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Deutsch: Entstehung und linguistische Ursprünge

Von Melanie, veröffentlicht am 24/08/2018 Blog > Sprachen > Deutsch als Fremdsprache > Entdecke die fabelhafte Geschichte der Deutschen Sprache

Mit mehr als 100 Millionen deutschsprachigen Personen auf der Welt hat die deutsche Sprache heute einen hohen Stellenwert.

Als meistgesprochene Sprache in Europa spielt sie auch eine zentrale Rolle in der Europäischen Union.

Deutsch wird bei unserem Nachbarn Frankreich an den meisten Schulen als erste oder zweite Fremdsprache unterrichtet und ist auch in Ostfrankreich immer noch eine bedeutende Sprache.

Die deutsche Sprache zu entdecken und zu lernen kann jedoch aus den folgenden 5 Gründen schwierig sein:

  1. Deutsch wurde mit Diminutiven und zusammengesetzten Wörtern gebildet und zählt daher zu den synthetischen Sprachen.
  2. Genauso wie für Latein benötigst Du für die deutsche Sprache solide Grammatikkenntnisse, vor allem wegen der Deklinationen. Die Deklination gibt Auskunft über die Funktion des Wortes im Satz und bestimmt die Wortendung: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ.
  3. Ein deutscher Satz muss in seiner Gesamtheit verstanden werden, da das Verb oft erst am Ende des Satzes steht. Daher ist diese Sprache auch besonders schwer, zu dolmetschen.
  4. Neben dem maskulinen und femininen Genus der Nomina gibt es im Deutschen auch Nomen mit neutralem Geschlecht.
  5. Am Anfang ist es zunächst schwierig, sich die deutsche Aussprache anzueignen. Die Betonung liegt im Deutschen in der Regel auf der ersten Silbe, wohingegen sie bei den romanischen Sprachen, wie Französisch, meistens auf der letzten Silbe liegt.

Um die Grundlagen der deutschen Sprache zu verstehen, sollte man sich zunächst die Geschichte der deutschen Sprache, deren ersten Spuren im Jahre 1200 vor Christus zu finden sind, näher anschauen.

Das „richtige“ Deutsch entsteht allerdings erst im Mittelalter.

Danach unterscheidet man Hoch- und Niederdeutsch. Die deutsche Sprache, wie wir sie heute kennen, hat sich erst im 19. Jahrhundert als gesprochene Sprache in mehreren europäischen Hauptstädten etabliert.

Die ersten Grundlagen der deutschen Sprache

Laut der Encyclopædia Universalis lebten die Vorfahren der Germanen ca. 1.200 Jahre vor Christus auf der dänischen Halbinsel, auf Jütland und sprachen eine Sprache, die aus einem indoeuropäischen Dialekt abstammte.

Dabei handelte es sich um eine Mischung aus Latein, Keltisch und Sanskrit, wobei Sanskrit heute noch die Sprache religiöser Texte des Hinduismus und Buddhismus ist.

Diese Mischsprache ist das sogenannte Germanisch. Weil es so alt ist, gibt es allerdings keine schriftlichen Beleg.

Gut zu wissen für Deinen nächsten Deutschkurs!

Die Zugehörigkeit zu den germanischen Sprachen vom 1. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus

Ein Thema, das in Deinem Anfängerdeutschkurs vielleicht nicht behandelt wird: die Entwicklung der Sprache über die Jahrhunderte!

Die Geschichte der deutschen Sprache ist durch zwei Lautverschiebungen, d. h. Lautwandel im Bereich der Konsonanten, geprägt.

Die erste Lautverschiebung fand im Laufe des 1. Jahrhunderts vor Chr. statt und kennzeichnet den Übergang vom (ur)indogermanischen zum (ur)germanischen Konsonantensystem.

Diese Lautverschiebung bewirkte eine deutliche Differenzierung zwischen dem (Prä-)Germanischen und den übrigen sich differenzierenden indogermanischen Sprachen. Ein Erbe, das Teil der deutschen Kultur ist.

Zwei Lautverschiebungen prägen die Entwicklung der deutschen Sprache. | Quelle: Pixabay

Die germanische Sprache bestand aus mehreren Dialekten:

  • Gotisch gehört zu den Ostgermanischen Sprachen und wurde von den Goten, Vandalen und Burgundern gesprochen. Diese Sprache ist im 4. Jahrhundert ausgestorben.
  • Anglo-Friesisch, Deutsch-Niederländisch mit Niederdeutsch Niederländisch und Flämisch, Hochdeutsch mit Luxemburgisch, Moselfränkisch und Oberdeutsch gehörten zu den Westgermanischen Sprachen.
  • Isländisch, Norwegisch, Färöisch, Dänisch und Schwedisch zählten zu den Nordgermanischen Sprachen.

Heute zählt man Englisch, Deutsch, Niederländisch, das der deutschen Sprache sehr ähnlich ist, Dialekte wie Friesisch und Sächsisch, Luxemburgisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Isländisch und Färöisch zu den germanischen Sprachen.

Erstaunlich ist, dass Afrikaans, das aus dem Niederdeutschen stammt, zu den germanischen Sprachen gehört, die in Südafrika und Namibia gesprochen werden.

Das Gleiche gilt für den Dialekt, der in den USA im Staat Pennsylvania von den Amish People gesprochen wird (Pennsylvaniadeutsch), er geht aus Niederdeutsch hervor.

Althochdeutsch von 750 bis 1050

Die zweite Lautverschiebung fand zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert statt. Sie führt zu einem zweiten Lautwandel im Bereich des Konsonantismus. Durch die zweite Lautverschiebung wurde aus den südlichen westgermanischen Dialekten die althochdeutsche Sprache.

Diese Änderungen werden durch das „Grimm-Gesetz“ erläutert. Jacob Grimm war ein deutscher Philologe, der eine Erklärung für diesen sprachlichen Wandel fand. Das von Karl Verner formulierte „Vernersche Gesetz“ vervollständigte diese Erklärungen.

Dieses komplexe Gesetz erläutert, dass okklusive Konsonanten (Verschlusslaute) zu frikativen (Reibelaute) wurden und somit die Aussprache eines Wortes änderten.

Die stimmlosen Verschlusslaute (Explosiva) wurden zu stimmlosen Reibelauten (Frikativen) *f, *þ, *χ, *χʷ, oder deren stimmhaften Entsprechungen *ƀ, *đ, *ǥ, *ǥʷ; sinngemäß wurde der ererbte Sibilant *s durch das stimmhafte *z ersetzt.

Das Wort „deutsch“ erscheint zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahre 786.

Im Mittelalter gab es keine einheitliche Schriftsprache, daher werden alle germanischen Dialekte als Althochdeutsch angesehen: Altwestfränkisch, Altsüdrheinfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch.

Die überlieferten schriftlichen Nachweise sind hauptsächlich religiöse Texte, auch wenn es einige weltliche Texte gibt, wie die „Merseburger Zaubersprüche“ oder die „Straßburger Eide“. Der erste althochdeutsche Text ist der „Abrogans“, ein lateinisch-althochdeutsches Glossar.

Mittelhochdeutsch von 1050 bis 1350

Im Laufe des 10. Jahrhunderts werden deutlich weniger deutschsprachige Texte verfasst. Erst ab dem Jahr 1050 erscheinen erneut Schriftstücke in deutscher Sprache.

Mittelhochdeutsch, der Vorläufer des heutigen Deutsch, besteht aus zahlreichen lokalen Dialekten, wie Schwäbisch und Ostfränkisch.

Es gibt einen klaren Schnitt zwischen Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch, was die Schriftsprache angeht, denn im 10. und 11. Jahrhundert war Latein die Schriftsprache. Die Verschriftlichung des Deutschen setzte erst mit dem Mittelhochdeutschen wieder neu ein.

Bis zum 11. Jahrhundert war Latein die Schriftsprache. | Quelle: Pixabay

Die Herrschaft der Staufer schuf die Voraussetzung dafür, dass sich etwa von 1150 bis 1250 in der höfischen Literatur eine überregionale Dichter- und Literatursprache herausbildete.

Aus dem Mittelhochdeutsch geht dann das Frühneuhochdeutsch hervor, das zwischen 1350 und 1650 gebräuchlich war.

Niederdeutsch

Während Hochdeutsch überwiegend in Süddeutschland gesprochen und als offizielle Schriftsprache angesehen wurde, war Niederdeutsch die Sprache Norddeutschlands. Niederdeutsch, das hauptsächlich vom gemeinen Volk gesprochen wurde, welches sich weniger gewählt ausdrückte, bestand aus mehreren Dialekten, Niederfränkisch der Niederlande und von Flandern, Niederländisch und Friesisch, welches sich, nachdem es im Mittelalter von den Sachsen in Großbritannien übernommen wurde, zum heutigen Englisch entwickelte.

Niederdeutsch vermischte sich während des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation mit Hochdeutsch und gehörte ab dem 17. Jahrhundert nur noch zu den Dialekten.

Entgegen der vorherrschenden Meinung ging Mittelniederdeutsch nicht aus Niederdeutsch hervor, sondern aus Altsächsischen oder Niedersächsisch, das in Norddeutschland gesprochen wurde. Aus dieser vom 9. bis 12. Jahrhundert gesprochenen westgermanische Sprache, dem Alt-Friesisch und Alt-Englisch geht übrigens auch das heutige Englisch hervor.

Mittelniederdeutsch wird zwischen 1100 und 1500 an der Küste der Nordsee und der Ostsee gesprochen. Man weiß, dass auch eine Schriftsprache existierte, aber es gibt keine offiziellen Belege. Mittelniederdeutsch ist der Vorläufer des modernen Niederdeutsch.

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Hochdeutsch

Es sind die Protestanten, die Hochdeutsch zuerst an den Schulen einführen und so die Bevölkerung in Norddeutschland deutschsprachig machen.

Zwischen 1520 und 1535 übersetzte Martin Luther das Alte und das Neue Testament in die deutsche Sprache (zählt er zu den 10 historischen Persönlichkeiten Deutschlands?).

Bis 1850 wurde Deutsch in den südlichen Regionen Deutschlands als Fremdsprache erlernt.

Martin Luther übersetzte das Alte und Neue Testament in die deutsche Sprache. | Quelle: Pixabay

Im 19. Jahrhundert wurde Deutsch zu einer bedeutenden Handelssprache. Während des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches wurde Deutsch in folgenden Städten gesprochen: Prag, Budapest, Bratislava, Zagreb und Ljubljana, die ländlichen Regionen behielten jedoch ihren Dialekt bei.

In dem deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm mit seinen 16 Bänden, das zwischen 1852 und 1860 entstand, wurden alle deutschen Wörter erfasst.

Gehören die Gebrüder Grimm zu den großen deutschen Schriftstellern?

Der geringe Einfluss von Latein auf die deutsche Sprache

Auch wenn die deutsche Sprache nicht aus dem Lateinischen abstammt, hat Latein, das im übrigen Europa dominierte, seine Spuren hinterlassen.

Dieser Einfluss auf die deutsche Sprache existiert dennoch, auch wenn er natürlich viel geringer ist als auf die französische, italienische oder spanische Sprache. Vor allem die Invasion der Römer, die das Römische Reich gründen wollten, sorgen dafür, dass Latein Spuren in der deutschen Sprache hinterlassen hat, vor allem im Kriegsvokabular und im Bereich von technischen Innovationen.

Mit der Gründung von immer mehr Klöstern und aufgrund des sich ausbreitenden Christentums verstärkte sich der Einfluss von Latein außerdem. Selbstverständlich erlebte Latein seine Hochzeit während der Renaissance, über die humanistischen Werke.

Die Bedeutung der deutschen Sprache im Elsass

Im Elsass, das entsprechend des jeweiligen Krieges mal zu Frankreich und mal zu Deutschland zählte, gibt es 3 Sprachen: Französisch, Elsässisch (Elsässerdeutsch oder « l’elsasserditsch ») und Deutsch.

Elsässisch ist ein Dialekt, der aus dem Hochdeutschen stammt.

Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ist im Elsass Deutsch die vorherrschende Sprache, nach den Kriegen ist Französisch die einzige zugelassene Sprache.

Im Elsass gibt es drei Sprachen: Französisch, Elsässisch und Deutsch. | Quelle: Pixabay

Die Zahl der Menschen, die Elsässisch sprechen, ist mittlerweile deutlich zurückgegangen.

Erstaunlicherweise sprechen dennoch mehr als 50% der Elsässer zu Hause Elsässisch.

Die französischen Dialekte Bretonisch, Korsisch oder Baskisch werden hingegen von viel weniger Menschen gesprochen.

Allerdings findet Elsässisch nur schwer seinen Platz zwischen dem Französischen und dem Deutschen, das von fast der Hälfte der Elsässer fließend gesprochen wird; Deutsch sprechen ist eine regionale Besonderheit.

Es gibt so viel Wissenswertes zur Sprache Goethes und noch viel mehr, wenn man deutscher Staatsbürger werden möchte!

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