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Was zeichnet die Deutsche Sprache & Kultur aus?

Von Melanie, veröffentlicht am 31/08/2018 Blog > Sprachen > Deutsch als Fremdsprache > Die Deutsche Kultur und ihre Vielfalt in Literatur, Musik, Geschichte

Egal, ob Du in Deutschland arbeiten, im Land von Beethoven studieren oder einfach so online Deutsch lernen möchtest, Du musst Dich unbedingt auch mit der deutschen Kultur auseinandersetzen.

Und einfach alles, was es über die deutsche Sprache zu wissen gibt, in Erfahrung bringen!

Die Heimat von Angela Merkel, Karl Lagerfeld und Michael Schumacher muss mit vielen Vorurteilen kämpfen, die insbesondere auf die dunkle Vergangenheit Deutschlands zurückzuführen sind.

So sind immer noch viele Leute der Meinung, dass die Deutschen sehr distanzierte und starrsinnige Menschen sind, genauso wie die deutsche Sprache, die sich so sehr von den romanischen Sprachen unterscheidet.

Diese Vorurteile müssen unbedingt abgebaut werden, denn Deutschland besitzt eine sehr vielfältige Kultur, und diese Feindseligkeit, die man Deutschland und den Deutschen oft entgegenbringt, ist wirklich nicht gerechtfertigt.

Die deutsche Bevölkerung und deren Kulturgeschichte verdienen es, dass man sie mit ihr beschäftigt und sie näher kennenlernt: Denn die deutsche Kultur und Traditionen halten in der Tat einige Überraschungen bereit!

Oder wie Kurt Tucholsky einst so schön sagte:

Den Deutschen muß man verstehen, um ihn zu lieben; den Franzosen muß man lieben, um ihn zu verstehen.

In diesem Artikel stellt Superprof seinen Lesern alles (oder fast alles) Wissenswerte zur deutschen Kultur vor.

Die deutsche Kultur: ein Erbe der Geschichte Deutschlands

Im Altpaläolithikum lebte der Homo Heidelbergensis in Deutschland – der Name stammt von der deutschen Stadt Heidelberg, in der die menschlichen Skelette dieser 600.000 bis 200.000 Jahre vor unserer Zeit lebenden Menschen entdeckt wurden.

Schriftstücke der Griechen und Römer, die belegen, dass sich das germanische Volk auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands ansiedelte, stammen aus dem 1. Jahrhundert vor Christus.

Es ist anzumerken, dass es bis zum 19. Jahrhundert kein deutsches Volk gibt.

Heidelberg: Fundort der Skelette des Homo Heidelbergensis! | Quelle: Pixabay

Die aus Skandinavien (Schweden, Norwegen, Dänemark) stammenden germanischen Stämme siedelten sich in Norddeutschland an und breiteten sich von der Antike bis zum Zeitalter des Christentums nach Süden aus.

Dabei trafen die Germanen auf ihren größten Feind, der sich seit einigen Jahrhunderten in Europa ausbreitete: die Römer.

Viele unabhängige Völkerstämme sicherten ihre Grenzen im Laufe militärischer Eroberungen, dieses Phänomen wird von Historikern die „Invasion der Barbaren“ genannt.

Vandalen, Burgunder, Sachsen, Alemannen fielen in das Gallien der Römerzeit ein und sorgten für den Untergang des Römischen Reiches.

Die römischen Gebiete werden „germanisiert“ und „christianisiert“.

Die Germanen gründeten kurzlebige Königreiche in England (die Angeln und die Sachsen), in Frankreich (Franken und Burgunder), in Italien (Langobarden und Ostgoten) und in Spanien (Westgoten).

Karl der Große, Herrscher über das Fränkische Reich, bestimmte im Jahr 800, dass der Rhein die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich sei.

Das, was wir heute als Deutschland kennen, wurde für einen Zeitraum von beinahe 1.000 Jahren als das Heilige Römische Reich deutscher Nation – von 962 bis 1806 – regiert.

Dieses sah sich als legitimer Nachfolger des karolingischen Reichs und des Römischen Reichs.

Bis zur Französischen Revolution im Jahr 1789 teilten sich mehr oder weniger 300 politische Einheiten die Herrschaft über das deutsche Gebiet.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts, als die Deutschen den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gewannen und sich der nationale Gedanke ausbreitete, wurde Deutschland, unter Otto von Bismarck (1815-1898), zu einem Reich zusammengeschlossen.

Am 18. Januar 1871 kam es im Spiegelsaal von Versailles zur „Kaiserproklamation“. Sie markierte die Gründung des Deutschen Kaiserreichs. | Quelle: Pixabay

Die Teilungen und Zusammenschlüsse Deutschlands haben im Laufe der Jahrhunderte auch die deutsche Sprache geprägt, der Grundpfeiler dieser einzigartigen Kultur.

Deutsche Intellektuelle und Künstler haben die Epoche der Renaissance, die großen wissenschaftlichen Entdeckungen und das Zeitalter der Aufklärung stark beeinflusst und tun dies immer noch.

Sie sind in allen zeitgenössischen Kunstarten zu finden: Gastronomie, Kino, Photographie, Malerei, Musik, Literatur, Philosophie und Politik.

Jeder hat schon einmal etwas von Gutenberg, Goethe, Kant, Hegel, Nietzsche, Marx, Engels, Kafka, Freud, Bach, Schumann, Schubert, Beethoven, Mozart oder auch Einstein gehört, um nur einige berühmte Namen zu nennen.

Die deutsche Kultur ist das Ergebnis einer mehr als 2.000 Jahre alten und zum Teil turbulenten Geschichte, in der im Laufe der Jahre Völker verschiedenen Ursprungs aufeinandertrafen und sich miteinander vermischten und somit unterschiedliche Sprachen, Identitäten und verschiedene Kulturen hervorgebracht haben.

Deutsche Literatur und Philosophie

Jede Epoche wurde von großen Denkern und Künstlern geprägt, die neue Ideen geliefert und zum Fortschritt beigetragen haben.

Deutschland muss sich für sein künstlerisches und kulturelles Erbe nicht schämen, denn es kann zahlreiche Schlüsselfiguren vorweisen, die von einer reichen und einflussreichen Kultur zeugen.

Es folgt ein kurzer Überblick über das kulturelle Erbe Deutschlands, der Dich optimal auf Deinen Deutschunterricht vorbereitet.

Die deutsche Literaturgeschichte ist sehr facettenreich und es gibt sehr viele deutsche Schriftsteller, die die deutsche Kultur geprägt haben.

Die Literatur ist – wie jede Kunstart – schon immer ein Ausdrucksmittel für bestimmte Meinungen, politische Ansichten gewesen, sie ist ein Botschafter von Ideen.

Die Kunst kann in der Regel nicht von dem wirtschaftlichen, politischen und sozialen Hintergrund, in dem sie entsteht, getrennt werden.

Viele deutsche Schriftsteller haben die Literaturgeschichte geprägt! | Quelle: Pixabay

Es gibt ab dem Zeitaleter Renaissance, der Aufklärung im 18. Jahrhundert oder der auch der zeitgenössischen Literatur zahlreiche deutsche literarische Strömungen:

  • die Lyrik des Barocks: Während des Dreißigjährigen Kriegs schildern viele Poeten die Schrecken des Kriegs, sie geben ihre Gefühle in Sonettform zum Ausdruck.
  • die Literatur der Aufklärung: diese europäische Bewegung stellt das Individuum, rationales Denken und Vernunft in den Vordergrund, der wichtigste deutsche Aufklärer war E. Kant (1724-1804). Er verfasste u. a. das bekannte Werk „Kritik der reinen Vernunft“.
  • der Sturm und Drang und die Weimarer Klassik: Eine literarische Protestbewegung der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die die Auflehnung der Jugend gegen die moralische Verkommenheit des Bürgerturms und des Adels zur Sprache bringt. Zu dieser Bewegung zählt u. a. J.W. Goethe (1749-1832), der 1774 die „Leiden des jungen Werther“ verfasste.
  • die Romantik,
  • der Naturalismus,
  • der Impressionismus,
  • der Dadaismus,
  • die Trümmerliteratur, die nach 1945 in Deutschland entstand.

Die deutsche Literatur ist das Spiegelbild der jeweiligen Epoche, deren Tragödien, wie der Zweite Weltkrieg, die Nazidiktatur oder der Holocaust.

Ereignisse, die für viele deutschsprachige Autoren wie Johanna Arendt (1906-1975), die berühmte deutsch-amerikanische Politologin, oder Stefan Zweig (1881-1942), der zu den großen deutschen Schriftstellern zählt, zum Thema wurden.

Auch im Bereich der Philosophie und intellektuellen Bewegungen kann Deutschland mit international berühmten Denkern aufwarten.

Die deutschen Philosophen haben einen enormen Einfluss auch die westliche und europäische Welt genommen.

Hier einige Namen:

  • Martin Luther (1483-1546), die zentrale Figur der Reformation.
  • Gottfried Wilhem Leibniz (1646-1716), Philosoph, Mathematiker, Diplomat, Jurist und deutscher Philologe.
  • Emmanuel Kant (1724-1804), Verfechter des Kritizismus.
  • Johann Gottlieb Fichte (1762-1814),
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831),
  • Arthur Schopenhauer (1788-1860),
  • Karl Marx (1818-1883), berühmt für den Marxismus und seine Kritik am Kapitalismus, Urheber des utopischen Sozialismus.
  • Friedrich Nietzsche (1844-1900).

Deutsche Komponisten & Musiker

Es ist undenkbar, über die Einzigartigkeit der deutschen Kultur zu sprechen, ohne die deutsche Musik bzw. deutschsprachige Komponisten zu erwähnen.

Das wäre, als ob man Arabisch lernt, ohne das arabische Alphabet zu lernen, oder Französisch, ohne über die Französische Revolution von 1789 zu sprechen.

Es gibt viele hochrangige deutsche Komponisten: Schumann, Bach, Beethoven, Mozart, Händel usw. | Quelle: Pixabay

Die deutsche Kunstgeschichte kann ein reichhaltiges Erbe aufweisen und spielt besonders in der Musikgeschichte eine bedeutende Rolle.

Berlin hat den Ruf, die Künstlerstadt schlechthin zu sein. Hamburg, die zweitgrößte deutsche Stadt, ist berühmt für seine alternative Rockszene.

Seit Kriegsende ist Köln das Zentrum der Elektromusik.

Aber noch lange vor der Wiedervereinigung Deutschlands – schon ab 1871 – waren die Menschen in Deutschland musikbegeistert.

Volkstümliche Musik bzw. die deutsche Volksmusik entwickelte sich im 16. Jahrhundert während der Reformation, in der die Chormusik entstand, die einen großen Einfluss auf die deutsche Volksmusik hinterlassen hat.

Nach und nach entstanden deutschsprachige Melodien und wurden zu einer von der italienischen oder französischen Musik unabhängigen Musikrichtung.

Ein Grundpfeiler der deutschen Kultur ist selbstverständlich auch die klassische Musik.

Man kann viele Komponisten finden, die aus Deutschland oder Österreich stammen:

  • Georg Friedrich Händel (1685-1759),
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750),
  • Ludwig van Beethoven (1770-1827),
  • Franz Schubert (1797-1828),
  • Robert Schumann (1810-1856),
  • Johannes Brahms (1833-1897),
  • Richard Wagner (1813-1883).

Eine kleine Anekdote:

In Deutschland bauten im 17. und 18. Jahrhundert die ersten Instrumentenbauer Mundharmonikas, Cembalos, Orgeln, Klaviere und Akkordeons.

Das Akkordeon wurde dann aufgrund der großen Auswanderungswellen nach Argentinien exportiert (1880-1900), wo die europäischen Auswanderer es nutzten, um einen neuen, abgehackten, gefühlsbetonten und rhythmischen Musikstil zu kreieren: den Argentinischen Tango!

Literatur, Philosophie, Musik … Ist das schon alles?

Nein! Die Deutschen sind auch große Liebhaber der Photographie und des Theaters.

In Deutschland besuchen 35 Millionen Zuschauer 360 Theater, 160 Symphonieorchester und Opern.

Zudem ziehen 70 Festivals jedes Jahr Millionen von Besuchern an.

Feste und Traditionen in der deutschen Kultur

Es reicht schon aus, einen Weihnachtsmarkt in irgendeiner deutschen Stadt zu besuchen, um festzustellen, wie wichtig diese Veranstaltung in der deutschen Kultur ist.

Weihnachtsmärkte, eine typisch deutsche Tradition. | Quelle: Pixabay

Weihnachten ist das wichtigste Fest, das in Deutschland gefeiert wird.

Ab dem ersten Adventssonntag wird in deutschen Städten und Straßen die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und die Weihnachtsmärkte werden aufgebaut.

Die berühmtesten sind die Weihnachtsmärkte von Nürnberg, München, Essen und Heidelberg.

Natürlich gibt es in Deutschland noch viele andere Feste und Bräuche:

  • den Adventskalender,
  • Nikolaus,
  • Fastnacht (alternativ: Fasching, Karvenal, Fasnet, fünfte Jahreszeit …)
  • Geburtstage,
  • Ostern,
  • den Maibaum.

In Deutschland gibt es beispielsweise dieselben religiösen oder nationalen Feiertage wie in Frankreich: der erste Januar, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingstmontag, Allerheiligen und Weihnachten.

Es gibt aber auch Feiertage, die etwa die Franzosen nicht kennen: den Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober, an dem seit 1990 die Wiedervereinigung gefeiert wird) und den Reformationstag (31. Oktober, an dem die Reformation gefeiert wird).

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