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Das Hobby zum Beruf machen: Welche Möglichkeiten gibt es, um professionell Fotografie zu betreiben?

Von Melanie, veröffentlicht am 21/03/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Das Hobby zum Beruf machen: Welche Möglichkeiten gibt es, um ein professioneller Fotograf zu werden?

 „Ein Foto ist ein festgehaltener Augenblick, der nicht zurückkehren wird.“ Martine Franck

Die Zeit der Fotografie, der Dunkelkammern und der Fotogalerien, in denen man seine Arbeiten zeigte um Kunden zu finden, scheint lange her zu sein.

Im digitalen Zeitalter müssen sich Fotograf*innen neu erfinden und den Beruf, von dem sie glaubten, sie kennen ihn auswendig, neu definieren. Für die Generationen, die mit der Sucht nach sozialen Netzwerken aufwachsen, scheint es einfacher zu sein die Fotografie zu ihrem Beruf zu machen.

Aber ist es heutzutage tatsächlich so einfach, Fotograf*in zu werden?

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Wie werde ich professionelle*r Fotograf*in?

Fotografieren bedeutet nicht nur Fotos zu machen. Um professionelle*r Fotograf*in zu werden, musst Du viele verschiedene Fähigkeiten erlernen:

  • Fotografieren
  • Nachbearbeitung
  • Buchhaltung, Versicherung, Steuer
  • Termine und Kundenbetreuung
  • Blogging und die Darstellung in sozialen Netzwerken
  • Networking
  • Marketing und Werbung
  • Abzüge bestellen etc.

Es ist daher notwendig technisch versiert, aber auch kreativ zu sein. Zu wissen, wie man kommuniziert und im Team arbeitet, aber auch, wie man alleine arbeitet und sich über neue Trends und Techniken auf dem Laufenden hält.

Um dies alles zu lernen, ist es besser, eine Ausbildung zum Fotografen zu absolvieren:

  • Fotografen-Ausbildung: drei Jahre Ausbildung nach der mittleren Reife (nur Fotogesellen und Meister dürfen einfache Passbilder und Porträts anfertigen)
  • Staatliche und private Fotoschulen
  • Studium der Fotografie in der Regel an Universitäten der Künste und Kunsthochschulen z.B. Hochschule für Bildende Künste Hamburg oder Akademie der Bildenden Künste München

Es ist aber auch möglich, Fotokurse bei professionellen Fotografen zu belegen oder einfach ein mehrwöchiges Praktikum zu absolvieren um das Fotografieren durch praktisches Training zu erlernen.

Fotografiere zur Übung kurze Reportagen Deines Alltags!

Ein Profifotograf häuft zunächst keine Reichtümer an. Wenn Du das Glück hast, eine Festanstellung zu finden, hast Du ein geregeltes Einkommen, wirst aber zum Einstieg nicht mehr als durchschnittlich 1470,00€-2200,00€ monatlich verdienen. Natürlich ist es auch möglich, als selbstständiger Fotograf zu arbeiten und pro Fotoshooting 700€ bis 1200 € zu verdienen. Aber Achtung: Dies ist eher die Ausnahme als die Regel.

Kannst man auch ohne Diplom Fotograf werden?

Eine offizielle Ausbildung und Zertifikate sind sicherlich eine gute Referenz. Aber um als Fotograf zu arbeiten, sind sie nicht unbedingt erforderlich.

Da der Beruf des Fotografen kein geschützter Beruf mehr ist, kann im Grunde jeder auch ohne Ausbildung oder Abschluss in diesem Bereich arbeiten. Will man freiberuflich tätig sein, fragt niemand später nach der Ausbildung.

Du willst Fotograf werden? Für den Beruf des Fotografen gilt: Es führen viele Wege nach Rom. | Quelle: Pixabay

Kein Diplom zu haben, bedeutet allerdings nicht, dass man sich kein Wissen aneignet:

  • Beginne zunächst mit dem Erwerb einer guten Fotoausrüstung: einer DSLR-Kamera, einigen Objektiven, einem Stativ und anderem Zubehör (wie Tasche, Tragegurt, Griff etc.)
  • Lerne die grundlegenden Konzepte der Fotografie kennen: Viele Tutorials sind im Internet zu Beispiel auf Youtube kostenlos verfügbar. So lernst Du Grundlagen in Bezug auf Deine Kamera wie Belichtung, Lichtmessung, Geschwindigkeit, Blende und Empfindlichkeit kennen.
  • Verstehe und verinnerliche die wichtigsten Kompositionsregeln für ein gutes Foto. Nach der Drittelregel sollst Du Dein Bild in 9 Rechtecke unterteilen. Die Idee ist es das Hauptmotiv des Bildes nicht zu zentrieren, sondern an einem der 4 Schnittpunkte dieser Rechtecke zu positionieren. Eine andere Kompositionsregel der Fotografie ist der goldene Schnitt. Diese Regel ist jedoch etwas schwieriger zu erfassen.
  • Üben, üben, üben! Sobald Du die Grundlagen kennst, musst Du üben. Es gibt kein Geheimnis um Fotografieren schneller zu lernen oder diesen Schritt zu überspringen. Nimm Deine Kamera immer mit, wenn Du aus dem Haus gehst und nutze jede Gelegenheit für Schnappschüsse.

Wenn Du Deine Kamera gerade nicht zur Hand hast, nimm einfach Dein Handy und lasse Deiner Kreativität freien Lauf!

Leider ist es wie in den meisten Berufen – Wissen und Talent ist nur die halbe Miete. Um ein professioneller Fotograf zu werden, musst Du Dir vor allem ein gutes Netzwerk aufbauen: Fotografen, Kunden, Models etc.

Du musst lernen, wie Du Dich und Deine Fotografie am besten verkaufst!

Wie werde ich Fotograf?

Wir haben bereits über Fotoausrüstung gesprochen, aber die richtige Hardware ist ebenso wichtig, wenn Du Profifotograf*in werden möchtest. Fotos, die als .raw aufgenommen wurden, sind sehr große Dateien. Die Bearbeitung von Fotos erfordert daher viel Speicherplatz. Du benötigst also einen leistungsstarken Computer mit viel Speicherplatz und eine sehr gute Grafikkarte.

Aber das ist noch nicht alles! Als Fotograf*in brauchst Du außerdem:

  • Bildbearbeitungssoftware wie z.B. Photoshop oder Lightroom
  • Eine Kalibrierungssonde, damit Du dein Bild in den gleichen Farben wie beim Drucken sehen und so besser bearbeiten kannst
  • Eine Backup-Lösung – am besten zwei Festplatten an zwei verschiedenen Orten für den Notfall, Speicherkarten, eine Cloud etc.

Dann musst Du Dich entscheiden auf welche Art der Fotografie Du Dich spezialisieren möchtest. Je besser Du Dich spezialisierst, desto höher sind Deine Erfolgschancen.

Ihr wollt Fotograf werden und denkt, Ihr braucht bloß eine Kamera? Das Equipment für den Fotografen hört nicht beim Kauf der Kamera und der verschiedenen Objektive auf. | Quelle: Pixabay

Ganz egal, ob:

  • Kunstfotograf
  • Hochzeitsfotograf
  • Pressefotograf
  • Aktfotograf
  • Fotojournalist
  • Studiofotograf
  • Werbefotograf

– es gibt sehr viele Spezialisierungen in der Fotografie.

Der letzte, aber nicht minder wichtige Schritt auf dem Weg zum professionellen Fotografen, ist zu wissen, wie man sich und seine Fotografie verkauft! Als Fotograf bist Du in erster Linie Unternehmer und musst Kunden anziehen können.

Überleg Dir keinen zu komplizierten Namen für Dein Unternehmen. Du bist der Fotograf, nimm also ruhig einfach deinen Namen.

Erstelle eine Website! Egal, ob auf Tumblr, Wix, WordPress oder von einem Fachmann erstellt – wichtig ist, dass Du Deine Fotografie allen zeigen kannst und einen repräsentativen Internetauftritt hast.

SEO ist sehr wichtig. Integriere SEO Texte innerhalb Deiner Website, damit Deine Website im Internet leichter gefunden wird.

Und natürlich hängt Dein Erfolg als Fotograf auch mit Deiner Präsenz in den sozialen Netzwerken zusammen. Fotograf ist ein visueller Beruf – soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Pinterest eignen sich daher besonders um Deine Fotos zu teilen und Kunden auf Dich aufmerksam zu machen.

Je aktiver Du bist und je einheitlicher und ansprechender Deine Profile in den sozialen Netzwerken sind, desto mehr Bekanntheit wirst Du auf diesem Weg erlangen. Und mehr Bekanntheit = mehr potentielle Kunden.

Wähle Deine besten Fotos für deinen Internetauftritt aus!

Wie werde ich Tierfotograf?

Wir haben über die verschiedenen Spezialisierungen als Fotograf gesprochen – die Tierfotografie ist eine davon!

Es gibt keine spezifischen Diplome oder Ausbildungen um Tierfotograf*in zu werden. Der beste Weg dieses Ziel zu erreichen, ist eine Standardausbildung zum Fotografen zu machen und anschließend eigene Erfahrungen zu sammeln und / oder ein Praktikum bei einem Tierfotografen zu absolvieren.

Du willst Tierfotograf werden? Ob kleine Hunde, süße Katzen oder gefährliche Wildtiere: Der Tierfotografie sind keine Grenzen gesetzt! | Quelle: Pixabay

Wenn Du Tiere fotografieren möchtest, besonders wilde Tiere, kann es hilfreich sein diese zu verstehen und ihre Umwelt und Lebensweise zu kennen. Du solltest also versuchen Dir Wissen über die Tiere anzueignen, die Du fotografierst.

Der Beruf des Tierfotografen ist schwer zugänglich und die meisten Tierfotografen haben darüber hinaus noch andere Einnahmequellen. Entweder spezialisieren sie sich auf einen weiteren lukrativeren Bereich der Fotografie (z.B. Werbung) oder sie arbeiten daneben in einem völlig anderen Beruf.

In jedem Fall müssen einige Regeln beachtet werden, um als Tierfotograf gute Arbeit zu leisten und schöne Fotos zu schießen:

  • Eigne dir Wissen über die Tiere an, die du fotografierst
  • Habe eine Vision deines fertigen Fotos im Kopf
  • Mische dich unauffällig in den Hintergrund und sei leise
  • Isoliere das Tier nicht von seiner Umgebung
  • Habe Geduld
  • Respektiere deine Umwelt
  • Verwende eine lange Brennweite von mindestens 300 mm

Mach Deine Leidenschaft zum Beruf.

Lasse Dich von den besten Tierfotografen inspirieren! Sie leisten hervorragende Arbeit und engagieren sich für Umwelt-und Tierschutzverbände. Sebastião Salgado, Vincent Munier, Laurent Baheux und Paul Nicklen sind nur vier Beispiele.

Werde freiberuflicher Fotograf: der Beginner Guide

Als professioneller Fotograf kommst Du um eine Anmeldung nicht herum. Was das Ganze beim Beruf des Fotografen jedoch ein bisschen schwierig macht, ist die Einordnung der Tätigkeit als freiberuflich oder gewerblich. Lediglich dann, wenn eine Anerkennung als freiberufliche Tätigkeit gegeben ist, liegt keine Gewerbepflicht vor.

  • Freiberuflicher Fotograf: Betrachtet man das Gewohnheitsrecht einmal näher, so lässt sich feststellen, dass im Grunde nur anerkannte, teilweise bereits etablierte Künstler und spezielle Berufsgruppen den Freiberuflerstatus zugesprochen kommen. Bei einem freien Beruf muss per Gesetz „eine besondere Qualifikation oder eine schöpferische Begabung“ vorliegen. Grundsätzlich umfasst diese Definition auch Fotografen und auch der hier einschlägige Paragraf 18 des Einkommenssteuergesetzes sorgt nicht unbedingt für mehr Klarheit. Bei einem professionellen Fotografen ist der Übergang fließend: Sie arbeiten regelmäßig sowohl künstlerisch als auch handwerklich, weswegen eine Gewerbepflicht manchmal nicht gleich eindeutig feststellbar ist. Arbeitet man zum Beispiel als reiner Kunstfotograf oder als Bildjournalist, ist es möglich den Freiberuflerstatus zugesprochen zu bekommen. Man muss dann keine Gewerbeanmeldung vornehmen. Bietet man allerdings professionelle Dienstleistungen wie zum Beispiel Auftragsfotografien an, dann kommt man in der Regel um eine Gewerbeanmeldung nicht herum.

Ihr wollt Euch als Fotograf selbstständig machen? Auch wenn es lästig ist: Um das Finanzamt kommt Ihr bei Eurer freiberuflichen Tätigkeit warscheinlich nicht rum! | Quelle: Pixabay

  • Gewerbeanmeldung: Wie soeben festgestellt, müssen selbstständige Fotografen in aller Regel ein Gewerbe anmelden. Insbesondere Hochzeitsfotografen, aber auch Betreiber von Fotostudios haben die Pflicht zur Anmeldung eines Gewerbes. Gerade zu Beginn der Karriere kann es vorkommen, dass aus verschiedenen Gründen wie z.B. noch fehlender Stammkunden die Umsätze eher gering sind. Sollten Einnahmen von unter 17.500 Euro erwartet werden (und im Folgejahr nicht mehr als 50.000 Euro), dann ist es möglich, ein Kleingewerbe geltend zu machen. Entsprechend der sogenannten Kleinunternehmerregelung darf auf Rechnungen dann keine Umsatzsteuerausgewiesen werden und für die obligatorische Steuererklärung am Ende des Jahres reicht eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR). Egal, ob Kleingewerbe oder Gewerbe, durch die Anmeldung ist man als selbstständiger Fotograf befugt, viele Ausgaben steuerlich als Aufwand geltend zu machen, so zum Beispiel die Anfangsinvestitionen in neue Kameras, Objekte und Stative.
  • Angestellter Fotograf: Wenn Du eine Festanstellung als Fotograf gefunden hast, musst Du Dich natürlich nicht anmelden, sondern schließt ganz normal einen Vertrag mit Deinem Arbeitgeber ab.

Wenn erst einmal alle Grundvoraussetzungen erfüllt sind, muss es nur noch losgehen!

Auf einen Blick

  • Der Beruf des Fotografen ist heute sehr vielseitig. Als echter Unternehmer fotografiert er nicht nur, sondern muss sich auch mit Bildbearbeitung, Marketing, Sozialen Netzwerken, Website-Management und vielem mehr auskennen.
  • Eine offizielle Ausbildung und Zertifikate sind zwar gut, aber nicht obligatorisch. Du kannst Dich auch völlig kostenlos mit Internet-Tutorials selbst ausbilden oder Dich für ein Praktikum bei deinem Lieblingsfotografen bewerben.
  • Dein benötigtes Material umfasst nicht nur die eigentliche Fotoausrüstung, sondern auch Computerausrüstung sowie Speicherkarten, Grafikkarten, Bildbearbeitungssoftware etc.
  • Um erfolgreich zu sein, muss man sich als professioneller Fotograf auf einen Bereich der Fotografie spezialisieren!
  • Schließlich muss man sich anmelden. Dabei kommt es darauf an, was für eine Art der Fotografie du betreibst um herauszufinden, ob Du Dich als Freiberufler registrieren kannst oder ein Gewerbe anmelden musst. Hier ist es sinnvoll sich im Zweifelsfall vor der Anmeldung noch einmal professionell beraten zu lassen.
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