Mit mehr als 100 Millionen deutschsprachigen Personen auf der Welt hat die deutsche Sprache heute einen hohen Stellenwert.

Als meistgesprochene Sprache in Europa spielt sie auch eine zentrale Rolle in der Europäischen Union. Nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland wird Deutsch gesprochen, sondern auch in Österreich, der Schweiz, in Luxemburg, Liechtenstein, Belgien und Italien gehört Deutsch zu den offiziellen Amtssprachen.

Deutsch wird bei unserem Nachbarn Frankreich an den meisten Schulen als erste oder zweite Fremdsprache unterrichtet und ist auch in Ostfrankreich immer noch eine bedeutende Sprache.

Die deutsche Sprache zu entdecken und zu lernen kann jedoch aus den folgenden 5 Gründen schwierig sein:

  1. Deutsch wurde mit Diminutiven und zusammengesetzten Wörtern gebildet und zählt daher zu den synthetischen Sprachen.
  2. Genauso wie für Latein benötigst Du beim Deutschlernen solide Grammatikkenntnisse, vor allem wegen der Deklinationen. Die Deklination gibt Auskunft über die Funktion des Wortes im Satz und bestimmt die Wortendung: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ.
  3. Ein deutscher Satz muss in seiner Gesamtheit verstanden werden, da das Verb oft erst am Ende des Satzes steht. Daher ist diese Sprache auch besonders schwer, zu dolmetschen.
  4. Neben dem maskulinen und femininen Genus der Nomina gibt es im Deutschen auch Nomen mit neutralem Geschlecht.
  5. Am Anfang ist es zunächst schwierig, sich die deutsche Aussprache anzueignen. Die Betonung liegt im Deutschen in der Regel auf der ersten Silbe, wohingegen sie bei den romanischen Sprachen, wie Französisch, meistens auf der letzten Silbe liegt.

Um die Grundlagen der deutschen Sprache zu verstehen, sollte man sich zunächst die Geschichte der deutschen Sprache, deren ersten Spuren im Jahre 1200 vor Christus zu finden sind, näher anschauen.

Das „richtige“ Deutsch, also der Ursprung der deutschen Sprache, entsteht allerdings erst im Mittelalter.

Danach unterscheidet man Hoch- und Niederdeutsch. Die deutsche Sprache, wie wir sie heute kennen, hat sich erst im 19. Jahrhundert als gesprochene Sprache in mehreren europäischen Hauptstädten etabliert. Hier mal eine kurze Zusammenfassung der deutschen Sprachgeschichte:

Die ersten Grundlagen der deutschen Sprache

Laut der Encyclopædia Universalis lebten die Vorfahren der Germanen ca. 1.200 Jahre vor Christus auf der dänischen Halbinsel, auf Jütland und sprachen eine Sprache, die aus einem indoeuropäischen Dialekt abstammte.

Dabei handelte es sich um eine Mischung aus Latein, Keltisch und Sanskrit, wobei Sanskrit heute noch die Sprache religiöser Texte des Hinduismus und Buddhismus ist.

Diese Mischsprache ist das sogenannte Germanisch. Weil es so alt ist, gibt es allerdings keine schriftlichen Belege.

Gut zu wissen für Deinen nächsten Deutschkurs!

Die Zugehörigkeit zu den germanischen Sprachen vom 1. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus

Ein Thema, das in Deinem Deutschkurs vielleicht nicht behandelt wird: die Entwicklung der Sprache über die Jahrhunderte!

Die Geschichte der deutschen Sprache ist durch zwei Lautverschiebungen, d. h. Lautwandel im Bereich der Konsonanten, geprägt.

Die erste Lautverschiebung fand im Laufe des 1. Jahrhunderts vor Chr. statt und kennzeichnet den Übergang vom (ur)indogermanischen zum (ur)germanischen Konsonantensystem.

Diese Lautverschiebung bewirkte eine deutliche Differenzierung zwischen dem (Prä-)Germanischen und den übrigen sich differenzierenden indogermanischen Sprachen.

Ein Erbe, das Teil der deutschen Kultur ist.

Dieses Wissen kann für ein Referat über deutsche Sprachgeschichte sehr hilfreich sein.
Zwei Lautverschiebungen prägen die Entwicklung der deutschen Sprache. | Quelle: Pixabay

Die germanische Sprache bestand aus mehreren Dialekten:

  • Gotisch gehört zu den Ostgermanischen Sprachen und wurde von den Goten, Vandalen und Burgundern gesprochen. Diese Sprache ist im 4. Jahrhundert ausgestorben.
  • Anglo-Friesisch, Deutsch-Niederländisch mit Niederdeutsch Niederländisch und Flämisch, Hochdeutsch mit Luxemburgisch, Moselfränkisch und Oberdeutsch gehörten zu den Westgermanischen Sprachen.
  • Isländisch, Norwegisch, Färöisch, Dänisch und Schwedisch zählten zu den Nordgermanischen Sprachen.

Heute zählt man Englisch, Deutsch, Niederländisch, das der deutschen Sprache sehr ähnlich ist, Dialekte wie Friesisch und Sächsisch, Luxemburgisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Isländisch und Färöisch zu den germanischen Sprachen.

Erstaunlich ist, dass Afrikaans, das aus dem Niederdeutschen stammt, zu den germanischen Sprachen gehört, die in Südafrika und Namibia gesprochen werden.

Das Gleiche gilt für den Dialekt, der in den USA im Staat Pennsylvania von den Amish People gesprochen wird (Pennsylvaniadeutsch), er geht aus Niederdeutsch hervor.

Altdeutsch / Althochdeutsch von 750 bis 1050

Die zweite Lautverschiebung fand zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert statt. Sie führt zu einem zweiten Lautwandel im Bereich des Konsonantismus. Durch die zweite Lautverschiebung wurde aus den südlichen westgermanischen Dialekten die althochdeutsche Sprache.

Diese Änderungen werden durch das „Grimm-Gesetz“ erläutert. Jacob Grimm war ein deutscher Philologe, der eine Erklärung für diesen sprachlichen Wandel der deutschen Sprache fand. Das von Karl Verner formulierte „Vernersche Gesetz“ vervollständigte diese Erklärungen.

Dieses komplexe Gesetz erläutert, dass okklusive Konsonanten (Verschlusslaute) zu frikativen (Reibelaute) wurden und somit die Aussprache eines Wortes änderten.

Die stimmlosen Verschlusslaute (Explosiva) wurden zu stimmlosen Reibelauten (Frikativen) *f, *þ, *χ, *χʷ, oder deren stimmhaften Entsprechungen *ƀ, *đ, *ǥ, *ǥʷ; sinngemäß wurde der ererbte Sibilant *s durch das stimmhafte *z ersetzt.

Das Wort „deutsch“ erscheint zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahre 786.

Im Mittelalter gab es keine einheitliche Schriftsprache, daher werden alle germanischen Dialekte als Althochdeutsch angesehen: Altwestfränkisch, Altsüdrheinfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch.

Die überlieferten schriftlichen Nachweise sind hauptsächlich religiöse Texte, auch wenn es einige weltliche Texte gibt, wie die „Merseburger Zaubersprüche“ oder die „Straßburger Eide“. Der erste althochdeutsche Text ist der „Abrogans“, ein lateinisch-althochdeutsches Glossar.

Mittelhochdeutsch von 1050 bis 1350

Im Laufe des 10. Jahrhunderts werden deutlich weniger deutschsprachige Texte verfasst. Erst ab dem Jahr 1050 erscheinen erneut Schriftstücke in deutscher Sprache.

Mittelhochdeutsch, der Vorläufer des heutigen Deutsch, besteht aus zahlreichen lokalen Dialekten, wie Schwäbisch und Ostfränkisch.

Es gibt einen klaren Schnitt zwischen Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch, was die Schriftsprache angeht, denn im 10. und 11. Jahrhundert war Latein die Schriftsprache. Die Verschriftlichung des Deutschen setzte erst mit dem Mittelhochdeutschen wieder neu ein.

Schriftsprache und gesprochene Sprache sind oftmals zwei sehr unterschiedliche Ausdrucksarten.
Bis zum 11. Jahrhundert war Latein die Schriftsprache in Deutschland. | Quelle: Pixabay

Die Herrschaft der Staufer schuf die Voraussetzung dafür, dass sich etwa von 1150 bis 1250 in der höfischen Literatur eine überregionale Dichter- und Literatursprache herausbildete.

Aus dem Mittelhochdeutsch geht dann das Frühneuhochdeutsch hervor, das zwischen 1350 und 1650 gebräuchlich war.

Niederdeutsch

Während Hochdeutsch überwiegend in Süddeutschland gesprochen und als offizielle Schriftsprache angesehen wurde, war Niederdeutsch die Sprache Norddeutschlands. Niederdeutsch, das hauptsächlich vom gemeinen Volk gesprochen wurde, welches sich weniger gewählt ausdrückte, bestand aus mehreren Dialekten, Niederfränkisch der Niederlande und von Flandern, Niederländisch und Friesisch, welches sich, nachdem es im Mittelalter von den Sachsen in Großbritannien übernommen wurde, zum heutigen Englisch entwickelte.

Niederdeutsch vermischte sich während des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation mit Hochdeutsch und gehörte ab dem 17. Jahrhundert nur noch zu den Dialekten.

Entgegen der vorherrschenden Meinung ging Mittelniederdeutsch nicht aus Niederdeutsch hervor, sondern aus Altsächsischen oder Niedersächsisch, das in Norddeutschland gesprochen wurde. Aus dieser vom 9. bis 12. Jahrhundert gesprochenen westgermanische Sprache, dem Alt-Friesisch und Alt-Englisch geht übrigens auch das heutige Englisch hervor.

Mittelniederdeutsch wird zwischen 1100 und 1500 an der Küste der Nordsee und der Ostsee gesprochen. Man weiß, dass auch eine Schriftsprache existierte, aber es gibt keine offiziellen Belege. Mittelniederdeutsch ist der Vorläufer des modernen Niederdeutsch.

Hochdeutsch

Es sind die Protestanten, die Hochdeutsch zuerst an den Schulen einführen und so die Bevölkerung in Norddeutschland deutschsprachig machen.

Zwischen 1520 und 1535 übersetzte Martin Luther,  einer der wichtigen deutschen Persönlichkeiten, das Alte und das Neue Testament in die deutsche Sprache.

Bis 1850 wurde Deutsch in den südlichen Regionen Deutschlands als Fremdsprache erlernt.

Deutsche Sprache Verbreitung durch Martin Luther.
Martin Luther übersetzte das Alte und Neue Testament in die deutsche Sprache. | Quelle: Pixabay

Im 19. Jahrhundert wurde Deutsch zu einer bedeutenden Handelssprache. Während des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches wurde Deutsch in folgenden Städten gesprochen: Prag, Budapest, Bratislava, Zagreb und Ljubljana, die ländlichen Regionen behielten jedoch ihren Dialekt bei.

In dem deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm mit seinen 16 Bänden, das zwischen 1852 und 1860 entstand, wurden alle deutschen Wörter erfasst.

Gehören die Gebrüder Grimm zu den großen deutschen Schriftstellern?

Der geringe Einfluss von Latein auf die deutsche Sprache

Auch wenn die deutsche Sprache nicht aus dem Lateinischen abstammt, hat Latein, das im übrigen Europa dominierte, seine Spuren hinterlassen.

Dieser Einfluss auf die deutsche Sprache existiert dennoch, auch wenn er natürlich viel geringer ist als auf die französische, italienische oder spanische Sprache. Vor allem die Invasion der Römer, die das Römische Reich gründen wollten, sorgen dafür, dass Latein Spuren in der deutschen Sprache hinterlassen hat, vor allem im Kriegsvokabular und im Bereich von technischen Innovationen.

Mit der Gründung von immer mehr Klöstern und aufgrund des sich ausbreitenden Christentums verstärkte sich der Einfluss von Latein außerdem. Selbstverständlich erlebte Latein seine Hochzeit während der Renaissance, über die humanistischen Werke.

Die Bedeutung der deutschen Sprache im Elsass

Im Elsass, das entsprechend des jeweiligen Krieges mal zu Frankreich und mal zu Deutschland zählte, gibt es 3 Sprachen: Französisch, Elsässisch (Elsässerdeutsch oder « l’elsasserditsch ») und Deutsch.

Elsässisch ist ein Dialekt, der aus dem Hochdeutschen stammt.

Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ist im Elsass Deutsch die vorherrschende Sprache, nach den Kriegen ist Französisch die einzige zugelassene Sprache.

Deutsch findet man in mehr Ländern, als man ursprünglich denken könnte.
Im Elsass gibt es drei Sprachen: Französisch, Elsässisch und Deutsch. | Quelle: Pixabay

Die Zahl der Menschen, die Elsässisch sprechen, ist mittlerweile deutlich zurückgegangen.

Erstaunlicherweise sprechen dennoch mehr als 50% der Elsässer zu Hause Elsässisch.

Die französischen Dialekte Bretonisch, Korsisch oder Baskisch werden hingegen von viel weniger Menschen gesprochen.

Allerdings findet Elsässisch nur schwer seinen Platz zwischen dem Französischen und dem Deutschen, das von fast der Hälfte der Elsässer fließend gesprochen wird; Deutsch sprechen ist eine regionale Besonderheit.

Es gibt so viel Wissenswertes zur Sprache Goethes und noch viel mehr, wenn man deutscher Staatsbürger werden möchte!

Germanistik als Studiengang

Wer sich besonders für den Ursprung der deutschen Sprache interessiert, kann sich an der Universität für ein Germanistik-Studium einschreiben. Bei Germanistik handelt es sich um eine akademische Disziplin der Geisteswissenschaften, bei der es darum geht, die deutsche Sprache und deutschsprachige Literatur ihren historischen und gegenwärtigen Formen zu untersuchen.

Zu den Teilbereichen der Germanistik gehören beispielsweise:

  • die Linguistik,
  • die neuere deutsche Literatur und
  • die Mediävistik, also die Mittelalterforschung der deutschen Sprache.

Im Rahmen des Studiums können sich Studierende für unterschiedliche Fachgebiete entscheiden, die teilweise verpflichtend oder fakultativ gewählt werden. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Geschriebene und gesprochene Sprache,
  • Literaturwissenschaft,
  • Systemorientierte Linguistik,
  • Sprachtypologie und Sprachkontakt oder
  • Sprachgeschichte.

Dabei bietet der Studiengang weitaus mehr Potenzial, als "nur" Deutschlehrer zu werden. Auch für Journalisten und Kulturschaffende bietet Germanistik vielversprechende Zukunftsaussichten, die man nicht unterschätzen sollte.

So arbeiten ehemalige Germanistik-Studenten beispielsweise als Bibliothekare, Lektoren, Autoren, Mitarbeiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) oder Deutschlehrer an Goethe-Instituten. 

Studieren kann man das Fach an allen größeren Universitäten in Deutschland und hat somit die Qual der Wahl. Wer später eine Promotion oder Habilitation anstrebt, kann auch einen Master-Abschluss in Germanistik absolvieren und dabei auf sein im Bachelor erworbenes Wissen aufbauen.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, sich im Studium mit der Geschichte der deutschen Sprache zu befassen und dabei gleichzeitig die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren!

Der Wandel der deutschen Sprache

Genau wie die Welt um uns herum sich verändert und entwickelt, so verändert sich auch unsere Sprache. Der Sprachwandel prägt unsere Art zu sprechen und uns auszudrücken. Seien es die zunehmenden Anglizismen, das Gendersternchen oder die politisch korrekte Sprache: Auch das Deutsche verändert sich und zeichnet damit ein immer neues Bild von unserer eigenen Realität.

Oftmals wird der Sprachwandel mit einem Sprachverfall gleichgesetzt, da insbesondere soziale Medien wie Whatsapp, Facebook oder Twitter dazu verleiten, schnellstmöglich zu antworten und sich dabei voll und ganz auf die Auto-Correct-Funktion des Smartphones zu verlassen.

Dennoch ist der Sprachwandel nicht immer automatisch ein Sprachverfall. Sprache hat sich über die Jahre immer weiterentwickelt und an aktuelle Gegebenheiten angepasst. Insbesondere Jugendliche sehen ihren Sprechstil oftmals als Abgrenzung zu den Erwachsenen an.

Entdecke alles über den Wandel der deutschen Sprache
Soziale Medien haben nicht unwesentlich zum Sprachwandel beigetragen! | Quelle: dole777 via Unsplash

Neue Wörter kann man in allen Bereichen des Lebens wiederfinden. Wir präsentieren euch hier ein paar Beispiele:

Social Media:

  • Clickbait: Clickbaits werden auch Klickköder genannt und bezeichnen eine reißerische Überschrift, die die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen und Neugierde wecken soll.
  • Meme: Memes sind kleine humorvolle Medieninhalte, bei denen es sich um Fotografien, Zeichnungen, Animationen oder Filme handeln kann.
  • Gif: Ein Gif ist die Kurzform für "Graphics Interchange Format" und wirf oft als Synonym für animierte Kurzvideos verwendet.
  • Fake News: Fake News sind manipulative Nachrichten, die sich vorwiegend im Internet und vor allem in den sozialen Netzwerken verbreiten.

Ernährung und Gastronomie:

  • Zoodles: Zoodles sind aus Zucchini gemachte Nudeln und werden vor allem im Rahmen von kohlenhydratarmen Ernährungsweisen konsumiert.
  • Low Carb: Bei Low Carb geht es um eine Ernährungsform, bei der der Kohlenhydratanteil möglichst gering gehalten wird.
  • Clean Eating: Clean Eating bedeutet, möglichst Vollwertprodukte zu konsumieren und industriell verarbeitete Lebensmittel zu vermeiden.
  • Cheatday: Wer abnehmen möchte verzichtet oft auf Zucker und Fast Food. Ein Cheatday ist der Tag, an dem man eine Pause von der Diät macht und sich das gönnen kann, worauf man Lust hat
  • Meal Prep: Meal Prep bezeichnet nichts anderes als das gute alte Vorkochen, um zu vermeiden, dass man aus Heißhunger zu Fast Food greift.

Doch wer meint, dass die Entstehung der sozialen Medien und die Entwicklung des Internets Schuld an dem Sprachwandel sind, der irrt! Auch Worte wie Raumschiff, Radio, Minirock oder Fernseher sind erst im Laufe der Zeit entstanden. Die deutsche Sprachgeschichte geht also durchaus weiter zurück in der Zeit und hat schon Luther und Goethe beschäftigt.

Deutsche Begriffe im Ausland

Auch im Wortschatz anderer Sprachen findet man deutsche Begriffe wieder. Beispielsweise gibt es in Polen das Wort "majster", das dem deutschen Wort "Meister" entstammt. In Tschechien gibt es das Wort "papír" vom Deutschen "Papier" und im Englischen spricht man, genau wie in Deutschland, vom "Kindergarten".

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele dafür, dass das Deutsche Einzug in den Wortschatz anderer Sprachen gefunden hat:

  • Französisch: 
    • (le) feldwebel – der Feldwebel
    • (la) Mannschaft – als Bezeichnung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft
    • (le) vermouth – Vermut
  • Rumänisch:
    • rucsac – Rucksack
    • cartof, cartoflă – Kartoffel
    • bere – Bier
  • Schwedisch
    • besserwisser – Besserwisser
    • snälltåg – Schnellzug
    • schnitzel – Schnitzel

Wie man sieht ist das Deutsche wohl internationaler als man denken mag! Die sogenannten Germanismen haben sich in verschiedene Sprachen geschmuggelt und sagen mehr über die deutsche Sprachgeschichte aus als man zunächst denken mag. Man kann auf sie nämlich verschiedene Auswanderungswellen zurückführen. So haben beispielsweise im 18. Jahrhundert viele Deutsche in den USA eine neue Heimat gefunden.

Wer hätte es gedacht, dass im Englischen immerhin ein Viertel aller Fremdwörter Germanismen sind?

Es ist immer gut, einen Überblick der deutschen Sprachgeschichte zu haben.
Auswanderungswellen haben einen großen Einfluss auf die Sprachgeschichte der verschiedenen Länder! | Quelle: Christine Roy via Unsplash

Doch auch unsere östlichen Nachbarn sind von der deutschen Sprache geprägt worden! Das lässt sich vor allem auf Katharina die Große zurückführen, unter der viele Deutsche nach Russland ausgewandert sind. Auch der Zweite Weltkrieg hat dazu beigetragen, dass Teile der deutschen Sprache bei unseren russischen Nachbarn wiederzufinden sind. Dazu gehören zum Beispiel Begriffe wie Blitzkrieg, offizier oder spionage.

Doch was genau bringt einem das Wissen über die Deutsche Sprachgeschichte?

Deutsch Ursprung: Warum man sich mit der Herkunft der deutschen Sprache befassen sollte

Deutsch gilt heutzutage als einer der zehn wichtigsten Sprachen der Welt. Immerhin gibt es weltweit rund 94 Millionen Muttersprachler! Wer wirklich in die Sprache Goethes und Schiller eintauchen und ihre vielen unterschiedlichen Facetten begreifen möchte, kommt um um den Ursprung des Deutschen und die Sprachentwicklung nicht herum.

Der Entstehung dieser faszinierenden Sprache auf den Grund zu gehen bedeutet, nicht nur ein besseres Verständnis für die Grammatik zu entwickeln, sondern auch einen Teil der Kulturgeschichte besser kennenzulernen. 

Wenn ihr beispielsweise Artikel über die verschiedenen Mundarten lest, so erlaubt es euch euer Hintergrundwissen über die germanischen Gruppen der Antike und des Frühmittelalters, besser informiert zu sein und Zusammenhänge schneller erkennen zu können. Außerdem ist es durchaus interessant zu wissen, woher die unterschiedlichen Dialekte in Deutschland kommen.

Wer sich mit der Sprachgeschichte auseinandergesetzt hat, weiß: Im germanischen Sprachraum hat es schon immer Dialekte gegeben. Die Standardsprache hat sich erst in der frühen Neuzeit als reine Schriftsprache entwickelt, aus der Dialektformen gänzlich verbannt wurden.

Dieses Wissen sowie das Wissen um die Lautverschiebungen ermöglichen es, die Entstehung von gewissen Begriffen in den verschiedenen Dialekten besser nachvollziehen zu können. Außerdem können erfahrene Sprachexperten allein an der Aussprache einer Person erkennen, aus welcher Region in Deutschland diese stammen könnte. Spannend, oder nicht?

Wer sich immer noch schwer damit tut, die erste und zweite Lautverschiebung so wirklich zu verstehen, findet zu diesem Thema auch hilfreiche YouTube-Videos, die besonders anschaulich erklären, was es mit diesem komplexen Thema auf sich hat:

 

Vielleicht hilft der visuelle Input dabei, einen besseren Überblick über die deutsche Sprachgeschichte zu erhalten und besser in die Materie einsteigen zu können. Eine weitere Möglichkeit besteht außerdem darin, sich einfach bei dem Buchhändler seines Vertrauens oder auf Amazon ein Buch als Einführung in die deutsche Sprachgeschichte zu kaufen. Alternativ kann man natürlich auch in die Stadtbibliothek gehen oder das Internet durchforsten.

Sich mit dem Ursprung einer Sprache auseinanderzusetzen bedeutet nicht nur, mehr über die Kultur einer Bevölkerungsgruppe und Entwicklung einer Kommunikationsform zu erfahren, sondern gleichzeitig auch zum Erhalt einer Sprache beizutragen. Wer sich mit Themen wie Sprachgeschichte befasst, darüber spricht und eventuell sogar andere dafür begeistern kann, sorgt dafür, dass Deutsch weiterhin "in aller Munde" ist und erschafft ein größeres Bewusstsein für dessen spannende Geschichte.

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Stefanie

Sprachen sind meine große Leidenschaft! Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, habe ich mich schon früh für Sprachen und Kulturen interessiert. Ich liebe Reisen und entdecke gerne neue Länder.