Der fruchtbare Halbmond, das Zweistromland, Mesopotamien – die Region zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris hat viele Namen. Man nennt sie auch „die Wiege der Zivilisation“, denn dort wurden die ältesten Beweise für Ackerbau und Viehzucht gefunden. Der größte Teil der Gegend liegt im heutigen Irak, Iran und Syrien. Die Quellen von Euphrat und Tigris, wie auch die Zeugnisse systematischen Ackerbaus vor 10.000 Jahren liegen etwas weiter nördlich im Südosten der Türkei

Der südöstliche Teil der heutigen Türkei war also bereits in der ausgehenden Altsteinzeit besiedelt. Jahrtausende später weist der Westen des Landes mit den türkischen Großstädten Istanbul, Izmir, Bursa und, etwas weiter im Landesinnern Ankara und Konya, auf. Mit Ausnahme von Izmir war im Laufe der letzten Jahrhunderte jede dieser Städte für eine gewisse Zeit die Hauptstadt eines großen Reichs.

Entdecke in diesem Artikel mit uns die Geschichte der Türkei von der Gründung des ersten Großreiches bis zur Entstehung der Republik.

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Die Geschichte bis 1300

Mit dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Gemeinschaften aus Hirten- und Bauern begann das Zeitalter des Holozän. Eine der ältesten ausgegrabenen Großsiedlungen aus der Jungsteinzeit ist Çatalhöyük auf der Hochebene Anatoliens, wo mehrere hundert Menschen in einer organisierten Gemeinschaft lebten.

Zwischen 7400 und 7100 v.u.Z. verbreitete sich die neue Lebensweise nach Westen und kam über den ägäischen Raum (Thrakien, Bulgariens und Nordgriechenland) schließlich auch nach Europa. In Westanatolien entstanden zahlreiche Siedlungen, die wahrscheinlich in engem Kontakt zu einander standen und auch bereits Handel trieben. Mit Beginn der Bronzezeit (um 3000 v.u.Z.) verdichtete sich das Handelsnetz und die Strukturen der Siedlungen wurden komplexer.

Çatalhöyük ist eine der ältesten Siedlungen der Welt.
Die Siedlung Çatalhöyük wurde in den späten 1950er Jahren bei Ausgrabungen entdeckt. | Quelle: Hulki Okan Tabak via Unsplash

Die Hethiter

In der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung wanderten verschiedene Völker aus Zentralasien nach Anatolien ein. Darunter die indogermanischen Hethiter, deren genaue Herkunft noch ungeklärt ist. Die Hethiter waren ein hochentwickeltes Volk mit ausgeprägten militärischen Fertigkeiten. Von den Konflikten mit den einheimischen hattischen Fürstentümern zeugt unter anderem der Brand der Stadt Ḫattuša 0m 1700 v.u.Z.

Der Zerstörer der Stadt Anitta, Sohn des ersten überlieferten hetitischen Herrschers wurde zum ersten hethitischen Großkönig, der sein Reich nach Inneranatolien und nach Süden über das Taurusgebirge bis Nordsyrien ausdehnte. Um 1350 v.u.Z. war das Hethiterreich zu einer Großmacht geworden, das sich über fast das ganze Gebiet der heutigen Türkei sowie Nordsyrien erstreckte.

Ungefähr 150 Jahre später endete die Herrschaft der Hethiter aus bisher ungeklärten Gründen. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von wechselnden Machtverhältnissen verschiedener Völkergruppen wie den Phryger, Kimmerer und Lyder.

Die Perser, Alexander der Große und das Römische Reich

In den ungefähr 500 Jahren vor und 300 Jahren nach der Zeitenwende setzten sich die unruhigen Verhältnisse fort. Mit der Expansion des Perserreiches stand ab 546 v.u.Z. das gesamte Gebiet der heutigen Türkei während gut 100 Jahren unter persischer Herrschaft.

Die Machtverhältnisse in Vorderasien änderten sich wieder als Alexander der Große bei dem Persienfeldzug (334–333 v.u.Z.) fast das ganze Persische Reich eroberte. Nach dem Tod des Herrschers zerfiel sein Reich in mehrere Teile. Die südliche Hälfte und der Westen Anatoliens gehörten fortan zum Seleukidenreich, während der Nordosten in mehrere Reiche unter griechisch-makedonischer Herrschaft aufgeteilt war.

Die hellenistische Vorherrschaft über Kleinasien geriet ab dem Ende des 3. Jahrhunderts v.u.Z. ins Wanken und endete endgültig mit der Machtübernahme durch das Römische Reich auf dem gesamten Gebiet der heutigen Türkei.

Römische Bauwerke sind vor allem im Westen der Türkei zu finden.
In der Türkei kann man heute noch Spuren der römischen Geschichte finden. | Quelle: Stefan Gogov via Unsplash

Das Byzantinische Reich

Nach dem Tod des Kaisers Theodosius I. wurde das Römische Reich 395 n.u.Z. in eine westliche und eine östliche Hälfte geteilt. Das Gebiet der Türkei gehörte zum Oströmischen Reich, das auch unter seinem späteren Namen Byzantinisches Reich bekannt ist. Die Namensgebung geht auf die Stadt Byzanz am Bosporus zurück, die von Kaiser Konstantin bereits vor der Reichsteilung ausgebaut, zum Regierungssitz gemacht und in Konstantinopel umbenannt worden war. Heute heißt die ehemalige byzantinische Hauptstadt Istanbul.

Unter Kaiser Konstantin hatte das Christentum im ganzen Römischen Imperium an Einfluss gewonnen und wurde schließlich 395 zur Staatsreligion ernannt, neben der außer dem Judentum keine weitere Religion geduldet wurde.

Während das Weströmische Reich schon bald zerfiel, konnte sich Ostrom, bis auf kleinere Gebietsverluste in Ostanatolien, bis ins 11. Jahrhundert als Großreich halten. Das Ende des Reiches kam 1453 mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen.

Das Reich der Seldschuken

Die Seldschuken waren ein türkisches Volk aus Zentralasien, das ab 1040 die zentralasiatische Region Chorasan, das Reich der Buyiden (große Teile des heutigen Iran, Iraks und Syriens) und die gesamte Mittelmeerküste Vorderasiens einnahmen. Bei der Schlacht bei Manzikert 1071 besiegten sie Byzanz und besetzten einen Großteil Anatoliens.

Mit der Einwanderung der Seldschuken begann die Besiedlung der heutigen Türkei durch türkische Völker. Diese brachten auch die Religion mit, zu der sie Ende des 10. Jahrhunderts übergetreten waren: den Islam.

Das Reich der Großseldschuken gliederte sich in viele kleinere Fürstentümer. In der Region um Konya wurde das Sultanat der Rum-Seldschuken gegründet, das sich vom Großreich unabhängig machte und über große Gebiete in Zentral- und Ostanatolien herrschte. Nach dem Überfall durch die Mongolen begann der Zerfall des gesamten seldschukischen Reiches; zunehmend verselbstständigten sich die Fürstentümer.

Das Osmanische Reich

Im Nordwesten Anatoliens befand sich ein zunächst recht kleines Fürstentum, das nach seinem Anführer Osman I. benannt war. Ab 1299 sind erste Eroberungen belegt, sodass dieses Jahr als Gründungsjahr des Osmanischen Reiches angesehen wird. In den darauffolgenden Jahrzehnten gelang es Osman mehrere der in Anatolien lebenden Nomadenstämme zu vereinen und militärische Erfolge gegen das Byzantinische Reich zu erzielen.

Nach der Eroberung von Istanbul, hatten die Osmanen das Byzantinische Reich endgültig besiegt.
Das Osmanische Reich hatte mehr als ein halbes Jahrtausend lang Bestand. | Quelle: Rohan Reddy via Unsplash

Unter Osmans Nachfolgern konnte die Macht und der Einfluss auf große Teile Anatoliens und den Balkan ausgeweitet werden. Mit der Eroberung von Konstantinopel wurde 1453 das tausend Jahre alte Byzantinische Reich endgültig zu Fall gebracht. Das Osmanische Reich ist nur 150 Jahre nach seiner Gründung zu der neuen Großmacht in Vorderasien und Südosteuropa geworden.

Als die osmanische Expansion 1673 vor Wien zum Stillstand gebracht wurde, verlor das Reich große Territorien in Europa. Durch den griechischen Befreiungskrieg in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts und weitere Niederlagen auf dem Balkan verlor das Osmanische Reich weitestgehend seinen Einfluss auf europäischen Gebieten.

Auch innerhalb des Reiches kam es zu Widerständen, bei denen die sogenannten „Jungtürken“, eine intellektuelle Oberschicht, die Demokratisierung in Form einer parlamentarischen Monarchie forderten.

Das endgültige Ende des Osmanischen Reiches wurde mit dem Ersten Weltkrieg eingeleitet, bei dem es an der Seite Deutschlands, Österreich-Ungarns und Bulgariens kämpfte. Nach der Niederlage wurden ihm beim Friedensvertrag von Sèvres alle Gebiete außerhalb Anatoliens und Thrakiens abgesprochen. Das verbliebene Territorium sollte aufgeteilt und unter verschiedenen Staaten aufgeteilt werden.

Hier erfährst Du mehr über Sport in der Türkei und die türkische Musik.

Der Befreiungskrieg und die Entstehung der Türkei

Gegen die Pläne der Aufspaltung des Reiches und die fremde Herrschaft organisierte Mustafa Kemal Pascha den politischen und militärischen Widerstand. Da die westeuropäischen Mächte kein Interesse an der Fortsetzung des Krieges hatten, leisteten sie keinen großen Widerstand. Einzig gegen Griechenland, das Gebiete in Westanatolien und Thrakien besetzte kam es ab 1919 zu einem weiteren Krieg, der Ende 1922 mit dem Sieg der türkischen Truppen endete. Der 30. August wird seither jährlich als Tag des Sieges und türkischer Feiertag gefeiert.

Rund ein halbes Jahr später wurden im Friedensvertrag von Lausanne die bis heute gültigen Grenzen des türkischen Territoriums völkerrechtlich anerkannt. Am 29. Oktober rief Mustafa Kemal Pascha die Republik Türkei aus, Ankara wurde zur neuen Hauptstadt ernannt. In der Folge leitete er weitgreifende politische, rechtliche und gesellschaftliche Reformen ein, die einen modernen, säkulären Staat nach europäischem Vorbild zum Ziel hatten.

Neben der Abschaffung des Kalifats und der Scharia, dem Verbot religiöser Kleidung in der Öffentlichkeit und Gebetsrufe in arabischer Sprache wurde der gregorianische Kalender eingeführt, Frauen erhielten das aktive und passive Wahlrecht und die Schulbildung von Jungen und Mädchen wurde zu einem Grundpfeiler der neugegründeten Republik. Diese politische Leitlinie wird als Kemalismus bezeichnet.

Die Republik Türkei wurde 1923 gegrüundet.
Mustafa Kemal Atatürk machte die Türkei zu einer Republik. | Quelle: Batu Gezer via Unsplash

Nach der Verabschiedung des Familiennamengesetzes 1930 erhielt Mustafa Kemal Pascha von der Nationalversammlung den offiziellen Beinamen, unter dem er heute noch bekannt ist: Atatürk (Vater der Türken).

Atatürk starb am 10. November 1938 um 9.05 Uhr in Istanbul an einer Leberzirrhose. Seine Nachfolge trat Ismet Inönü an, der bestrebt war, die Modernisierungen fortzuführen. Während des Zweiten Weltkriegs bewahrte die Türkei weitestgehend außenpolitische Neutralität.

Die innenpolitische Lage der Republik Türkei seit 1950

Seit den ersten freien Wahlen im Jahr 1950, bei denen Adnan Menderes als Ministerpräsident hervorgegangen ist, kam es zu häufigen Regierungswechseln, begleitet von innenpolitischen Unruhen.

Die Gründe für die instabile Lage sind vielfältig. Soziale Unruhen und Proteste wurden durch die hohe Arbeitslosigkeit hervorgerufen, die aus der Umstellung der Ökonomie von Landwirtschaft auf Industrie entstanden war. Auch der Umgang des türkischen Staates mit ethnischen und religiösen Minderheiten sowie politischen Gegner führte regelmäßig zu gewaltvollen Konflikten. Ein dritter Spannungspunkt ist der Konflikt zwischen laizistischen, kemalistischen Positionen, wie sie traditionsgemäß auch vom Militär vertreten werden, und der Hinwendung führender Politiker zu einem politischen Islam.

Das türkische Militär war von Atatürk zur Hüterin der Verfassung gemacht worden. Auch in der Bevölkerung war das Bild der Armee, die für die Wahrung der öffentlichen Ordnung und die Stabilität des Landes sorgt, über lange Zeit tief verankert. Dementsprechend griff sie immer wieder ein, wenn sie die kemalistischen Grundsätze in Gefahr sah.

In den Jahren 1960, 1971 und 1980 Putschte das türkische Militär und übernahm die Führung des Landes. Im Februar 1997 kam es zu einer Intervention des Militärs, das als „weicher Putsch“ in die Geschichte eingegangen ist. Die Hintergründe des gescheiterten Putschversuchs von 2016 sind bis heute nicht genau geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass es sich zum ersten Mal in der Geschichte der Republik Türkei nicht um einen militärischen Eingriff im Namen des Kemalismus und der Westorientierung handelte.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.