Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Freelance Fotograf werden – Wie geht das?

Von Melanie, veröffentlicht am 15/02/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Freiberuflicher Fotograf werden: Unser Beginner’s Guide

Vor dem Einstieg in den Beruf des Fotografen sollte man sich einige Zahlen und Statistiken zu Gemüte führen.

Fotograf ist einer der absoluten Traumberufe! Es wurden mehrere Studien dazu durchgeführt und herausgefunden, dass sich der Beruf des Fotografen weltweit einer immer weiter steigenden Beliebtheit erfreut.

In Deutschland arbeiten spezialisierte Fotografen fast immer in mehr als einem Arbeitsbereich. Am beliebtesten ist dabei die Kombination aus People-und Eventfotografie. Das Arbeitsfeld Film und Video ist allerdings mit 3 % nach wie vor nicht besonders stark vertreten. Und auch wenn viele Menschen gerne ausschließlich atemberaubende Naturaufnahmen machen würden, so ist eine Spezialisierung auf diesen Bereich wegen der sehr geringen Nachfrage der Kunden fast unmöglich.

Foto oder Film? Neben der Fotografie bietet auch die Filmindustrie einige Karriereoptionen an. | Quelle: Pixabay

Nach wie vor bieten anscheinend nur wenige Fotografen Film -oder Videoproduktionen an. Es wird spannend sein zu sehen, wann und ob sich diese Bereiche in Zukunft häufiger überschneiden. Man muss sagen, dass die meisten befragten Fotografen ihren Job toll finden, ihn nicht wechseln möchten, meistens davon leben können – und dennoch würden 50 % den eigenen Traumjob nicht ihren Kindern empfehlen.

Als Fotograf gibt es durchaus genug Arbeit, aber stelle sicher, dass Du als Unternehmer kein zu großes Risiko eingehst.

Wir erklären, wie Du als Fotograf Erfolg hast.

Werde freier Fotograf: Spezialisiere Dich und übe viel!

Wie viel kostet ein Fotografiekurs? Bevor Du Deine Fotos verkaufst, musst Du viele Erfahrungen sammeln und viel üben!

Was den Beruf des Fotografen anziehend macht, ist, dass er keine besondere Ausbildung erfordert. Die Berufsbezeichnung des Fotografen ist rechtlich nicht geschützt, wenn Du also ab morgen professioneller Fotograf sein möchtest, erfordert dies nur wenige Klicks und eine Anmeldung beim Bürgeramt.

Aber sei vorsichtig, nur, weil Du nicht zwingend ein prestigeträchtiges Studium oder eine Ausbildung benötigst, bedeutet das nicht, dass jeder als professioneller Fotograf erfolgreich sein kann.

Dieser Artikel dient nicht dazu, um über den Weg in den Beruf zu sprechen (z. B. Ausbildung, Praktika, Studium etc.). Du solltest Dich aber mit diesem Thema beschäftigt haben und grundsätzlich wissen, welche Möglichkeiten es gibt.

Eine Ausbildung in deinem Arbeitsbereich ist unerlässlich. Egal, ob Du als Pressefotograf, Tierfotograf, Studiofotograf oder Modefotograf tätig bist. Du hast die Bilder eines bestimmten Fotografen im Internet gesehen und liebst seine Arbeit? Zögere nicht, Kontakt zu bekannten Fotografen aufzunehmen! Du kannst zum Beispiel fragen, ob dieser Fotograf Praktika oder Fotografiekurse anbietet.

Schluss mit Schüchternheit! Wenn Du Profifotograf werden möchtest, musst Du auf andere Menschen zugehen, wissewie man richtig kommuniziert und gute Nerven haben.

Am Ende gibt es allerdings kein Wundermittel. Sobald Du die Grundlagen der Fotografie beherrscht und besonders, wenn Du nicht du nicht die Zeit und Mittel hast, um Vollzeitpraktika bei Profis zu machen, dann musst Du eben in deiner Freizeit üben, üben, üben!

Schnappe Dir Deine Kamera und fotografiere alles, was Dir vor die Linse kommt.Mache wenn möglich ein Praktikum bei einem Fotografen.

Bürokratie: Anmeldung als Gewerbetreibende oder Künstler

Kann man Fotografieren auch selbstständig lernen? Wie werde ich Fotograf? Durch ganz viel üben!

Als Fotograf stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, Dich beim Finanzamt anzumelden. Bevor Du Dich mit den Vor-und Nachteilen der unterschiedlichen Optionen beschäftigst, solltest Du Dir bewusst machen, dass 43 % der Fotografen weniger als 15.000 Euro pro Jahr verdienen. Es kann also durchaus einige Zeit dauern, bis Du allein von deiner Fotografie leben kannst.

In Deutschland ist mehr als ein Drittel aller Fotografen auf den Bereich der künstlerischen Fotografie spezialisiert. Insgesamt 65 % der Fotografen haben ein Gewerbe angemeldet. Ob man als Fotograf ein Gewerbe anmelden muss oder den Freiberuflerstatus erhält, ist nicht immer eindeutig zu entscheiden. Häufig wird ein Gutachter hinzugezogen, um die steuerliche Einordnung vorzunehmen. Dieser klärt, ob die Fotos in einem ausreichenden Maße künstlerisch gestaltet sind.

Anmeldung als freiberuflicher Fotograf

 Betrachtet man das Gewohnheitsrecht einmal genauer, so stellt man fest, dass im Grunde genommen nur anerkannte Künstler und ausgewählte Berufsgruppen den Freiberuflerstatus zugesprochen kommen. Bei einem freien Beruf muss per Gesetz „eine besondere Qualifikation oder eine schöpferische Begabung“ vorliegen.

Grundsätzlich umfasst diese Definition sicherlich auch Fotografen. Und der einschlägige Paragraf 18 des Einkommenssteuergesetzes sorgt ebenfalls nicht zwingend für mehr Klarheit. Bei professionellen Fotografen ist der Übergang meist fließend: Sie arbeiten regelmäßig sowohl künstlerisch als auch handwerklich, weswegen eine Gewerbepflicht manchmal nicht gleich eindeutig feststellbar ist.

Arbeitet man zum Beispiel als reiner Kunstfotograf oder als Bildjournalist, ist es möglich, den Freiberuflerstatus zugesprochen zu bekommen. Man muss dann keine Gewerbeanmeldung vornehmen. Sollte man jedoch professionelle Dienstleistungen wie zum Beispiel Hochzeitsfotografien anbieten, dann kann man normalerweise nicht auf die Anmeldung eines Gewerbes verzichten.

Du willst Hochzeitsfotograf werden? Wenn Du als Hochzeitsfotograf arbeiten möchtest, solltest Du an Deine Gewerbeanmeldung denken. | Quelle: Pixabay

Da nicht jeder Fall eindeutig ist, handelt es sich oft um eine gewisse rechtliche Grauzone. Wer sich nicht sicher ist, sollte seinen Steuerberater kontaktieren oder sich vom Berufsverband beraten lassen.

Du solltest deinen genauen Status in jedem Fall klären, bevor Du Deine berufliche Tätigkeit aufnimmst. Falls Du eine Gewerbeanmeldung benötigst, aber diese nicht vorgenommen hast, können Dir Bußgelder und Nachzahlungen drohen.

Du solltest auch darauf achten, dass wenn Du den Status als Freiberufler nutzen möchtest, du deinen Auftritt nach außen dementsprechend künstlerisch gestaltest. Du musst Dich Deinem Status entsprechend als Künstler inszenieren und Du solltest gewerblich belastete Begriffe wie „Betrieb, Hochzeitsfotograf, Fotostudio“, wenn möglich, vermeiden.

Der Status eines Freiberuflers bringt manche Vorteile mit sich. So musst Du keine Gewerbesteuer abrechnen, Du hast keine Kammer-Pflicht, die Gründung ist deutlich einfacher und anstelle doppelter Buchführung ist eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreichend.

Das Finanzamt kann Dir jedoch durchaus Steine in den Weg legen, wenn es darum geht Dir den Freiberuflerstatus zuzusprechen. Passe daher auf, wie du dich nach außen darstellst und in Szene setzt. Gehe im Zweifelsfall davon aus, dass das Finanzamt mitliest. Du kannst Deinen Freiberufler-Status auch riskieren, wenn Du „gemischte Einkünfte“ hast.  Es ist also insgesamt wichtig, dass Du weißt, worauf Du zu achten, hast Deinen Status, als Freiberufler nicht unnötig aufs Spiel setzt.

Anmeldung als Gewerbetreibender

Wie bereits festgestellt, müssen selbstständige Fotografen in aller Regel ein Gewerbe anmelden. Insbesondere Hochzeitsfotografen, aber auch Betreiber von Fotostudios haben die Pflicht, zur Anmeldung eines Gewerbes.

In jedem Fall musst Du ein Gewerbe anmelden, wenn du hauptberuflich als Fotograf tätig sein möchtest. Wenn Du allerdings nur geringe Nebeneinkünfte durch die Fotografie erzielst, kannst du diese auch als Nebenverdienst angeben, wenn Du Deine Steuererklärung verfasst.

Der springende Punkt, der auch für das Finanzamt am wichtigsten ist, ist die Frage nach der Gewinnabsicht. Liegt eine Gewinnabsicht vor, dann ist normalerweise auch eine Gewerbeanmeldung notwendig. Wenn Deine Einnahmen allerdings eher als geringfügige Aufwandsentschädigungen zu betrachten sind, dann musst Du kein Gewerbe anmelden.

Gerade zu Beginn Deiner Karriere ist es möglich, dass aus verschiedenen Gründen wie z. B. wegen noch fehlender Stammkunden die Umsätze eher gering sind. Sollten Einnahmen von unter 17.500 Euro erwartet werden (und im Folgejahr nicht mehr als 50.000 Euro), dann ist es, möglich ein Kleingewerbe geltend zu machen.

Entsprechend der sogenannten Kleinunternehmerregelung darf auf Deinen Rechnungen in diesem Fall keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden und für die obligatorische Steuererklärung am Ende des Jahres ist eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreichend (EÜR).

Weißt Du über alle steuerlichen Fragen Bescheid? Solltest Du Zweifel zu deinem steuerlichen Status haben, wendest Du Dich am besten direkt an dein zuständiges Finanzamt oder einen Lohnsteuerberein. | Quelle: Pixabay

Egal, ob Kleingewerbe oder Gewerbe, durch die Anmeldung ist man als selbstständiger Fotograf befugt, viele Ausgaben steuerlich als Aufwand geltend zu machen, so zum Beispiel die Anfangsinvestitionen in neue Kameras, Objekte und Stative.  Du solltest diese Investitionen, die Du am Anfang tätigen musst, nicht unterschätzen. Eine gute Ausrüstung ist genau wie Dein Können unerlässlich für die Qualität Deiner Fotos.

Gemischte Einkünfte

Grundsätzlich ist es auch denkbar, Einkommensarten zu vermischen. So kann es zum Beispiel sein, dass Du zwar als gewerblicher Eventfotograf arbeitest, Dir aber auch einen Namen als freischaffender Künstler machen willst.

Wenn beide Tätigkeiten wirtschaftlich klar trennbar sind, dann können sie auch getrennt behandelt werden.

Achtung: Wenn eine eindeutige Trennung nicht ohne Weiteres möglich ist, werden alle Einnahmen als gewerbliche Einnahmen behandelt.

Werden die Fotos der freischaffenden Tätigkeit zum Beispiel auf Flyern verwendet, ist eine Vermischung beider Bereiche schon gegeben.

Erfahrungen haben gezeigt, dass eine klare Trennung in der beruflichen Praxis eher schwierig ist.

Kurze Zusammenfassung

Das Fotografieren als Profi erfordert einiges an Erfahrung. Daher macht es Sinn, an Fotografiekursen teilzunehmen oder Praktika bei professionellen Fotografen zu absolvieren, bevor Du Dich selbstständig machst.

Als professioneller Fotograf hast Du verschiedene Möglichkeiten, Dich anzumelden:

  • Anmeldung als Gewerbetreibender: In den meisten Fällen wirst Du Dich als Gewerbetreibender anmelden müssen. Wichtig ist hier die Gewinnabsicht. Besonders Hochzeitsfotografen oder Studiofotografen fallen unter die Gewerbepflicht und müssen ein Gewerbe anmelden. Am Anfang kannst Du bei geringen Einnahmen eventuell von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen.
  • Anmeldung als freiberuflicher Fotograf: Als Freiberufler genießt Du einige Vorteile. Allerdings fallen in der Regel nur anerkannte Künstler und spezielle Berufsbilder unter den Status des Freiberuflers. Das Finanzamt wird es Dir nicht leicht machen, den Status des Freiberuflers zu erhalten.

Die Übergänge sind fließend und die Abgrenzung nicht immer eindeutig. Wenn Du Dir nicht sicher bist, kontaktiere einen Fachmann um Nachzahlungen oder Geldbußen zu vermeiden.

Wieso unterscheidet das Finanzamt zwischen Künstlern und Fotografen? Fotograf oder Künstler ? Das entscheidet leider das Finanzamt. | Quelle: Pixabay.com

Theoretisch können Einkommensarten auch gemischt sein, allerdings nur, wenn sie wirtschaftlich klar voneinander abgrenzbar sind. In der beruflichen Praxis ist dies jedoch aller Erfahrung nach sehr schwierig.

 

 

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar