Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Eine Nische finden – Wie wäre es mit Tierfotografie?

Von Melanie, veröffentlicht am 15/02/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Fotografie und Tiere: Wie werde ich Tierfotograf?

Ein Fotoshooting im Studio und in der freien Natur sind zwei völlig verschiedene Dinge. Ein guter Fotograf muss beides können und er wird daher auch in der Ausbildung lernen, in beiden Umgebungen zu fotografieren.

Nach der Ausbildung ist es allerdings wichtig, sich auf einen Bereich zu spezialisieren.

Warum nicht professioneller Tierfotograf werden?

… Fragen, die Du Dir stellen solltest, bevor Du Dich für den Beruf Tierfotograf entscheidest…

Fotografieren zu lernen und ein professioneller Fotograf zu werden, passiert nicht einfach so von heute auf morgen. Deshalb ist es wohl besser, sich selbst einige grundlegende Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob diese Branche wirklich die richtige für dich ist:

Ist Tierfotografie gefährlich? Mit Tierfotografie sind nicht nur unbedingt süße Kätzchen gemeint. | Quelle: Pixabay

Bist Du wirklich bereit, Dein Hobby zum Beruf zu machen? Das bedeutet auch, ein Unternehmen zu gründen und das ist mit Sicherheit kein Zuckerschlecken. Bist Du bereit, alles in Kauf zu nehmen, was diese Entscheidung mit sich bringt: Akquise, Foto-Retusche, Buchhaltung, Versicherungen, Termine, Blogging, soziale Netzwerke und vieles mehr?

Fotografieren allein reicht nicht aus, um eine steile Karriere hinzulegen. Man muss sich voll und ganz in den Beruf des Fotografen hineinstürzen 😉

  • Bist Du bereit, alles in deine Leidenschaft zu investieren?
  • Bist Du geduldig genug?
  • Hast Du die richtige Ausrüstung?
  • Haben Du dir genug technisches Wissen angeeignet?

Bist Du Dir sicher, dass Du Dich auf den Bereich der Tierfotografie spezialisieren möchtest? Das bedeutet, Du begrenzt Dich wirklich auf diesen Fachbereich und machst keine Hochzeitsfotografie, Studiofotografie oder Pressefotografie. Dich wirklich zu spezialisieren ist in der Fotografiebranche unerlässlich, um Dir einen treuen Kundenstamm aufzubauen.

Hast Du Dir genau überlegt, was Dein Ziel ist und wie Du es erreichen kannst? Du kannst mit Deiner Arbeit nicht jeden ansprechen. Wenn Du allen gefallen willst, gehst Du das Risiko ein, dass Du letztendlich niemanden wirklich zufriedenstellst. Es ist besser, mit Deiner Arbeit eine kleinere Zielgruppe anzusprechen, aber diese richtig. Als Tierfotograf können Deine Kunden Zeitschriften sein oder Einzelpersonen, die sich originelle Fotos ihrer Tiere wünschen. Auch Reisebüros kommen in Frage.

Hast Du Deine Ziele festgesteckt? Wie viel möchtest Du pro Monat mindestens einnehmen? Wie viel Zeit pro Woche möchtest Du arbeiten? Wie viele Fotoshootings kannst Du maximal pro Monat machen? Welche Investitionen solltest Du tätigen? Was sind Deine Ausgaben, Steuern etc.?

Seth Godin sagte: „Wenn man losgeht, und versucht, an jeden zu verkaufen, wird man sicher versagen. Die einzige Möglichkeit ist, etwas Wichtiges an ein paar Leute zu verkaufen.“

Welche Diplome brauchst Du, um Tierfotograf zu werden?

Ein Fotoshooting mit einem wilden Model hat natürlich seine Eigenheiten. Um schöne Tierfotos zu machen, bedarf es daher einer gewissen Leidenschaft für die Natur und viel Geduld.

Du brauchst nicht zwingend einen Fotokurs zu machen, um professioneller Fotograf zu werden. Auch ohne Kurs kannst Du Dein Hobby zum Beruf machen, allerdings wird der Einstieg vielleicht etwas kompliziert.

Dir stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine offizielle Ausbildung zum Fotografen ist natürlich optimal, aber nicht unabdinglich:

  • Fotografen-Ausbildung: Drei Jahre Ausbildung nach der Mittleren Reife (nur Fotogesellen und Meister dürfen einfache Passbilder und Porträts anfertigen)
  • Staatliche und private Fotoschulen
  • Studium der Fotografie in der Regel an Universitäten der Künste und Kunsthochschulen z. B. Hochschule für bildende Künste Hamburg oder Akademie der bildenden Künste München

Bei keinem dieser Ausbildungswege wird Dir speziell die Tierfotografie beigebracht. Es geht nur darum, technisches Grundwissen und wichtige Fähigkeiten zu erlernen, die Du als professioneller Fotograf brauchst.

Wie wird man Fotograf? Das klassische „Fotografen-Foto“ | Quelle: Pixabay

Was den speziellen Bereich der Tierfotografie angeht – hier musst Du Dich selbst in das das Thema einarbeiten. Für gute Aufnahmen hilft es, die Tierwelt besser zu verstehen.

Wie fotografiere ich wilde Tiere?

Eine Ausbildung als Tierpfleger oder ein Studium in diesem Bereich (z. B. Verhaltensforschung), hilft Dir dabei, mehr über wilde Tiere zu lernen.

Nach dem Abschluss ist es unerlässlich, eigene Erfahrungen zu sammeln. Hierbei kann Dir gegebenenfalls ein Praktikum bei einem professionellen Fotografen, der sich auf den Bereich der Tierfotografie spezialisiert hat, helfen.

Versuche also, ein Praktikum in dem Bereich zu machen, auf den Du Dich spezialisieren möchtest.

Wenn Du Dich für eine Ausbildung als Tierpfleger entschieden hast, nutze die Gelegenheit und mache Schnappschüsse der Tiere, die Du im Zoo oder anderswo pflegst.

In jedem Fall solltest Du alle Möglichkeiten zum Üben nutzen! Egal, ob ein Ausflug in den Zoo, eine Wanderung im Wald, der Geburtstag von Omas Hund oder eine Safari am anderen Ende der Welt.

Verlasse nie das Haus ohne Deine aufnahmebereite Fotoausrüstung!

Die 7 goldenen Regeln des Tierfotografen

Das Fotografieren von Tieren erfordert einige grundlegende Regeln:

  • Untersuche Dein Motiv, bevor Du es fotografierst: Bevor Du eine Fotoreportage über ein bestimmtes Tier machen kannst, musst Du die Gewohnheiten der Tiere, ihren Aufenthaltsort, ihre liebsten Wasser-und Futterstellen und die Lichtverhältnisse vor Ort untersuchen. Eine gründliche Vorbereitung ist essenziell, um letzten Endes gute Aufnahmen zu machen.
  • Überlege Dir vorher genau, was für ein Foto Du machen möchtest.
  • Versuche, nicht entdeckt zu werden. Als Tierfotograf zu arbeiten bedeutet auch ein Meister der Tarnung zu sein. „Ich wurde zweimal von Wildschweinen überrannt.“, erinnert sich der Fotograf Martin Morel.
  • Isoliere das Tier nicht von seiner Umgebung: Wenn Du Tierfotograf bist, liebst Du die Natur. Du möchtest im Einklang mit der Natur arbeiten und das Tier in seiner natürlichen Umgebung fotografieren. Für ein gutes Foto ist es wichtig, dass Du das Tier nicht störst.
  • Sei ein geduldiger Beobachter: „Ich warte zu Teil sehr lange in den Bergen“, sagt Martin Morel, ein professioneller Fotograf, der sich auf wilde Bergtiere spezialisiert hat. „Sie müssen Nerven aus Stahl und Geduld haben. Wir bleiben teilweise bis zu 7 Stunden am selben Ort und bewegen uns nicht. Dafür muss man gemacht sein!“
  • Suche nicht leichtsinnig nach einem seltenen Tier und achte auf Deine Umwelt: „Im Winter müssen wir auf Lawinen achten und die Bewegungen der Herden genau überwachen“, erklärt Morel.
  • Verwende eine lange Brennweite von mindestens 300 mm: Wenn Deine Kamera immer aufnahme-und griffbereit ist, brauchst Du in wichtigen Momenten nicht in Panik geraten. „Es ist die Balance zwischen der Konzentration, die Du auf die richtige Kameraeinstellung legst und der Aufmerksamkeit, die Du deiner Umgebung schenkst.“

Wildlife-Fotograf: Kein einfacher Berufswunsch!

Profifotograf zu werden ist kompliziert. Die Konkurrenz ist hart und man muss sich über Jahre einen Namen machen, gerade im Bereich der Tierfotografie. Viele Menschen können nicht von dem leben, was sie mit ihrer Tierfotografie verdienen.

Marc Morel beispielsweise hat als Fotograf andere Einnahmequellen und lebt nicht von der Tierfotografie. Er weigert sich, mit Zeitschriften zu arbeiten, von denen er sagt, dass sie Fotografen nicht genug für ihre Aufnahmen zahlen. Er verkauft seine Bilder von Wildschweinen, Wölfen, Luchsen und Gämsen daher hauptsächlich während Vernissagen und Ausstellungen in seinem eigenen Atelier.

Auf YouTube gibt es mittlerweile diverse Channel, die Dich mit Informationen und Tutorials rund um das Thema Fotografie versorgen. Wenn Du mehr über den Fachbereich der Tierfotografie lernen möchtest, bietet sich der Channel von Benjamin Jaworskyj an. Benjamin Jaworskyj bereist die Welt als Profifotograf und Filmemacher. Auf seinem Channel findest Du unter anderem Videos wie „5 Tipps für Tierfotografie“ oder „3 häufige Tierfotografie Fehler“. Seine Videos sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet.

Die Entscheidung, sich noch andere Standbeine aufzubauen oder mit bestimmten Zeitschriften nicht zusammenzuarbeiten, ist allerdings jedem selbst überlassen!

Als freier Fotograf wirst Du entsprechend Deiner Bekanntheit, den aktuellen Marktpreisen und den Preisen der Konkurrenz bezahlt.

Natürlich muss man berücksichtigen, was Du an Geld investieren musst um als professioneller Fotograf zu arbeiten. Die Ausrüstung, die Fahrtkosten, Steuern, aber auch die Zeit, die Du brauchst, um ein gutes Foto zu schießen (inklusive Vorbereitungszeit).

Wildlife-Fotograf ist nicht nur ein Job, sondern auch eine Leidenschaft. Dieser Beruf erfordert viel Geduld und garantiert Dir kein sicheres Einkommen.

Auch, wenn es manchmal schwerfällt, die Realität zu akzeptieren, so musst Du Dir doch darüber bewusst sein, dass die Tierfotografie ein hart umkämpfter Markt ist. Warum baust Du Dir darüber hinaus also nicht noch ein zweites Standbein auf zum Beispiel in der Werbung, Kunstfotografie oder Presse?

Es gibt viele Fotowettbewerbe, die organisiert werden, um neue Talente zu finden und ihnen bei dem Einstieg in die Branche zu helfen.

Wie finde ich meine Kunden als neuer Fotograf? Ein Fotowettebewerb kann Dir eine hohe Sichtbarkeit bringen. | Quelle: Pixabay

Einer der Gewinner eines solchen Wettbewerbes ist auch Martin Morel, der 2012 mit der Silbermedaille der französischen professionellen Fotografie ausgezeichnet wurde.

Wenn Du als Kleinstunternehmer angemeldet bist, gehst Du kein großes Risiko ein. Du kannst auch in einem „normalen“ Beruf weiterarbeiten und nebenbei als Wildtierfotograf arbeiten und Dir etwas dazuverdienen.

Wenn Du als Tierfotograf erfolgreich bist, ist es natürlich auch möglich, ganz von dieser Arbeit zu leben.

Inspirierende Tierfotografen

Einige großartige Fotografen können von ihrer Leidenschaft für Natur und Tiere leben. Wir nehmen zwei von ihnen genauer unter die Lupe.

Vincent Munier, spezialisiert auf Tierfotografie im Winter

Vincent Munier, dessen Vater Naturforscher ist, machte seine ersten Aufnahmen im Alter von 12 Jahren. Seit 2002 fotografiert er hauptsächlich vom Aussterben bedrohte Tiere wie zum Beispiel Moschusochsen, Schneeeulen, Braunbären, wilde Yak und viele mehr.

Mit großem Engagement, aber völlig autonom produziert Vincent Fotoreportagen, um die wilde Schönheit dieser Welt der Öffentlichkeit zu zeigen.

Er war unter anderem auch an der Produktion von Luc Jaquet’s Dokumentation „Die Reise der Pinguine“ beteiligt.

Seine Bilder und Reportagen werden international in Terre Sauvage, National Geographic, Paris Match, Télérama oder dem BBC Wildlife Magazine veröffentlicht.

Seine Aufnahmen zeigen außergewöhnliche Naturszenen. Er ist ohne Zweifel einer der besten Tierfotografen der Welt!

Eine gute Inspirationsquelle für zukünftige Tierfotografen

Laurent Baheux, Autodidakt

Laurent Baheux hat ursprünglich im Sportjournalismus angefangen und lernte im Rahmen dessen auch zu fotografieren.

Tierfotos in Schwarzweiß: Ice is Black!

Er berichtet immer noch international über Sportereignisse, aber seit 2002 fotografiert er zudem Wildtiere in Schwarzweiß.

Das Buch „The Family Album of Wild Africa“ wurde 2009 veröffentlich und enthält einige seiner besten Aufnahmen.

Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf dieses Buches wird dem WWF-Frankreich zur Verfügung gestellt, um Projekte zu finanzieren, die die Biodiversität in Afrika schützen.

Seine Fotografien aus Afrika und den Vereinigten Staaten werden in mehreren Galerien in Frankreich und im Ausland gezeigt.

Sind Tierfotografen umweltfreundlich? Oft sind Tierfotografen sehr engagiert für die Umwelt! | Quelle: Pixabay

Es ist unmöglich, kein Tier-und Umweltschützer zu sein, wenn man die Schönheit der Natur und vom Aussterben bedrohte Tierarten fotografiert.

Wo kann man Tierfotografie lernen?

Eine kurze Zusammenfassung:

  • Sei Dir bei Deiner Berufswahl absolut sicher! Nur, weil Du dich brennend für ein bestimmtes Thema interessierst, heißt das nicht automatisch, dass Du Dein Hobby zum Beruf machen und auch noch davon leben kannst.
  • Übe selbstständig und bilde Dich weiter! Egal, ob durch eine klassische Fotografenausbildung oder ein Tierstudium (z. B. Verhaltensforschung). Beides hilft Dir später dabei Arbeit zu finden und gute Tieraufnahmen zu machen. Du musst Dir von Anfang an ein gutes Netzwerk aufbauen.
  • Geduld, eine gute Beobachtungsgabe und Respekt für die Umwelt sind die Hauptqualitäten eines Naturfotografen. Geduld ist hierbei wohl aber der wichtigste Aspekt!
  • Der Einstieg in diesen Beruf ist nicht leicht und nur wenige Fotografen können allein von der Arbeit als Tierfotograf leben.
  • Sei engagiert und lasse Dich von den Besten wie Laurent Baheux, Vincent Munier oder Sebastião Salgado inspirieren.
Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar