atmung beruhigt und den Körper einfach machen lässt. In der Yogaphilosophie heißt es, dass dein Atem deine Lebenskraft ist – weswegen er von herausragender Bedeutung für die Yogapraxis auf und jenseits der Matte ist. Das Sanskrit Wort Pranayama setzt sich aus den beiden Bestandteilen "prana" und "yama" zusammen. Prana bedeutet so viel wie "Lebensenergie" und yama "Kontrolle" oder "kontrollieren". Mit der Lebensenergie ist die Atmung gemeint - im Pranayama geht es also darum, die Atmung zu kontrollieren. Der Atem ist ein Werkzeug, mit dem du zu jeder Zeit Angst und Stress bewältigen kannst. Du kannst ihn nutzen, um zu entspannen, dein Nervensystem zu beruhigen und Schmerz zu lindern – einfach, indem du kontrolliert Luft durch deine Nasenlöcher fließen lässt.
Die vollständige Yoga Atmung
Zur vollständigen Atmung im Yoga gehören nicht nur die Ein- und Ausatmung, sondern auch dazwischenliegende Atempausen. Insgesamt gibt es also vier Phasen:- Einatmen
- Atempause
- Ausatmen
- Atempause

- Setz dich in eine bequeme Position auf den Boden oder ein Kissen.
- Lege zuerst die Hände auf deinen Bauch und atme soweit ein, dass du spürst, wie der Bauch unter deinen Händen sich anhebt.
- Anschließend bring die Hände in deine Seiten. Auch hier atmest du so tief ein, dass du spürst, wie deine Körperseiten sich ausdehnen.
- Im dritten Schritt bringst du die Hände auf deinen Brustkorb, unterhalb der Schlüsselbeine. Spüre, wie in der Einatmung deine Brust und dein Brustbein unter den Händen anhebt und in Richtung Kinn zieht.
Die Bedeutung des Zwerchfells in der Yoga Atmung
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass viele Yogalehrer und Yogalehrerinnen während des Unterrichts häufig vom Zwerchfell sprechen? Dies hat in der Yogaatmung eine große Bedeutung - denn die anvisierte Bauchatmung ist nur mithilfe des Zwergfells möglich. Das Zwerchfell, auch Diaphragma genannt, ist der größte und wichtigste Atemmuskel. Es hat in der Entspannung eine kuppelartige Form, du kannst dir diese wie einen nach oben gewölbten Fallschirm vorstellen, und trennt die Bauchhöhle von der Brusthöhle.
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Die Wirkung von Pranayama
"Breath is the king of mind.” ― B.K.S. IyengarPranayama und eine bewusste Atmung helfen dir langfristig zu mehr Wohlbefinden im Alltag und während der Yogapraxis. Der Atem ist, wie schon erwähnt, deine Lebensenergie. Wenn du lernst, diese zu kontrollieren, kannst du sie gezielt für dich nutzen. So gibt es sowohl Atemmethoden, um deine Energie anzuheben und dich anschließend frischer, wacher und energetisierter zu fühlen. Andere Atemmethoden sorgen dafür, dass du dich entspannst und zur Ruhe kommst. Du kannst die unterschiedlichen Atemweisen so für dich nutzen, wie du sie im Alltag gerade benötigst. Als Faustregel gilt: Energetisierende Atemübungen, wie Kapalabhati oder Bhastrika eher morgens und beruhigende Atemübungen eher am Abend oder immer dann, wenn du dich unruhig und gestresst fühlst.

Wie dir deine Körperwahrnehmung hilft, besser zu atmen
Wenn du richtig atmest, hörst du auf deinen Körper. Das hilft dir, deine tiefe Ein- und Ausatmung zu kontrollieren. Wir vergessen oft, dass unser Metabolismus ein guter Indikator für unsere allgemeine Gesundheit ist und dafür, wie gut wir auf unseren Körper aufpassen. Um dich weniger gestresst und angstvoll und dafür positiver zu fühlen, probiere es mal mit bewusstem Atmen! Wenn es dich irgendwo schmerzt, sei es im Schlüsselbein, Rücken oder dem Fuß, probiere es mal, genau dorthin zu atmen, um den Schmerz zu verringern. Hör auf deinen Körper und er wird dir sagen, was falsch läuft. Wenn er Zeit zum Heilen braucht, kannst du ihn mit tiefer Ein- und tiefer Ausatmung unterstützen. Wenn Yoga dir nur eine Sache beibringen kann, dann ist es, deinen Atem richtig einzusetzen.
Richtig atmen während der Yogapraxis
Allein indem du vollkommen ausatmest wirst du achtsam mit deiner eigenen Atmung – was dir in sämtlichen Yogaübungen helfen wird. Einige Übungen erfordern jedoch eine bestimmte Art der Atmung oder sind mit der richtigen Atmung zumindest viel besser auszuhalten. Dann solltest du wirklich wissen was du tust und auf deinen Körper hören. Eine Sequenz von Yogaposen kann deinen Körper schnell ermüden. Wenn du dabei jedoch auf yogische Weise atmest, kannst du deine Energie besser verwalten und nicht so schnell außer Atem geraten. In den meisten Yogaarten bist du angehalten, die Ujjayi-Atmung anzuwenden. Du atmest durch die Nase ein und aus und verschließt dabei leicht deine Luftröhre. Die Ujjayi-Atemtechnik ermöglicht eine besonders tiefe und bewusste Atmung. Eine Möglichkeit, dies zu üben, ist zunächst den Mund zu öffnen und beim Ein- und Ausatmen „haaa“ zu hauchen. Anschließend schließt du deinen Mund und behältst aber die Verengung in der Luftröhre bei. Aufgrund des entstehenden Geräuschs wird die Ujjayi-Atmung auch als Meeresrauschen-Atmung bezeichnet. Grundsätzlich wird in der Yogapraxis ein größerer Fokus auf die Ausatmung gelegt als auf die Einatmung. Über die Ausatmung gibst du alles, was der Körper gerade nicht mehr braucht, ab. Die Einatmung passiert dann beinahe automatisch, da der Körper den freigewordenen Raum wieder mit dem füllen möchte, was er benötigt.
3 einfache Atemübungen für Anfänger
Verschiedene Atemübungen können uns helfen, uns besser mit unserem Atem zu verbinden. Wir können lernen, ihn zu kontrollieren und bewusst einzusetzen. Er wird dann ein wertvolles Werkzeug, mit dem wir unser Leben leichter und besser gestalten können. Unser Atem kann uns dienen, wenn wir uns ängstlich oder gestresst fühlen, er kann uns beruhigen, wenn wir eine Panikattacke haben, und er kann uns helfen, tief in unseren Körper hinein zu spüren und Schmerzen zu verringern.
Nadi Shodhana Pranayama – die Yoga Wechselatmung
Bei der Nadi Shodhana Technik handelt es sich um die Wechselatmung, die in vielen Yogastunden praktiziert wird. Sie wirkt ausgleichend und beruhigend auf unseren Geist. Für die Ausgangshaltung finde einen bequemen Meditationssitz mit aufrechtem Rücken. Entspanne deinen Körper und schließ die Augen. Deine linke Hand liegt locker auf deinem linken Bein. Bring dann die Finger deiner rechten Hand vor dein Gesicht und platziere Zeige- und Mittelfinger zwischen deinen Augenbrauen. Deinen rechten Daumen legst du über deinem rechten Nasenloch ab und deinen linken Ringfinger über deinem linken Nasenloch. Verschließe dann mit deinem Daumen dein rechtes Nasenloch und atme langsam und bewusst durch dein linkes Nasenloch ein. Zähle im Kopf langsam bis drei. Schließe dann mit deinem Ringfinger dein linkes Nasenloch, öffne dein rechtes Nasenloch und atme durch dieses langsam aus. Zähle im Kopf wieder bis drei. Anschließend atme ebenfalls drei Takte lang durch dein rechtes Atemloch ein. Öffne dann dein linkes Nasenloch und verschließe dein rechtes. Atme drei Takte lang durch dein linkes Nasenloch aus. Dies war eine Runde – nun atmest du wieder durch dein linkes Atemloch ein und praktizierst 5-10 weitere Runden.Kapalabhati Pranayama – die Feueratmung
Kapalabhati bezeichnet den sogenannten Feueratem, der sich durch kraftvolle Ausatmungen kennzeichnet. Diese Atemtechnik eignet sich besonders für den Morgen, da sie sehr energetisierend und reinigend wirkt. Praktiziere Kapalabhati jedoch nicht, wenn du an Herzproblemen, Epilepsie oder Bluthochdruck leidest, schwanger bist oder gerade erst gegessen hast. Finde zunächst einen bequemen Meditationssitz. Deine Wirbelsäule und dein Kopf sind aufgerichtet und deine Hände ruhen locker auf deinem Schoß. Schließ deine Augen. Atme mehrmals bewusst ein und aus und dann besonders tief ein. Beginne dann, kräftig durch beide Nasenlöcher auszuatmen, indem du deine Bauchmuskeln aktivierend zusammenziehst. Die folgende Einatmung geschieht passiv und automatisch. Übe dies zehn Atemzüge lang, mache eine kurze Pause und praktiziere bis zu vier weitere Runden. Achte bei dieser Atemtechnik darauf, dass deine Schultern und dein Gesicht entspannt bleiben. Die kraftvolle Ausatmung geschieht allein durch das Aktivieren deines Abdomens.Brahmari Pranayama – die Bienenatmung
Die Bienenatmung ist ein angenehmes Pranayama, das unseren Geist und unser Nervensystem beruhigt, gegen Stress, Anspannung und Schlafstörungen hilft und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Finde auch hier einen bequemen Meditationssitz mit aufrechter Haltung. Deine Augen sind geschlossen und dein Körper entspannt. Deine Lippen liegen leicht aufeinander und die Kiefer liegen nicht aufeinander. Bring nun deine Arme zu den Seiten und beug die Ellbogen. Schließ mit deinem Zeige- oder Mittelfinger deine Ohren. Deine Aufmerksamkeit liegt in der Mitte deines Kopfes, auf deinem Kronenchakra. Dein Körper bleibt ganz still, wenn du nun durch die Nase einatmest und dann während einer langsamen, kontrollierten Ausatmung ein tiefes, gleichmäßiges Summen erzeugst. Dieses sanfte Summen bleibt während der gesamten Ausatmung bestehen. Du wirst ein leichtes Vibrieren in deinem Kopf wahrnehmen. Praktiziere diese Übung für 5 bis 10 Atemzüge. Besonders wirksam ist Brahmari, wenn du es am Abend oder am frühen Morgen praktizierst.Wann ist Pranayama gefährlich?
In aller Regel ist Pranayama nicht gefährlich und unbedenklich. Hör stets auf deinen Körper und achte darauf, dass die Atmung nie verkrampft und unentspannt ist. Beginne daher langsam und mit weniger langen Zählzeiten und Atempausen. Wenn du geübter wirst, kannst du die Atmung und Atempausen schrittweise verlängern. Der Atem sollte immer frei und leicht fließen können - vor, während und nach der Übung. Wenn du außer Atem gerätst oder deine Muskeln sehr anspannen, bist du zu weit gegangen. Aufpassen solltest du allerdings, wenn du schwanger bist - praktiziere in dem Fall auf keinen Fall Atempausen und sprich generell mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, was du beachten solltest. Auch wenn du an Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten erkrankt bist, konsultiere vorab deinen behandelnden Arzt oder deine Ärztin. Solltest du noch eher ungeübt und unerfahren im Yoga sein, übe nur gemeinsam mit einem Yogalehrer oder einer Yogalehrerin Pranayama. Er oder sie führt dich Schritt für Schritt durch die Übungen, gibt dir Hilfestellungen sowie wertvolle Tipps und stellt sicher, dass du alles richtig machst. Wenn du weitere Atemtechniken erlernen möchtest, such auf Superprof nach einem Yogalehrer oder Tutor! Dieser kann dich mitnehmen in die spannende Welt des Yogas für Anfänger und Fortgeschrittene und dir helfen, dich besser mit deinem Atem zu verbinden. Die Tutoren bei Superprof bieten ihren Unterricht entweder als Yoga Online Kurs über die Webcam oder persönlich in deiner Stadt an, z.B. für Yoga Köln oder Yoga Leipzig. Du kannst dich entscheiden, ob du Einzelunterricht bevorzugst oder gemeinsam mit Freunden üben möchtest! Die meisten Lehrer auf Superprof bieten ihre erste Stunde sogar kostenlos an.Mit KI zusammenfassen:









