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Was zeichnet die Deutsche Sprache aus?

Von Melanie, veröffentlicht am 30/08/2018 Blog > Sprachen > Deutsch als Fremdsprache > Deutsch: Geschichte einer Germanischen Sprache

Wenn Du Dich zum Deutsch Lernen entschließt, interessierst Du Dich in erster Linie für die Grammatik und den Wortschatz der Sprache Goethes.

Du lernst auf Deutsch konjugieren, deklinieren, kaufst Dir ein deutsches Wörterbuch …

Kurz und gut, Du willst alles über die deutsche Sprache wissen!

Die meisten melden sich zum Deutsch Lernen an einer Sprachschule an oder nehmen Deutschunterricht bei einem Privatlehrer.

Du hast natürlich auch die Möglichkeit, Dich an einer deutschen Universität einzuschreiben oder in eine deutsche Stadt ziehen, um so die deutsche Lebensweise zu entdecken.

Allerdings interessieren sich nur die Wenigsten für die Ursprünge und die Geschichte der Sprachen, die sie lernen.

Dabei solltest Du, wenn Du eine Fremdsprache lernst, auch alle Facetten ihrer Dialekte begreifen.

Und es ist definitiv nicht verkehrt, sich auch für die Kultur, Lebensweise und Geschichte des Landes zu begeistern.

  • Möchtest Du schnell Deutsch lernen, um in Deutschland arbeiten zu können?
  • Du bist schon beinahe zweisprachig, möchtest Deine Sprachkenntnisse aber noch weiter vertiefen?

Es ist nie zu spät, mehr über die Wurzeln der deutschen Sprache zu erfahren!

Zunächst könnte man meinen, dass die Aussage „Deutsch ist eine germanische Sprache“ ein Pleonasmus ist.

Du wirst aber schnell verstehen, dass dies nicht der Fall ist.

Welchen Ursprung haben die germanischen Sprachen?

Die germanischen Sprachen zählen zu den indogermanischen bzw. indoeuropäischen Sprachen.

Zu dieser Sprachfamilie gehören die meisten Sprachen, die heute in Europa gesprochen werden, aber nicht nur in Europa.

Auch Persisch, Hindi, ausgestorbene romanische Sprachen oder sogar Regionalsprachen wie Bretonisch werden zu dieser Sprachfamilie gezählt.

Auch im Französischen gibt es eine Menge Dialekte, die der indogermanischen Sprachfamilie zuzuordnen sind! Sogar Bretonisch zählt zu den indogermanischen Sprachen. | Quelle: Pixabay

Fragst Du Dich manchmal, warum sich manche Wörter sehr unterschiedlicher Sprachen doch irgendwie ähnlich anhören?

Das ist so, weil sie alle einen gemeinsamen Ursprung haben!

Auf Deutsch heißt es zum Beispiel „Mutter“, im Französischen sagt man „mère“, im Englischen „mother“ und auf Persisch „madar“!

Die Mehrheit der Sprachwissenschaftler ist sich einig, dass all diese Sprachen von ein und demselben Dialekt abstammen, der schon lange vor der Schriftsprache existierte und heute ausgestorben ist: Es handelt sich um die sogenannte indogermanische Ursprache.

Dennoch gehen heute die Meinungen auseinander, was den geografischen Ursprung dieser vorgeschichtlichen Sprache angeht.

Einige Sprachwissenschaftler vertreten die Auffassung, dass die indogermanische Ursprache sich zuerst im Südosten Europas (im Bereich der Unteren Donau) ausgebreitet habe, andere wiederum sind überzeugt, dass ihr Ursprung in Anatolien lag, zwischen der Osttürkei und Aserbaidschan.

Da es jedoch keine schriftlichen Belege gibt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, welche Hypothese die richtige ist.

Dennoch haben Wissenschaftler einen Teil des Vokabulars dieser Ursprache bestimmen können. Diese Vokabeln beschreiben in erster Linie die Fauna und Flora des Südkaukasus.

Dies weist darauf hin, dass vermutlich eher die 2. Hypothese stimmt.

Auch wenn diese gemeinsame indogermanische Sprache mit Sicherheit existierte, gab es kein indogermanisches Volk.

Die Sprache hat sich aufgrund von Eroberungen im Laufe der Zeit ausgebreitet.

Deutsch zählt zu Gruppe der germanischen Sprachen. | Quelle: Pixabay

Jetzt fragst Du Dich sicherlich, wie sich im Anschluss Deutsch und die anderen indogermanischen Sprachen herauskristallisiert haben, um die Sprachen zu werden, die wir heute kennen.

Man kann leider nicht mit Genauigkeit sagen, wie sich diese Ursprache aufgeteilt hat, so dass die aktuellen Sprachen entstehen konnten.

Wie auch immer, man nimmt an, dass diese Diversifikation vor ungefähr 6.500 Jahren begann.

Heute werden insgesamt 12 Gruppen zu dieser Sprachfamilie gezählt.

Darunter findet man die germanische Sprachgruppe, zu der Deutsch sowie Englisch, Isländisch oder auch Holländisch gehören.

Französisch ist eine italische Sprache und gehört zur Untergruppe der romanischen Sprachen, wie u. a. Spanisch und Italienisch.

In der heutigen Welt sprechen drei Milliarden Menschen eine Sprache, die aus dieser großen ursprünglichen Sprachfamilie abstammt. Davon sprechen 450 Millionen Menschen eine germanische Sprache.

Die Gemeinsamkeiten der germanischen Sprachen

Die germanischen Sprachen, die aus der indogermanischen Sprache abstammen, weisen trotz ihres Verwandtschaftsgrades nicht unbedingt sehr viele Gemeinsamkeiten auf.

Spanisch und Italienisch beispielsweise (sog. italische Sprachen) sind sich viel ähnlicher als Deutsch und Englisch.

Da sie jedoch die gleiche Wurzel haben, haben germanische Sprachen wie Deutsch und Englisch dennoch gemeinsame Merkmale.

Wenn Du Deutsch lernst, hat Du bestimmt schon bemerkt, dass einige Wörter oder Ausdrücke dem Englischen sehr ähnlich sind. « mother » – « Mutter », « house » – « Haus », « can » – « kann » usw.

Viele deutsche und englische Wörter ähneln sich. Zum Beispiel „Telefon“ und „telephone“. | Quelle: Pixabay

Neben Wortschatz und Grammatik lassen sich auch Gemeinsamkeiten bei der Aussprache dieser Sprachen entdecken.

Die Phonetik ist ähnlich, vor allem die berühmt-berüchtigte Betonung der Wörter.

Nimmst Du Deutschunterricht? Dann ist die Betonung bestimmt eines der ersten Dinge, die Du gelernt hast!

In der Regel wird die erste Silbe des Wortes betont (und nicht die letzte, wie zum Beispiel im Französischen).

In Deinem Deutschkurs hast Du mit Sicherheit auch gelernt, dass es starke und schwache Verben gibt.

Dies ist eine Besonderheit des deutschen Konjugationssystems.

Manchmal werden sie auch als „regelmäßige“ und „unregelmäßige“ Verben bezeichnet.

Alle germanischen Sprachen weisen zwei Verbkategorien auf.

Was das Konjugationssystem der germanischen Sprachen angeht, muss darauf hingewiesen werden, dass die Sprachen dieser Sprachfamilie ursprünglich nur zwei Verbformen kannten: Das Präsens und das Präteritum, also Gegenwart und Vergangenheit.

Im Gegensatz hierzu wurden in Sprachen wie Französisch, Italienisch oder Portugiesisch zahlreiche Tempora und Modi verwendet.

Auch wenn die germanischen Sprachen heute natürlich auch mehrere Zeiten verwenden, ist dies eine recht „neue“ Erscheinung.

Im Deutschen reicht es daher oft aus, eine temporale Präposition zu benutzen, um das Futur auszudrücken, das Verb kann im Präsens stehen bleiben.

Beispiel: „Morgen gehe ich ins Kino“ statt „Morgen werde ich ins Kino gehen“.

Die Geschichte der deutschen Sprache

Deutsch ist die germanische Sprache, die in Europa die meisten Sprecher zählt.

Es gibt 100 Millionen deutschsprachige Sprecher.

Man geht davon aus, das die gotische Sprache die Wurzel der deutschen Sprache war; diese Theorie wurde von dem Philologen Jacob Grimm und anderen großen Philologen vertreten.

Neben Gotisch wurde die Geschichte der deutschen Sprache durch drei Epochen geprägt: Althochdeutsch (vom 7. bis zum 12. Jahrhundert), Mittelhochdeutsch (vom 12. bis zum 16. Jahrhundert) und das moderne Hochdeutsch (bis heute).

Das Wort „deutsch“ erscheint übrigens zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahre 786.

Reformatoren wie Martin Luther trugen dazu bei, dass sich Hochdeutsch durchsetzte. | Quelle: Pixabay

Das moderne Hochdeutsch, das dem aktuellen Deutsch entspricht, setzte sich dank der Protestanten durch.

Es sollte dennoch darauf hingewiesen werden, dass Hochdeutsch vor allem im Schriftdeutsch verwendet wurde.

Denn es wäre ein grober Fehler, die zahlreichen Dialekte, die in Deutschland gesprochen werden, unter den Tisch zu kehren!

Die Erkennungsmerkmale & Besonderheiten der deutschen Sprache

Deutsch ist auf jeden Fall eine vielfältige und abwechslungsreiche germanische Sprache.

Wenn Deutsch jedoch nicht gerade Deine Muttersprache ist, dann könnte es Dir eventuell schwerfallen, diese Sprache zu erlernen, denn sie weist einige Besonderheiten auf, die sich stark von den romanischen Sprachen, wie zum Beispiel Französisch, unterscheiden.

Zunächst ist der Satzbau im Deutschen „umgekehrt“.

Zumindest aus der Sicht eines Franzosen …

Wenn Du Deutsch lernst, musst Du Dir dieser Besonderheit bewusst sein.

Im Französischen beginnt man den Satz mit dem Wesentlichen und geht dann zu den Details über. Im Deutschen ist das genau umgekehrt.

Im Französischen gibt es keine Deklinationen, wobei diese ein Merkmal der indogermanischen Sprachen sind (das Gleiche gilt für Latein).

Die vier Fälle sind ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Grammatik!

Dies belegt wieder, dass Deutsch eine germanische Sprache ist. Akkusativ, Dativ, Genitiv und Nominativ bildeten die gemeinsame Grundlage der germanischen Sprachen.

Allerdings haben nur Isländisch und Deutsch das Prinzip der Deklinationen beibehalten.

Präzision ist ein weiteres Kennzeichen der deutschen Sprache.

Beim Deutsch Lernen wirst Du schnell feststellen, dass die Sprache Goethes sehr präzise ist.

Die Deutschen haben für alles ein Wort!

Zum Beispiel „Schadenfreude“: Dieses Wort findet in der nichtdeutschsprachigen Welt ganz besonderen Anklang.

Denn nur die Deutschen haben ein Wort für die „Freude“ daran, wenn sich andere verletzen oder blamieren.

Natürlich gilt dies nicht bei ernsthaften Verletzungen …

Es gibt für diesen Ausdruck beispielsweise keine französische Entsprechung, und auch im Englischen benutzt man das deutsche „Schadenfreude“ (natürlich mit dem entsprechenden Akzent in der Aussprache 😉 ).

Oder „Fernweh“: Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn Dir zuhause die Decke auf den Kopf fällt.

Du willst einfach nur raus. Und zwar nicht nur aus dem Haus oder aus der Stadt, sondern am besten gleich raus aus dem Land und rein ins Abenteuer.

Es ist das Gegenteil von Heimweh.

„Fernweh“, ein typisch deutsches Wort, das es in keiner anderen Sprache gibt. | Quelle: Pixabay

Fingerspitzengefühl, fremdschämen, Schnapsidee, Geschmacksverirrung, Ohrwurm … All diese Wörter gibt es in keiner anderen Sprache bzw. sie sind nicht wirklich übersetzbar.

Deutsch, das 100 % zu den germanischen Sprachen zählt, ist eine spannende, vielfältige Sprache, für deren Geschichte Du Dich interessieren solltest.

Wetten, dass diese Sprache einige Überraschungen für Dich bereithält?

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